Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Chip, Haustierregister und Meldepflicht sind drei verschiedene Dinge.
- TASSO und FINDEFIX sind kostenlos und freiwillig, aber keine Behörde.
- Mehrere Bundesländer führen ein amtliches Hunderegister mit Meldepflicht.
- Die Hundesteuer bei der Gemeinde bleibt davon unberührt.
Dein Hund ist nicht registriert — dann liegt das meist daran, dass drei Dinge durcheinandergehen. Der Chip ist eine Nummer. Das Haustierregister ist ein Verein. Die Meldepflicht kommt vom Land. Ich sortiere das hier einmal sauber.
Die kurze Antwort
Chip beim Tierarzt setzen lassen, die Nummer kostenlos bei TASSO oder FINDEFIX eintragen, dann bei Gemeinde und Landesregister melden. Drei Schritte, drei Stellen.
Der häufigste Irrtum
Ein gechipter Hund gilt vielen als registriert. Der Transponder speichert aber nur eine Nummer und keine Adresse.
Was der Chip kann und was nicht
Für die Kennzeichnung gibt es laut TASSO zwei Wege: eine Tätowierung unter Narkose oder einen Transponder. Heute setzt die Praxis fast immer den Transponder.
Dieser Chip ist so groß wie ein Reiskorn. Er sendet nichts, er ortet nichts, er speichert keine Adresse.
Er trägt eine fünfzehnstellige Nummer. Wer den Hund findet, liest sie mit einem Lesegerät aus.

Und dann? Dann braucht es eine Stelle, die zu dieser Nummer deinen Namen kennt. Wie das technisch abläuft, steht ausführlich in Hund chippen.
Die freiwillige Registrierung: TASSO und FINDEFIX
Beide Register sind kostenlos. Beide erreichst du rund um die Uhr. Beide sind private Einrichtungen und keine Behörde.
TASSO vermittelt nach eigenen Angaben jedes Jahr mehr als 96.500 Tiere zurück. FINDEFIX gehört zum Deutschen Tierschutzbund und arbeitet nach demselben Prinzip.
Trotzdem ist in Deutschland schätzungsweise nur jedes zweite Haustier registriert. Genau diese Lücke merkt niemand, solange nichts passiert.
Aus meiner Erfahrung heraus ist der häufigste Defekt kein fehlender Eintrag, sondern eine alte Handynummer. Ein Register mit veralteten Daten hilft im Ernstfall nicht.
Mein Tipp: Trag dir einmal im Jahr einen Termin ein, an dem du deine Daten im Register prüfst. Zehn Minuten reichen dafür, danach ist der Eintrag wieder aktuell.
Die gesetzliche Meldepflicht — hier wird es amtlich
Eine bundesweite Registrierungspflicht gibt es bisher nicht. Mehrere Länder führen aber ein eigenes Hunderegister. Dort ist die Meldung Pflicht.
Niedersachsen zeigt gut, wie das aussieht. Das Zentrale Hunderegister verlangt die Meldung, sobald der Hund älter als sechs Monate ist.

Wichtig ist der nächste Satz aus dem Register selbst. Halter müssen ihren Hund auch dann melden, wenn er bereits in einem anderen Haustierregister steht.
TASSO ersetzt das Landesregister also nicht. Und das Landesregister ersetzt TASSO nicht, weil es keine Suchmeldungen verschickt.
Stand 27.08.2026. Die Landesregelungen unterscheiden sich, deshalb gilt die Zeile zum Landesregister nicht überall gleich.
Und die Hundesteuer?
Sie ist ein eigener Vorgang. Das Register sagt es selbst: Die Eintragung ins Hunderegister ersetzt die Anmeldung bei der Gemeinde nicht.
Melde deinen Hund deshalb direkt beim Bürgeramt oder Steueramt an. Wie hoch die Steuer ausfällt, legt jede Kommune selbst fest.
Für einige Rassen kommen zusätzliche Auflagen dazu, je nach Landesrecht. Ein Beispiel dafür beschreibt Cane Corso: Listenhund oder Familienhund.
Eine Haftpflicht ist in mehreren Ländern ebenfalls Pflicht. Was sie abdeckt, steht in Hundehaftpflicht.
Was du heute in einer halben Stunde erledigst
- Chipnummer heraussuchen — sie steht im Impfausweis oder im EU-Heimtierausweis.
- Nummer kostenlos bei TASSO oder FINDEFIX eintragen und die Handynummer prüfen.
- Bei der Gemeinde anrufen und fragen, ob dein Land ein Hunderegister führt.
- Hund bei der Gemeinde zur Hundesteuer anmelden, falls das noch fehlt.
- Adresse und Telefonnummer überall angleichen, besonders nach einem Umzug.
Der letzte Punkt klingt nebensächlich. Er ist es nicht: Was beim Wohnungswechsel sonst noch untergeht, steht in Umzug mit Hund.
Wenn dein Hund jetzt gerade weg ist
- Suchmeldung beim Register aufgeben, das geht rund um die Uhr.
- Tierheime, Tierarztpraxen und Fundbüro im Umkreis anrufen.
- Am Fundort bleiben oder jemanden dort lassen, viele Hunde kehren zurück.
- Frisches Foto und Chipnummer bereithalten, beides wird sofort verlangt.
Ein Hund, der zuverlässig zurückkommt, gerät seltener in diese Lage: Rückruf trainieren.
Warum ängstliche Hunde besonders betroffen sind
Hunde aus dem Ausland und unsichere Hunde laufen häufiger weg. Sie fliehen bei Lärm, reißen sich los und rennen weit.
Bei ihnen zahlt sich der Eintrag doppelt aus. Wie du an der Unsicherheit selbst arbeitest, steht in Hilfe für ängstliche Hunde.

Und falls dein Hund verletzt gefunden wird, zählen die ersten Minuten. Das Nötigste dazu steht in Erste Hilfe beim Hund.
Meine langjährige Erfahrung mit Halterfragen sagt mir, dass fast niemand diese Schritte aus Nachlässigkeit auslässt. Sie gehen im Alltag unter, weil sie nur einmal anfallen.
Fazit: Ein nicht registrierter Hund ist selten ein Rechtsproblem und fast immer ein Risiko. Der Chip macht ihn identifizierbar, das Haustierregister bringt ihn nach Hause, das Landesregister und die Gemeinde machen ihn aktenkundig. Erledige die drei Schritte hintereinander, dann ist die Sache für die nächsten Jahre erledigt.
Häufige Fragen zur Registrierung
Mein Hund ist nicht registriert — ist das strafbar?
Das hängt vom Bundesland ab. Die Eintragung bei TASSO oder FINDEFIX ist freiwillig. Ein amtliches Landesregister und die Hundesteuer sind dagegen Pflicht, wo es sie gibt.
Reicht der Chip allein?
Nein. Der Transponder trägt nur eine Nummer. Ohne Eintrag in einem Register führt diese Nummer zu niemandem.
Was kostet die Registrierung bei TASSO oder FINDEFIX?
Nichts. Beide Register sind kostenlos. TASSO ist ein Verein, FINDEFIX gehört zum Deutschen Tierschutzbund.
Ersetzt TASSO das amtliche Hunderegister?
Nein. In Niedersachsen etwa müssen Halter ihren Hund auch dann im Zentralen Register melden, wenn er schon in einem anderen Haustierregister steht.
Ersetzt das Hunderegister die Hundesteuer?
Nein. Die Eintragung ins Hunderegister ersetzt die Anmeldung bei der Gemeinde nicht. Das sind zwei getrennte Vorgänge.
Ab wann muss ich meinen Hund melden?
In Niedersachsen, sobald er älter als sechs Monate ist. Andere Länder setzen andere Fristen, deshalb fragst du am besten bei deiner Gemeinde nach.
Was kostet die amtliche Meldung?
In Niedersachsen 14,50 Euro online und 23,50 Euro telefonisch oder schriftlich. Die Hundesteuer kommt getrennt dazu.
Ich habe umgezogen — muss ich etwas tun?
Ja, an drei Stellen: neue Gemeinde, Landesregister sowie Haustierregister. Eine veraltete Adresse ist der häufigste Grund, warum ein Fund scheitert.
Mein Hund kommt aus dem Ausland. Was gilt?
Er braucht einen Chip und einen EU-Heimtierausweis. Registrieren lässt er sich mit dieser Nummer wie jeder andere Hund auch.
Kommt eine bundesweite Pflicht?
Laut TASSO tritt 2026 eine Entscheidung auf EU-Ebene in Kraft, nach der langfristig alle privat gehaltenen Hunde gekennzeichnet und registriert werden müssen. Die Übergangsfrist beträgt zehn Jahre.
Wie prüfe ich, ob mein Hund eingetragen ist?
Über die Transponderabfrage des jeweiligen Registers. Du gibst die Chipnummer ein und siehst, ob sie dort hinterlegt ist.
Was mache ich, wenn mein Hund weg ist?
Sofort Suchmeldung beim Register, dann Tierheime und Tierarztpraxen im Umkreis anrufen. Danach die Fundbüros.
Quellen
- TASSO e. V. – Das TASSO-Prinzip: Kennzeichnung und Registrierung
- Zentrales Hunderegister Niedersachsen – Häufig gestellte Fragen
- FINDEFIX – Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes
Weiterlesen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Welche Meldepflichten für dich gelten, sagen dir deine Gemeinde und das zuständige Veterinäramt.
