Welpen erziehen: die ersten Wochen richtig nutzen

Welpen erziehen: die ersten Wochen richtig nutzen

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 21.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Einzug erst mit über acht Wochen — das schreibt die Tierschutz-Hundeverordnung vor.
  • Bis zur zwanzigsten Woche: mindestens vier Stunden Umgang mit dir, täglich.
  • 🔴 Strafmittel sind verboten und zerstören das Vertrauen.
  • Ruhe ist Training: Welpen schlafen 18 bis 20 Stunden am Tag.

Die ersten Wochen im neuen Zuhause prägen deinen Hund länger als jedes spätere Training. In dieser Zeit lernt er, ob die Welt sicher ist, ob du berechenbar bist und was sich lohnt. Ich zeige dir, was rechtlich gilt, worauf es in der Prägephase ankommt und wie du die ersten Kommandos aufbaust.

Die kurze Antwort

Kurze Einheiten, viel Schlaf, klare Regeln ab Tag eins. Belohnen statt strafen. Neue Reize in kleinen Dosen, damit dein Welpe nicht überfordert wird.

🔴 Der häufigste Fehler

Zu viel Programm. Ein überreizter Welpe lernt nichts und wird nachts unruhig.

Was das Gesetz vorgibt

Drei Punkte stehen in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Alle drei betreffen dich direkt. Erstens darf ein Welpe erst mit über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Zweitens brauchen Welpen bis zur zwanzigsten Lebenswoche mindestens vier Stunden täglich Umgang mit einer Betreuungsperson.

Frau übt mit einem wachen Welpen im Wohnzimmer ein Kommando
Drei kurze Einheiten am Tag bringen mehr als eine lange.

Der dritte Punkt betrifft die Methode. Stachelhalsbänder und andere schmerzhafte Mittel sind bei Ausbildung, Erziehung und Training verboten. Wer dir so etwas empfiehlt, empfiehlt dir eine Ordnungswidrigkeit.

Aus meiner Erfahrung wird die Vier-Stunden-Regel am häufigsten unterschätzt. Gemeint sind keine vier Stunden Programm. Du sollst da und ansprechbar sein. Wer ganztags außer Haus arbeitet, braucht für diese Zeit eine verlässliche Lösung.

Alter Was ansteht Dauer je Einheit
Alter8 bis 12 Wochen Was anstehtName, Stubenreinheit, Alleinsein üben Dauer je Einheit1 bis 2 Minuten
Alter12 bis 16 Wochen Was anstehtSitz, Rückruf, Leine, Umweltreize Dauer je Einheit2 bis 3 Minuten
Alter16 bis 20 Wochen Was anstehtRückruf festigen, Ablenkung erhöhen Dauer je Einheit3 bis 5 Minuten
Alter🔴 jederzeit Was anstehtRuhephasen schützen Dauer je Einheitso lange er schläft
Alterab 5 Monaten Was anstehtZahnwechsel beachten, sanft üben Dauer je Einheit5 Minuten

Was in welchem Alter dran ist — Richtwerte, kein Stundenplan.

Prägephase: der wichtigste Abschnitt

Das TVT-Merkblatt 197 formuliert es klar: Die Erfahrungen aus der Präge- und Sozialisationsphase wirken sich auf das spätere Verhalten aus. Welpen gehören deshalb von Beginn an ins Familienleben. Isoliert halten ist keine Option.

Wacher Welpe an lockerer Leine auf einem Weg im Park
Neue Reize in kleinen Dosen: ein Untergrund, ein Geräusch, dann Pause.

Gleichzeitig warnt dasselbe Merkblatt vor dem Gegenteil. Reize sollen behutsam herangeführt werden, damit keine Überforderung eintritt. Gemeint sind Autofahren, verschiedene Bodenuntergründe und Geräusche, der Staubsauger eingeschlossen.

Praktisch heißt das: ein neuer Reiz pro Tag, nicht fünf. Meine langjährige Erfahrung mit Junghunden zeigt, dass die Signale dabei früh kommen. Beobachte deinen Welpen also genau. Zieht er sich zurück, drückt er die Ohren an oder gähnt er auffällig, war es zu viel. Dann gehst du einen Schritt zurück und machst es kleiner.

Ein zweiter Hund im Haushalt hilft übrigens weniger, als viele denken — er ersetzt deine Führung nicht. Wie das Zusammenleben trotzdem gelingt, steht in Hund und Kind. Was in dieser Phase auf den Teller gehört, klärt Welpen richtig füttern.

🔴 Die ersten Kommandos

Schlafender Welpe auf einer Decke im Wohnzimmer
Ruhephasen sind Teil des Trainings, nicht die Pause davon.

Fang mit dem Namen an. Sag ihn. Sobald dein Welpe zu dir schaut, gibt es ein Leckerli. Zwanzig Wiederholungen über den Tag verteilt reichen. Nach drei Tagen dreht er den Kopf, bevor du das zweite Wort gesagt hast.

Danach kommt der Rückruf, das wichtigste Kommando überhaupt. Baue ihn nur in Situationen auf, in denen dein Welpe ohnehin zu dir läuft. Dann verknüpft er das Wort mit etwas, das er sowieso tut. Ausführlich steht das in Rückruf trainieren.

Sitz ist einfacher, als es aussieht. Halte das Leckerli über die Nase und führe es langsam nach hinten. Der Po geht von allein runter. Erst wenn das zehnmal klappt, kommt das Wort dazu. Wer schneller vorankommen will, findet in Hundeschule die Kriterien für eine gute Gruppe.

Stubenreinheit ist kein Kommando. Sie ist eine Frage der Frequenz: Nach jedem Schlafen, jedem Fressen und jedem Spiel geht es raus, ohne Ausnahme. Wie du Rückschläge einordnest, beschreibt Welpe stubenrein bekommen.

Diese sechs Punkte machen den Unterschied

  • Kurze Einheiten: lieber dreimal zwei Minuten als einmal zehn.
  • Belohnen, was du sehen willst — ignorieren, was du nicht willst.
  • 🔴 Keine Strafmittel, kein Anschreien, kein Nackenschütteln.
  • Ruhephasen schützen, auch wenn Besuch da ist.
  • Ein neuer Umweltreiz pro Tag, nie mehrere gleichzeitig.
  • Regeln von Anfang an gleich halten, in der ganzen Familie.

Zum Zahnwechsel ab dem vierten Monat: Zahnwechsel beim Welpen.

Fazit: Welpenerziehung ist keine Frage der Strenge, sondern der Wiederholung. Acht Wochen sind die Untergrenze für den Einzug, vier Stunden Betreuung am Tag die gesetzliche Vorgabe bis Woche zwanzig. Alles Weitere entsteht in Minuten, nicht in Stunden. Wer geduldig bleibt und Ruhe zulässt, hat nach einem halben Jahr einen Hund, der zuhört.

Häufige Fragen zur Welpenerziehung

Wann beginnt die Erziehung?

Am ersten Tag. Dein Welpe lernt ab der ersten Minute, was sich lohnt. Was du in Woche eins durchgehen lässt, gilt für ihn als erlaubt.

🔴 Ab welchem Alter darf ein Welpe einziehen?

Erst mit über acht Wochen. Das schreibt die Tierschutz-Hundeverordnung vor. Wer dir einen jüngeren Hund anbietet, verstößt gegen geltendes Recht.

Wie lange kann sich ein Welpe konzentrieren?

Wenige Minuten. Drei kurze Einheiten am Tag bringen mehr als eine lange. Sobald er wegschaut oder herumhampelt, ist die Einheit vorbei.

Wie viel Schlaf braucht ein Welpe?

Sehr viel. Das TVT-Merkblatt nennt einen geregelten Tagesablauf mit ausreichenden ungestörten Ruhephasen. Die meisten Welpen schlafen 18 bis 20 Stunden am Tag.

Darf ich meinen Welpen bestrafen?

Nein. Stachelhalsbänder und andere schmerzhafte Mittel sind bei Erziehung und Training gesetzlich verboten. Anschreien und Schütteln zerstören außerdem das Vertrauen.

Was ist die Prägephase?

Die Wochen, in denen dein Welpe die Welt kennenlernt und Eindrücke besonders tief speichert. Erfahrungen aus dieser Zeit wirken sich laut TVT auf das spätere Verhalten aus.

Wie sozialisiere ich richtig?

Behutsam und in kleinen Dosen. Autofahren, verschiedene Böden, Geräusche wie der Staubsauger. Wichtig ist, dass keine Überforderung entsteht.

Wie viel Zeit braucht mein Welpe täglich?

Mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson, bis er zwanzig Wochen alt ist. So steht es in der Tierschutz-Hundeverordnung.

Welche Kommandos zuerst?

Name, Sitz und der Rückruf. Alles andere kommt später. Diese drei brauchst du jeden Tag. Auf ihnen baut später jedes weitere Kommando auf.

Braucht mein Welpe eine Welpenschule?

Sie hilft, ersetzt aber nicht das Training zu Hause. Achte auf kleine Gruppen, ruhige Trainer und darauf, dass niemand die Welpen einfach toben lässt.

Wie gehe ich mit Beißen um?

Spiel sofort beenden, ohne Schimpfen. Dein Welpe lernt daraus: Zähne beenden den Spaß. Nach einer Pause geht es weiter.

Wann ist ein Welpe stubenrein?

Meist zwischen vier und sechs Monaten. Regelmäßiges Rausgehen nach Schlaf, Fressen und Spiel beschleunigt es deutlich.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und kein individuelles Training. Bei Angst, starker Unsicherheit oder Aggression gehört eine Verhaltensberatung dazu.