Ototop beim Hund: 14 Tage sind die Obergrenze

Ototop beim Hund: 14 Tage sind die Obergrenze

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Höchstens 14 Tage am Stück — mindestens sieben.
  • Drei bis fünf Tropfen zweimal täglich, nach dem Reinigen.
  • Niemals bei einem Loch im Trommelfell.
  • Einmalhandschuhe sind vorgeschrieben.

Die kurze Antwort

Drei Wirkstoffe in einer Flasche: einer gegen Pilze, einer gegen bestimmte Bakterien, einer gegen die Entzündung. Zweimal täglich drei bis fünf Tropfen, höchstens zwei Wochen lang.

🔴 Der Punkt, den kaum jemand nennt

Eine Ohrenentzündung ist fast nie das eigentliche Problem. Sie ist die Folge von etwas anderem — und ohne dieses andere kommt sie wieder.

Der Hund schüttelt den Kopf, kratzt am Ohr, es riecht. Die Praxis gibt eine kleine Flasche mit. Nach drei Tagen ist Ruhe.

Mittelgroßer wacher Hund mit Schlappohren sitzt auf dem Wohnzimmerboden und legt den Kopf schief
Kopfschütteln und Kratzen am Ohr sind die ersten Zeichen.

Aus meiner Erfahrung hören genau hier die meisten auf. Das ist der Fehler.

Was in der Flasche steckt

Die Fachinformation nennt drei Wirkstoffe je Milliliter.

Wirkstoff Menge Aufgabe
WirkstoffMiconazolnitrat Menge23,0 mg Aufgabegegen Pilze und Hefen
WirkstoffPrednisolonacetat Menge5,0 mg Aufgabegegen die Entzündung
WirkstoffPolymyxin-B-sulfat Menge5500 I.E. Aufgabegegen bestimmte Bakterien

Zusammensetzung je Milliliter

Der Pilzwirkstoff hemmt den Aufbau eines Bausteins der Pilzzellwand, hält die pharmakologische Übersicht fest. Er trifft zusätzlich einen Teil der Bakterien.

Das Antibiotikum wirkt dagegen ausschließlich gegen die andere Bakteriengruppe, zeigt die Übersicht der Anwendungsgebiete. Dazu zählen Pseudomonas und Coli-Keime.

Dieselbe Kombination steckt in anderen Präparaten. Was sie unterscheidet, steht in Surolan beim Hund.

🔴 Warum die Entzündung wiederkommt

In den besonderen Warnhinweisen steht ein Satz, den kaum jemand liest.

Bakterielle und pilzbedingte Ohrentzündungen treten häufig als Folgeerkrankung auf. Die zugrundeliegende Ursache soll festgestellt und behandelt werden.

Im Klartext: Die Keime sind Trittbrettfahrer. Vorher stimmte schon etwas nicht.

Allergie, Fremdkörper, zu enge Gehörgänge, Feuchtigkeit nach dem Schwimmen, Ohrmilben — jede dieser Ursachen bleibt bestehen, wenn nur getropft wird.

Steht eine Futterunverträglichkeit dahinter, hilft Futterallergie beim Hund weiter. Juckt der Hund überall, passt Juckreiz beim Hund.

Wie du der Ursache auf die Spur kommst, steht in Ohrenentzündung beim Hund und in Ohrmilben bei Hunden.

Anwendung und Dosierung

Vor Gebrauch gut schütteln. Dann wird der Gehörgang gereinigt, erst danach kommen die Tropfen.

Tierärztin schaut mit einem Ohrenspiegel in das Ohr eines wachen Hundes auf dem Untersuchungstisch
Vor dem ersten Tropfen gehört ein Blick auf das Trommelfell.
Bereich Dosierung
BereichOhr Dosierungzweimal täglich 3 bis 5 Tropfen
BereichHaut Dosierungzweimal täglich dünn auftragen und einreiben
BereichDauer Ohr Dosierungmindestens 7, höchstens 14 Tage
BereichDauer Haut Dosierunghöchstens 14 Tage, hartnäckig 2 bis 3 Wochen

Dosierungsschema

Nach dem Eintropfen wird die Ohrmuschel behutsam, aber gründlich massiert. Sonst bleibt das Mittel oben liegen.

Auf der Haut werden die Haare rundherum geschoren. Reinigen vor dem Auftragen ist laut Fachinformation unerlässlich für den Erfolg.

Was hinter Hautveränderungen stecken kann, steht in Hautpilz beim Hund.

Und noch etwas steht dort: Bevor die Behandlung endet, soll die Praxis den Erfolg prüfen. Nicht du.

🔴 Warum bei 14 Tagen Schluss ist

Der Grund liegt beim Kortison, zeigt die Übersicht zu dessen unerwünschten Wirkungen.

Der wichtigste Risikofaktor ist nicht die Menge. Es ist die Dauer.

Und äußerlich aufgetragenes Kortison bleibt nicht außen. Es kann die Steuerung der Nebenniere unterdrücken.

Ein Versuch beim Hund zeigt das deutlich. Kortison-Augentropfen über vier Wochen unterdrückten diese Steuerung während der Behandlung und noch zwei Wochen danach.

Was bei zu langer Anwendung passieren kann

  • Die Haut wird dünner und verletzlicher, Blutungen treten leichter auf.
  • Wunden heilen langsamer.
  • Die örtliche Abwehr sinkt, neue Infektionen haben es leichter.
  • Die Nebennierenfunktion kann unterdrückt werden.

Meine langjährige Erfahrung: Wer die Flasche „für das nächste Mal" aufhebt und eigenmächtig weitertropft, handelt sich genau diese Probleme ein.

Wann es nicht ins Ohr darf

Die wichtigste Grenze ist das Trommelfell. Ist es perforiert, ist das Mittel verboten.

Auch bei viralen Hautinfektionen, auf frischen oder schlecht heilenden Wunden und bei bekannter Überempfindlichkeit bleibt die Flasche zu.

Sehr selten ist Taubheit beschrieben — weniger als ein Tier von 10.000, vor allem ältere Hunde. Tritt sie auf, wird sofort abgesetzt.

Für dich selbst gilt: Einmalhandschuhe tragen, danach Hände waschen. Das Mittel kann Haut und Augen reizen.

Was ich Haltern rate

Ich reinige das Ohr erst und tropfe dann. In der umgekehrten Reihenfolge spülst du das Medikament wieder heraus.

Mir fällt oft auf, dass nach drei ruhigen Tagen abgesetzt wird. Sieben Tage sind das Minimum, nicht der Richtwert.

Aus meiner Sicht gehört zu jeder zweiten Ohrenentzündung die Frage nach der Allergie. Wer sie nicht stellt, tropft im nächsten Quartal wieder.

Ich rate außerdem, den Kontrolltermin zu machen. Er steht nicht ohne Grund in der Fachinformation.

Halterin mit Einmalhandschuhen hält die Ohrmuschel eines wachen Hundes und setzt eine Tropfflasche an
Handschuhe sind in der Fachinformation vorgeschrieben.

Schlägt ein Mittel auf den Magen, nutze ich einen Schleimbildner wie die Ulmenrinde im Lucky Pets Magenpulver — mit zwei Stunden Abstand zur Gabe.

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Fazit: Das Präparat enthält je Milliliter 23 Milligramm Miconazolnitrat gegen Pilze, 5 Milligramm Prednisolonacetat gegen die Entzündung und 5500 Internationale Einheiten Polymyxin-B-sulfat gegen bestimmte Bakterien. Im Ohr werden nach dem Reinigen zweimal täglich drei bis fünf Tropfen gegeben und anschließend einmassiert. Die Behandlung läuft mindestens sieben und höchstens 14 Tage ununterbrochen, der Erfolg wird vor dem Absetzen tierärztlich geprüft. Bei perforiertem Trommelfell, viralen Hautinfektionen und frischen Wunden ist die Anwendung ausgeschlossen. Sehr selten, bei weniger als einem von 10.000 Tieren, ist Taubheit beschrieben. Der wichtigste Risikofaktor für Kortisonschäden ist die Dauer der Anwendung, nicht die Menge — und äußerlich aufgetragenes Kortison kann die Nebennierensteuerung unterdrücken. Bakterielle und pilzbedingte Ohrentzündungen sind meist Folgeerkrankungen, deshalb gehört die eigentliche Ursache mitbehandelt.

Häufige Fragen zu Ototop für Hunde

🔴 Wie lange darf ich tropfen?

Mindestens sieben Tage, höchstens 14. Danach schaut die Praxis noch einmal ins Ohr.

Wie viele Tropfen?

Drei bis fünf, zweimal am Tag, nach dem Reinigen des Gehörgangs.

Muss ich danach massieren?

Ja. Ohrmuschel und Gehörgang behutsam kneten, damit sich der Wirkstoff verteilt.

🔴 Warum kommt die Ohrenentzündung immer wieder?

Weil sie meist eine Folgeerkrankung ist. Ohne die eigentliche Ursache bleibt jede Behandlung Symptomkosmetik.

Wann darf es gar nicht ins Ohr?

Bei einem Loch im Trommelfell, bei viralen Hautinfektionen und auf frischen oder großflächigen Wunden.

Kann mein Hund taub davon werden?

Das ist sehr selten — weniger als ein Tier von 10.000, vor allem ältere Hunde. Dann wird sofort abgesetzt.

🔴 Wirkt das Kortison auch im ganzen Körper?

Ja, das ist möglich. Äußerlich aufgetragenes Kortison kann die Nebennierensteuerung unterdrücken.

Muss ich Handschuhe tragen?

Ja. Die Fachinformation verlangt Einmalhandschuhe und Händewaschen danach.

Hilft es gegen Ohrmilben?

Nur unterstützend, wenn zugleich eine Ohrenentzündung besteht.

Wirkt es auch auf der Haut?

Ja, zweimal täglich dünn auftragen. Die Haare rundherum werden vorher geschoren.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Ob Ototop für deinen Hund geeignet ist, entscheidet die Tierarztpraxis.