Metrovis für Hunde: Dosierung und die Nervenwarnung

Metrovis für Hunde: Dosierung und die Nervenwarnung

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Wirkstoff Metronidazol, wirkt gegen Giardien und anaerobe Bakterien.
  • Bei Giardien 15 bis 25 mg je Kilogramm über 5 bis 7 Tage.
  • 🔴 Über 100 mg je Kilogramm: Zittern und Muskelkrämpfe möglich.
  • Der Urin färbt sich dunkelrot — das ist harmlos.

Die kurze Antwort

Der Wirkstoff trifft einzellige Parasiten und Bakterien, die ohne Sauerstoff leben. Bei Giardien werden 15 bis 25 Milligramm je Kilogramm über fünf bis sieben Tage genannt.

🔴 Der Punkt, den kaum jemand nennt

Bei zu hoher Dosis oder langer Gabe kann das Nervensystem Schaden nehmen. Taumeln oder Augenzittern sind ein Grund, sofort abzusetzen.

Durchfall, der nicht aufhört, eine Kotprobe mit Giardien — dann steht dieser Wirkstoff auf dem Rezept. Er ist eines der meistverordneten Mittel überhaupt.

Mittelgroßer wacher Hund steht aufmerksam auf einer Wiese im Garten
Giardien werden oft aus Pfützen und feuchtem Gras aufgenommen.

Aus meiner Erfahrung wird er deshalb als harmlos wahrgenommen. Ein Blick auf die Nebenwirkungen zeigt, warum das nicht ganz stimmt.

Wie der Wirkstoff arbeitet

Er hat ein sehr breites Wirkungsspektrum gegen einzellige Parasiten und Bakterien, hält die pharmakologische Übersicht der Universität Zürich fest.

Der Mechanismus ist ungewöhnlich. Der Stoff selbst ist zunächst wirkungslos und wird erst im Erreger umgebaut.

Dabei entstehen hochreaktive Bruchstücke. Diese zerstören das Erbgut des Erregers, hemmen dessen Reparatur und stören das Ablesen der Gene.

Der Umbau gelingt nur dort, wo kein Sauerstoff ist. Deshalb wirkt der Stoff nur gegen sauerstoffscheue Bakterien und gegen bestimmte Einzeller.

Genau das macht ihn zur ersten Wahl bei Giardien. Was diese Parasiten anrichten, steht in Giardien beim Hund.

Dosierung beim Hund

Die Dosierungsübersicht nennt für Giardien mehrere Schemata nebeneinander. Sie unterscheiden sich deutlich.

Schema Dosis und Dauer
SchemaHäufig genannt Dosis und Dauer15 bis 25 mg je kg, 1- bis 2-mal täglich, 5 bis 7 Tage
SchemaZweimal täglich Dosis und Dauer22 mg je kg, 2-mal täglich, 5 Tage
SchemaHöher dosiert Dosis und Dauer30 bis 60 mg je kg täglich, 5 bis 7 Tage
SchemaBei Therapieversagen Dosis und Dauer50 mg je kg, 2-mal täglich, 10 Tage
SchemaBei schwerer Infektion in die Vene Dosis und Dauer15 mg je kg, 2-mal täglich

Gebräuchliche Dosierungen beim Hund

Bei Giardien kann der Wirkstoff mit einem Wurmmittel kombiniert werden. Das schwächt die Beschwerden ab und beseitigt die Parasiten zuverlässiger.

Spricht die erste Behandlung nicht an, wird höher und länger dosiert. Was daneben zählt, steht in Durchfall beim Hund.

Mittelgroßer wacher Hund steht auf dem Untersuchungstisch, die Fachkraft spricht mit der Halterin
Nach der Behandlung gehört die Kotprobe wiederholt.

🔴 Die Warnung, die zählt

Der wichtigste Abschnitt der Übersicht der unerwünschten Wirkungen betrifft das Nervensystem.

Nach hoher Dosis oder nach längerer Behandlung können neurologische Störungen auftreten. Beschrieben sind Teilnahmslosigkeit, Schwäche und Taumeln.

Dazu kommen unwillkürliche Augenbewegungen, Krampfanfälle, eine schiefe Kopfhaltung, ein langsamer Puls und Steifheit.

Ab welcher Menge es kritisch wird, steht dabei. Über 100 Milligramm je Kilogramm können beim Hund Zittern und Muskelkrämpfe auslösen.

Und der wichtigste Satz: Treten Missempfindungen an den Gliedmaßen auf, muss der Wirkstoff abgesetzt werden.

Wann du sofort in der Praxis anrufst

  • Dein Hund taumelt oder wirkt unsicher auf den Beinen.
  • Seine Augen zittern oder er hält den Kopf schief.
  • Er wirkt steif oder auffallend teilnahmslos.
  • Er zittert oder zeigt Muskelkrämpfe.

Meine langjährige Erfahrung sagt: Diese Zeichen werden oft dem Durchfall zugeschrieben. Sie kommen aber vom Mittel.

Was harmlos ist und was nicht

Eine Beobachtung erschreckt Halter regelmäßig, ist aber unbedenklich. Der Urin färbt sich dunkel- bis braunrot.

Häufig sind außerdem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Ausgerechnet also jene Zeichen, gegen die oft behandelt wird.

Ernster zu nehmen sind zwei weitere Befunde. Bei einigen Hunden wurden eine vorübergehende Verminderung weißer Blutkörperchen und Blut im Urin beobachtet.

Und ein Laborhinweis, der Ärzte täuschen kann: Bei bestimmten Messmethoden erscheinen die Leberwerte fälschlich zu niedrig. Der Stoff selbst kann die Leber belasten — mehr dazu in Rimadyl für Hunde.

Für welche Hunde er nicht infrage kommt

Die Übersicht der Gegenanzeigen nennt vier Gruppen.

Ausgeschlossen sind Tiere mit Unverträglichkeit gegen diese Stoffgruppe. Abgeraten wird bei sehr schwachen, tragenden und säugenden Tieren.

Mittelgroßer wacher Hund geht aufmerksam über den Wohnzimmerboden
In den ersten Tagen lohnt der Blick auf den Gang.

In der Trächtigkeit soll der Stoff grundsätzlich nicht gegeben werden, vor allem nicht in den ersten drei Wochen.

Bei bestehenden Erkrankungen des Nervensystems gilt Vorsicht — wegen genau der Nebenwirkung, die oben beschrieben ist.

Und bei Leberschäden wird die Dosis gesenkt, weil der Abbau dort stattfindet.

Was ich Haltern rate

Lass die Kotprobe wiederholen, statt einfach weiterzubehandeln. Giardien sind hartnäckig, aber die Behandlung ist es auch — Details in Wurmkur beim Hund.

Notiere Beginn und Ende der Behandlung. Bei diesem Wirkstoff ist die Dauer ebenso wichtig wie die Menge — anders als bei Baytril für Hunde, wo eine feste Obergrenze von 30 Tagen gilt.

Ich beobachte in den ersten Tagen vor allem den Gang. Ein unsicherer Schritt ist bei diesem Mittel kein Zufall.

In meiner Erfahrung ist die Hygiene der zweite Teil der Behandlung. Ohne sie steckt sich der Hund aus der eigenen Umgebung immer wieder neu an.

Bei meinem eigenen Hund heißt das: Decken heiß waschen, Näpfe täglich auskochen, den Garten absammeln.

Fazit: Metronidazol wird erst im Erreger in seine wirksame Form umgebaut und zerstört dort das Erbgut. Der Umbau gelingt nur ohne Sauerstoff, weshalb der Stoff gegen sauerstoffscheue Bakterien und gegen Einzeller wie Giardien wirkt. Beim Hund werden bei Giardien unter anderem 15 bis 25 Milligramm je Kilogramm ein- bis zweimal täglich über fünf bis sieben Tage genannt. Bei Therapieversagen sind es 50 Milligramm je Kilogramm zweimal täglich über zehn Tage. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Der Urin verfärbt sich harmlos dunkelrot. Ernst zu nehmen sind neurologische Störungen nach hoher Dosis oder langer Gabe — über 100 Milligramm je Kilogramm können Zittern und Muskelkrämpfe auslösen. Bei Missempfindungen an den Gliedmaßen muss der Wirkstoff abgesetzt werden. In der Trächtigkeit und bei Lebererkrankungen ist besondere Vorsicht geboten.

Häufige Fragen zu Metrovis für Hunde

🔴 Welcher Wirkstoff steckt drin?

Metronidazol. Es wirkt gegen einzellige Parasiten und gegen Bakterien, die ohne Sauerstoff leben.

Wie hoch ist die Dosis bei Giardien?

Genannt werden unter anderem 15 bis 25 Milligramm je Kilogramm ein- bis zweimal täglich über fünf bis sieben Tage.

Und wenn die erste Behandlung nicht reicht?

Dann kann sie mit 50 Milligramm je Kilogramm zweimal täglich über zehn Tage wiederholt werden.

🔴 Was ist die wichtigste Warnung?

Der Wirkstoff kann das Nervensystem schädigen. Bei Taumeln, Augenzittern oder Kopfschiefhaltung gehört er sofort abgesetzt.

Ab welcher Menge wird es kritisch?

Über 100 Milligramm je Kilogramm können beim Hund Zittern und Muskelkrämpfe auslösen.

Der Urin ist dunkelrot. Ist das schlimm?

Nein. Der Wirkstoff färbt den Urin dunkel- bis braunrot.

Welche Nebenwirkungen sind sonst häufig?

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit.

🔴 Was gilt bei einer kranken Leber?

Der Stoff wird in der Leber abgebaut. Bei Leberschwäche wird die Dosis gesenkt.

Darf eine tragende Hündin es bekommen?

Grundsätzlich nicht, vor allem nicht in den ersten drei Wochen der Trächtigkeit.

Kann es Laborwerte verfälschen?

Ja. Bei bestimmten Messmethoden erscheinen die Leberwerte fälschlich zu niedrig.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Ob Metrovis für deinen Hund geeignet ist, entscheidet die Tierarztpraxis.