Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 21.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Nach jedem Winterspaziergang: Pfoten lauwarm abspülen und abtrocknen.
- Wege wählen, auf denen nicht gestreut wird.
- 🔴 Schuhe nur auf tierärztliche Anordnung — sie schränken die Bewegung ein.
- Drinnen zugfrei und warm liegen, nicht auf kaltem Steinboden.
Der Winter macht aus der gewohnten Runde eine andere Aufgabe. Salz auf dem Gehweg, Schneeklumpen zwischen den Zehen, früh einsetzende Dunkelheit und ein Hund, der bei jedem Stopp auskühlt. Ich zeige dir, worauf es unterwegs ankommt, was danach zu tun ist und wie dein Hund drinnen richtig liegt.
Die kurze Antwort
In Bewegung bleiben, ungestreute Wege wählen, danach Pfoten abspülen und abtrocknen. Drinnen warm und zugfrei liegen lassen.
🔴 Kein Zubehör aus Gewohnheit
Hundeschuhe gehören nur an die Pfoten, wenn die Tierarztpraxis sie anordnet.
Unterwegs: Salz, Schnee und Tempo
Die wichtigste Empfehlung des Deutschen Tierschutzbundes klingt banal und wirkt sofort: Am besten dreht man Gassirunden dort, wo nicht gestreut wird. Salz reizt die Haut zwischen den Ballen und brennt in feinen Rissen. Ein Umweg über den Park ist deshalb im Winter oft die bessere Runde.

Die zweite Regel betrifft das Tempo. Solange dein Hund läuft, produziert er Wärme. Lange Wartezeiten am Bahnsteig oder vor dem Bäcker kühlen ihn aus, besonders bei Nässe. Plane die Runde also als Bewegung, nicht als Aufenthalt. Für Schnüffelpausen im Winter reicht ein kurzer Halt, kein langer Stopp am selben Baum.
Aus meiner Erfahrung sind Schneeklumpen zwischen den Zehen das unterschätzte Ärgernis. Sie entstehen an langem Fell zwischen den Ballen und werden hart wie Kies, sodass jeder Schritt drückt. Wer das Fell kurz hält, hat das Problem nicht. Wie das geht, steht in Fellpflege beim Hund.
Fünf typische Winterprobleme und was hilft.
Nach dem Spaziergang
Hier ist die Empfehlung eindeutig: Pfoten nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abspülen und sorgfältig abtrocknen. Das entfernt Salzreste und verhindert, dass dein Hund sie ableckt. Abgeleckte Salzreste können Übelkeit und Durchfall auslösen, weshalb der Handgriff mehr ist als Kosmetik.

Trockne dabei auch zwischen den Zehen. Feuchtigkeit, die dort bleibt, weicht die Haut auf und begünstigt Entzündungen. Ein Blick auf die Ballen gehört ebenfalls dazu, besonders nach Wegen mit Splitt. Feine Risse siehst du am besten, wenn du die Zehen leicht spreizt.
Zu Schuhen ist die Position klar. Sie haben nur dann etwas an den Hundepfoten zu suchen, wenn eine Tierarztpraxis sie aus gesundheitlichen Gründen anordnet, weil sie die Bewegungsfreiheit einschränken. Mehr zur Pflege steht in Pfotenpflege.
🔴 Drinnen richtig liegen

Der Winter endet nicht an der Haustür, auch wenn es dort warm ist. Die Broschüre des Tierschutzbundes warnt davor, den Hund längere Zeit auf kaltem Steinboden liegen zu lassen. Als mögliche Folge werden dort ausdrücklich Blasen- und Nierenentzündungen genannt.
Der Schlafplatz gehört deshalb an einen ungestörten, zugfreien Ort, zu dem dein Hund jederzeit Zugang hat. Eine Matte oder ein Körbchen zwischen Hund und Fliesen genügt oft schon. Wichtig ist, dass der Platz nicht direkt neben der Terrassentür liegt, wo es zieht.
Nasses Fell braucht zusätzlich Zeit. Lass deinen Hund nach der Runde nicht im Durchzug liegen, sondern trockne ihn ab. Besonders langhaarige Hunde bleiben sonst stundenlang klamm. Welcher Liegeplatz sich eignet, steht in Hundebett.
Meine langjährige Erfahrung sagt, dass ältere Hunde im Winter am stärksten betroffen sind. Sie kühlen schneller aus. Steife Gelenke fallen bei Kälte zusätzlich deutlicher auf. Dazu passen Der alte Hund und Arthrose beim Hund.
Winter-Routine
- Route ohne Streusalz wählen.
- Fell zwischen den Ballen kurz halten.
- In Bewegung bleiben statt lange stehen.
- 🔴 Nach jedem Gang Pfoten lauwarm abspülen und trocknen.
- Zwischen den Zehen abtrocknen und Ballen ansehen.
- Drinnen zugfreier, warmer Liegeplatz mit ständigem Zugang.
Zur Pfotenkontrolle: Pfotenpflege.
Fazit: Winterspaziergänge scheitern selten an der Kälte und meistens am Drumherum. Streusalz, harte Schneeklumpen und lange Standzeiten sind die eigentlichen Probleme. Zwei Handgriffe lösen den größten Teil: ungestreute Wege wählen und die Pfoten danach abspülen, ohne Ausnahme und bei jedem Wetter. Und drinnen entscheidet der Liegeplatz — warm, zugfrei und nicht auf kaltem Stein.
Häufige Fragen zum Winter mit Hund
Frieren Hunde im Winter?
Das hängt von Fell, Größe, Alter und Bewegung ab. Ein kurzhaariger, kleiner oder alter Hund kühlt deutlich schneller aus als ein nordischer Typ im Winterfell. Auch sehr magere Hunde frieren früher.
🔴 Was mache ich nach dem Spaziergang?
Pfoten abspülen. Der Deutsche Tierschutzbund rät, sie nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abzuspülen und sorgfältig abzutrocknen.
Warum ist Streusalz ein Problem?
Es reizt die Haut und brennt in feinen Rissen. Deshalb empfiehlt der Tierschutzbund, dort zu gehen, wo nicht gestreut wird.
Sind Hundeschuhe sinnvoll?
Nur auf tierärztliche Anordnung. Der Tierschutzbund weist darauf hin, dass Schuhe die Bewegungsfreiheit einschränken.
Braucht mein Hund einen Mantel?
Manche Hunde ja, andere überhaupt nicht. Kurzhaarige, kleine, sehr junge, alte oder kranke Hunde profitieren. Bei dichtem Unterfell ist er meist überflüssig.
Darf mein Hund Schnee fressen?
Besser nicht. Kalter Schnee kann den Magen reizen. Gestreuter Schnee enthält obendrein Salz, deshalb lenkst du ihn besser ab.
Was ist mit Schneeklumpen zwischen den Zehen?
Halte das Fell zwischen den Ballen kurz. So sammelt sich weniger Schnee, harte Klumpen bilden sich erst gar nicht.
Wie lange darf ein Spaziergang dauern?
So lange, wie dein Hund in Bewegung bleibt. Lange Steh- und Wartezeiten kühlen aus, gerade bei Nässe.
Wo soll mein Hund drinnen liegen?
Warm und zugfrei. Die Broschüre des Tierschutzbundes warnt davor, den Hund länger auf kaltem Steinboden liegen zu lassen.
Was droht bei kaltem Boden?
Der Tierschutzbund nennt ausdrücklich Blasen- und Nierenentzündungen als mögliche Folge.
Wie sichtbar muss mein Hund sein?
Im Dunkeln gut sichtbar. Leuchthalsband oder reflektierendes Geschirr sind im Winter kein Zubehör, sondern schlicht Sicherheit — vor allem an Straßen und auf Radwegen.
Braucht mein Hund im Winter mehr Futter?
Nur wenn er tatsächlich mehr leistet. Ein Hund, der im Winter kürzere Runden geht und den Rest des Tages auf der Couch verbringt, braucht eher weniger als sonst.
Quellen
- Deutscher Tierschutzbund – Haustiere draußen vor Kälte schützen
- Deutscher Tierschutzbund – Broschüre „Die Haltung von Hunden“
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Ob dein Hund Schuhe oder einen Mantel braucht, entscheidet die Tierarztpraxis nach Alter, Fell und Gesundheitszustand.
