Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 21.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Standard: 7 Tage in vier Schritten — 25 %, 50 %, 75 %, 100 % neues Futter.
- Empfindliche Hunde und Welpen: 7 bis 14 Tage Übergang.
- Bei weichem Kot einen Schritt zurück und langsamer weitermachen.
- 🔴 Blutiger Durchfall, Erbrechen oder Apathie gehören in die Praxis.
Eine Futterumstellung beim Hund geht fast immer gut — solange sie nicht an einem einzigen Tag passiert. Wer die neue Sorte einfach in den Napf kippt, erlebt am nächsten Morgen häufig einen weichen Haufen im Flur. Ich zeige dir hier den Sieben-Tage-Plan, der das verhindert. Und was zu tun ist, wenn der Magen trotzdem rebelliert.
Die kurze Antwort
Neues Futter über sieben Tage einschleichen: erst ein Viertel, dann die Hälfte, dann drei Viertel, ab Tag sieben komplett. Bei empfindlichen Hunden dauert es zwei Wochen.
Die goldene Regel
Wenn der Kot weicher wird, gehst du einen Schritt zurück — nicht vorwärts.
Warum langsam umstellen?
Im Darm deines Hundes arbeitet eine Bakteriengemeinschaft, die auf das gewohnte Futter eingespielt ist. Wechselt die Zusammensetzung schlagartig, kommt dieses System durcheinander. Der American Kennel Club nennt als typische Folgen Erbrechen, Durchfall und Appetitverlust. Die amerikanische Fachgesellschaft AAHA rät in ihren Ernährungsempfehlungen ausdrücklich von einem plötzlichen Wechsel ab und empfiehlt stattdessen den schrittweisen Übergang.

Das gilt für jeden Wechsel: von Trocken- auf Nassfutter, zwischen Marken, sogar zwischen zwei Sorten derselben Linie. Auch der Umstieg von Welpen- auf Adultfutter zählt dazu — mehr zur richtigen Fütterung im ersten Jahr steht in Welpen richtig füttern. Und wenn du grundsätzlich zwischen den Futterarten schwankst: Trockenfutter oder Nassfutter.
Der Sieben-Tage-Plan
Das Schema des AKC arbeitet in Vierteln und ist bewusst simpel gehalten. Wichtig ist nur, dass du beide Sorten gut vermischst — sonst sortiert dein Hund das Neue aus und lässt es liegen.

Futterumstellung Schritt für Schritt.
Bei Welpen, Senioren und Hunden mit empfindlichem Magen streckst du denselben Plan auf sieben bis vierzehn Tage. VCA Animal Hospitals empfiehlt genau diesen längeren Rahmen und gibt eine klare Regel für den Fall der Fälle: Bei weichem Kot, Erbrechen oder nachlassendem Appetit wird die Umstellung verlangsamt, nicht durchgezogen. Praktisch heißt das: zurück zum letzten gut vertragenen Verhältnis, zwei bis drei Tage dort bleiben, dann in kleineren Schritten weiter.
🔴 In die Praxis statt weiter umstellen
- Blutiger oder schwarzer Durchfall.
- Wiederholtes Erbrechen oder völlige Futterverweigerung.
- Apathie, Fieber oder aufgeblähter, schmerzhafter Bauch.
- Beschwerden halten trotz langsamer Umstellung über eine Woche an.
Dann steckt selten das Futter allein dahinter — die Ursache gehört abgeklärt.

Was in der Praxis wirklich hilft
Drei Dinge machen den Unterschied. Erstens: Heb den Rest des alten Futters auf, bis die Umstellung durch ist — du brauchst ihn genau dann, wenn du einen Schritt zurückgehen musst. Zweitens: Führe während der Umstellung nichts Neues zusätzlich ein, keine neuen Leckerlis, keine Ergänzungen. Sonst weißt du bei Problemen nicht, woran es lag. Drittens: Ist der Magen schon vorher gereizt, gib erst ein paar Tage Schonkost und starte danach — dazu passt Morosche Karottensuppe und der Überblick unter Durchfall beim Hund.
Beim Beurteilen des Ergebnisses lohnt Geduld. Kot und Fressverhalten zeigen schon nach wenigen Tagen, ob die Richtung stimmt. Fell und Haut brauchen dagegen sechs bis acht Wochen, bis sich eine Veränderung wirklich zeigt. Aus meiner Erfahrung wird genau hier oft zu früh gewechselt. Nach zehn Tagen wirkt das Fell noch unverändert, also kommt schon wieder eine neue Sorte in den Napf — und der Darm hat nie Ruhe. Meine langjährige Erfahrung mit empfindlichen Hunden sagt: Eine Umstellung pro Quartal ist genug, alles darüber ist Aktionismus. Wenn hinter dem Wechsel eine vermutete Unverträglichkeit steckt, lies vorher Futterallergie beim Hund — dort geht es um die Ausschlussdiät, die anders funktioniert als eine normale Umstellung.
Fazit: Die Futterumstellung ist eine der wenigen Sachen rund um den Hund, bei denen ein simpler Plan fast alle Probleme verhindert. Sieben Tage, vier Schritte, gut vermischt — und bei weichem Kot einen Schritt zurück statt vorwärts. Wer dann noch dem Fell seine sechs bis acht Wochen Zeit lässt, spart sich die Runde durch das halbe Futterregal.
Häufige Fragen zur Futterumstellung
Wie lange dauert eine Futterumstellung?
Für die meisten Hunde reichen fünf bis sieben Tage. Bei empfindlichem Magen, bekannten Unverträglichkeiten oder nach einer Magen-Darm-Erkrankung sind sieben bis vierzehn Tage der bessere Rahmen.
Wie sieht der Plan konkret aus?
Das gängige Schema arbeitet in Vierteln: Tag 1 und 2 ein Viertel neues Futter, Tag 3 und 4 halbe-halbe, Tag 5 und 6 drei Viertel neu, ab Tag 7 komplett das neue Futter. Beide Sorten werden dabei gut vermischt.
Was passiert bei einem abrupten Wechsel?
Die Darmflora ist auf das gewohnte Futter eingestellt. Ein plötzlicher Wechsel bringt sie durcheinander — typische Folgen sind weicher Kot, Durchfall, Blähungen, manchmal Erbrechen und Appetitverlust.
Mein Hund bekommt trotzdem Durchfall — was jetzt?
Einen Schritt zurückgehen: zurück zum letzten Mischverhältnis, das gut vertragen wurde — und dort zwei bis drei Tage bleiben. Danach in kleineren Schritten weitermachen. Hält der Durchfall länger als zwei Tage an oder kommt Blut dazu, gehört das in die Praxis.
Muss ich bei jedem Futterwechsel umstellen?
Ja, auch beim Wechsel innerhalb derselben Marke oder von Trocken- auf Nassfutter. Sogar ein neuer Geschmack derselben Linie kann eine andere Zusammensetzung haben. Die Ausnahme bestimmt die Praxis — etwa wenn aus medizinischen Gründen sofort umgestellt werden muss.
Wann wechsle ich von Welpen- auf Adultfutter?
Das hängt von der Endgröße ab: Kleine Rassen sind früher ausgewachsen als große. Der Wechsel selbst läuft schrittweise über sieben bis vierzehn Tage — auch hier gilt: bei weichem Kot langsamer machen.
Kann ich altes und neues Futter einfach nebeneinander geben?
Besser nicht. Die Portionen sollten gut vermischt sein, damit der Hund nicht das Neue aussortiert und liegen lässt. Wer selektiert, verlängert die Umstellung unnötig.
Was mache ich mit dem Rest des alten Futters?
Nicht wegwerfen — du brauchst ihn genau dann, wenn du im Plan einen Schritt zurückgehen musst. Erst wenn die Umstellung abgeschlossen ist und alles gut läuft, kann der Rest weg oder gespendet werden.
Wie erkenne ich, ob das neue Futter passt?
An drei Dingen: geformter Kot, gutes Fressverhalten und ein normales Energielevel. Die endgültige Beurteilung braucht Zeit — Fell und Haut zeigen erst nach sechs bis acht Wochen, wie sie auf das neue Futter reagieren.
🔴 Wann sollte ich zur Tierarztpraxis?
Bei blutigem Durchfall, wiederholtem Erbrechen, Apathie, Fieber oder wenn dein Hund gar nicht mehr frisst. Auch wenn die Beschwerden trotz langsamer Umstellung über eine Woche anhalten, ist eine Untersuchung sinnvoll.
Hilft eine Schonkost beim Übergang?
Bei bereits gereiztem Magen ja: ein paar Tage leicht verdauliche Kost, dann die eigentliche Umstellung starten. Auf einen schon empfindlichen Darm ein neues Futter zu setzen, macht die Sache selten besser.
Was ist mit Zusätzen während der Umstellung?
Sinnvoll ist, in dieser Phase nichts Neues gleichzeitig einzuführen. Wenn du später etwas ergänzen möchtest, warte, bis die Umstellung abgeschlossen ist — sonst weißt du bei Problemen nicht, was der Auslöser war.
Quellen
- American Kennel Club – How to Switch Dog Foods
- VCA Animal Hospitals – When to Switch Puppy to Adult Food
- AAHA – Nutrition Tips and Timelines (PDF)
Über den Autor

Christoph Gärtner
Co-Gründer von Lucky Pets
Lucky Pets ist aus einer einfachen Frage entstanden: Warum ist es so schwer, für den eigenen Hund etwas zu finden, das hält, was auf der Dose steht? Statt uns mit Füllstoffen und Versprechen zufriedenzugeben, haben wir angefangen, es selbst zu machen.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das in den Alltag passt. In Deutschland hergestellt und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Verdacht auf eine Unverträglichkeit besprichst du die Futterwahl am besten mit deiner Tierarztpraxis.
