Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 26.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Blasses Zahnfleisch ist das Zeichen, das jeder selbst prüfen kann.
- Es gibt drei Wege: Verlust, Abbau oder zu wenig Neubildung.
- Flöhe und Läuse saugen Blut und können Blutverlust verursachen.
- Bleibt die Ursache unklar, klärt eine Knochenmarksprobe.
Ein Hund, der auf halber Strecke stehen bleibt und nicht mehr weiter will, wird oft für faul gehalten. Ein Blick unter die Lefze dauert fünf Sekunden und beantwortet eine ganz andere Frage.
Die kurze Antwort
Dem Körper fehlen rote Blutkörperchen. Weniger Sauerstoff kommt an, deshalb ermüdet der Hund schnell.
Der entscheidende Punkt
Die Anämie ist nie die eigentliche Diagnose. Sie ist das Zeichen, unter dem die Ursache gesucht wird.
Was du selbst sehen kannst
Das nützlichste Zeichen sitzt im Maul. Gesundes Zahnfleisch ist rosa, bei einer Blutarmut wirkt es blass bis weißlich.

Dazu kommt schnelle Erschöpfung. Der Hund bleibt stehen, legt sich hin, will nicht weiter.
Bei stärkerer Ausprägung fällt die Atmung auf. Sie wird schneller, obwohl der Hund ruht.
Aus meiner Erfahrung ist die Lefzenprobe der beste Handgriff, den Halter lernen können. Er kostet nichts und ordnet vieles ein — mehr zur Erschöpfung in Hund läuft nicht mehr.
Die drei Wege
Für die Ursachensuche denkt die Praxis in drei Richtungen. Sie erklären, warum so unterschiedliche Untersuchungen nötig werden.
Grobe Einteilung für das Verständnis. Die tatsächliche Zuordnung trifft die Praxis.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Halter denken fast immer an den ersten Weg. Die beiden anderen sind im Alltag genauso häufig.
Deshalb reicht es nicht, nach einer Wunde zu suchen. Auch ein Hund ohne jede sichtbare Blutung kann deutlich blutarm sein — vergleichbar bei schwarzem Kot.

Blutsauger als Ursache
ESCCAP Deutschland beschreibt Flöhe als flügellose, seitlich abgeplattete, blutsaugende Insekten. Sie stechen durch die Haut und saugen Blut.
Ein einzelner Floh macht keine Blutarmut. Bei starkem Befall über Wochen sieht das anders aus, besonders bei Welpen und kleinen Hunden.
Der Grund ist schlichte Arithmetik. Ein Welpe hat insgesamt sehr wenig Blut — was ihm täglich abgesaugt wird, fällt bei ihm ungleich stärker ins Gewicht als bei einem ausgewachsenen Schäferhund.
Läuse sind der zweite Blutsauger. Sie sind etwa 1,5 Millimeter lang, mit bloßem Auge sichtbar und haben stechende Mundwerkzeuge.
Läuse kommen ausschließlich bei Hunden vor, nicht bei Katzen. Krankheiten übertragen sie nicht, bei starkem Befall führen sie aber zu Hautinfektionen und kahlen Stellen im Fell.
Übertragen werden sie durch direkten Kontakt oder indirekt über Bürsten, Kämme und Schlafplätze. Ich rate deshalb dazu, im Verdachtsfall auch das Zubehör zu behandeln — mehr dazu in Flohbefall beim Hund.
Warum die Umgebung mitzählt
Bei Flöhen sitzt das eigentliche Problem nicht auf dem Hund. Auf ihm finden sich nur die erwachsenen Tiere.

Eier, Larven und Puppen liegen in der Umwelt. Vor allem an Schlaf- und Lieblingsplätzen, in Teppichen und im Auto.
Wer nur den Hund behandelt, behandelt einen Bruchteil. Der Nachschub kommt aus dem Wohnzimmer.
Praktisch heißt das: Decken heiß waschen, Polster und Teppiche gründlich saugen, den Beutel danach entsorgen. Wie du Hautveränderungen dabei einordnest, steht in Hauterkrankungen beim Hund.
Bei Läusen ist der Weg ein anderer. Weil sie über Bürsten und Schlafplätze weitergegeben werden, gehört dort dasselbe Vorgehen dazu.
Wie untersucht wird
Am Anfang steht die Blutuntersuchung. Sie zeigt, wie ausgeprägt die Blutarmut ist und ob der Körper gegensteuert.
Bleibt die Ursache unklar, folgt der Blick auf die Blutbildung selbst. Dafür wird eine Probe aus dem Knochenmark entnommen.
Das klingt nach einem großen Eingriff und ist keiner. Die Probe wird in kurzer Narkose entnommen, meist am Beckenkamm oder am Oberarmknochen.
Sie beantwortet eine Frage, die kein Blutwert beantworten kann: ob das Knochenmark überhaupt noch nachliefert.
LABOKLIN führt die Knochenmarkszytologie ausdrücklich im Leistungsspektrum. Beurteilt werden dabei einzelne, aus dem Gewebeverband gelöste Zellen unter dem Mikroskop.
Der Befund liegt gewöhnlich am selben Tag vor. Ich sehe diese Untersuchung oft zu spät veranlasst — dabei beendet sie das Rätselraten, wie beim Blutbild.
Wann es keinen Aufschub duldet
Drei Beobachtungen machen aus einem Termin eine Fahrt.
Sofort in die Praxis
- Weißliches statt rosa Zahnfleisch.
- Zusammenbrechen oder Torkeln.
- Sehr schnelle Atmung in Ruhe.
- Sichtbares Blut im Kot, im Urin oder beim Erbrechen.
In diesen Fällen nichts abwarten und unterwegs in der Praxis anrufen.
Mir ist wichtig, dass niemand Eisenpräparate auf Verdacht gibt. Ohne bekannte Ursache verschleiern sie nur den Verlauf.
Fazit: Eine Anämie ist kein Krankheitsname, sondern ein Zeichen — und der beste Handgriff dafür ist die Lefzenprobe. Für die Ursachensuche zählen drei Wege: Blutverlust, vorzeitiger Abbau und zu geringe Neubildung. Zu den belegten Blutsaugern gehören Flöhe: Sie stechen laut ESCCAP durch die Haut und saugen Blut. Dazu kommen Läuse mit etwa 1,5 Millimetern Länge. Krankheiten übertragen sie nicht, bei starkem Befall verursachen sie aber Hautinfektionen und kahle Stellen. Bleibt die Ursache unklar, klärt die Knochenmarkszytologie, ob die Blutbildung selbst gestört ist.
Häufige Fragen zur Anämie beim Hund
Was bedeutet Anämie?
Dem Körper fehlen rote Blutkörperchen. Dadurch kommt weniger Sauerstoff im Gewebe an.
Anämie: Woran erkenne ich es zu Hause?
An blassem Zahnfleisch, schneller Erschöpfung und auffälliger Mattigkeit.
Anämie: Wie prüfe ich die Schleimhaut?
Lefze anheben und das Zahnfleisch ansehen — es sollte rosa sein, nicht weißlich.
Welche drei Wege gibt es?
Blut geht verloren. Blut wird zu früh abgebaut. Oder es wird zu wenig neu gebildet.
Welche Parasiten saugen Blut?
Flöhe und Läuse. Beide stechen durch die Haut.
Wie groß sind Läuse?
Etwa 1,5 Millimeter und mit bloßem Auge sichtbar.
Übertragen Läuse Krankheiten?
Nein. Bei starkem Befall verursachen sie aber Hautinfektionen und kahle Stellen.
Wie stecken sich Hunde an?
Durch direkten Kontakt oder indirekt über Bürsten, Kämme und Schlafplätze.
Anämie: Reicht es, den Hund zu behandeln?
Bei Flöhen nicht. Eier und Larven sitzen in der Umgebung.
Wie wird eine Anämie untersucht?
Über eine Blutuntersuchung, bei unklarem Befund ergänzt durch eine Knochenmarksprobe.
Was zeigt eine Knochenmarksprobe?
Ob die Blutbildung selbst gestört ist.
Anämie: Wann muss ich sofort zum Tierarzt?
Bei weißlichem Zahnfleisch, Kollaps oder sehr schneller Atmung.
Quellen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Blasses Zahnfleisch mit Schwäche ist ein Notfall und gehört sofort tierärztlich abgeklärt.
