Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 28.08.2026 · Lesezeit: 9 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- In Cerenia steckt Maropitant, ein Mittel gegen Erbrechen.
- Gegen Erbrechen gelten 2 mg je kg, gegen Reisekrankheit 8 mg je kg.
- Die Tablette gehört mindestens eine Stunde vorher gegeben, nicht ins Futter.
- Verschreibungspflichtig. Erbrechen braucht zuerst eine Ursachensuche.
Die kurze Antwort
Cerenia ist ein Markenname. Der Wirkstoff heißt Maropitant. Er blockiert im Brechzentrum des Gehirns den Botenstoff, der das Erbrechen auslöst.
Der entscheidende Punkt
Es gibt zwei völlig verschiedene Mengen. Gegen akutes Erbrechen ist es die kleine, gegen Reisekrankheit die vierfache. Wer die beiden verwechselt, behandelt entweder zu schwach oder deutlich zu hoch.
Cerenia für Hunde ist ein Mittel gegen Erbrechen mit dem Wirkstoff Maropitant.
Der Name auf der Packung ist die Marke. Maropitant heißt der Stoff, der wirkt. Es gibt ihn als Tablette und als Injektionslösung für die Praxis.
Aus meiner Erfahrung heraus gibt es zwei Situationen, in denen Halter danach fragen. Der Hund erbricht seit dem Morgen. Oder die Fahrt in den Urlaub steht an.
Für beides gibt es Cerenia. Es sind aber zwei verschiedene Behandlungen, mit zwei verschiedenen Mengen und zwei verschiedenen Zeitplänen.
Was Maropitant im Kopf des Hundes macht
Erbrechen wird nicht im Magen entschieden. Es wird in einem kleinen Bereich des Hirnstamms ausgelöst, dem Brechzentrum.
Dort laufen Meldungen von überall zusammen. Aus dem Magen, aus dem Darm, aus dem Gleichgewichtsorgan im Ohr und aus dem Blut.
Ein Botenstoff namens Substanz P gibt den entscheidenden Anstoß. Maropitant besetzt dessen Andockstelle und blockiert damit das Signal, so beschreibt es CliniPharm der Universität Zürich.
Das erklärt, warum der Wirkstoff so breit einsetzbar ist. Er greift nicht am Auslöser an, sondern an der Stelle, an der alle Auslöser zusammenlaufen.
Deutsche Fachinformation Cerenia, Stand 28. August 2026.

Zwei Anlässe, zwei völlig verschiedene Mengen
Gegen Erbrechen nennt die deutsche Fachinformation 2 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht, einmal täglich. Erlaubt ist das ab einem Alter von acht Wochen.
Gegen Reisekrankheit sind es 8 Milligramm je Kilogramm. Das Vierfache. Erlaubt ist diese Menge erst ab sechzehn Wochen.
Auch die Dauer unterscheidet sich. Bei Erbrechen dürfen Tabletten bis zu vierzehn Tage laufen, die Spritze bis zu fünf.
Für Reisen gilt eine viel engere Grenze. Höchstens zwei Tage hintereinander.
Für Hunde unter drei Kilogramm lässt sich die Menge mit den Tabletten nicht sauber treffen. Das steht so in der Fachinformation.
Wo es im Alltag schiefgeht
- Die Reisedosis vom Sommer wird im Winter gegen akutes Erbrechen weitergegeben.
- Die Tablette wandert in die Leberwurst. Sie löst sich dann langsamer auf und wirkt später.
- Die Gabe erfolgt fünf Minuten vor der Abfahrt statt eine Stunde vorher.
- Ein Rest aus der Schublade wird gegeben, ohne dass jemand nach der Ursache sucht.
- Der Hund wiegt zwei Kilogramm, die Tablette lässt sich trotzdem irgendwie teilen.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Der häufigste Fehler ist der zu kurze Vorlauf, nicht die falsche Menge.
Warum Erbrechen zuerst untersucht gehört
Die Fachinformation stellt einen Satz an den Anfang, der leicht übersehen wird. Erbrechen kann ein Zeichen für einen Verschluss im Magen-Darm-Trakt sein.
Deshalb gehört vor die Behandlung eine Untersuchung. Ein Mittel gegen Erbrechen nimmt das Warnsignal weg, nicht die Ursache.
Bei häufigem Erbrechen kommt ein zweites Problem dazu. Eine Tablette wird dann kaum noch aufgenommen, weil sie den Darm gar nicht erreicht.
Aus diesem Grund startet die Praxis in solchen Fällen mit der Spritze. Erst danach folgt die Tablette für zu Hause.
Wann Erbrechen ein Notfall ist, habe ich in Erbrechen beim Hund beschrieben. Das gefährlichste Bild dahinter steht in Magendrehung beim Hund.

Die Tablette gehört nicht ins Futter
Zwei Handgriffe entscheiden über den Erfolg. Der erste ist der Zeitpunkt, der zweite die Art der Eingabe.
Die Tablette wird mindestens eine Stunde vor dem Auslöser gegeben. Für eine Fahrt am frühen Morgen darf sie schon am Abend davor ins Maul.
In Futter eingepackt löst sie sich langsamer auf. Die Wirkung setzt dann später ein, genau das steht in der Fachinformation.
Vor der Reisedosis empfiehlt die Fachinformation trotzdem eine kleine Zwischenmahlzeit. Ein langes Fasten soll vermieden werden.
Die Universität Zürich wird an dieser Stelle noch genauer. Zwischen der letzten Fütterung und der Tablette soll mindestens eine Stunde liegen.
Wie du eine Autofahrt insgesamt entspannter gestaltest, steht in Mit dem Hund Auto fahren.
Warum die Spritze gekühlt wird
Schmerz an der Einstichstelle ist bei der Injektion sehr häufig. Er trifft mehr als ein Tier von zehn.
Die Fachinformation nennt dafür eine einfache Gegenmaßnahme. Gekühlt injiziert tut die Lösung weniger weh.
Deshalb kommt die Flasche in vielen Praxen in den Kühlschrank. Der Grund liegt nicht in der Haltbarkeit, sondern im Schmerz.
Manche Hunde brauchen zusätzlich eine ruhige Hand am Kopf. Das ist kein schlechtes Zeichen, sondern schlicht die Reaktion auf eine unangenehme Sekunde.

Nebenwirkungen und wo Vorsicht gilt
Gegenanzeigen führt die Fachinformation keine auf. Das heißt trotzdem nicht, dass jeder Hund das Mittel gleich gut verträgt.
- Nach der hohen Reisedosis erbrechen manche Hunde vor der Abfahrt. Das gilt als häufig, also bei einem bis zehn Tieren von hundert.
- Sehr selten treten Mattigkeit oder neurologische Störungen wie Torkeln und Zittern auf.
- Bei der Spritze unter die Haut ist Schmerz an der Einstichstelle sehr häufig.
- Sehr selten kommt es zu einer schweren allergischen Reaktion mit Schwellung und Kreislaufschwäche.
Der Wirkstoff wird in der Leber abgebaut. Bei kranker Leber gilt deshalb besondere Vorsicht. Über zwei Wochen reichert er sich zudem im Körper an.
Am Herzen zeigt Maropitant eine Neigung zu bestimmten Ionenkanälen. Bei gesunden Beagles stieg ein Messwert im EKG um zehn Prozent. Ein Herzmittel aus der Gruppe der Kalzium-Kanal-Blocker darf nicht gleichzeitig laufen.
Für tragende und säugende Hündinnen ist die Unbedenklichkeit nicht belegt. Hier wägt die Praxis im Einzelfall ab.
Wie sich ein anderer Wirkstoff gegen Erbrechen verhält, steht in Emeprid für Hunde.
Was ich Haltern rate
Wiege deinen Hund, bevor du zum Termin gehst. Die ganze Rechnung hängt an dieser Zahl.
Lass dir beide Mengen aufschreiben, falls dein Hund beides braucht. Ein Zettel im Medikamentenfach verhindert die Verwechslung.
Notiere jede Gabe mit Uhrzeit. Bei einem Mittel, das eine Stunde Vorlauf braucht, ist die Uhrzeit wichtiger als das Datum.
Melde dich, wenn das Erbrechen trotz Behandlung weitergeht. Dann fehlt die Ursache, nicht die Menge.
Ich rate außerdem, den Kühlschrank nicht als Lager für angebrochene Reste zu benutzen. Was die Praxis spritzt, bleibt in der Praxis.
Fazit: Cerenia für Hunde enthält Maropitant, einen Neurokinin-1-Rezeptorantagonisten. Der Wirkstoff besetzt im Brechzentrum die Andockstelle der Substanz P und unterbricht damit das Signal zum Erbrechen. Die deutsche Fachinformation nennt zwei getrennte Mengen: 2 Milligramm je Kilogramm einmal täglich gegen Erbrechen ab acht Wochen und 8 Milligramm je Kilogramm gegen Reisekrankheit ab sechzehn Wochen. Die Tablette wird mindestens eine Stunde vorher gegeben und nicht ins Futter gemischt, weil sie sich dort langsamer auflöst. Tabletten dürfen bis zu vierzehn Tage laufen, die Injektion bis zu fünf, bei Reisekrankheit sind es höchstens zwei Tage hintereinander. Schmerz an der Einstichstelle ist sehr häufig, gekühlt injiziert fällt er geringer aus. Gegenanzeigen führt die Fachinformation nicht auf, Vorsicht gilt aber bei kranker Leber und bei Herzerkrankungen. Vor jeder Behandlung steht die Suche nach der Ursache des Erbrechens. Cerenia ist verschreibungspflichtig.
Häufige Fragen zu Cerenia für Hunde
Was ist Cerenia für Hunde?
Ein Mittel gegen Erbrechen. Der Wirkstoff heißt Maropitant. Es gibt ihn als Tablette und als Injektionslösung.
Wie viel Cerenia bekommt mein Hund?
Das hängt am Anlass. Die Fachinformation nennt 2 Milligramm je Kilogramm gegen Erbrechen und 8 Milligramm je Kilogramm gegen Reisekrankheit. Welche Zahl gilt, entscheidet die Praxis.
Warum gibt es zwei so verschiedene Mengen?
Weil zwei verschiedene Reizwege dahinterstecken. Der Reiz aus dem Gleichgewichtsorgan braucht mehr Wirkstoff als der Reiz aus dem Magen-Darm-Trakt.
Wann muss ich die Tablette geben?
Mindestens eine Stunde vorher. Bei einer Fahrt am frühen Morgen darfst du sie schon am Abend davor geben.
Darf ich die Tablette ins Futter mischen?
Nein. Die Fachinformation rät ausdrücklich davon ab. Im Futter löst sich die Tablette langsamer auf, dadurch wirkt sie später.
Mein Hund hat nach der Tablette erbrochen. Ist das normal?
Bei der hohen Reisedosis ist das eine häufige Nebenwirkung, meist innerhalb von zwei Stunden. Die Universität Zürich nennt einen Weg dagegen: die letzte Fütterung mindestens eine Stunde vor der Tablette.
Wie lange darf mein Hund Cerenia bekommen?
Die Tabletten sind für bis zu vierzehn Tage vorgesehen, die Injektion für bis zu fünf Tage. Bei Reisekrankheit sind es höchstens zwei Tage hintereinander.
Warum spritzt die Praxis das Mittel gekühlt?
Weil die Spritze unter die Haut sehr häufig wehtut. Im gekühlten Zustand fällt der Schmerz laut Fachinformation geringer aus.
Macht Cerenia meinen Hund müde?
Es ist kein Beruhigungsmittel. Die Fachinformation sagt klar, dass Maropitant nicht sedierend wirkt. Speicheln und Mattigkeit können trotz Behandlung bleiben.
Cerenia: Gibt es Gegenanzeigen?
Die Fachinformation führt keine auf. Vorsicht gilt trotzdem bei kranker Leber, bei Herzerkrankungen sowie bei tragenden und säugenden Hündinnen.
Bekomme ich Cerenia ohne Rezept?
Nein. Cerenia unterliegt in Deutschland der Verschreibungspflicht.
Quellen
- Fachinformation Cerenia Tabletten und Injektionslösung für Hunde (VETiSearch)
- CliniPharm, Universität Zürich – Maropitant, Pharmakologie
- CliniPharm, Universität Zürich – Maropitant, Unerwünschte Wirkungen
Weiterlesen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Menge, Zeitpunkt und Dauer legt die Tierarztpraxis fest, verbindlich ist die Packungsbeilage.
