Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 21.08.2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Kleine Mengen gelegentlich sind unbedenklich — als Dauerfutter ist Thunfisch ungeeignet.
- 🔴 Thunfisch zählt zu den Fischarten mit den höchsten Quecksilberwerten.
- In eigenem Saft statt in Öl, ohne Salz, Aufguss abgießen.
- Lachs, Forelle oder Makrele sind die bessere Wahl — weniger Quecksilber, gleiche Fettsäuren.
Dürfen Hunde Thunfisch essen? Ein Löffel aus der Dose schadet keinem gesunden Hund. Zur festen Gewohnheit sollte er trotzdem nicht werden. Der Grund hat nichts mit Verträglichkeit zu tun. Ich zeige dir, wie viel vertretbar ist, welche Dose du nimmst und welcher Fisch besser passt.
Die kurze Antwort
Ein bis zwei Teelöffel für einen mittelgroßen Hund, höchstens einmal die Woche. In eigenem Saft, ohne Salz, abgetropft.
🔴 Warum die Menge zählt
Thunfisch sammelt als großer Raubfisch Quecksilber an. Für Hunde gibt es keinen amtlichen Grenzwert — deshalb gilt: selten und wenig.
Quecksilber: was gemessen wurde
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat für seine MEAL-Studie Fischarten untersucht. Die höchsten Gehalte an Methylquecksilber fanden sich in Thunfisch, Dornhai und Rotbarsch. Der Grund liegt in der Lebensweise: Große, langlebige Raubfische nehmen das Schwermetall über ihre Beute auf und lagern es ein.

Für Menschen nennt die europäische Lebensmittelbehörde einen Richtwert von 1,3 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht und Woche. Unterhalb davon sind laut BfR keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Methylquecksilber kann die Entwicklung des Nervensystems stören — deshalb rät die Behörde Schwangeren und Stillenden, stark belastete Arten zu meiden.
Für Hunde gibt es keinen solchen Wert. Ich übertrage den menschlichen Richtwert deshalb nicht einfach auf den Napf — das wäre geraten. Aus meiner Erfahrung reicht eine schlichte Regel völlig aus: Thunfisch bleibt ein seltener Snack. Bei trächtigen Hündinnen und Welpen lasse ich ihn ganz weg, weil sich dort Nervensystem und Gehirn noch entwickeln.
Welche Dose in den Napf darf
Die Wahl im Regal entscheidet mehr als die Menge. Thunfisch in eigenem Saft oder in Wasser ist die richtige Wahl, ohne Salzzusatz und ohne Marinade. Öl-Ware liefert unnötig viel Fett. Fettreiche Portionen können eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen — was dabei passiert, steht in Bauchspeicheldrüsenentzündung. Den Aufguss gieße ich immer ab, auch bei Wasser-Ware.

Thunfisch beim Hund: erlaubt und ungeeignet.
Menge und bessere Alternativen
Ein bis zwei Teelöffel für einen 15-Kilo-Hund reichen als Portion, höchstens einmal die Woche. Für alle Extras gilt die Snackregel, die auch die WSAVA nennt: zusammen unter zehn Prozent der Tageskalorien. Der Bundesverband für Tiergesundheit nennt rund die Hälfte aller Hunde und Katzen in Deutschland übergewichtig — Fisch aus der Dose zählt also mit, siehe Übergewicht beim Hund.
Meine langjährige Erfahrung mit Futterfragen zeigt: Thunfisch wird selten wegen der Nährstoffe gegeben, sondern weil er gut ankommt. Genau dafür gibt es bessere Kandidaten. Kleinere Fische wie Lachs, Forelle, Hering oder Makrele sind kurzlebiger und sammeln weniger Quecksilber an. Sie liefern dieselben Omega-3-Fettsäuren, die Haut und Fell unterstützen — mehr dazu in Fellpflege beim Hund.

Beim Zubereiten achte ich auf drei Dinge: gegart statt roh, ohne Gräten und ohne Gewürze. Wer Fisch neu einführt, gibt ihn einmal und wartet einen Tag ab. Reagiert der Hund mit weichem Kot, hilft Durchfall beim Hund weiter.
Wann du in der Praxis anrufen solltest
- Dein Hund hat eine ganze Dose gefressen und erbricht mehrfach.
- Er krümmt den Rücken, der Bauch ist hart, er frisst nicht mehr.
- Nach rohem Fisch kommen Durchfall, Fieber oder Teilnahmslosigkeit dazu.
- Eine Gräte steckt fest: würgen, Speicheln, Pfote am Maul.
Ersteinschätzung im Notfall: Erste Hilfe beim Hund.
Fazit: Thunfisch ist kein Verbot und keine Empfehlung, sondern eine Mengenfrage. Ein Teelöffel aus der Dose in eigenem Saft ist für einen gesunden erwachsenen Hund unproblematisch. Wer regelmäßig Fisch füttern will, greift zu kleineren Arten. Welche Lebensmittel gar nicht gehen, sortiert Was Hunde nicht essen dürfen. Was sonst als Snack taugt, steht in Obst und Gemüse für Hunde.
Häufige Fragen zu Thunfisch beim Hund
Dürfen Hunde Thunfisch essen?
Gelegentlich ja, in kleinen Mengen. Thunfisch gehört aber zu den Fischarten mit den höchsten Quecksilberwerten. Als seltener Snack ist er in Ordnung, als regelmäßiger Futterbestandteil nicht.
🔴 Warum ist Quecksilber im Thunfisch ein Thema?
Thunfisch ist ein großer Raubfisch und sammelt über sein Leben Methylquecksilber an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung misst in Thunfisch, Dornhai und Rotbarsch die höchsten Werte. Methylquecksilber kann die Entwicklung des Nervensystems stören.
Wie viel Thunfisch darf mein Hund?
Für einen 15-Kilo-Hund ein bis zwei Teelöffel, höchstens einmal pro Woche. Kleine Hunde bekommen weniger. Bei trächtigen Hündinnen und Welpen lasse ich ihn ganz weg.
Thunfisch in Öl oder in Wasser?
In eigenem Saft oder in Wasser, ohne Salzzusatz. Öl liefert unnötig viel Fett. Fettreiche Portionen können eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen. Gieß den Aufguss immer ab.
Darf mein Hund rohen Thunfisch fressen?
Besser nicht. Roher Fisch kann Bakterien und Parasiten enthalten. Gegart und ungewürzt ist er sicherer. Sushi-Reste mit Sojasoße gehören ohnehin nicht in den Napf.
Welcher Fisch ist die bessere Wahl?
Kleinere, kurzlebige Arten wie Lachs, Forelle, Hering oder Makrele. Sie sammeln weniger Quecksilber an und liefern dieselben Omega-3-Fettsäuren. Auch hier gilt: gegart, ohne Gräten, ungewürzt.
Ist Thunfisch aus dem Katzenfutter erlaubt?
Nein, als Dauerlösung nicht. Katzenfutter hat ein anderes Nährstoffprofil und ist für Hunde zu eiweiß- und fettreich. Ein gestohlener Happen schadet nicht, mehr aber schon.
Mein Hund hat eine ganze Dose Thunfisch gefressen — was tun?
Beobachte ihn 24 Stunden lang. Erwarte weichen Kot oder Erbrechen, vor allem bei Öl-Ware. Ruf in der Praxis an, wenn er mehrfach erbricht, den Rücken krümmt oder teilnahmslos wird.
Gibt es einen Grenzwert für Hunde?
Nein. Der EFSA-Richtwert von 1,3 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht und Woche gilt für Menschen. Für Hunde existiert kein amtlicher Wert. Deshalb die einfache Regel: selten und wenig.
Ist Thunfisch gut für Fell und Haut?
Die Omega-3-Fettsäuren im Fisch unterstützen Haut und Fell. Dafür brauchst du aber keinen Thunfisch — Lachsöl oder fettreicher Kaltwasserfisch bringen dasselbe ohne die Quecksilberfrage.
Dürfen Welpen Thunfisch fressen?
Ich lasse ihn beim Welpen weg. Sein Nervensystem entwickelt sich noch. Genau dort wirkt Methylquecksilber. Andere Fischsorten sind die bessere Wahl.
Was ist mit Thunfisch im Hundefutter?
In einem Alleinfutter ist Fisch als Zutat unproblematisch — dort wird die Ration insgesamt berechnet. Wenn Thunfisch ganz oben in der Zutatenliste steht, würde ich trotzdem abwechseln.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Fischarten mit hohen Methylquecksilber-Gehalten meiden
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Methylquecksilber in Fisch und Meeresfrüchten, MEAL-Studie
- Bundesverband für Tiergesundheit – Übergewicht bei Hund und Katze
- WSAVA – Leitfaden Snacks und Leckerli für Hunde
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei wiederholtem Erbrechen, hartem Bauch oder Verdacht auf eine Gräte wende dich an deine Tierarztpraxis.
