Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Cavachon = Cavalier King Charles Spaniel (Nr. 136) × Bichon frisé (Nr. 215).
- Abgeleiteter Gewichtskorridor aus beiden Standards: etwa 5 bis 8 Kilogramm.
- Standard Nr. 136 nennt ein Gewicht, aber keine Widerristhöhe.
- Für die Kreuzung selbst gibt es keinen Standard und keine Ahnentafel.
Cavachon klingt nach einer Rasse. Eine ist es nicht. Hinter dem Namen stecken zwei anerkannte Rassen mit je einem eigenen Standard — und dazwischen ein Wurf, für den niemand Maße festlegt. Ich habe beide Standards gelesen und daraus abgeleitet, was sich seriös sagen lässt.
Die kurze Antwort
Ein kleiner Begleithund aus zwei Begleithunden. Gewicht etwa 5 bis 8 Kilogramm, alles andere bleibt offen.
Der entscheidende Punkt
Der Cavalier-Standard nennt kein Stockmaß. Jede Zentimeterangabe zum Cavachon stammt deshalb aus zweiter Hand.
Zwei Standards, keiner für den Mix
Der Cavalier King Charles Spaniel steht als FCI-Standard Nr. 136 in der Nomenklatur, mit Ursprung in Großbritannien. Seine Verwendung nennt der Text schlicht Gesellschaftsspaniel. Er gehört zu Gruppe 9, Sektion 7, den englischen Gesellschaftsspanieln.

Der Bichon frisé folgt als FCI-Standard Nr. 215, französisch-belgischen Ursprungs, Gruppe 9, Sektion 1.1 Bichons. Seine Geschichte führt über Italien: Zur Zeit der Renaissance kam er nach Frankreich, wo man ihn zunächst Barbichon nannte. Daraus wurde später Bichon.
Beide Rassen sitzen also in derselben FCI-Gruppe. Das ist die gute Nachricht für den Mischling: Hier treffen keine Welten aufeinander, sondern zwei Begleithunde. Die schlechte Nachricht folgt sofort. Für die Kreuzung selbst existiert kein Standard, kein Zuchtbuch und keine Ahnentafel.
Wer die Elternrassen einzeln nachlesen will, findet sie bei uns: Cavalier King Charles Spaniel und Bichon frisé.
Größe und Gewicht: der Korridor aus zwei Standards
Beim Nachschlagen bin ich auf eine Lücke gestoßen, die kaum jemand erwähnt. Das Feld Größe und Gewicht im Standard Nr. 136 führt nur eine einzige Angabe: 5,5 bis ungefähr 8 Kilogramm. Erwünscht sei ein kleiner, sehr ausgeglichener Hund in diesen Grenzen. Eine Widerristhöhe nennt der Standard für den Cavalier nicht.
Beim Bichon frisé steht beides. Der Standard Nr. 215 nennt 25 bis 29 Zentimeter Widerristhöhe. Toleriert wird ein Zentimeter mehr beim Rüden und zwei Zentimeter weniger bei der Hündin. Das Gewicht liegt bei ungefähr fünf Kilogramm, je nach Größe.
Angaben aus den FCI-Standards Nr. 136 und Nr. 215, deutsche Fassungen.

Daraus ergibt sich für das Gewicht ein Korridor von etwa 5 bis 8 Kilogramm. Eine Widerristhöhe lässt sich aus beiden Standards nicht ableiten, weil Nr. 136 keine nennt. Belegt ist allein die Bichon-Spanne von 25 bis 29 Zentimetern. Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Rahmen, in dem die Welpen eines Wurfs liegen können. Der einzelne Hund kann darüber oder darunter landen.
So sieht ein Cavachon aus
Beim Haar liegen die Eltern weit auseinander. Der Cavalier trägt langes, seidiges Haar ohne Locken, eine leichte Wellung ist gestattet, dazu üppige Befederung. Trimmen verbietet sein Standard ausdrücklich. Beim Bichon besteht das Deckhaar aus lockeren Korkenzieherlocken, unter denen ein seidig dünnes Unterfell hervortreten muss.
Beim Mischling ist deshalb alles dazwischen möglich: glatt, leicht gewellt, deutlich gelockt. Aus meiner Erfahrung entscheidet genau das über den Pflegeaufwand. Lockiges Haar verfilzt, glattes Haar nicht.
Bei der Farbe wird der Unterschied noch größer. Der Bichon-Standard verlangt reines Weiß und schließt jede andere Farbe nach dem ersten Lebensjahr aus. Der Cavalier kennt vier Schläge: Black and Tan, das einfarbig tiefrote Ruby, das kastanienrot-perlweiße Blenheim und Tricolour. Im Wurf mischt sich beides, ohne Regel.
Zwei Details lohnen den Blick. Der Cavalier hat große, dunkle, runde Augen und einen Fang von ungefähr 3,8 Zentimetern zwischen Stopp und Nasenspitze. Beim Bichon sollen Augen und Nase ein gleichseitiges Dreieck bilden. Diese Feinheiten verschwinden bei einer Kreuzung als Erstes.
Wesen im Alltag
Beide Standards beschreiben ein freundliches Zuchtziel. Der Cavalier gilt als unternehmungslustig, liebevoll und absolut furchtlos. Fröhlich soll er sein, freundlich, nicht streitsüchtig und ohne jede Neigung zu Nervosität.
Der Bichon liest sich ähnlich. Sein Standard nennt ihn einen wahren Gefährten, den man überall mitnehmen kann, nie nervös oder kläffend. Umgänglich sei er auch gegenüber fremden Menschen und Hunden, sehr anpassungsfähig und seinen Besitzern gegenüber sehr anhänglich.
Praktisch heißt das: Ein Cavachon ist meist ein unkomplizierter Begleiter für Besuch, Café und Kinderzimmer. Zwei Punkte bleiben trotzdem offen. Der Standard beschreibt das Zuchtziel der Elternrassen, nicht deinen Hund. Und beim Alleinbleiben hilft kein Standard, sondern nur Übung von klein auf.
Haltung, Auslastung und Erziehung
Beide Eltern sind Begleithunde ohne Arbeitsprüfung. Ein Cavachon braucht deshalb keine Jagdersatzbeschäftigung und keine Stunden im Wald. Er braucht Anschluss.

Trotzdem ist er kein Kissen. Der Bichon-Standard beschreibt einen lebhaften, verspielten Hund, der Cavalier gilt als unternehmungslustig. Suchspiele in der Wohnung, kurze Trickeinheiten und ein ruhiger Spaziergang decken den Bedarf gut ab.
Meine langjährige Erfahrung mit kleinen Begleithunden zeigt ein wiederkehrendes Muster: Sie werden zu wenig erzogen, weil sie klein sind. Ein Hund von sieben Kilo darf trotzdem nicht an der Leine ziehen. Wie du Welpen von Anfang an begleitest, steht in Sozialisierung von Welpen.
Was ein Cavachon im Alltag braucht
- Nähe zu seinen Menschen statt langer Stunden allein.
- Tägliche Fellkontrolle, sobald das Haar lockig ausfällt.
- Kurze Kopfarbeit statt langer Laufstrecken.
- Frühen Kontakt zu fremden Menschen und Hunden.
- Klare Regeln, auch bei sieben Kilo Körpergewicht.
Zur Fütterung im ersten Jahr: Welpen richtig füttern.
Gesundheit und was die Standards ausschließen
Eine Lebenserwartung nennt weder Nr. 136 noch Nr. 215. Zu Erbkrankheiten schweigen beide ebenfalls. Rassestandards beschreiben das Aussehen und das Wesen, keine Krankheitsbilder. Belastbare Auskunft geben die Zuchtverbände der Elternrassen.
Was die Standards hergeben, sind ihre Ausschlusskriterien. Beide disqualifizieren aggressive und übermäßig ängstliche Hunde sowie Hunde mit deutlichen körperlichen Abweichungen oder Verhaltensstörungen. Der Bichon-Standard nennt zusätzlich Über- und Unterbiss sowie eine komplett fehlende gekräuselte Haarstruktur.
Über beiden steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Diese Vorschrift gilt für Mischlinge genauso wie für Rassehunde. Ein fehlender Standard ist also kein rechtsfreier Raum.
Für Haut und Fell braucht jeder Hund B-Vitamine. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe.

Welpenkauf: worauf du achten solltest
Ohne Zuchtbuch prüfst du selbst. Papiere gibt es nur für die Elterntiere. Genau die lasse ich mir zeigen. Aus der Ahnentafel des Cavaliers und der des Bichons liest du ab, ob beide überhaupt aus geordneter Zucht stammen.
Ich will beide Elterntiere sehen, mindestens aber das Muttertier beim Wurf. Beim Vater reicht ein Nachweis mit Chipnummer. Wer nur Fotos zeigt, hat den Hund oft nie besessen.
Der Papierstapel bleibt derselbe wie bei jeder Rasse: EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis sowie das Protokoll der Entwurmung. Acht Wochen sind die Untergrenze der Abgabe. Bei Kreuzungen frage ich zusätzlich nach dem Gewicht beider Eltern in Kilogramm. Preise nenne ich hier bewusst nicht.
Vorsicht bei Versprechen zum Fell. Niemand kann beim acht Wochen alten Welpen sagen, ob er später lockig wird. Wer es trotzdem behauptet, verkauft eine Hoffnung. Dasselbe Muster beschreibe ich ausführlich bei Pudelmischungen.
Erste oder zweite Generation? Die Frage lohnt sich
Nicht jeder Cavachon hat dieselbe Herkunft. In der ersten Generation stammt je ein Elternteil aus einer Rasse mit Standard. Du kannst also beide Standards nachlesen und den Korridor selbst bilden.
Ab der zweiten Generation ändert sich das. Dann stammen beide Eltern bereits aus Kreuzungen. Welche Standards dahinterstehen, lässt sich kaum noch sagen. Der Korridor wird breiter statt enger.
Ich frage deshalb immer nach den Elterntieren im Klartext: Rassehund oder Mischling. Wer das nicht beantworten kann, kennt seine eigene Zucht nicht gut genug.
Passt ein Cavachon zu dir?
Er passt zu dir, wenn du viel zu Hause bist. Beide Elternrassen hängen eng an ihren Menschen und tragen das offen. Eine Wohnung reicht. Entscheidend ist, dass jemand da ist.
Er passt zu dir, wenn du mit Ungewissheit leben kannst. Größe, Fell und Farbe stehen vorher nicht fest. Wer genau weiß, was er will, ist mit einer der beiden Elternrassen besser bedient.
Er passt nicht zu dir, wenn du zwölf Stunden außer Haus bist oder einen Sporthund suchst. Und er passt nicht zu dir, wenn der Preis eines Rassehundes dich abschreckt: Ein gesunder Mischling aus geprüften Eltern kostet ähnlich viel. Wer die Kreuzung mit Pudel sucht, findet sie unter Cavapoo.
Fazit: Der Cavachon ist kein Rassehund, sondern die Kreuzung zweier Begleithunde aus derselben FCI-Gruppe. Aus beiden Elternstandards ergibt sich ein Gewichtskorridor von etwa 5 bis 8 Kilogramm. Eine Widerristhöhe lässt sich nicht ableiten, weil Standard Nr. 136 für den Cavalier keine nennt. Fell und Farbe bleiben offen. Wer damit leben kann, bekommt einen freundlichen, anpassungsfähigen Hund — und sollte die Papiere der Eltern doppelt so genau lesen wie bei einem Rassewurf.
Häufige Fragen zum Cavachon
Was ist ein Cavachon?
Eine Kreuzung aus Cavalier King Charles Spaniel und Bichon frisé. Beide Elternrassen haben einen FCI-Standard, die Kreuzung selbst hat keinen.
Wie schwer wird ein Cavachon?
Aus beiden Elternstandards ergibt sich ein Korridor von etwa 5 bis 8 Kilogramm. Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Rahmen, in dem ein Wurf liegen kann.
Wie groß wird ein Cavachon?
Eine belastbare Spanne gibt es nicht. Der Standard Nr. 136 nennt für den Cavalier gar keine Widerristhöhe. Belegt ist allein die Bichon-Spanne von 25 bis 29 cm.
Nennt der Cavalier-Standard wirklich keine Größe?
Richtig. Sein Feld Größe und Gewicht führt nur ein Gewicht auf: 5,5 bis ca. 8 kg. Erwünscht ist ein kleiner, sehr ausgeglichener Hund in diesen Grenzen.
Welches Fell bekommt ein Cavachon?
Das lässt sich vorher nicht sagen. Der Cavalier trägt langes, seidiges Haar ohne Locken, der Bichon lockere Korkenzieherlocken. Beim Mischling ist alles dazwischen möglich.
Haart ein Cavachon wenig?
Verlässlich vorhersagen lässt sich das nicht. Wer wenig Haar im Wohnzimmer erwartet, sollte den erwachsenen Hund kennen, nicht den Welpen.
Welche Farbe hat ein Cavachon?
Offen. Der Bichon-Standard verlangt reines Weiß, der Cavalier kennt Black and Tan, Ruby, Blenheim und Tricolour. Im Wurf mischt sich beides.
Cavachon: Wie ist das Wesen?
Beide Standards beschreiben Begleithunde. Der Cavalier gilt als unternehmungslustig, liebevoll und absolut furchtlos, der Bichon als anpassungsfähig, umgänglich und nie kläffend.
Wie alt wird ein Cavachon?
Eine Lebenserwartung nennt weder Standard Nr. 136 noch Nr. 215. Ich schreibe deshalb keine Zahl hin.
Sind Cavachons anfällig für Erbkrankheiten?
Rassestandards regeln keine Erbkrankheiten. Belastbare Auskunft geben die Zuchtverbände der beiden Elternrassen, nicht der Verkäufer der Kreuzung.
Gibt es eine Ahnentafel für Cavachons?
Nein, für die Kreuzung nicht. Papiere kann es nur für die Elterntiere geben. Genau die lasse ich mir zeigen.
Cavachon: Worauf achte ich beim Welpenkauf?
Beide Elterntiere ansehen, Papiere der Elterntiere prüfen, Chipnummer und Impfnachweis verlangen. Acht Wochen sind die Untergrenze der Abgabe.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 136 „Cavalier King Charles Spaniel“, deutsche Fassung
- FCI-Standard Nr. 215 „Bichon à poil frisé“, deutsche Fassung
- Tierschutzgesetz § 11b – Verbot von Qualzüchtungen
Weiterlesen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
