Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 9 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Bei der Linolsäure reichen die Werte von 4 bis über 50 Prozent.
- Bei der Ölsäure von rund 20 bis 83,5 Prozent.
- Die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA liefert nur Fischöl.
- Ein Öl fürs Fell gibt es als Kategorie nicht.
Die kurze Antwort
Die gängigen Öle unterscheiden sich in ihren Fettsäuren um ein Vielfaches. Die Frage ist nicht, welches gut ist, sondern was gerade fehlt.
Der Punkt, den kaum jemand nennt
Zwischen zwei Ölen aus demselben Regal liegt bei einer einzigen Fettsäure der Faktor zwölf.
Im Futterladen stehen sieben Öle nebeneinander, alle mit demselben Versprechen für Haut und Fell.

Aus meiner Erfahrung schaut niemand nach, was tatsächlich drin ist.
Der direkte Vergleich
Alle folgenden Zahlen stammen aus den Datenbanken derselben Universität und lassen sich deshalb nebeneinanderlegen.
Fettsäuren im Vergleich
Die zweite Spalte lohnt einen zweiten Blick.
Zwischen 4 und über 50 Prozent liegt der Faktor zwölf. Und das bei derselben Fettsäure im selben Regal.
Warum die Ölsäure wenig hilft
Beim Olivenöl entfallen 83,5 Prozent auf die Ölsäure.
Sie ist damit die dominierende Fettsäure. Nur kann der Körper sie bei Bedarf selbst bilden.
Anders ist es bei der Linolsäure. Die muss über das Futter kommen. Davon enthält Olivenöl gerade einmal 4 Prozent.
Die ganze Rechnung steht in Olivenöl für Hunde.
Was die pflanzlichen Öle liefern
Beim Leinöl dominiert die Linolensäure mit 40 bis 60 Prozent.
Beim Schwarzkümmelöl ist es die Linolsäure mit über 50 Prozent, dazu rund 20 Prozent Ölsäure.
Damit decken diese beiden Öle genau die Lücke, die Olivenöl offenlässt.
Schwarzkümmelöl bringt allerdings eine Einschränkung mit. Es enthält 0,4 bis 2,5 Prozent ätherisches Öl und ist deshalb laut Datenbank für die dauerhafte Einnahme nicht geeignet.

Die Einzelheiten zum Lein stehen in Leinöl für Hunde.
Was nur aus dem Meer kommt
Eine Gruppe von Fettsäuren fehlt in allen pflanzlichen Ölen.
Das Fischöl ist durch die langkettigen Omega-3-Fettsäuren gekennzeichnet, nämlich EPA und DHA.
DHA ist ein wichtiger Baustein der Zellmembranen.
EPA ist eine Vorstufe von Botenstoffen, die im Körper regulierend eingreifen.
Beide entstehen aus pflanzlichen Vorstufen nur in begrenztem Umfang. Wer sie will, braucht eine Quelle aus dem Meer.
Mengen und Grenzen stehen in Lachsöl für Hunde.
Wie ich ein Öl auswähle
- Erst die Frage: Welche Fettsäure fehlt eigentlich?
- Für Haut und Fell zählt vor allem die Linolsäure.
- Für die langkettigen Fettsäuren führt kein Weg an einer Meeresquelle vorbei.
- Öl ist der kalorienreichste Zusatz überhaupt, die Ration wird entsprechend gekürzt.
Meine langjährige Erfahrung: Die meisten geben das Öl, das gerade im Schrank steht.
Das Öl, das aus der Reihe fällt
Ein Öl folgt einer ganz anderen Logik.
Kokosöl besteht überwiegend aus gesättigten Fetten und liefert vor allem Energie, wie in Kokosöl für Hunde beschrieben.
Bei den lebensnotwendigen Fettsäuren spielt es keine Rolle.
Damit ist es eher ein Brennstoff als ein Baustofflieferant.
Was mit ätherischen Ölen nicht zu verwechseln ist
Ein häufiger Irrtum betrifft die Wortwahl.
Fette Öle wie Lein-, Oliven- oder Fischöl sind etwas völlig anderes als ätherische Öle.
Letztere sind flüchtige Pflanzenauszüge und werden in ganz anderen Mengen dosiert.
Wie klein die kritischen Mengen dort sind, steht in ätherische Öle beim Hund.
Wer beides verwechselt, dosiert um den Faktor hundert daneben.
Die Kalorienfrage
Jedes Öl ist zuerst einmal Fett.
Ein Esslöffel wiegt etwa 10 Gramm und bringt rund 90 Kilokalorien mit.

Bei einem kleinen Hund ist das ein spürbarer Anteil der Tagesration.
Wer regelmäßig Öl gibt, kürzt das Futter entsprechend, siehe Übergewicht beim Hund.
Was ich Haltern rate
Ich frage zuerst nach dem Ziel und danach nach dem Öl. Nie umgekehrt.
Mir fällt auf, dass viele mehrere Öle gleichzeitig geben. Am Ende weiß niemand, was gewirkt hat. Und die Ration ist zu fett.
Aus meiner Sicht lohnt sich zuerst der Blick auf den Darm. Bei einem gereizten Magen hilft ein Schleimbildner wie Ulmenrinde im Lucky Pets Magenpulver schneller als jedes Öl.

Und ich steigere langsam. Eine plötzliche Fettmenge führt zu weichem Kot.
Fazit: Die gängigen Öle unterscheiden sich in ihren Fettsäuren erheblich. Olivenöl besteht zu 83,5 Prozent aus Ölsäure und nur zu 4 Prozent aus Linolsäure. Schwarzkümmelöl enthält über 50 Prozent Linolsäure und rund 20 Prozent Ölsäure. Leinöl liefert 40 bis 60 Prozent Linolensäure. Fischöl ist als einziges durch die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA gekennzeichnet, wobei DHA ein Baustein der Zellmembranen und EPA eine Vorstufe von Botenstoffen ist. Bei einer einzigen Fettsäure liegt zwischen zwei Ölen damit der Faktor zwölf. Die Frage lautet deshalb nicht, welches Öl das beste ist, sondern welche Fettsäure in der Ration überhaupt fehlt. Kokosöl folgt einer eigenen Logik und liefert vor allem Energie, ohne bei den lebensnotwendigen Fettsäuren eine Rolle zu spielen.
Häufige Fragen zu Ölen für Hunde
Welches Öl ist das beste für Hunde?
Es gibt keins. Die Profile unterscheiden sich zu stark für eine pauschale Antwort.
Wie groß sind die Unterschiede?
Bei der Linolsäure reicht die Spanne von 4 bis über 50 Prozent.
Was liefert Olivenöl?
Zu 83,5 Prozent Ölsäure, die der Körper auch selbst bilden kann.
Was liefert Leinöl?
40 bis 60 Prozent Linolensäure.
Was macht Fischöl besonders?
Es enthält die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA, die pflanzliche Öle nicht haben.
Wofür steht DHA?
Für einen Baustein der Zellmembranen.
Und EPA?
Es ist die Vorstufe bestimmter Botenstoffe.
Kann ich Öle kombinieren?
Ja, sinnvoller ist aber die Frage, welche Fettsäure fehlt.
Welches Öl eignet sich nicht für Dauergabe?
Schwarzkümmelöl, wegen des Anteils an ätherischen Ölen.
Worauf achte ich bei der Menge?
Auf die Kalorien. Öl ist der energiereichste Futterzusatz.
Quellen
- CliniPharm, Universität Zürich – Olivenöl, Chemie
- CliniPharm, Universität Zürich – Fischöl, Chemie
- CliniPharm, Universität Zürich – Leinsamen, Inhaltsstoffe
- CliniPharm, Universität Zürich – Schwarzkümmel (Nigellae semen)
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Hautproblemen gehört die Ursache abgeklärt.
