Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 28.08.2026 · Lesezeit: 8 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Leichenspürhunde suchen Verstorbene und Blutspuren, keine Überlebenden.
- Die Polizei führt sie als Blut- und Leichenspürhunde.
- Konditioniert wird über menschliches Blut und Verwesungsstadien.
- Die zivilen Rettungshundeverbände decken diese Sparte nicht ab.
Leichenspürhunde arbeiten dort, wo eine Rettung nicht mehr möglich ist. Ihre Aufgabe klingt düster, das Verfahren dahinter ist dagegen nüchtern. Es geht um Geruch, um Konditionierung und um eine eindeutige Anzeige. Alles andere sind Geschichten, die sich um diese Hunde ranken.
Die kurze Antwort
Ein Leichenspürhund wird auf menschliches Blut sowie auf verschiedene Verwesungsstadien konditioniert. Findet er den Geruch, zeigt er ihn seinem Hundeführer eindeutig an. In Deutschland führen vor allem die Diensthundeschulen der Polizei diese Spezialhunde.
Der wichtigste Unterschied
Mantrailer verfolgen den Geruch einer bestimmten lebenden Person. Flächensuchhunde suchen vermisste Menschen im Gelände. Der Leichenspürhund kommt erst ins Spiel, wenn niemand mehr mit einer Rettung rechnet.
Was ein Leichenspürhund anzeigt
Die Diensthundeschule der Polizei Sachsen führt diesen Spezialhund unter der Bezeichnung Blut- und Leichenspürhund. Er zeigt mit Blut behaftete Tatwerkzeuge, Kleidungsstücke sowie Räumlichkeiten an, dazu Wände und Fußbodenbeläge.
Bemerkenswert ist der zweite Teil. Auch gewaschene oder gesäuberte Gegenstände bleiben für ihn lesbar, weil kleinste Anhaftungen zurückbleiben. Mit bloßem Auge sieht dort niemand mehr etwas.

Dazu kommt die Anzeige von Leichen, Leichenteilen und Ablageorten. Bei einer Vermisstensuche kommt der Hund also dann zum Einsatz, wenn niemand mehr mit einem lebenden Menschen rechnet.
Genau diese Trennung geht in vielen Beiträgen unter. Ein Leichenspürhund rettet niemanden. Er schafft Gewissheit, mehr nicht.
Vier Aufgaben, vier verschiedene Hunde
Suchhund ist keine Berufsbezeichnung. Dahinter stecken mehrere Spezialisierungen mit völlig unterschiedlichen Zielen.
Vier Spezialisierungen, vier verschiedene Ziele. Ein Hund deckt selten mehr als eine ab.
Der Fährtenhund filtert laut derselben Diensthundeschule einen vorgehaltenen menschlichen Individualgeruch aus hunderten anderen Gerüchen heraus. Wie diese Arbeit im Hundesport aussieht, beschreibt Mantrailing für Anfänger.
Für die zivile Seite ist der Bundesverband Rettungshunde zuständig. Als Sparten nennt er Flächensuche, Trümmersuche, Mantrailing, Lawinensuche und humanitäre Hilfe. Die Leichensuche steht dort nicht.
Wie ein Leichenspürhund ausgebildet wird
Am Anfang steht die Stoffkonditionierung. Dem Hund wird ein Gefäß mit menschlichem Blut vorgehalten, bis er den Geruch sicher zuordnet.
Danach folgt die Erweiterung. Der Hund wird schrittweise auf verschiedene Verwesungsstadien konditioniert, außerdem auf Zersetzungszustände von Blut und Gewebe.
Die Anzeige selbst unterscheidet sich deutschlandweit. Manche Hunde verbellen den Fund, andere verharren regungslos mit dem Nasenspiegel dicht am Stoff. Die sächsischen Diensthunde arbeiten mit der zweiten Variante.
Aus meiner Erfahrung heraus überrascht Halterinnen und Halter vor allem eines: Der Hund lernt keinen Sonderfall. Er lernt einen Geruch, wie er auch jeden anderen lernt. Das Prinzip dahinter kennst du aus Clickertraining beim Hund.
Was die Nase wirklich leistet
Zahlen dazu liefert die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Ein Hund hat rund 40-mal mehr Riechrezeptorzellen als ein Mensch, nämlich 200 bis 300 Millionen gegenüber 5 bis 8 Millionen.
Dazu kommen mehr als 1.000 Gene fürs Riechen sowie ein zusätzliches Geruchssystem, das vomeronasale Organ. Auch die Nasenoberfläche fällt größer aus, der Luftstrom beim Schnüffeln ist auf das Riechen abgestimmt.

Wichtiger als jede Zahl ist allerdings der Mechanismus. Bei den Corona-Spürhunden derselben Hochschule zeigte sich, dass die Tiere nicht den Erreger selbst wahrnehmen. Sie reagieren auf flüchtige organische Verbindungen, die im Stoffwechsel entstehen.
Auf die Leichensuche übertragen heißt das: Der Hund riecht Abbauprodukte, keine Person. Deshalb funktioniert die Anzeige auch an einem Ort, an dem längst nichts mehr liegt.
Was über diese Hunde falsch erzählt wird
- Sie suchen nach Überlebenden — das machen Trümmer- und Flächensuchhunde.
- Ihre Nase sei 100.000-mal empfindlicher als unsere — dafür gibt es keine Quelle.
- Sie riechen besser als jedes andere Tier — auch das ist frei erfunden.
- Sie achten auf veränderte Vegetation — konditioniert wird Geruch, nicht Optik.
- Sie hätten eine feste Trefferquote — belastbare Zahlen dazu kenne ich nicht.
Ich schreibe deshalb keine Prozentzahl hin. Wo mir eine überprüfbare Angabe fehlt, bleibt die Stelle lieber leer.
Wer diese Hunde in Deutschland führt
Die Spezialausbildung findet an den Diensthundeschulen der Polizei statt. In Sachsen etwa läuft sie ausschließlich dort.
Die zivilen Staffeln arbeiten daneben, aber in anderen Sparten. Der Arbeiter-Samariter-Bund nennt für ein Rettungshundeteam eine Ausbildungszeit von etwa eineinhalb bis zwei Jahren. Alarmiert wird eine Staffel in der Regel von der Polizei.
Beim Bundesverband Rettungshunde legt jedes einsatzfähige Team mindestens einmal pro Jahr eine Wiederholungsprüfung ab. Grundlage dafür ist eine bundesweit verpflichtende Prüfungsordnung.
Welche Rassen für Such- und Rettungsarbeit häufig geführt werden, beschreibt Rassen für Such- und Rettungshunde. Eine Rasseliste ersetzt allerdings keine Eignungsprüfung des einzelnen Hundes.

Was davon für deinen Hund übrig bleibt
Die Suche nach menschlichen Überresten gehört in behördliche Hände. Der Rest der Nasenarbeit steht dir offen. Wie du damit anfängst, beschreibt Nasenarbeit mit dem Hund.
Meine langjährige Erfahrung mit Halterinnen und Haltern sagt: Schon ein einziger Geruchsartikel im Garten reicht für zehn zufriedene Minuten. Wer sehen will, wann sein Hund abschaltet, findet die Zeichen in Hundekommunikation. Wie dieselbe Konditionierung beim Aufspüren von Rauschgift aussieht, steht in Drogenspürhunde.
Suchhunde laufen über Trümmer, Schotter und unwegsames Gelände. Diese Belastung trifft vor allem die Gelenke, bei Diensthunden ebenso wie bei ambitionierten Freizeitteams. Unsere Gelenktabletten sind ein Ergänzungsfuttermittel mit Grünlippmuschel, Glucosamin, MSM, Chondroitin, Ingwer, Teufelskralle und Weihrauch. Bis 20 Kilogramm gibt es eine halbe Tablette, bis 40 Kilogramm eine, darüber zwei.

Fazit: Ein Leichenspürhund ist ein Polizeidiensthund mit einer eng umrissenen Aufgabe. Er wird auf menschliches Blut und auf Verwesungsstadien konditioniert und zeigt beides eindeutig an. Überlebende sucht er nicht, das erledigen andere Teams. Wer über diese Hunde schreibt, sollte bei dem bleiben, was die Diensthundeschulen selbst beschreiben.
Häufige Fragen zu Leichenspürhunden
Was genau zeigt ein Leichenspürhund an?
Menschliches Blut sowie Leichen, Leichenteile und Ablageorte. Die Polizei Sachsen führt ihn deshalb als Blut- und Leichenspürhund.
Sucht er auch nach Überlebenden?
Nein. Überlebende sind die Aufgabe von Flächensuch-, Trümmersuch- und Mantrailingteams. Der Leichenspürhund kommt zum Einsatz, wenn davon auszugehen ist, dass die Person nicht mehr lebt.
Worin unterscheidet er sich vom Mantrailer?
Der Mantrailer verfolgt den Individualgeruch einer bestimmten Person. Der Leichenspürhund reagiert dagegen auf Verwesungsgerüche und auf menschliches Blut.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Am Anfang steht die Stoffkonditionierung mit einem Gefäß voll menschlichem Blut. Danach wird der Hund schrittweise auf verschiedene Verwesungsstadien konditioniert.
Wie zeigt der Hund einen Fund an?
Das Anzeigeverhalten unterscheidet sich deutschlandweit. Manche Hunde verbellen den Fund, andere verharren regungslos mit der Nase dicht am Stoff.
Findet er auch gereinigte Spuren?
Laut Polizei Sachsen ja. Auch gewaschene oder gesäuberte Gegenstände tragen noch kleinste Anhaftungen, die der Hund anzeigen kann.
Wer führt solche Hunde in Deutschland?
In erster Linie die Diensthundeschulen der Polizei. Die zivilen Rettungshundestaffeln decken andere Sparten ab.
Führt der BRH Leichenspürhunde?
Nein. Der Bundesverband Rettungshunde nennt als Sparten Flächensuche, Trümmersuche, Mantrailing, Lawinensuche und humanitäre Hilfe.
Wie oft müssen Teams geprüft werden?
Beim BRH legt jedes einsatzfähige Team mindestens einmal pro Jahr eine Wiederholungsprüfung ab. Grundlage ist eine bundesweit verpflichtende Prüfungsordnung.
Wie viel besser riecht ein Hund als ein Mensch?
Die Tierärztliche Hochschule Hannover nennt rund 40-mal mehr Riechrezeptorzellen: 200 bis 300 Millionen gegenüber 5 bis 8 Millionen beim Menschen.
Kann ich meinen Hund privat dazu ausbilden?
Davon rate ich ab. Der Umgang mit menschlichem Blut und mit Leichenteilen gehört in behördliche Hände, nicht in ein privates Training.
Was bleibt für einen normalen Familienhund übrig?
Sehr viel. Suchspiele mit Futter oder ein Geruchsartikel im Garten beschäftigen jede Nase, ganz ohne Ausbildung.
Quellen
- Polizei Sachsen, Diensthundeschule – Ausbildung von Polizeihunden
- BRH Bundesverband Rettungshunde e.V. – Aufgaben
- Arbeiter-Samariter-Bund – ASB-Rettungshundestaffeln
- Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover – Hunde können Long-Covid-Patienten erkennen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zeigt dein Hund nach längerer Sucharbeit Lahmheit oder erschöpftes Verhalten, gehört er in die Tierarztpraxis.
