Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 🔴 Ohne Licht sieht auch ein Hund nichts.
- Stäbchen und Zapfen wandeln Licht in Nervensignale.
- Nachtblindheit ist ein frühes Warnzeichen.
- Grüner Star ist die häufigste Erblindungsursache.
Hunde gelten als Meister der Dämmerung. Das stimmt zum Teil — und genau deshalb wird es gefährlich, wenn diese Fähigkeit nachlässt.
Die kurze Antwort
Hunde sehen bei wenig Licht besser als wir, aber nicht in völliger Dunkelheit. Auch ihre Netzhaut braucht Licht.
🔴 Der entscheidende Punkt
Zögert dein Hund abends, ist das laut Universitätsklinik das erste Zeichen, dass die Netzhaut leidet.
Wie das Hundeauge arbeitet

Die Augenheilkunde der Vetmeduni Wien beschreibt den Ablauf in ihrer Übersicht zu Netzhauterkrankungen. Die Netzhaut ist ein dünnes Gewebsblatt, das die Innenfläche der hinteren Wand des Augapfels bedeckt.
Sie dient als Schirm, auf dem das durch Hornhaut und Linse fallende Licht ein Bild projiziert. Lichtempfindliche Zellen — die Stäbchen und Zapfen — wandeln dieses Bild in Nervensignale um und leiten sie über den Sehnerv ans Gehirn.
Daraus folgt die einfachste Antwort auf die Ausgangsfrage. Ohne Licht gibt es kein Bild auf der Netzhaut, also auch keine Signale. Ein Hund sieht bei Restlicht deutlich mehr als wir, in absoluter Dunkelheit aber ebenfalls nichts.
Aus meiner Erfahrung verlassen sich Hunde bei Dunkelheit ohnehin stärker auf Nase und Ohren. Wer abends unterwegs ist, sollte das einkalkulieren — mehr zur Wahrnehmung in Augenentzündung beim Hund.
🔴 Wenn die Nachtsicht nachlässt
Die progressive Retinaatrophie ist eine erbliche Erkrankung, bei der die Photorezeptorzellen spontan degenerieren. Besonders betroffen sind laut Klinik Kleinpudel und Englische Cocker Spaniels — neben einer großen Zahl anderer Rassen.

Und dann steht dort der Satz, auf den es ankommt. Betroffene Hunde sehen zuerst in der Dämmerung schlechter, später gar nicht mehr — die Klinik nennt das Nachtblindheit.
Vetmeduni Wien, Augenheilkunde: Netzhauterkrankungen und Erkrankungen des Sehnervs, Stand 23.08.2026.
Schmerzhaft ist die Erkrankung selbst nicht. Sie führt aber regelmäßig zu einem grauen Star, der Entzündungen des Auges oder einen sehr schmerzhaften Anstieg des Augendrucks nach sich ziehen kann.
Anlass für einen Augentermin
- 🔴 Der Hund zögert bei Dämmerung oder in dunklen Räumen.
- Er stößt abends an Möbel, tagsüber nicht.
- Die Pupillen wirken dauerhaft weit.
- Ein Auge trübt sich ein.
- Plötzliche Orientierungslosigkeit binnen Tagen.
Der letzte Punkt passt zur plötzlichen Netzhautdegeneration, die besonders bei Dackeln beschrieben ist.
Was sonst zur Blindheit führt
Die Übersicht Das blinde Tier unterscheidet angeborene und erworbene Ursachen. Erworben kommen unter anderem ein Wasserkopf, eine totale Hornhauttrübung, Quetschungen und Perforationen des Augapfels, grauer und grüner Star, Sehnerv- und Netzhauterkrankungen sowie Neubildungen infrage.
Der grüne Star ist dabei der Sonderfall. Er ist laut Klinik die häufigste Erblindungsursache beim Hund, auf Dauer oft nicht behebbar — und im Gegensatz zu den meisten anderen Ursachen mit starken Schmerzen verbunden.

Ich finde den Unterschied zwischen schmerzhaft und schmerzlos hier entscheidend. Ein Hund, der nichts zeigt, kann trotzdem erblinden — und ein Hund, der sich am Auge reibt, hat womöglich Druck darauf. Beides gehört abgeklärt, wie auch bei Übelkeit beim Hund gilt: erst untersuchen, dann bewerten.
Bei der Sehnerventzündung sind meist beide Augen betroffen, was zur plötzlichen Erblindung führt. Behandelt wird mit möglichst früh einsetzender Kortisongabe, die oft lebenslang beibehalten werden muss.
Und noch ein Punkt zur Einordnung: Ich habe im Text bewusst keine Zahl genannt, um wie viel besser Hunde im Dunkeln sehen. Solche Vergleichswerte kursieren viel, stehen aber in keiner der geprüften Klinikseiten.
Ich teste das gern mit einem einfachen Handgriff: einen Wattebausch fallen lassen, ohne Geräusch. Reagiert der Hund nicht, sagt das mehr als jede Beobachtung im gewohnten Wohnzimmer.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Halter bemerken den Verlust spät, weil Hunde ihre Wohnung auswendig kennen. Auffällig wird es erst im Urlaub oder nach dem Umstellen der Möbel.
Was das für den Alltag heißt
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt Betreuung, die dem Gesundheitszustand entspricht. Sieht dein Hund schlechter, heißt das: Lass die Möbel stehen, geh die gleichen Wege und leine ihn im Dunkeln an.
§ 2 des Tierschutzgesetzes verpflichtet zusätzlich zur angemessenen Pflege. Dazu gehört, Schmerzen abklären zu lassen — beim grünen Star ist genau das der Punkt.
Praktisch hilft ein reflektierendes Geschirr oder ein Leuchtband, damit du deinen Hund im Dunkeln siehst. Was beim Fahrradfahren mit Hund gilt, steht in Fahrradanhänger für Hunde.
Bei Rassen mit sehr langem Stirnhaar kommt noch etwas dazu. Reiben Haare dauerhaft auf der Hornhaut, leidet die Sicht unabhängig von der Netzhaut — ein Punkt aus PON Hund aufgreift.
Und wenn dein Hund älter wird: Zögert er abends, nimm das ernst, statt es aufs Alter zu schieben. Wie sich Rassen darin unterscheiden, beschreibt Hunderassen von A bis Z mit Blick auf die Rasseunterschiede.
Fazit: Die Netzhaut ist laut Augenheilkunde der Vetmeduni Wien ein dünnes Gewebsblatt an der hinteren Wand des Augapfels, auf dem das durch Hornhaut und Linse fallende Licht ein Bild projiziert. Stäbchen und Zapfen wandeln es in Nervensignale um. Ohne Licht entsteht kein Bild — in völliger Dunkelheit sieht auch ein Hund nichts. Lässt die Nachtsicht nach, kann eine progressive Retinaatrophie dahinterstecken. Sie beginnt mit gestörter Sicht in der Dämmerung und Nachtblindheit. Zur völligen Erblindung führt sie frühestens ab dem sechsten bis achten Monat, meist erst um das achte bis zehnte Lebensjahr. Behandeln lässt sie sich nicht. Gesichert wird die Diagnose mit einem Elektroretinogramm, bei einigen Rassen ist eine DNA-Analyse verfügbar. Häufigste Erblindungsursache beim Hund ist der grüne Star.
Häufige Fragen zum Sehen im Dunkeln
🔴 Sehen Hunde in völliger Dunkelheit?
Nein. Auch das Hundeauge braucht Licht — die Netzhaut arbeitet nur, wenn Licht auf sie fällt.
Wie funktioniert das Sehen beim Hund?
Licht fällt durch Hornhaut und Linse auf die Netzhaut. Stäbchen und Zapfen wandeln es in Nervensignale um.
Was sind Stäbchen und Zapfen?
Die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut, auch Photorezeptoren genannt.
🔴 Woran merke ich, dass die Nachtsicht nachlässt?
An Unsicherheit in der Dämmerung. Genau damit beginnt laut Klinik die progressive Retinaatrophie.
Welche Rassen sind besonders betroffen?
Die Klinik nennt Kleinpudel und Englische Cocker Spaniels neben vielen anderen Rassen.
Wann führt PRA zur Erblindung?
Nicht vor dem sechsten bis achten Monat, meist erst um das achte bis zehnte Lebensjahr.
Kann man PRA behandeln?
Nein. Für die progressive Retinaatrophie gibt es keine Behandlungsmöglichkeit.
Tut das dem Hund weh?
Die Erkrankung selbst nicht. Der daraus folgende graue Star kann aber zu schmerzhaftem Augendruck führen.
🔴 Was ist die häufigste Erblindungsursache?
Der grüne Star. Er ist auf Dauer oft nicht behebbar und verursacht starke Schmerzen.
Wie wird PRA festgestellt?
Über Rasse, Alter, Vorgeschichte und Befunde — gesichert durch ein Elektroretinogramm.
Gibt es einen Gentest?
Bei einigen Rassen steht eine DNA-Analyse zur früheren Identifizierung zur Verfügung.
Was ist SARD?
Eine plötzliche Netzhautdegeneration, die binnen Tagen bis Wochen zur Erblindung führt — besonders bei Dackeln.
Quellen
- Vetmeduni Wien – Netzhauterkrankungen und Erkrankungen des Sehnervs
- Vetmeduni Wien – Das blinde Tier (Augenheilkunde)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Tierschutzgesetz § 2 – Pflichten der Tierhalter
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zögert dein Hund abends, trübt sich ein Auge ein oder findet er sich plötzlich nicht mehr zurecht, gehört er in die Tierarztpraxis.
