Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 8 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Peng heißt: Dein Hund legt sich auf Signal flach auf die Seite.
- Der Trick wächst aus dem Platz, nicht aus dem Sitz.
- Gebaut wird er über Gewichtsverlagerung, niemals über Druck.
- Ruheübungen brauchen ein Wort, das sie wieder auflöst.
Peng ist der Trick, den jeder kennt: Du formst mit der Hand eine Pistole, dein Hund kippt auf die Seite. Er sieht schwer aus und ist es nicht. Der Weg dorthin führt über sechs kleine Schritte, die alle auf dem Platz aufbauen.
Die kurze Antwort
Fang beim sicheren Platz an. Locke deinen Hund über die Schulter, bis er das Körpergewicht auf eine Hüfte verlagert. Belohne jede Zwischenetappe einzeln und ergänze das Signalwort erst ganz zum Schluss.
Der häufigste Fehler
Die meisten warten auf die perfekte Seitenlage und belohnen erst dann. Dein Hund braucht aber schon für die erste kleine Gewichtsverlagerung ein Ja.
Was hinter dem Trick steckt
Peng heißt in anderen Haushalten Bang oder Tot stellen. Gemeint ist immer dieselbe Bewegungsfolge. Dein Hund liegt flach auf der Seite, Kopf am Boden, Beine ausgestreckt.
Diese Haltung ist mehr als eine Pose. Auf der Seite kommt ein Hund am langsamsten wieder hoch, also gibt er dort am meisten Kontrolle ab. Was verschiedene Liegehaltungen sonst noch verraten, steht in Liegepositionen beim Hund.
Daraus folgt eine praktische Konsequenz. Ein unsicherer Hund lernt Peng deutlich langsamer als ein entspannter Zeitgenosse. Das liegt nicht an der Auffassungsgabe, sondern am Vertrauensverhältnis.

Aus meiner Erfahrung heraus dauert genau dieser Schritt am längsten. Ist er einmal da, kommt der Rest fast von allein.
Was dein Hund vorher können sollte
Eine einzige Grundvoraussetzung reicht: ein sicheres Platz. Dein Hund sollte sich auf ein Wort hin hinlegen und dort einen Moment in Ruhe verharren.
Fehlt das, übst du gegen eine Lücke an. Wie du Signale sauber aufbaust, steht in Erziehung des Hundes.
Zweitens brauchst du einen passenden Boden. Ein Fachbeitrag bei vetline zur positiven Verstärkung rät ausdrücklich davon ab, einen Hund zum Ablegen auf kalte, nasse Wiese zu bringen. Für Ruheübungen nehme ich eine weiche, warme Fläche.
Drittens brauchst du eine Belohnung, die er wirklich attraktiv findet. Trockenfutter aus dem Napf zieht selten. Käse, Wurst oder Leberwurst aus der Tube ziehen dagegen fast immer.
Der Aufbau in sechs Schritten
Jeder Schritt wird zweimal ruhig gezeigt, dann kommt der nächste. Wer springt, bekommt einen Hund, der rät.
Sechs Etappen, jede zweimal ruhig gezeigt. Erst danach die nächste.
Der Fachname für dieses Vorgehen steht im MSD Veterinary Manual. Beschrieben wird es als schrittweises Annähern für Hunde, die noch nicht wissen, was du willst. Belohnt wird zuerst jedes Verhalten, das dem Ziel ähnelt.
Auf Peng übertragen heißt das: Schon die kleinste Gewichtsverlagerung auf die Hüfte bekommt ein Ja. Danach das Absenken der Schulter. Zuletzt der Kopf.

Signal, Marker und Auflösung
Drei Bausteine gehören zusammen. Verwechselt werden sie ständig.
Das Signal fordert die Bewegungsfolge an. Der Marker bestätigt im Augenblick des Gelingens. Die Auflösung beendet die Übungssituation wieder.
Für den Marker nennt dasselbe Handbuch Wörter, Handzeichen und Klickgeräte gleichberechtigt. Alle drei kündigen eine Belohnung an, auch auf Entfernung. Wie du ein Klickgerät auflädst, zeigt Clickertraining beim Hund.
Die Auflösung vergessen fast alle. Derselbe Fachbeitrag zählt Peng zu den Ruheübungen und hält fest, dass solche Übungen aufgelöst werden müssen. Ich sage dafür immer dasselbe Wort.
Und bleib bei einem Begriff. Die Broschüre des Tierschutzbundes empfiehlt, sich mit allen Betreuungspersonen abzustimmen und stets dieselben Begriffe zu nutzen.
Fünf Fehler, die den Trick verhindern
- Den Hund mit der Hand auf die Seite drücken.
- Das Signalwort sprechen, bevor die Bewegung sicher kommt.
- Auf hartem, kaltem Boden üben.
- Erst die perfekte Seitenlage belohnen.
- Die Übung ohne Auflösewort enden lassen.
Zu Boden drücken, zerren und schimpfen erzeugen laut demselben Fachbeitrag Angst. Für den Lernweg bringt es nichts.
Wenn es nicht klappt
Der häufigste Grund ist eine zu große Etappe. Geh eine Stufe zurück und lass deinen Hund zweimal leicht gewinnen. Die Broschüre des Deutschen Tierschutzbundes zur Hundehaltung bringt das Prinzip auf einen Satz: Hunde lernen durch Erfolg.
Der zweitwichtigste Grund heißt Erschöpfung. Ein Hund, der hüpft, sich hinlegt und nicht weitergeht oder kein Leckerli mehr annimmt, hat genug. Dann beende ich die Übungsrunde augenblicklich.

Manche Hunde kippen außerdem grundsätzlich auf dieselbe Lieblingsseite. Das ist völlig normal. Die Gegenseite übe ich später und getrennt.
Bleibt es dabei, hilft ein Blick von außen. Was eine gute Stunde leisten kann, steht in Vorteile einer Hundeschule.
Wo die Grenze liegt
Das Tierschutzgesetz verbietet es, einem Tier Leistungen abzuverlangen, denen es offensichtlich nicht gewachsen ist. Verboten ist außerdem jedes Training, das erhebliche Schmerzen oder Leiden bringt.
Für Peng heißt das ganz konkret: Bei steifen, alten oder frisch operierten Hunden verzichte ich vollständig auf den Trick. Andere Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es reichlich.
Meine langjährige Erfahrung mit Halterinnen und Haltern sagt: Wer Tricks als Wettbewerb versteht, verliert den Hund unterwegs. Eine ruhigere Alternative für dieselben Minuten ist Nasenarbeit. Weitere Einsteigertricks stehen im Trickdogging-Leitfaden.
Ein Hund, der grundsätzlich schwer runterfährt, tut sich mit Ruheübungen schwerer. Ich schaue dann zuerst auf Schlafplatz, Tagesablauf und Reizmenge. Unsere Relax Tabletten sind ein Ergänzungsfuttermittel in einer 150-Gramm-Dose. Drin sind L-Tryptophan mit 40 Gramm je Kilogramm, dazu Baldrianwurzel, Hopfenblüten, Taigawurzel, Hanfsaat, Magnesiumgluconat und inaktivierte Bierhefe. Sie enthalten Geflügellebermehl und passen deshalb nicht bei Geflügelallergie.

Fazit: Peng ist kein Kraftakt, sondern eine Kette aus sechs kleinen Etappen. Bau auf dem Platz auf, locke über die Schulter und belohne jede Zwischenstufe. Das Wort kommt zuletzt, die Auflösung gehört fest dazu. Drückst du deinen Hund, lernt er nichts — außer Misstrauen.
Häufige Fragen zum Peng-Trick
Was heißt „Peng" beim Hund genau?
Dein Hund legt sich auf ein Signal hin flach auf die Seite. Viele nennen den Trick auch Bang oder Tot stellen.
Muss mein Hund vorher Platz können?
Ja. Peng wächst aus dem Platz heraus. Ohne sicheres Ablegen fehlt die Ausgangsposition.
Wie alt sollte mein Hund sein?
Eine Altersgrenze kenne ich dafür nicht. Er sollte sich freiwillig hinlegen und sich während der Übungsrunde sichtbar wohlfühlen.
Darf ich ihn auf die Seite drücken?
Nein. Zu Boden drücken erzeugt laut einem Fachbeitrag bei vetline Angst und schadet dem Vertrauen.
Welcher Untergrund passt?
Ein weicher, warmer Untergrund. Kalter, nasser Boden bleibt für Ruheübungen ungeeignet.
Peng beibringen: Wie lange soll eine Einheit dauern?
Ausgesprochen kurz. Zwei bis drei Übungsrunden pro Tag genügen vollkommen, jede davon nur wenige Minuten lang.
Mein Hund steht sofort wieder auf. Was tun?
Belohne deutlich früher. Bestätige bereits die Gewichtsverlagerung auf eine Hüfte, keinesfalls erst die vollendete Seitenlage.
Brauche ich einen Clicker?
Nötig ist er nicht. Ein Wort oder ein Handzeichen leistet dasselbe, wenn du es sauber koppelst.
Wann kommt das Signalwort dazu?
Zuallerletzt. Erst wenn die Bewegungsfolge zuverlässig erscheint, sprichst du das Signalwort davor.
Warum liegt mein Hund lieber auf dem Bauch?
Weil er aus der Bauchlage erheblich schneller hochkommt. Die Seitenlage ist die entspannteste Körperhaltung und verlangt Vertrauen.
Peng beibringen: Was ist mit alten oder steifen Hunden?
Bei ihnen lasse ich den Trick weg. Das Gesetz verbietet Leistungen, denen ein Tier offensichtlich nicht gewachsen ist.
Muss ich den Trick auflösen?
Unbedingt. Ruheübungen brauchen ein Wort, das sie beendet — sonst weiß dein Hund nie, wann er aufstehen darf.
Quellen
- MSD Veterinary Manual – Behavior Modification in Dogs
- vetline – Hundeerziehung mit positiver Verstärkung, Geduld und Liebe
- Deutscher Tierschutzbund – Broschüre „Die Haltung von Hunden“
- § 3 Tierschutzgesetz – Verbote
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Legt sich dein Hund ungern hin oder steht schwer auf, gehört er vor der nächsten Übungsrunde untersucht.
