Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Widerristhöhe 38–46 cm, Gewicht 9–16 kg.
- Zwei Varietäten: Rauhhaar mit Bart, Glatthaar ohne.
- Geringer Jagdtrieb, Fremden gegenüber zurückhaltend.
- Seit 1955 anerkannt, benannt nach einer Flurbezeichnung.
Der Kromfohrländer sieht auf zwei Fotos oft aus wie zwei Rassen. Das hat einen Grund. Ich gehe ihn durch.
Die kurze Antwort
Ein deutscher Begleithund von 38 bis 46 Zentimetern, 9 bis 16 Kilogramm, mit wenig Jagdtrieb.
Der entscheidende Punkt
Rauhhaar und Glatthaar sind eine Rasse. Nur die Haarart trennt sie.
Ein Name aus dem Siegerland
Der VDH erzählt eine ungewöhnlich konkrete Entstehungsgeschichte. Der Kromfohrländer ist eine der jüngsten deutschen Hunderassen und seit 1955 international anerkannt.

Die Erstzüchterin Ilse Schleifenbaum wohnte bei Siegen im südlichen Nordrhein-Westfalen. In der Nähe lag die Gemarkung «krom Fohr». Auf Hochdeutsch heißt das «krumme Furche». Daraus wurde der Rassename.
Auch die Abstammung ist dokumentiert. Seinen Stammeltern, dem drahthaarigen Foxterrier und dem Grand Griffon Vendéen, verdankt er sein liebenswertes Wesen, sein Temperament und seinen Charakter. Mir gefällt an dieser Rasse, dass sich beide Wurzeln im Alltag zeigen — Terrier-Wachheit ohne die typische Terrier-Härte.
Maße nach FCI-Standard Nr. 192, Gruppe nach VDH.
Wesen: temperamentvoll, aber nicht jagdlich
Der Rassestandard fasst das Wesen in einem Satz zusammen. Anpassungsfähig, lernfähig und temperamentvoll. Gegenüber Fremdpersonen zurückhaltend. Ein Begleit- und Haushund mit geringem Jagdtrieb.

Der letzte Halbsatz ist für viele Halter das Argument. Aus meiner Erfahrung fällt genau hier die Entscheidung zwischen einem Kromfohrländer und einem ähnlich großen Terrier. Der Freilauf verläuft entspannter, wenn kein Rehwild-Sprint droht. Trotzdem gilt der Rückruf als Pflichtübung — mehr in Erziehung des Hundes.
Zwei Eigenschaften nennt der Standard ausdrücklich als unerwünscht: Aggressivität und Ängstlichkeit. Die Zurückhaltung gegenüber Fremden ist davon zu trennen. Sie gehört zur Rasse, Unsicherheit nicht. Ich rate deshalb, den Welpen früh an Besuch, Straßenlärm und andere Hunde zu gewöhnen. Wie das geht, steht in Sozialisierung von Welpen.
Was ein Kromfohrländer im Alltag braucht
- Frühen Kontakt zu fremden Menschen und Hunden.
- Beim Rauhhaar Bart und Fang regelmäßig säubern.
- Kopfarbeit — er lernt schnell und langweilt sich sonst.
- Auslauf im Freien und täglichen Umgang mit seinen Leuten.
- Einen Halter, der Zurückhaltung nicht mit Angst verwechselt.
Für die Aufzucht: Welpen richtig füttern.
Rauhhaar oder Glatthaar
Die beiden Varietäten unterscheiden sich nur durch die Haarart. Das Rauhhaar zeigt eine dichte, rauhe Textur mit Bart. Am Gesicht und am Fang wächst längeres Haar. Genau daraus entsteht der bärtige Ausdruck, den viele mit der Rasse verbinden.
Das Glatthaar trägt eine dichte, weiche Textur ohne Bart. Das Haar liegt gut am Körper an, am Gesicht und Fang bleibt es kurz. Länger behaart sind Ohren, Halsunterseite und Brust. Die Rute trägt eine gute Fahne, an den Rückseiten der Vorderläufe und Oberschenkel ist Befederung erwünscht.

Gemeinsam ist beiden die Länge. Am Widerrist und auf dem Rücken bleibt das Haar höchstens sieben Zentimeter, an den Seiten etwa drei. Unterwolle ist vorhanden, kurz und weich. Für die Pflege heißt das: Der Bart des Rauhhaars braucht Aufmerksamkeit, der Rest ist überschaubar. Meine langjährige Erfahrung mit bärtigen Rassen zeigt, dass Futterreste im Bart der häufigste Grund für Geruch sind.
Beschäftigung für einen schnellen Lerner
Lernfähig steht nicht ohne Grund im Standard. Der Kromfohrländer begreift Abläufe schnell und merkt sich auch die, die niemand ihm beibringen wollte. Wer die Mülltonne einmal offen lässt, hat ein Ritual geschaffen.
Deshalb plane ich bei dieser Rasse Kopfarbeit fest ein. Suchspiele in der Wohnung, Apport mit klarer Regel, kleine Tricks. Zwanzig Minuten davon ersetzen eine halbe Stunde Laufen. Passende Ideen und Material stehen in Hundespielzeug.
Der Bewegungsbedarf selbst bleibt moderat. Ein Hund von 38 bis 46 Zentimetern ist kein Ausdauersportler, hält aber gut mit. Bei Hitze gelten dieselben Regeln wie für jede andere Rasse — nachzulesen in Hitzschlag beim Hund.
Zeichnung und Alltag
Der FCI-Standard beschreibt eine typische Kopfzeichnung. Weitgehend symmetrisch unterteilt, mit einer bis auf die Stirn oder bis zum Nacken durchgehenden weißen Zeichnung. Züchter sprechen von der symmetrischen Maske mit Blesse. Ein Fehlen der Flecken am Körper gilt als schwerer Fehler.
Die Tierschutz-Hundeverordnung nennt in § 2 den gesetzlichen Rahmen: Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Für einen anhänglichen Begleithund dieser Größe sind das keine hohen Hürden.
Ich habe bei mittelgroßen, springfreudigen Hunden immer ein Auge auf die Gelenke. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

So sieht der Kromfohrländer aus
Am Körper beginnt jede Beschreibung mit Weiß. Weiß ist die Grundfarbe, darauf sitzen hellbraune, rotbraune bis stark dunkelbraune Abzeichen. Sie erscheinen als Flecken in verschiedener Größe oder als durchgehender Sattel über dem Rücken. Schwarze Haarspitzen sind erlaubt, sofern die Unterwolle darunter braun bleibt.
Am Kopf wiederholt sich dieses Muster in kleiner Form. Die braunen Abzeichen liegen an den Backen, über den Augen und auf den Ohren. Kein Kromfohrländer gleicht dabei dem anderen. Die Zeichnung ist so individuell wie ein Fingerabdruck.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Fleck und Sattel. Ein gesattelter Hund trägt eine große zusammenhängende Fläche, ein gefleckter mehrere kleine. Beides entspricht dem Standard. Wer nach Fotos sucht, sollte deshalb beide Varianten kennen.
Der Rest folgt der Haarart. Beim Rauhhaar rahmt der Bart das Gesicht, beim Glatthaar bleibt der Fang kurz behaart und die Kontur klarer. Ich finde, das ist der Punkt, an dem viele Interessenten ihre Vorstellung von der Rasse korrigieren müssen.
Größe und Gewicht
Beim Maß macht Standard Nr. 192 etwas Ungewöhnliches. Er nennt eine einzige Spanne für beide Geschlechter: 38 bis 46 Zentimeter Widerristhöhe. Getrennt wird erst beim Gewicht. Rüden liegen zwischen 11 und 16 Kilogramm, Hündinnen zwischen 9 und 14.
Auch die Einordnung ist besonders. Innerhalb der Gruppe 9 belegt der Kromfohrländer eine eigene Sektion, die seinen Namen trägt. Diese Ehre haben wenige Rassen. Sie zeigt, dass sich die FCI außerstande sah, ihn einer bestehenden Gruppe zuzuordnen.
Angaben nach dem FCI-Standard Nr. 192, gültiger offizieller Standard vom 12.10.1998.
Gemessen wird am Widerrist, dem höchsten Punkt zwischen Hals und Schulterblättern. Die Rumpflänge liegt etwas über der Widerristhöhe. Ein Kromfohrländer ist also leicht rechteckig gebaut statt quadratisch.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung führt der Rassestandard nicht auf. Er listet dafür auf, was einen Hund von der Zucht ausschließt. Neben Aggressivität und übermäßiger Ängstlichkeit steht dort ausdrücklich die Wesensschwäche. Für eine Begleithundrasse ist diese Betonung des Wesens bemerkenswert.
Beim Gebiss wird der Standard konkret. Vorbiss und Rückbiss schließen aus, ebenso das Fehlen von mehr als zwei Molaren oder mehr als drei Prämolaren. Ein einzelner fehlender Schneidezahn ist dagegen ausdrücklich kein Ausschlussgrund, solange der Hund sonst überzeugt.
Zwei weitere Punkte betreffen die Pigmentierung: Albinismus und ein blaues Auge. Als schwere Fehler gelten außerdem farbschwache Augen, stark verblasste braune Flecken sowie schwarz gewolkte Flecken ohne braune Unterwolle. Fehlen die Flecken am Körper ganz, ist das ebenfalls ein schwerer Fehler.
In dieselbe Richtung zielt § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist die Zucht, wenn den Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden drohen. Der Standard endet mit demselben Gedanken. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Der Kromfohrländer ist eine zahlenmäßig kleine Rasse. Wartezeiten sind normal, ein sofort verfügbarer Wurf ist es nicht. Ich rate zum Weg über den zuständigen Rasseverein im VDH.
Dort gehören Ahnentafel, Wurfabnahme und die Zuchtzulassung beider Elterntiere zum Verfahren. Weil die Population klein ist, spielt die Verwandtschaft der Elterntiere eine größere Rolle als bei verbreiteten Rassen. Ein guter Züchter bringt das Thema von selbst zur Sprache, bevor du danach fragen musst.
Beim Besuch schaue ich zuerst auf das Muttertier. Sie soll beim Wurf sein und sich anfassen lassen. Mindestens acht Wochen bleiben die Welpen bei ihr. Am Abgabetag liegen Impfpass, Entwurmungsnachweis und Mikrochipnummer vor.
Eine Frage stelle ich bei dieser Rasse immer: Welche Haarart hatten die Elterntiere? In einem Wurf können beide Varietäten fallen. Preise nenne ich bewusst nicht. Entscheidend ist der Eindruck vor Ort.
Passt der Kromfohrländer zu dir?
Er passt zu Menschen, die einen mittelgroßen Hund für den Alltag suchen. Wohnung reicht, ein Garten ist kein Muss. Der Bewegungsbedarf ist erfüllbar, ohne den Tag danach auszurichten.
Für Familien ist er eine gute Wahl. Auch als erster eigener Hund funktioniert er, sofern die Zurückhaltung gegenüber Fremden verstanden wird. Diese Rasse begrüßt nicht jeden Besucher freudig. Das ist so gewollt.
Wer einen Hund für den Hundeplatz sucht, bekommt einen schnellen Lerner. Kopfarbeit ist bei ihm wirksamer als Kilometer. Zwanzig Minuten Suchspiel ersetzen eine halbe Stunde Laufen.
Gegen ihn spricht der Wunsch nach einem offenen Sofortfreund für jeden Gast. Gegen ihn spricht auch ein Haushalt, in dem er täglich viele Stunden allein bleiben müsste. Er ist als Haushund gezüchtet worden. Genau so will er auch leben.
Fazit: Der Kromfohrländer misst 38 bis 46 Zentimeter und wiegt je nach Geschlecht 9 bis 16 Kilogramm. Er gehört zu den Gesellschafts- und Begleithunden und ist seit 1955 anerkannt. Sein Name stammt von der Gemarkung «krom Fohr» bei Siegen. Rauhhaar und Glatthaar sind zwei Varietäten derselben Rasse, getrennt allein durch die Haarart. Sein Wesen gilt als anpassungsfähig und temperamentvoll, gegenüber Fremden zurückhaltend, mit nur geringem Jagdtrieb.
Häufige Fragen zum Kromfohrländer
Wie groß wird ein Kromfohrländer?
Die Widerristhöhe liegt zwischen 38 und 46 cm.
Wie schwer wird er?
Rüden 11 bis 16 kg, Hündinnen 9 bis 14 kg.
Warum haben manche einen Bart?
Es gibt zwei Varietäten. Rauhhaar trägt einen Bart, Glatthaar nicht.
Wie ist sein Wesen?
Anpassungsfähig, lernfähig und temperamentvoll.
Ist er Fremden gegenüber offen?
Nein. Der VDH beschreibt ihn als zurückhaltend gegenüber Fremdpersonen.
Hat er Jagdtrieb?
Nur einen geringen. Das steht so im Rassestandard.
Ist Ängstlichkeit rassetypisch?
Nein. Aggressivität und Ängstlichkeit sind ausdrücklich nicht erwünscht.
Woher kommt der Name?
Von der Gemarkung «krom Fohr» bei Siegen. Hochdeutsch: krumme Furche.
Wer hat die Rasse begründet?
Die Erstzüchterin Ilse Schleifenbaum aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen.
Seit wann ist die Rasse anerkannt?
Seit 1955. Sie zählt zu den jüngsten deutschen Hunderassen.
Wer sind die Stammeltern?
Der drahthaarige Foxterrier und der Grand Griffon Vendéen.
Wie lang darf das Haar sein?
Am Widerrist und Rücken höchstens 7 cm, an den Seiten etwa 3 cm.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Kromfohrländer
- FCI-Standard Nr. 192 – Kromfohrländer (deutsche Fassung)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- § 11b Tierschutzgesetz – Verbot des Züchtens mit Qualzuchtmerkmalen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Zuchtfragen informiert der zuständige VDH-Rasseverein.
