Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 75–85 cm, Hündinnen 68–78 cm.
- Blinder Gehorsam ist von dieser Rasse nicht zu erwarten.
- Ruhig und zurückhaltend, dabei selbstsicher.
- Zwingerhaltung ist ihm unerträglich.
Der Barsoi gehört zu den größten Hunden überhaupt. Sein Wesen passt nicht zu jedem Halter. Ich gehe die Angaben durch.
Die kurze Antwort
Ein russischer Windhund von 68 bis 85 Zentimetern, ruhig im Haus und pfeilschnell im Feld.
Der entscheidende Punkt
Er ordnet sich nicht blind unter. Wer das erwartet, wird enttäuscht.
Der Hund der Zaren
Der VDH datiert die Wertschätzung weit zurück. Bereits im 15. Jahrhundert galt der Barsoi in Russland viel. Man nutzte ihn für die Jagd auf Hasen, Antilopen, Füchse und Wölfe.

Zaren und Großfürsten schmückten sich mit ihm. Einige hielten bis zu 500 Hunde gleichzeitig in luxuriösen Zwingeranlagen. Um 1900 galt der Barsoi als Verkörperung des Windhundes schlechthin.
Auch der Name verrät den Zweck. In Russland heißt er «Psovaja Borzaya», was sich mit flink oder schnell übersetzen lässt. Traditionell überzeugte er sogar bei der Hatz auf Wölfe. Mir ist bei kaum einer anderen Rasse die Verbindung von Adel und Jagd so deutlich dokumentiert.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Wesen: ruhig im Haus, schnell im Feld
Sein Wesen ist eher ruhig und zurückhaltend. Trotzdem schätzt der Barsoi engen Kontakt zu seiner Familie. Selbstsicherheit und Unerschrockenheit gehören ebenfalls dazu.

Auf der Jagd zeigt sich die andere Seite. Der elegante Russe beweist ein gutes Auge und eine außerordentliche Schnelligkeit, die sich besonders auf kurzen Distanzen bewährt. Dieser Wechsel zwischen Ruhe und Höchsttempo prägt den Alltag mit ihm.
Barsois bewegen sich gerne und schätzen es, als vollwertige Familienmitglieder am Leben teilzuhaben. Gewöhnt man sie von klein auf daran, verbringen sie auch einige Stunden allein zu Hause. Zu viel Einsamkeit oder gar Zwingerhaltung sind ihnen unerträglich. Wie du das Alleinbleiben aufbaust, steht in Sozialisierung von Welpen.
Was ein Barsoi im Alltag braucht
- Anschluss an die Familie, keine Zwingerhaltung.
- Gelegenheit zum freien Lauf auf gesichertem Gelände.
- Regelmäßige Pflege des langen, feinen Haars.
- Einen Halter, der auf Unterordnung verzichtet.
- Coursing oder Windhundrennen als Ausgleich.
Zur Fütterung: Welpen richtig füttern.
Erziehung ohne Unterordnung
Beim Thema Erziehung wird das Rasselexikon ungewöhnlich deutlich. Sie erfordert Verständnis für die rassetypischen Eigenschaften und viel Liebe. Blinden Gehorsam oder Unterordnung sind von dem stolzen Russen nicht zu erwarten.
Einfühlsam behandelt verhält sich der Barsoi edel und würdevoll. Aus meiner Erfahrung scheitern Halter an dieser Rasse vor allem dann, wenn sie Methoden mitbringen, die bei einem Schäferhund funktionieren. Ein Windhund arbeitet anders. Grundlagen dazu in Erziehung des Hundes.

Für die angeborene Lauffreude bietet Coursing den idealen Rahmen. Die meisten Barsois betreiben diesen Sport voller Begeisterung, auch Windhundrennen liegen ihnen. Ich halte beides für sinnvoller als lange Radtouren — ein Sprinter braucht Sprints. Passendes Zubehör findest du unter Hundespielzeug.
Was ein Barsoi im Haus wirklich ist
Ich werde oft gefragt, ob ein Hund von 85 Zentimetern in eine Wohnung passt. Beim Barsoi lautet die Antwort überraschend oft ja. Er liegt zu Hause viel, oft stundenlang. Er braucht dafür einen weichen Platz statt eines großen Zimmers.
Entscheidend ist etwas anderes. Ich habe erlebt, dass Halter den Bewegungsbedarf mit langen Spaziergängen abdecken wollten. Das funktioniert nicht. Ein Barsoi braucht kurze, schnelle Einheiten auf gesichertem Gelände, nicht zwei Stunden Trab an der Leine.
Der dritte Punkt ist die Sicherheit. Ein Hund, der auf Sicht jagt und dabei sechzig Stundenkilometer erreicht, ist im Freilauf nur an einem eingezäunten Ort kontrollierbar. Mir ist kein Rückruf begegnet, der gegen einen startenden Hasen zuverlässig gewinnt.
Körper und Haarkleid
Die Proportionen sind ausgeglichen, die Eleganz und Harmonie der Bewegungen nennt der VDH einzigartig. Mit bis zu 80 Zentimetern Größe sind Barsois imposante Erscheinungen der Hundewelt.
Dazu kommt das reichliche, seidige Haarkleid. Es reicht von Reinweiß mit roten, grauen, schwarzen oder gestromten Platten bis zur einfarbig gemantelten Variante. Typisch ist außerdem die schöne Halskrause.
Der Kopf sitzt auf einem langen Hals, ist sehr schmal und lang und weist keinen Stopp auf. Die feinen Ohren sind nach hinten gefaltet. Ein schmaler Körper, ein bogenförmiger Rücken, eine tiefe Brust und ein aufgezogener Bauch gehören zum Rassebild. Die Läufe sind lang, gut gewinkelt und bemuskelt.
Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Beim Barsoi deckt sich das mit dem, was der VDH ausdrücklich fordert.
Meine langjährige Erfahrung mit großen Windhunden zeigt eine typische Schwachstelle. Das lange Hebelwerk und das Tempo aus dem Stand belasten die Gelenke stark. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

Fazit: Rüden erreichen 75 bis 85 Zentimeter, Hündinnen 68 bis 78. Der Barsoi war schon im 15. Jahrhundert in Russland hoch geschätzt, Großfürsten hielten teils bis zu 500 Hunde. Sein Wesen gilt als ruhig und zurückhaltend, dabei selbstsicher und unerschrocken. Blinder Gehorsam ist von ihm nicht zu erwarten. Zwingerhaltung nennt der VDH unerträglich, Coursing dagegen den idealen Rahmen für seine Lauffreude.
Häufige Fragen zum Barsoi
Wie groß wird ein Barsoi?
Rüden 75 bis 85 cm, Hündinnen 68 bis 78 cm.
Was bedeutet sein Name?
Der russische Name «Psovaja Borzaya» lässt sich mit flink oder mit schnell übersetzen.
Wie ist sein Wesen?
Eher ruhig und zurückhaltend, dabei selbstsicher und unerschrocken.
Ist er gehorsam?
Blinder Gehorsam oder Unterordnung sind von ihm nicht zu erwarten.
Wie erzieht man ihn?
Mit Verständnis für die rassetypischen Eigenschaften und viel Liebe.
Kann er allein bleiben?
Einige Stunden ja, wenn man ihn von klein auf daran gewöhnt.
Ist Zwingerhaltung möglich?
Nein. Der VDH nennt sie für diese Rasse unerträglich.
Welcher Sport passt?
Coursing und Windhundrennen.
Wie aufwendig ist die Pflege?
Das lange, feine Haar braucht regelmäßige Pflege.
Hat er einen Stopp?
Nein. Der lange, schmale Kopf weist keinen Stopp auf.
Seit wann gibt es ihn?
Schon im 15. Jahrhundert war er in Russland hoch geschätzt.
Wie viele Hunde hielten die Großfürsten?
Einige bis zu 500 gleichzeitig, in luxuriösen Zwingeranlagen.
Quellen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
