Pomeranian: Größe, Wesen und Pflege

Pomeranian: Größe, Wesen und Pflege

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Pomeranian ist der Zwergspitz — die kleinste von fünf Spitzgrößen.
  • Widerristhöhe 21 cm ± 3 cm laut Standard Nr. 97.
  • Deutsche Rasse, kein amerikanischer Import.
  • Doppeltes Haarkleid mit dichter Mähne an Hals und Schultern.

Der Pomeranian gilt als exotischer Modehund. Sein Rassestandard sagt etwas anderes. Ich gehe die VDH-Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein Deutscher Spitz in der kleinsten Größenvariante, 21 Zentimeter groß, mit doppeltem Haarkleid.

Der entscheidende Punkt

Pomeranian ist kein Rassename. Der VDH führt ihn als Zwergspitz, eine deutsche Rasse mit eigenem Standard.

Fünf Größen, ein Standard

Der VDH führt die Deutschen Spitze in fünf Größen. Die Zahlen sind eindeutig und stehen alle im selben Standard.

Wacher Pomeranian steht aufmerksam auf einem Weg im Freien
Die dichte Mähne an Hals und Schultern gehört zum Standard. Foto: Clemence1219mssn / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Variante Widerristhöhe
VarianteWolfsspitz / Keeshond Widerristhöhe49 cm ± 6 cm
VarianteGroßspitz Widerristhöhe45 cm ± 5 cm
VarianteMittelspitz Widerristhöhe35 cm ± 5 cm
VarianteKleinspitz Widerristhöhe27 cm ± 3 cm
VarianteZwergspitz / Pomeranian Widerristhöhe21 cm ± 3 cm

FCI-Standard Nr. 97 „Deutsche Spitze“, deutsche Fassung vom 20.09.2024, gültiger Standard vom 3.09.2024.

Diese Werte stehen im FCI-Standard Nr. 97, gültig seit dem 3. September 2024. Das VDH-Rasselexikon führt dort noch den älteren Satz mit 46, 34, 26 und 20 Zentimetern. Ich habe beide Seiten am 27.08.2026 selbst nachgelesen. Maßgeblich ist der Standard.

Der Name Pomeranian stammt aus dem englischen Sprachraum und verweist auf Pommern. Gezüchtet wird die Variante nach demselben deutschen Standard wie ihre größeren Verwandten. Aus meiner Erfahrung überrascht das Käufer regelmäßig, weil der Hund im Internet als eigene Rasse vermarktet wird. Wie du beim Kauf vorgehst, steht in Sozialisierung von Welpen.

Eine Kilozahl steht nirgends im Standard. Er verlangt nur ein Gewicht, das der Größe entspricht. Wer eine feste Kilozahl liest, liest die Angabe eines Anbieters — nicht den Standard. Auch Bezeichnungen wie Teacup oder Mini sucht man dort vergeblich — sie stammen aus dem Verkauf, nicht aus dem Standard.

Eine weitere Zahl trennt den Zwergspitz von den größeren Varietäten. Bei Groß-, Mittel- und Kleinspitz steht das Verhältnis von Fang zu Oberkopf bei etwa 2 zu 3. Beim Zwergspitz nennt der Standard etwa 2 zu 4, der Fang ist anteilig also kürzer. Das Verhältnis von Widerristhöhe zu Körperlänge liegt dagegen bei allen fünf Varietäten gleich, nämlich bei 1 zu 1.

Wacher Pomeranian mit dichtem Fell im Profil
Auch ein Zwergspitz braucht Auslauf, nicht nur den Arm. Foto: Abye1111 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Warum die Einordnung zählt

Wer weiß, dass er einen Deutschen Spitz kauft, sucht anders. Er findet Züchter im deutschen Verband statt bei Importeuren. Er bekommt Papiere nach einem Standard, den er nachlesen kann.

Das ist kein formaler Punkt. Rassen ohne klare Zuordnung werden häufiger außerhalb geregelter Zucht vermehrt. Beim Zwergspitz gibt es diese Zuordnung — man muss sie nur kennen.

Ich rate deshalb, beim Kauf gezielt nach dem Zwergspitz zu fragen statt nach dem Pomeranian. Der Begriff öffnet andere Türen. Wie du danach vorgehst, steht in Erziehung des Hundes.

Das Haarkleid im Detail

Deutsche Spitze haben ein doppeltes Haarkleid. Über einer kurzen, dicken und wattigen Unterwolle liegt langes, gerades und abstehendes Deckhaar. Genau diese Kombination erzeugt die typische Silhouette.

Kopf eines wachen Pomeranian
An Kopf und Ohren bleibt das Haar kurz und samtig. Foto: Micahandreadeleon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der Standard beschreibt außerdem, wo das Haar kurz bleibt: an Kopf, Ohren, Pfoten sowie an der Vorderseite der Vorder- und Hinterläufe. Dort ist es kurz und dicht, fast samtig. Der übrige Körper ist lang und reich behaart — nicht gewellt, nicht gekräuselt, nicht zottig und auf dem Rücken nicht gescheitelt.

Hals und Schultern bedeckt eine dichte Mähne. Die Rückseite der Vorderläufe ist gut befedert, die Hinterläufe von der Kruppe bis zu den Sprunggelenken üppig behost, die Rute buschig behaart. Meine langjährige Erfahrung mit Spitzen zeigt, wo Arbeit anfällt: hinter den Ohren und in der Mähne. Dort verfilzt es zuerst. Hilfe findest du unter Hundefriseur.

Neben dem Haar beschreibt der Standard den Kopf. Er nennt ihn fuchsähnlich, von oben gesehen keilförmig bis zur Nasenspitze verschmälert. Die Ohren sind klein, dreieckig zugespitzt und werden immer aufrecht mit steifer Spitze getragen. Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig und dunkel. Die Rute liegt fest über dem Rücken, sehr buschig behaart.

Was ein Pomeranian im Alltag braucht

  • Regelmäßiges Durchbürsten bis auf die Unterwolle.
  • Kein Scheren — das Deckhaar wächst oft anders nach.
  • Auslauf trotz geringer Größe.
  • Kontrolle der Zähne im kleinen Kiefer.
  • Klare Regeln, damit die Größe nicht zur Ausrede wird.

Zur Zahnpflege: Zähne putzen beim Hund.

Bewegung trotz Zwergformat

Einundzwanzig Zentimeter Widerristhöhe verführen dazu, den Hund zu tragen. Genau das schadet ihm. Ein Spitz ist ein Spitz, unabhängig von der Größenvariante.

Er braucht eigene Wege, eigene Begegnungen und eigene Entscheidungen. Wer ihn ständig hochnimmt, nimmt ihm all das ab.

Ich achte deshalb bei Zwergrassen besonders auf Sozialkontakt zu anderen Hunden. Wie das früh gelingt, steht in Welpen richtig füttern für die Aufzuchtphase.

Farben und ihre Regeln

Beim Zwergspitz nennt der Standard Schwarz, Braun, Weiß, Orange, Graugewolkt und Andersfarbig. Für einige Farben gelten dabei genaue Vorgaben.

Beim schwarzen Spitz müssen Unterhaar und Haut dunkel gefärbt sein. Auf der Oberfläche verlangt der Standard ein Lackschwarz ohne jedes Weiß oder sonstige Abzeichen. Der braune Spitz soll gleichmäßig einfarbig dunkelbraun sein, der orange gleichmäßig einfarbig in mittlerer Farblage.

Beim weißen Spitz wird es genau. Das Haar soll reinweiß sein. Einen geringen gelblichen Anflug toleriert der Standard seit 2024, er tritt speziell an den Ohren auf. Ich sehe mir bei weißen Welpen deshalb immer zuerst die Ohren an. Was sonst beim Züchter zählt, steht in Erziehung des Hundes.

Hinter „andersfarbig“ steht seit der Neufassung eine feste Liste. Sie umfasst Orange-Sable, Creme, Creme-Sable, Black-and-Tan, Black-and-Silver, Brown-and-Tan und Schecken. Schecken brauchen eine weiße Grundfarbe. Ihre Farbflecken müssen einheitlich in einer der aufgeführten Farben stehen und sollen möglichst über den ganzen Körper verteilt sein.

Haltung und Bewegung

Die Tierschutz-Hundeverordnung macht in § 2 keine Ausnahme für kleine Hunde. Verlangt werden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Angepasst wird das an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.

Ich halte diesen Punkt bei Zwergrassen für wichtiger als bei großen. Ein kleiner Hund wird oft getragen statt gelaufen — und verliert dabei Kondition und Sozialkontakt. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Wesen im Alltag

Beim Wesen trennt der Standard die Varietäten. Den Zwergspitz nennt er stets aufmerksam, lebhaft und außergewöhnlich anhänglich gegenüber seinem Besitzer. Sehr gelehrig soll er sein, dazu leicht zu erziehen. Weder ängstlich noch aggressiv.

Ein Detail unterscheidet ihn von den größeren Verwandten. Bei Wolfsspitz, Groß-, Mittel- und Kleinspitz führt der Text ein natürliches Misstrauen gegenüber Fremden an. Beim Zwergspitz steht dort etwas anderes: sein umgängliches, fröhliches Wesen. Wächter ist er für Haus und Wohnung, nicht für Haus und Hof.

Wetterunempfindlichkeit stellt der Standard nach vorn. Daneben nennt er Robustheit und Langlebigkeit als hervorragendste Eigenschaften. Beschrieben ist damit ein Zuchtziel, nicht dein einzelner Hund.

Aus meiner Erfahrung zeigt sich die Wachsamkeit zuerst an der Wohnungstür. Ein Spitz meldet, das liegt in seiner Aufgabe. Wer jedes Melden belohnt, bekommt einen Dauerbeller. Ich übe deshalb früh ein Signal, das die Meldung wieder beendet.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung steht im Standard nicht. Dafür stehen dort die Fehler, die einen Hund von der Zucht ausschließen. Diese Liste sagt mehr über die Rasse aus als jede gerundete Altersangabe.

Ganz oben steht eine nicht geschlossene Fontanelle — die Lücke zwischen den Schädelknochen, die sich beim Welpen schließen muss. Dazu kommen Vorbiss, Rückbiss und Kreuzbiss. Auch Ektropium und Entropium schließen aus, also ein nach außen oder nach innen gerolltes Augenlid.

Weiter nennt der Text nicht vollständig aufgerichtete Ohren. Deutlich weiße Abzeichen bei allen nicht weißen Spitzen schließen ebenfalls aus. Dasselbe gilt für Farben, die im Abschnitt Farben gar nicht auftauchen.

Unter den schweren Fehlern steht ein Punkt, der Käufer direkt betrifft: der deutliche Apfelkopf. Gemeint ist ein stark gerundeter Schädel statt des keilförmigen Spitzkopfes. Ebenfalls schwer wiegen ein flacher Kopf, fleischfarbene Nase oder Lefzen sowie zu große und hervorquellende Augen.

Im Alltag zählt bei dieser Größe der Kiefer. Auf engem Raum stehen 42 Zähne, Beläge halten sich dort hartnäckig. Beim Zwergspitz toleriert der Standard ausdrücklich geringe Prämolarverluste, also einzelne fehlende Backenzähne.

Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder umgestaltet sind. Vorausgesetzt wird, dass daraus Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen. Meine langjährige Erfahrung mit Zwergrassen deckt sich mit dieser Grenze: Je weiter jemand unter die 18 Zentimeter züchtet, desto enger wird es für Kiefer, Luftwege und Gelenke.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Ein Zwergspitz mit Papieren stammt aus einem Verein unter dem Dach des VDH. Frag dort gezielt nach dem Zwergspitz. Der deutsche Begriff führt dich zu Züchtern, die nach Standard Nr. 97 arbeiten.

Die Ahnentafel weist Elterntiere und Zuchtbuchnummer aus. Ich will die Mutter beim Wurf sehen, zu Hause beim Züchter. Wer einen Welpen an der Haustür übergibt, spart sich genau die Fragen, die ein guter Züchter beantwortet.

Vor der achten Lebenswoche verlässt kein Welpe seine Mutter. Impfpass, Entwurmung und Chipnummer gehören auf den Tisch. Bei weißen Welpen schaue ich zusätzlich auf die Ohren, bei allen anderen auf die dunkle Färbung von Lefzen und Augenlidern.

Der Standard schließt mit einem klaren Satz zur Zucht ab. Verwendet werden sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde. Angebote mit Teacup, Mini oder Teddyface widersprechen dieser Vorgabe. Preise nenne ich hier bewusst nicht, sie sagen wenig über die Zucht dahinter.

Passt der Zwergspitz zu dir?

Für die Wohnung ist er gemacht, der Standard nennt ihn Wächter für Haus und Wohnung. Zum reinen Sofahund macht ihn das nicht. Auslauf, Begegnungen und eigene Wege bleiben Pflicht.

Über den Zeitaufwand entscheidet das Fell. Rechne mit mehreren Durchgängen pro Woche bis auf die Unterwolle. In der Mähne und hinter den Ohren verfilzt es zuerst. Wer diese Arbeit nicht leisten will, ist bei einer kurzhaarigen Rasse besser aufgehoben.

Mit sehr kleinen Kindern rate ich von der Rasse ab. Ein Hund dieser Größe verträgt kein unbedachtes Hochheben. Ältere Kinder, die Regeln einhalten, kommen gut mit ihm zurecht.

Für Ersthundehalter ist der Zwergspitz machbar. Der Standard nennt ihn sehr gelehrig und leicht zu erziehen. Leicht heißt trotzdem nicht von allein. Wer klare Regeln setzt und das Melden früh in den Griff bekommt, hat einen wachen, sehr anhänglichen Begleiter an seiner Seite.

Fazit: Der Pomeranian ist kein eigener Rassename, sondern die kleinste von fünf Größen des Deutschen Spitzes — offiziell Zwergspitz. Der Standard nennt 21 Zentimeter mit drei Zentimetern Toleranz, eine Kilozahl führt er nicht auf. Sein doppeltes Haarkleid besteht aus langem Deckhaar über wattiger Unterwolle, mit dichter Mähne an Hals und Schultern. Bei den Farben gelten genaue Regeln, etwa Lackschwarz ohne jedes Weiß beim schwarzen Spitz. Teacup-Varianten kennt der Standard nicht.

Häufige Fragen zum Pomeranian

Ist der Pomeranian eine eigene Rasse?

Nein. Er ist die kleinste der fünf Größen des Deutschen Spitzes und heißt offiziell Zwergspitz.

Wie groß wird ein Pomeranian?

Standard Nr. 97 nennt 21 cm mit drei Zentimetern Toleranz nach oben und unten.

Wie schwer wird er?

Der Standard nennt keine Kilozahl. Er verlangt nur ein Gewicht, das zur Größe passt.

Welche Spitzgrößen gibt es?

Fünf: Wolfsspitz 49 cm, Großspitz 45, Mittelspitz 35, Kleinspitz 27 und Zwergspitz 21.

Ist der Pomeranian deutsch?

Ja. Er gehört zu den Deutschen Spitzen und ist keine amerikanische oder englische Rasse.

Welche Farben sind erlaubt?

Schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt und andersfarbig.

Was gilt bei schwarzen Spitzen?

Unterhaar und Haut müssen dunkel sein. Auf der Oberfläche wird ein Lackschwarz ohne Weiß verlangt.

Was gilt bei weißen Spitzen?

Reinweiß. Einen geringen gelblichen Anflug an den Ohren toleriert der Standard seit 2024.

Wie ist das Fell aufgebaut?

Doppelt: langes, gerades, abstehendes Deckhaar über kurzer, dicker und wattiger Unterwolle.

Wo ist das Haar kurz?

An Kopf, Ohren, Pfoten sowie an der Vorderseite der Vorder- und Hinterläufe.

Was ist die Mähne?

Die dichte Behaarung an Hals und Schultern. Sie gehört zum typischen Erscheinungsbild.

Gibt es Teacup-Varianten?

Nein. Der Standard kennt fünf Größen, die kleinste endet nach unten bei 18 Zentimetern.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Zähnen, Gelenken und Fell berät die Tierarztpraxis individuell.