Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 26.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Die Kniescheibe rutscht aus ihrer Gleitrinne und wieder zurück.
- Typisch ist kurzes Hüpfen auf drei Beinen, dann normales Laufen.
- Das Risiko ist nicht der Moment, sondern die Arthrose danach.
- Bei erblicher Veranlagung greift das Zuchtverbot nach § 11b.
Der Hund läuft, hüpft plötzlich zwei, drei Schritte auf drei Beinen — und trabt weiter, als wäre nichts gewesen. Genau dieses Bild ist der häufigste Anlass für die Diagnose.
Die kurze Antwort
Die Kniescheibe verlässt ihre Führung und rutscht zurück. Das kurze Hüpfen ist das Leitzeichen.
Der entscheidende Punkt
Weil es von selbst aufhört, wirkt es harmlos. Der Schaden entsteht über Jahre im Gelenk.
Was im Knie passiert
Die Kniescheibe läuft in einer Rinne am unteren Ende des Oberschenkelknochens. Sie hält die Sehne des großen Oberschenkelmuskels auf Spur.

Ist diese Rinne zu flach oder der Zug der Sehne verschoben, springt die Scheibe heraus. Meist nach innen, seltener nach außen.
Sobald der Hund das Bein streckt, rutscht sie zurück. Deshalb dauert die Lahmheit oft nur Sekunden.
Aus meiner Erfahrung ist genau das die Falle. Was von allein aufhört, wird selten vorgestellt — und in der Zwischenzeit arbeitet das Gelenk gegen sich selbst. Ähnlich läuft es beim Kreuzbandriss.
Warum die Arthrose das eigentliche Thema ist
Die Klinik für Kleintiere der Universität Gießen beschreibt für das instabile Kniegelenk eine klare Kette. Instabilität führt zu Gelenksentzündung, zu Knorpelabbau und zur Entstehung von Arthrose.
Ein Satz daraus ist der wichtigste im ganzen Thema. Die Arthrose ist nicht umkehrbar und kann Hunde dauerhaft in Bewegung und Lebensqualität einschränken.
Übertragen auf die Kniescheibe heißt das: Jedes Herausspringen belastet Knorpel und Kapsel. Die Frage ist nicht, ob es weh tut, sondern wie oft es passiert.
Mein Rat an dieser Stelle ist unbequem: Zähle mit. Eine Strichliste über zwei Wochen sagt mehr als jede Erinnerung.
Wann du nicht abwarten solltest
- Das Hüpfen tritt mehrmals pro Woche auf.
- Der Hund setzt sich anders hin als früher.
- Nach dem Aufstehen ist er steif.
- Er meidet Sprünge, die vorher selbstverständlich waren.
- Die Lahmheit hält länger als ein paar Schritte an.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Die zweite Zeile wird am häufigsten übersehen — Haltungsänderungen fallen erst auf Videos auf.

Wie das Knie untersucht wird
Der Ablauf ist nach der Gießener Patienteninformation bei allen Knieproblemen ähnlich. Am Anfang steht die klinische Untersuchung.
Dazu gehört eine Ganganalyse. Untersucht wird außerdem der gesamte Bewegungsapparat, um andere orthopädische Probleme auszuschließen.
Am Gelenk selbst achtet die Praxis auf mehrere Zeichen. Vermehrte Gelenkfüllung und Schmerz bei Bewegung gehören dazu.
Untersuchungszeichen am Kniegelenk nach der Patienteninformation der Universität Gießen.
Ich rate dazu, ein Video mitzubringen. Ein Hund zeigt das Hüpfen in der Praxis fast nie — Anhaltspunkte dazu in Hund läuft nicht mehr.
Wer betroffen ist
Kleine Rassen fallen häufiger auf. Das liegt an Bau und Achsenstellung der Hinterbeine, nicht am Gewicht.

Große Hunde sind aber keineswegs ausgenommen. Bei ihnen wird oft zuerst an das Kreuzband gedacht.
Häufig sind beide Knie betroffen, auch wenn nur eines auffällt. Deshalb gehört immer die Gegenseite mit untersucht.
Ich sehe außerdem regelmäßig junge Hunde mit dieser Diagnose. Ein Welpe, der beim Toben immer wieder kurz hüpft, ist kein tollpatschiger Welpe — nachzulesen in Hund will nicht laufen.
Die Zuchtseite
Wo eine erbliche Veranlagung im Spiel ist, wird es rechtlich. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet das Züchten unter bestimmten Bedingungen.
Verboten ist es, wenn züchterische Erkenntnisse erwarten lassen, dass bei der Nachzucht erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch untauglich oder umgestaltet sind. Und wenn dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.
Die Behörde kann sogar das Unfruchtbarmachen anordnen. Das gilt, wenn bei den Nachkommen solche Veränderungen zu erwarten sind.
Mir ist wichtig, dass Käufer danach fragen. Ein Züchter, der die Knie seiner Zuchttiere untersuchen lässt, hat den Befund — mehr zum rechtlichen Rahmen in Erziehung des Hundes.
Was du zu Hause tun kannst
Solange nichts abgeklärt ist, behandelst du nicht — du entlastest. Vier Dinge helfen sofort.
Rutschfeste Läufer auf glatten Böden verhindern das Wegrutschen. Sprünge vom Sofa und aus dem Auto entfallen, eine Rampe ersetzt sie.
Übergewicht ist der stärkste Hebel, den Halter selbst in der Hand haben. Jedes Kilo weniger entlastet beide Knie bei jedem Schritt.
Und statt einer langen Runde lieber mehrere kurze. Wie du das Gewicht sauber führst, steht in Übergewicht beim Hund.
Fazit: Bei einer Patellaluxation verlässt die Kniescheibe ihre Gleitrinne und rutscht von selbst zurück — deshalb dauert die Lahmheit oft nur Sekunden und wirkt harmlos. Das eigentliche Risiko beschreibt die Klinik für Kleintiere der Universität Gießen für das instabile Kniegelenk: Instabilität führt zu Gelenksentzündung, Knorpelabbau und Arthrose. Diese Arthrose ist nicht umkehrbar. Untersucht wird klinisch, mit Ganganalyse und dem gesamten Bewegungsapparat. Wo eine erbliche Veranlagung vorliegt, greift § 11b Tierschutzgesetz.
Häufige Fragen zur Patellaluxation beim Hund
Was ist eine Patellaluxation?
Die Kniescheibe verlässt ihre Gleitrinne am Oberschenkelknochen.
Wie sieht das im Alltag aus?
Der Hund hüpft plötzlich ein paar Schritte auf drei Beinen und läuft dann normal weiter.
Warum verschwindet es wieder?
Weil die Kniescheibe von selbst zurückrutscht, sobald das Bein gestreckt wird.
Patellaluxation: Welche Hunde sind betroffen?
Vor allem kleine Rassen, aber auch große. Oft beidseitig.
Ist das schmerzhaft?
Der Moment ja. Das eigentliche Problem ist die Dauerbelastung des Gelenks.
Was passiert unbehandelt?
Ein instabiles Knie führt zu Entzündung, Knorpelabbau und Arthrose — und die ist nicht umkehrbar.
Patellaluxation: Wie wird die Diagnose gestellt?
Über die klinische Untersuchung des Knies, ergänzt durch Ganganalyse und Röntgen.
Was prüft die Praxis dabei noch?
Den gesamten Bewegungsapparat, um andere orthopädische Ursachen auszuschließen.
Kann man das Knie hören?
Manchmal. Ein Knirschen spricht für Arthrose, ein Klicken für einen Meniskusschaden.
Patellaluxation: Muss immer operiert werden?
Nein. Die Entscheidung hängt vom Ausmaß und vom Beschwerdebild ab.
Ist es vererbbar?
Bei vielen Rassen gilt eine erbliche Veranlagung als wahrscheinlich.
Patellaluxation: Was sagt das Tierschutzgesetz dazu?
Züchten ist verboten, wenn Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden zu erwarten haben.
Quellen
- Klinik für Kleintiere der Universität Gießen – Patienteninformation Kreuzbandriss
- Klinik für Kleintiere der Universität Gießen – Patienteninformationen Chirurgie
- § 11b Tierschutzgesetz
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Wiederkehrendes Hüpfen oder anhaltende Lahmheit gehören tierärztlich untersucht.
