Schweizer Laufhund: Größe und Varietäten

Schweizer Laufhund: Größe und Varietäten

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 9 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 49–59 cm, Hündinnen 47–57 cm.
  • Vier Varietäten, getrennt nur nach Farbe.
  • Jagt mit tiefer Nase, hohe Nasen sind atypisch.
  • Außerhalb der Jagd ein angenehmes Familienmitglied.

Beim Schweizer Laufhund verbergen sich vier Varietäten hinter einem Namen. Getrennt werden sie allein durch die Farbe. Ich gehe die Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein Schweizer Laufhund von 47 bis 59 Zentimetern, passioniert bei der Jagd und anhänglich zu Hause.

Der entscheidende Punkt

Seine Jagdpassion ist unermüdlich. Der Führer muss Übertreibungen im Vorfeld abwenden.

Vier Varietäten, ein Standard

Der VDH beschreibt eine Gruppe von vier Varietäten. Neben dem Berner Laufhund gehören der Luzerner Laufhund, der Jura Laufhund und der Schwyzer dazu.

Wacher Schweizer Laufhund steht aufmerksam auf einer Wiese
Mittelgroß, mit langen Behängen und kräftiger Hinterhand. Foto: Berner / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Alle haben dieselben jagdlichen Eigenschaften und denselben offiziellen Standard. Lediglich die Farben weichen voneinander ab.

Der Berner ist weiß mit schwarzen Flecken und lohfarbenen Abzeichen. Der Luzerner fällt durch sein blaues, stark gesprenkeltes Haarkleid auf. Der Jura Laufhund ist lohfarben mit schwarzem Sattel. Den Schwyzer macht die weiße Grundfarbe mit orangen Flecken unverkennbar. Mir ist diese Aufteilung sympathisch — sie erhält regionale Schläge, ohne die Zuchtbasis in vier Rassen zu zersplittern.

Varietät Farbe
VarietätBerner Laufhund Farbeweiß mit schwarzen Flecken und Loh
VarietätLuzerner Laufhund Farbeblau, stark gesprenkelt
VarietätJura Laufhund Farbelohfarben mit schwarzem Sattel
VarietätSchwyzer Farbeweiß mit orangen Flecken
VarietätWiderristhöhe FarbeRüden 49–59 cm, Hündinnen 47–57 cm

Farben und Maße nach dem VDH-Rasselexikon.

Wesen: passioniert und anhänglich

Außerhalb der Jagd begeistert der Berner Laufhund als angenehmes, sauberes Familienmitglied. Er bindet sich eng an seine Zweibeiner, genießt Sozialkontakte und schätzt einfühlsame Menschen.

Wacher Schweizer Laufhund steht auf einer Wiese
Auf der Fährte fallen fließende, raumgreifende Bewegungen auf. Foto: Pleple2000 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Bei der Arbeit zeigt sich die andere Seite. Er ist lebhaft und passioniert. Dass er empfindsam ist, bewertet der VDH positiv. Ebenso, dass er sich leicht führen lässt und an seinem Hundeführer hängt. Aus meiner Erfahrung passt genau diese Mischung zu Menschen, die ruhig führen können. Grundlagen dazu in Erziehung des Hundes.

Wenn er einer Fährte folgt, fallen die fließenden, raumgreifenden Bewegungen auf, dazu der gute Schub aus der Hinterhand. Kraft, Ausdauer und Temperament sind zu spüren. Wie du diese Anlage im Alltag beschäftigst, steht in Hundespielzeug.

Was ein Schweizer Laufhund im Alltag braucht

  • Einen Führer, der die Jagdpassion früh begrenzt.
  • Nasenarbeit — seine Nase ist stark an die Fährte gebunden.
  • Sozialkontakte, die er ausdrücklich genießt.
  • Auslauf im Freien und täglichen Umgang mit seinen Leuten.
  • Einfühlsame Menschen statt harter Korrekturen.

Zur Aufzucht: Welpen richtig füttern.

Wenn die Passion überhandnimmt

Seine feine Nase ist sehr an die Fährte gebunden. Groß- und Kleinwild jagt er gleichermaßen mit tiefem Fang. Hohe Nasen gelten für die Berner als atypisch.

Dann folgt eine Warnung im Rasselexikon. Die Jagdpassion ist so unermüdlich, dass der Hundeführer Übertreibungen des Hundes schon im Vorfeld abwenden sollte.

Kopf eines wachen Schweizer Laufhundes
Die langen Behänge gehören zum typischen Bild der Rasse. Foto: Lilly M / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

Was sonst passiert, steht ebenfalls dort. Ansonsten verfolgt der Laufhund das Wild so lange, bis er es selbst einfängt. Die Suche mit Fleiß ist erwünscht, doch außerhalb des Meuteneinsatzes soll der Hund stets in der Hand seines Führers bleiben. Ich halte diesen Absatz für den wichtigsten des ganzen Rasseprofils. Wie du eine solche Anlage früh lenkst, steht in Sozialisierung von Welpen.

Einsatz: Solojäger und Meutenhund

In der Schweiz finden Berner Laufhunde überwiegend als Solojäger auf Reh, Fuchs und Hase Verwendung. In der Westschweiz gibt es zusätzlich Saujagden mit Laufhunden.

In Frankreich und Italien sieht man die langohrigen Eidgenossen eher in der Meute, dort auf Hase, Wildschwein und Reh. Bei der Jagd auf Wildschweine arbeiten Meuten von 20 bis 25 Hunden.

Abseits der Meute jagen Schweizer Laufhunde selbstständig. Sie suchen und stechen mit großer Sicherheit, auch in anspruchsvollem Gelände. Diese Selbstständigkeit ist bei der Arbeit erwünscht und im Alltag die eigentliche Herausforderung.

Passt er in eine Familie?

Ich werde das bei Laufhunden regelmäßig gefragt. Die Antwort hängt weniger vom Hund ab als vom Umfeld. Ein Schweizer Laufhund, der Nasenarbeit bekommt, ist zu Hause ausgeglichen und sauber — das steht so im Rasselexikon.

Ohne diese Auslastung sieht es anders aus. Ein Hund, der Fährten sucht, findet auch im Wohngebiet welche. Dann beginnt das, was der VDH als Übertreibung beschreibt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Fährtenarbeit und Mantrailing hier gut funktionieren. Beides bedient genau die Anlage, die sonst in die falsche Richtung läuft.

Herkunft aus Frankreich

Der Einsatz von Schweizer Laufhunden hat eine lange Tradition. Schon im 18. Jahrhundert jagten die Franzosen begeistert mit ihnen.

Damit schließt sich ein Kreis. Französische Laufhunde, die mit Söldnern in die Schweiz gelangten, trugen zur Entstehung der Schweizer Varietäten bei. Eingekreuzt wurden vermutlich der Ariégeois, der Petit Gascon-Saintongeois, der Petit Bleu de Gascogne und der Porcelaine.

Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Bei einem Hund, der Sozialkontakte ausdrücklich genießt, ist der letzte Punkt kein Zwang, sondern ein Bedürfnis.

Meine langjährige Erfahrung mit arbeitenden Laufhunden zeigt eine typische Belastung. Stundenlange Arbeit in unebenem Gelände fordert Gelenke und Muskulatur. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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So sieht der Schweizer Laufhund aus

Der FCI-Standard Nr. 59 zeichnet einen Hund von mittlerer Risthöhe. Sein Körperbau weist auf Kraft und Ausdauer hin. Der trockene Kopf mit dem langen Fang und dem langen Behang verleiht ihm einen Ausdruck von Adel.

Beim Behang wird der Text messbar. Die Ohren sitzen unter der Augenlinie und müssen mindestens bis zur Nasenspitze reichen. Sie sind schmal, fallen gefaltet herab und drehen sich dabei ein. Das Haar bleibt kurz, glatt und dicht, am Kopf und am Behang besonders fein.

Eine Angabe steht nur im Standard, nicht im Rasselexikon. Sogar die Haut trägt bei jeder Varietät eine eigene Farbe. Beim Berner ist sie unter dem weißen Fell weiß-schwarz marmoriert, beim Schwyzer unter dem orangen Fell dunkelgrau. Beim Jura und beim Luzerner liegt unter schwarzem Fell schwarze Haut.

Größe, Gewicht und Einordnung

Rüden erreichen 49 bis 59 Zentimeter, Hündinnen 47 bis 57. Dahinter stehen zwei Wörter, die selten sind: keine Toleranz. Über- und Untergröße schließen den Hund von der Zucht aus.

Ein Gewicht führt der Standard nicht auf. Stattdessen nennt er Verhältnisse. Die Körperlänge liegt bei rund 1,15 mal der Widerristhöhe. Die Brust reicht etwa bis zur halben Widerristhöhe hinab.

Die Einordnung selbst sagt schon viel. Die Rasse steht in Gruppe 6 bei den Laufhunden, Schweißhunden und verwandten Rassen, dort in Sektion 1.2 der mittelgroßen Laufhunde — geführt mit Arbeitsprüfung.

Haltung und Erziehung: was aus der Aufgabe folgt

Der Zusatz mit Arbeitsprüfung ist kein Formalismus. Er hält fest, dass die Rasse an ihrer Leistung gemessen wird. Gezüchtet wurde sie als Brackenschlag, der spurlaut jagt und dabei selbstständig arbeitet.

Spurlaut heißt: Der Hund gibt Laut, während er der Fährte folgt. Er meldet also durchgehend, wo er gerade ist. Nachbarn hören das mit.

Für den Alltag folgt daraus eine klare Rangfolge. Nasenarbeit zuerst, Strecke danach. Eine Schleppleine gehört zur Grundausstattung, nicht in die Notfallkiste. Und der Rückruf bleibt über Jahre eine Baustelle, weil selbstständiges Arbeiten Zuchtziel ist.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung führt der Standard nicht auf. Was dort steht, sind die Fehler. Von der Zucht ausgeschlossen sind aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde, deutliche körperliche Abnormalitäten, ein vollständig unpigmentierter Nasenschwamm sowie Vorbiss, Rückbiss und Kreuzbiss.

Zwei Punkte betreffen die Augen. Entropium und Ektropium schließen aus, also nach innen oder nach außen gerollte Lidränder. Der Standard zählt sie ausdrücklich auch dann, wenn sie operiert wurden. Bei einem Hund mit locker sitzender Kehlhaut ist das kein Zufall.

Über dem Rassestandard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Lange Behänge und tiefe Lidränder gehören deshalb bei jedem Wurf auf den Prüfstand.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Fang beim Zuchtverband an. Die Rasse ist anerkannt und trägt die Standardnummer 59 — nach dieser Nummer darfst du fragen. Aus der Ahnentafel liest du ab, welche Hunde hinter dem Wurf stehen. Dazu gehören Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.

Ich fahre hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Beim Abgabealter ist die Rechtslage eindeutig: Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Frag außerdem nach der Varietät beider Elterntiere und nach ihrer jagdlichen Arbeit.

Ein Blick in die Rassegeschichte lohnt dabei. 1882 gab es noch fünf Varietäten, der Thurgauer Laufhund war 1909 bereits verschwunden. Auch der Jura Laufhund vom Typ St. Hubert existiert nicht mehr. Vier sind übrig. Jede lebt von einer schmalen Zuchtbasis.

Fazit: Rüden erreichen 49 bis 59 Zentimeter, Hündinnen 47 bis 57. Die Gruppe umfasst vier Varietäten — Berner, Luzerner, Jura und Schwyzer — mit demselben Standard und unterschiedlichen Farben. Ihr Wesen gilt als lebhaft und passioniert, außerhalb der Jagd als anhänglich und sozial. Sie jagen mit tiefer Nase, hohe Nasen sind atypisch. Ohne rechtzeitige Führung verfolgen sie Wild, bis sie es selbst einfangen.

Häufige Fragen zum Schweizer Laufhund

Wie groß wird ein Schweizer Laufhund?

Rüden 49 bis 59 cm, Hündinnen 47 bis 57 cm.

Wie viele Varietäten gibt es?

Vier: Berner, Luzerner, Jura und Schwyzer Laufhund.

Was unterscheidet sie?

Nur die Farbe. Sie haben denselben offiziellen Standard.

Wie sieht der Berner Laufhund aus?

Weiß mit schwarzen Flecken und lohfarbenen Abzeichen.

Wie sieht der Luzerner aus?

Blau und stark gesprenkelt.

Wie sieht der Jura Laufhund aus?

Lohfarben mit schwarzem Sattel.

Wie sieht der Schwyzer aus?

Weiße Grundfarbe mit orangen Flecken.

Wie ist sein Wesen?

Lebhaft und passioniert, empfindsam, leichtführig und anhänglich.

Was passiert ohne Führung?

Er verfolgt das Wild so lange, bis er es selbst einfängt.

Jagt er mit hoher oder tiefer Nase?

Mit tiefem Fang. Hohe Nasen gelten als atypisch.

In welcher Meutengröße jagt er?

Auf Wildschwein in Meuten von 20 bis 25 Hunden.

Welche Rassen wurden eingekreuzt?

Vermutlich Ariégeois, Petit Gascon-Saintongeois, Petit Bleu de Gascogne und Porcelaine.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zur jagdlichen Führung informiert der zuständige Landesjagdverband.