Curly Coated Retriever: Größe und Wesen

Curly Coated Retriever: Größe und Wesen

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 9 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 69 cm (FCI) oder 67,5 cm (VDH).
  • Älteste aller englischen Retrieverrassen.
  • Locken vom Hinterhauptbein bis zur Rutenspitze, ohne Unterwolle.
  • Nur zwei Farben: schwarz oder braun.

Beim Retriever denken die meisten an Labrador oder Golden. Die älteste englische Retrieverrasse ist eine andere. Ich gehe die Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein englischer Apportierhund von etwa 62 bis 69 Zentimetern mit gelocktem Haarkleid ohne Unterwolle.

Der entscheidende Punkt

Seine Locken sind kein Modemerkmal. Sie stammen vom English Waterdog.

Der älteste englische Retriever

Der VDH nennt den Curly Coated Retriever die älteste aller englischen Retrieverrassen. Die meisten Fachleute führen sein hartes, gelocktes Fell auf den alten English Waterdog zurück.

Wacher Curly Coated Retriever steht aufmerksam im Freien
Kräftig und gut aufgerichtet, mit unverkennbarem Haarkleid. Foto: Mattias Agar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Wichtig ist die Abgrenzung, die das Rasselexikon gleich mitliefert. Der English Waterdog ist nicht mit dem Water-Spaniel zu verwechseln, der in Größe und Proportionen anders war. Gerade das gelockte Fell gibt den Haupthinweis auf den Ursprung.

Der Waterdog wurde im 17. Jahrhundert für Scharfsinn, seine Vorliebe für Wasser, seinen Apportierinstinkt und sein Durchhaltevermögen gerühmt. Dieser Ursprung gilt heute als gesichert. Mir gefällt an dieser Herleitung, dass sie am Haar ansetzt und nicht an einer Legende.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde67,5 cm Hündin62,5 cm
MerkmalFCI-Gruppe RüdeApportier-, Stöber- und Wasserhunde HündinApportier-, Stöber- und Wasserhunde
MerkmalHaarkleid Rüdekleine, dichte, feste Locken Hündinkleine, dichte, feste Locken
MerkmalUnterwolle Rüdekeine Hündinkeine
MerkmalFarben Rüdeschwarz oder braun Hündinschwarz oder braun

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Woher die Rasse noch stammt

Für die nächste Entwicklungsstufe gilt eine weitere Einkreuzung als gesichert. Der Grönland-Hund, auch bekannt als St. John's Neufundländer, kam hinzu. Diese Rasse ist zugleich der Vorfahre des Labrador Retrievers.

Wacher Curly Coated Retriever steht am Ufer
Kleine, dichte, feste Locken liegen dicht auf der Haut. Foto: Mattias Agar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Danach wird es unsicher. Sicher scheint, dass sowohl Pointer als auch Setter eingekreuzt wurden. Ob auch Pudel und Irischer Water-Spaniel dazukamen und in welcher Reihenfolge, ist ungewiss. Aus meiner Erfahrung ist diese Offenheit ein Qualitätszeichen — viele Rassegeschichten behaupten mehr, als belegt ist. Was beim Züchterbesuch zählt, steht in Sozialisierung von Welpen.

Gesichert ist laut Rasselexikon nur, dass die Ursprünge mehrerer Retrieverrassen unauflöslich miteinander verbunden sind. Alle sind schon seit Jahrhunderten in einer Form bekannt, die ihrem heutigen Erscheinungsbild ähnelt. Zur Fütterung siehe Welpen richtig füttern.

Was ein Curly Coated Retriever im Alltag braucht

  • Wasser — er gehört zu den Wasserhunden.
  • Apportiertraining als Hauptbeschäftigung.
  • Einen Halter, der Unabhängigkeit aushält.
  • Auslauf im Freien und täglichen Umgang mit seinen Leuten.
  • Kontakt zu Artgenossen von klein auf.

Grundlagen: Erziehung des Hundes.

Wesen: selbstbewusst und unabhängig

Der Standard fasst das Wesen in zwei Sätzen. Intelligent, ausgeglichen, verlässlich. Mutig, freundlich, selbstbewusst und unabhängig.

Dann folgt ein Zusatz, der im Alltag zählt. Er kann den Eindruck von zurückhaltend erwecken. Wer einen Retriever erwartet, der jeden Fremden begeistert begrüßt, sollte das wissen.

Kopf eines wachen Curly Coated Retrievers
Die Locken reichen vom Hinterhauptbein bis zur Rutenspitze. Foto: Naturialae / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ich halte diese Formulierung für ehrlicher als viele Rassebeschreibungen. Unabhängigkeit bedeutet, dass er eigene Entscheidungen trifft. Das ist bei einem Apportierhund kein Widerspruch, verlangt aber eine andere Führung als beim Labrador. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Locken ohne Unterwolle

Das Haarkleid nennt der VDH unverkennbar. Die Beschreibung fällt entsprechend genau aus. Die Körperbehaarung besteht aus einer dicken Masse von kleinen, dichten, festen Locken, die dicht auf der Haut liegen.

Verteilt sind sie vom Occiput, also vom Hinterhauptbein, bis zur Rutenspitze. Keine Unterwolle und keine kahlen Stellen. Sonstiges Haar ist glatt.

Das Fehlen der Unterwolle unterscheidet ihn von vielen Wasserhunden. Meine langjährige Erfahrung mit gelockten Rassen zeigt, dass diese Struktur weniger Wasser speichert als eine doppelte Behaarung. Zur Pflege siehe Fellpflege beim Hund. Bei den Farben bleibt der Standard knapp: schwarz oder braun.

Ein Retriever mit eigenem Kopf

Ich werde oft gefragt, ob ein Curly wie ein Labrador zu führen sei. Meine Antwort lautet nein. Beide apportieren gern, doch der Curly entscheidet häufiger selbst, ob eine Aufgabe gerade sinnvoll ist.

Das ist kein Ungehorsam, sondern die im Standard genannte Unabhängigkeit. Ich arbeite bei dieser Rasse deshalb lieber mit kurzen, klaren Einheiten als mit langen Wiederholungsreihen. Wer sie mit Drill überzieht, verliert die Motivation.

Mir ist außerdem aufgefallen, wie ruhig diese Hunde im Haus sein können, wenn sie draußen genug Aufgaben bekommen. Der Wechsel zwischen Arbeit und Ruhe fällt ihnen leicht.

Größe und Haltung

Bei der Größe nennt der VDH nur einen Wert je Geschlecht. Rüden 67,5 Zentimeter, Hündinnen 62,5. Damit gehört er zu den größeren Retrievern. Ein Gewicht steht nicht dabei.

Der FCI-Standard Nr. 110 nennt andere Zahlen. Als ideale Widerristhöhe führt er 69 Zentimeter für Rüden auf, 64 für Hündinnen. Beide Angaben stehen so in den geprüften Quellen. Ich nenne sie nebeneinander, statt mich für eine zu entscheiden. Ein Gewicht führt auch der Standard nicht auf.

Die Tierschutz-Hundeverordnung regelt in § 2 den Rahmen: Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson, regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Bei einem Wasserhund kommt der Zugang zu Gewässern als Wunsch dazu.

Bei einem Hund dieser Größe achte ich auf die Gelenke. Apportieren mit abrupten Stopps und Wendungen belastet sie über Jahre. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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So sieht der Curly Coated Retriever aus

Der Kopf ist keilförmig, im vorderen wie im seitlichen Profil. Schädel und Fang sind gleich lang, ihre Achsen verlaufen parallel, der Stopp bleibt gering. Der Körper ist etwas länger, als der Hund am Widerrist hoch ist.

Bei der Farbe lässt der Standard nur zwei Möglichkeiten zu: Schwarz oder Braun, im Original liver. An dieser Farbe hängt der Rest des Kopfes. Der Nasenschwamm ist schwarz beim schwarzen Hund und braun beim braunen.

Dasselbe gilt für die Augen. Sie sind groß, oval und schräg eingesetzt, dunkelbraun bei schwarzen Hunden. Bei braunen Hunden verlangt der Standard einen Braunton, der mit der Farbe des Haarkleides harmoniert.

Die Ohren sind eher klein und sitzen etwas oberhalb der Augenlinie. Sie liegen gut am Kopf an und sind mit kleinen Locken bedeckt. Die Rute setzt sich fließend aus der Rückenlinie fort und reicht annähernd bis zum Sprunggelenk.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Im Netz kursieren dazu feste Zahlen, geprüft ist keine davon. Wer eine belastbare Angabe braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein.

Was er hergibt, ist der Maßstab für Fehler. Jede Abweichung wird nach ihrem Grad bewertet. Es zählt der Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden — und auf die Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.

Ausgeschlossen sind aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde, ebenso Hunde mit deutlichen körperlichen Abnormalitäten oder mit Verhaltensstörungen. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.

Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Aus meiner Erfahrung lohnt bei einer Rasse ohne Unterwolle außerdem der regelmäßige Blick auf kahle Stellen — der Standard schließt sie ausdrücklich aus.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Beim Curly frage ich zuerst nach dem Fell der Elterntiere. Kleine, dichte, feste Locken bis zur Rutenspitze, keine kahlen Stellen — daran lässt sich ein Wurf gut einordnen.

Die zweite Frage gilt der Größe. VDH und FCI-Standard liegen hier gut anderthalb Zentimeter auseinander. Ein Züchter, der die Maße seiner Hunde kennt, ist ein gutes Zeichen.

Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen von ihm getrennt werden, so steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Dazu gehören Ahnentafel, EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll. Preise nenne ich bewusst nicht. Was danach zählt, steht in Sozialisierung von Welpen.

Passt der Curly Coated Retriever zu dir?

Er passt zu dir, wenn Wasser zu deinem Alltag gehört. Der Standard führt ihn als Apportierhund in Sektion 1, mit Arbeitsprüfung. Das ist eine Ansage, keine Formalie.

Er passt zu dir, wenn du Selbstständigkeit schätzt. Mutig, freundlich, selbstbewusst und unabhängig nennt ihn der Standard. Wer Gehorsam auf Zuruf als Grundausstattung erwartet, wird enttäuscht.

Er passt nicht zu dir, wenn du einen Hund suchst, der jeden Gast sofort ins Herz schließt. Er kann den Eindruck von zurückhaltend erwecken, so steht es dort. Und er passt schlecht in einen Haushalt ohne Aufgaben für ihn. Ideen dafür stehen unter Hundespielzeug.

Fazit: Der FCI-Standard nennt als ideale Widerristhöhe 69 Zentimeter für Rüden und 64 für Hündinnen, der VDH 67,5 und 62,5. Der Curly Coated Retriever gilt als älteste aller englischen Retrieverrassen und geht auf den alten English Waterdog zurück, später kam der St. John's Neufundländer hinzu. Sein Wesen gilt als intelligent, ausgeglichen und verlässlich, dabei selbstbewusst und unabhängig. Sein Haarkleid besteht aus kleinen, festen Locken ohne Unterwolle, in Schwarz oder Braun.

Häufige Fragen zum Curly Coated Retriever

Wie groß wird ein Curly Coated Retriever?

Der FCI-Standard nennt ideal 69 cm für Rüden und 64 cm für Hündinnen, der VDH 67,5 und 62,5 cm.

Wie schwer wird er?

Ein Gewicht führt weder der VDH noch der FCI-Standard auf.

Welche Retrieverrasse ist die älteste?

Der Curly Coated Retriever. So steht es im Rasselexikon.

Wie ist sein Wesen?

Intelligent, ausgeglichen und verlässlich, dazu mutig und selbstbewusst.

Ist er zurückhaltend?

Er kann diesen Eindruck erwecken. Der Standard nennt ihn unabhängig.

Hat er Unterwolle?

Nein. Der Standard nennt ausdrücklich keine Unterwolle.

Wie sieht sein Haar aus?

Eine dicke Masse kleiner, dichter, fester Locken, die dicht auf der Haut liegen.

Wo sitzen die Locken?

Vom Occiput bis zur Rutenspitze. Sonstiges Haar ist glatt.

Welche Farben gibt es?

Schwarz oder braun, auch liver genannt.

Von welchem Hund stammt er ab?

Vom alten English Waterdog, nicht vom Water-Spaniel.

Welche Rasse wurde später eingekreuzt?

Der Grönland-Hund, auch St. John's Neufundländer, Vorfahre des Labradors.

Zu welcher Gruppe gehört er?

Zu den Apportier-, Stöber- und Wasserhunden.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.