Bloodhound: Größe, Wesen und Haltung

Bloodhound: Größe, Wesen und Haltung

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 68 cm und 46–54 kg, Hündinnen 62 cm und 40–48 kg.
  • Zu viele Falten gelten als Fehler, nicht als Rassemerkmal.
  • Sanftmütig, ruhig, nie aggressiv — aber eigensinnig.
  • Stammt von den Hetzhunden des Mönchs Hubert ab.

Beim Bloodhound denken die meisten zuerst an Falten. Der Rassestandard sieht das kritischer, als viele erwarten. Ich zeige, was dort steht.

Die kurze Antwort

Der mächtigste aller Laufhunde, 62 bis 68 Zentimeter groß und bis zu 54 Kilogramm schwer.

Der entscheidende Punkt

Der Standard warnt vor Übertreibung. Zu viel lose Haut schadet Gesundheit und Arbeit.

Vom Mönch Hubert in die Ardennen

Der VDH führt die Rasse auf ein Kloster zurück. Die Mönche der Abtei St. Hubert in den Ardennen haben sie gezüchtet. Ihre Vorfahren waren die schwarzen oder schwarz-lohfarbenen Hetzhunde des Mönchs Hubert im 7. Jahrhundert.

Wacher Bloodhound steht aufmerksam im Freien
Der mächtigste aller Laufhunde, mit rechteckigem Gebäude. Foto: Wikimedia Commons, Public domain

Hubert wurde später Bischof. Nach seiner Heiligsprechung erkor man ihn zum Schutzheiligen der Jäger. Die großen St.-Hubert-Laufhunde breiteten sich in den Ardennen aus, in deren ausgedehnten Wäldern viel Hochwild anzutreffen war.

Gerühmt wurden diese Hunde für Robustheit und Ausdauer, besonders bei der Hetzjagd auf Wildschweine. Die ersten Bloodhounds waren schwarz, später kamen schwarz-lohfarbene dazu. Im 11. Jahrhundert brachte Wilhelm der Eroberer sie nach England.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde68 cm Hündin62 cm
MerkmalGewicht Rüde46 – 54 kg Hündin40 – 48 kg
MerkmalFCI-Gruppe RüdeLaufhunde und Schweißhunde HündinLaufhunde und Schweißhunde
MerkmalGebäude Rüdelänglich, rechteckig Hündinlänglich, rechteckig
MerkmalHaar am Körper Rüdekurz, dicht, wetterfest Hündinkurz, dicht, wetterfest

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Erscheinung: mächtig, aber nicht schwer

Der Standard beschreibt einen massiven, großgewachsenen Jagd- und Spürhund, den mächtigsten aller Laufhunde. Harmonisch in den Umrisslinien, starkknochig und gut bemuskelt, sehr substanzvoll. Schwer wirken soll er dabei nicht.

Sein Gebäude ist länglich, also rechteckig. Die Gesamterscheinung nennt der VDH beeindruckend und voller Adel, die Haltung strahle Würde aus. Kopf und Hals fallen durch die reich entwickelte, geschmeidige und dünne Haut auf, die in tiefen Falten herunterhängt.

Wacher Bloodhound arbeitet mit der Nase am Boden
Die Bewegung wirkt rollend und wiegend, dabei geschmeidig. Foto: Wikimedia Commons, Public domain

Auch die Bewegung bekommt eine eigene Beschreibung. Sie ist imponierend, eher langsam und irgendwie rollend und wiegend, dabei geschmeidig, elastisch und frei. Mir gefällt, wie genau diese Formulierung den Gang trifft, den man beim Bloodhound tatsächlich sieht.

Wo der Standard die Grenze zieht

Nach der Beschreibung folgt eine Warnung. Kein Merkmal soll so übertrieben sein, dass die Harmonie der Gesamterscheinung gestört wird, der Eindruck von Grobheit entsteht oder es der Gesundheit und dem Wohlbefinden des Hundes schadet.

Dann wird der VDH konkret. Als mögliche Übertreibungen gelten zu tief eingesetzte oder zu kleine Augen sowie schlaffe Augenlider. Dazu kommen übertrieben reichliche lose Haut mit zu vielen und zu tiefen Falten, eine zu stark ausgebildete Wamme und ein zu schmaler Kopf.

Auch bei der Größe gibt es eine Obergrenze. Zu große Hunde mit allzu schwerem oder zu massivem Körper sind unerwünscht, weil ihre Gebrauchstüchtigkeit darunter leidet. Aus meiner Erfahrung lohnt es, beim Züchterbesuch genau auf Augen und Lider zu schauen. Was gesunde Aufzucht sonst noch ausmacht, steht in Welpen richtig füttern.

Worauf du beim Bloodhound achten solltest

  • Augen: nicht zu tief eingesetzt, Lider nicht schlaff.
  • Falten: vorhanden, aber nicht übermäßig tief.
  • Wamme: deutlich, aber nicht überzogen.
  • Größe: kein Extremwuchs über den Standard hinaus.
  • Auslauf im Freien und täglicher Umgang mit seinen Leuten.

Zur Prägung: Sozialisierung von Welpen.

Kopf eines wachen Bloodhounds
Die dünne Haut hängt in tiefen Falten herunter. Foto: Flickr user SuperFantastic / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Wesen: sanft und eigensinnig zugleich

Der VDH beschreibt ihn als sanftmütig, ruhig, freundlich und umgänglich mit Menschen. Auf seinen Herrn ist er besonders stark geprägt. Mit Artgenossen und anderen Haustieren kommt er zurecht.

Zwei Eigenschaften relativieren das Bild. Er gilt als eher zurückhaltend und eigensinnig. Außerdem reagiert er gleichermaßen empfindsam auf Lob wie auf Tadel. Ich rate deshalb zu ruhiger, gleichbleibender Führung statt lautem Korrigieren. Mehr dazu in Erziehung des Hundes.

Aggressiv ist er nie. Das steht ausdrücklich so im Rasselexikon. Für einen Hund dieser Größe ist der Satz bemerkenswert. Seine Stimme ist sehr tief. Ein Kläffer ist er trotzdem nicht, wer also einen bellfreudigen Wachhund sucht, liegt bei dieser Rasse falsch.

Die Nase bestimmt den Spaziergang

Ein Spürhund dieser Bauart arbeitet mit dem Kopf am Boden. Ich plane deshalb Spaziergänge anders als bei einem Hund, der laufen will. Zwanzig Minuten Fährtenarbeit erschöpfen einen Bloodhound stärker als eine Stunde Trab. Passende Beschäftigungsideen stehen in Hundespielzeug.

Mir ist dabei ein Punkt wichtig: Ein Hund auf der Spur nimmt seine Umgebung kaum noch wahr. Die Leine ist bei dieser Rasse kein Erziehungsmittel, sondern eine Sicherheitsmaßnahme.

Haar und Alltag

Am Körper ist das Haar eng anliegend, kurz, dicht, ziemlich harsch und wetterfest. An Kopf und Behängen ist es sehr kurz und fühlt sich weich an. An der Unterseite der Rute wird es etwas länger und rauher.

Die Tierschutz-Hundeverordnung nennt in § 2 den Rahmen: Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson, regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Bei einem Hund von über vierzig Kilogramm gehört ausreichend Platz dazu.

Meine langjährige Erfahrung mit schweren Rassen zeigt einen Schwerpunkt. Das Gewicht lastet über Jahre auf den Gelenken. Die rollende Bewegung schont sie nicht automatisch. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Fazit: Rüden erreichen 68 Zentimeter und 46 bis 54 Kilogramm, Hündinnen 62 Zentimeter und 40 bis 48 Kilogramm. Der Bloodhound stammt von den Hetzhunden des Mönchs Hubert aus dem 7. Jahrhundert ab und kam im 11. Jahrhundert nach England. Sein Wesen gilt als sanftmütig und nie aggressiv, zugleich als zurückhaltend und eigensinnig. Der Standard warnt ausdrücklich vor Übertreibungen bei Falten, Lidern, Wamme und Größe.

Häufige Fragen zum Bloodhound

Wie groß wird ein Bloodhound?

Rüden 68 cm, Hündinnen 62 cm.

Wie schwer wird er?

Rüden 46 bis 54 kg, Hündinnen 40 bis 48 kg.

Wie ist sein Wesen?

Sanftmütig, ruhig, freundlich und umgänglich mit Menschen.

Verträgt er sich mit anderen Tieren?

Ja, mit Artgenossen und anderen Haustieren.

Ist er leicht zu erziehen?

Er gilt als eher zurückhaltend und eigensinnig, empfindsam auf Lob wie Tadel.

Bellt er viel?

Nein. Seine Stimme ist sehr tief, ein Kläffer ist er nicht.

Sind viele Falten ein Qualitätsmerkmal?

Nein. Der VDH nennt zu viele und zu tiefe Falten ausdrücklich eine Übertreibung.

Welche Übertreibungen nennt der Standard noch?

Zu tief eingesetzte oder zu kleine Augen, schlaffe Lider, zu starke Wamme, zu schmalen Kopf.

Sind besonders große Hunde erwünscht?

Nein. Zu große, zu massive Hunde büßen an Gebrauchstüchtigkeit ein.

Woher stammt die Rasse?

Von den Mönchen der Abtei St. Hubert in den Ardennen.

Wer war Hubert?

Ein Mönch des 7. Jahrhunderts, später Bischof und Schutzheiliger der Jäger.

Wann kam er nach England?

Im 11. Jahrhundert, durch Wilhelm den Eroberer.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.