Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 8 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 🔴 Aufgetragen wird nach dem Füttern, nicht davor.
- Ein Gramm Paste enthält 2 Milligramm Chlorhexidin.
- Der Wirkstoff wird über 24 Stunden abgegeben.
- Anwendung je nach Bedarf täglich bis wöchentlich.
Die kurze Antwort
Dentisept ist eine haftende Zahnpaste mit Chlorhexidin. Sie wird nach dem Füttern mit dem Finger auf Zähne und Zahnfleisch verteilt.
🔴 Der Punkt, den kaum jemand nennt
Bei uns Menschen putzt man vor dem Essen nicht. Hier ist es umgekehrt: Die Paste kommt ausdrücklich nach der Mahlzeit auf die Zähne.
Der Atem des Hundes riecht. Am Zahnfleischrand sitzt ein brauner Saum, der sich nicht wegwischen lässt.

Aus meiner Erfahrung landet dann eine Paste im Einkaufskorb, die anschließend zum falschen Zeitpunkt aufgetragen wird.
🔴 Die Regel, die dem Gefühl widerspricht
In der Packungsbeilage steht ein Satz, den viele überlesen.
Die Behandlung soll nicht vor, sondern nach dem Füttern erfolgen.
Der Grund ist einleuchtend. So bleibt das Präparat möglichst lange haften und wird nicht vorzeitig abgerieben.
Ein vergleichbares Gel geht noch einen Schritt weiter. Dort heißt es ausdrücklich, das Maul des Tiers nicht auszuspülen.
Das Gel darf verschluckt werden und wirkt dadurch länger im Maul.
Beides zusammen ergibt eine einfache Regel für den Alltag. Erst der Napf, dann die Paste, kein Nachspülen.
Wer die Reihenfolge umdreht, wischt den Wirkstoff mit der nächsten Mahlzeit wieder von den Zähnen.
Was drin ist
Ein Gramm Paste enthält 2 Milligramm Chlorhexidin. Das entspricht 0,2 Prozent.
Dazu kommen Vanillin als Aroma, Carbomer als Haftmittel und flüssiges Paraffin.
Der Vanillegeruch hat einen Zweck. Er überdeckt den unangenehmen Geschmack des Wirkstoffs.
Drei Formen mit demselben Wirkstoff
Die Spüllösung wird in der Praxis auch rund um eine Zahnsteinentfernung eingesetzt, also davor, dabei und danach.
Zu Hause wird sie täglich nach den Mahlzeiten am Zahnfleischrand aufgesprüht. Auch hier gilt also: nach dem Fressen.
Die Wahl der Form richtet sich vor allem danach, was der Hund mitmacht. Eine Sprühflasche kommt manchmal weiter als ein Finger im Maul.
🔴 Warum eine Anwendung 24 Stunden trägt
Chlorhexidin verhält sich im Maul anders als andere Mittel.

Es bindet an Eiweiße und an den Zahnschmelz. Von dort wird es im Laufe von 24 Stunden allmählich wieder abgegeben.
Daraus entsteht ein Vorrat, der über den Tag trägt. Fachleute sprechen von einem Depot-Effekt.
Die Paste hat zusätzlich eine besondere Haftwirkung auf Schleimhaut und Zähnen.
So läuft die Anwendung ab
- Erst füttern, dann auftragen.
- Die Paste mit dem Finger verteilen und leicht einmassieren.
- Für die hinteren Backenzähne die Pipette auf die Tube schrauben.
- Nicht nachspülen.
- Den Finger erst trocken abreiben, dann die Hände mit Seife waschen.
Meine langjährige Erfahrung: Die hinteren Zähne werden fast immer vergessen, dabei sitzt dort der meiste Belag.
Wie oft und wie lange
Die Angabe ist bewusst offen gehalten. Je nach Schweregrad genügt eine tägliche bis wöchentliche Behandlung.
Beim Gel lautet die Angabe zwei- bis dreimal wöchentlich, bei Bedarf täglich.
Ein Vorteil gegenüber vielen anderen Mitteln liegt im Alter. Das Gel ist bereits für Jungtiere geeignet, passend zu Welpen richtig füttern.
Für die Zähne selbst gibt es dort eine praktische Zeitangabe. Rund eine Minute je Kiefer mit kreisenden Bewegungen.
Was hinter entzündetem Zahnfleisch steckt, steht in Zahnfleisch beim Hund.
Nebenwirkungen und Grenzen
Gegenanzeigen sind keine bekannt. Das Mittel gilt als sehr gut verträglich.
Bei Katzen kommt ganz vereinzelt Speicheln vor. Beim Hund ist das kein Thema.
Ein Punkt betrifft die Optik. Bei längerer Anwendung können sich die Zahnhälse bräunlich verfärben.
Das ist harmlos und lässt sich in der Praxis mit dem Ultraschallgerät entfernen.
Für trächtige und säugende Tiere fehlen Untersuchungen. Dort entscheidet die Praxis.
Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind keine bekannt. Auch zu einer Überdosierung liegen keine Untersuchungen vor. Wie man den Hund an das Maulöffnen gewöhnt, steht in Tabletten verabreichen.
Abgegeben wird das Mittel ohne Rezept, aber nach Fachberatung.
Was ich Haltern rate
Ich fange klein an. Erst den Finger ins Maul, dann die Paste, dann die hinteren Zähne.
Mir fällt auf, dass die Paste allein als Lösung gedacht wird. Vorhandener Zahnstein geht davon nicht weg, mehr dazu in Zahnstein beim Hund.
Aus meiner Sicht zählt der Rhythmus mehr als die Menge. Auch einmal pro Woche ist besser als gar nichts, siehe Zahnwechsel beim Welpen.
Und ich achte auf die Reihenfolge. Die Mahlzeit zuerst, danach die Paste.
Bei einem Hund, der sich am Maul nicht anfassen lässt, beginne ich außerhalb der Zahnpflege. Ein paar Sekunden Lefze anheben, dann ein Leckerli, mehr nicht.
Nach zwei Wochen klappt das meist ohne Gegenwehr. Erst dann kommt die Paste ins Spiel.

Fazit: Dentisept ist eine haftende Zahnpaste für Hunde und Katzen. Ein Gramm enthält 2 Milligramm Chlorhexidin, dazu Vanillin, Carbomer und flüssiges Paraffin. Angewendet wird sie zur vorbeugenden Behandlung von Plaque und Zahnstein sowie gegen Zahnfleischentzündung und entzündete Lefzen. Die Paste wird mit dem Finger verteilt und leicht einmassiert, je nach Schweregrad täglich bis wöchentlich. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Die Behandlung soll nicht vor, sondern nach dem Füttern erfolgen, damit das Präparat lange haften bleibt. Im Maul bindet Chlorhexidin an Eiweiße und Zahnschmelz und wird über 24 Stunden allmählich wieder abgegeben. Gegenanzeigen sind keine bekannt. Bei längerer Anwendung kann eine Braunfärbung der Zahnhälse auftreten, die sich mit dem Ultraschallgerät entfernen lässt.
Häufige Fragen zu Dentisept für Hunde
🔴 Wann wird Dentisept aufgetragen?
Nach dem Füttern, nicht davor. So haftet es länger.
Wie oft?
Je nach Schweregrad täglich bis wöchentlich.
Wie wird es aufgetragen?
Mit dem Finger verteilen und leicht einmassieren.
🔴 Was ist der Depot-Effekt?
Der Wirkstoff bindet an Eiweiße und Zahnschmelz und wird über 24 Stunden abgegeben.
Wie viel Wirkstoff steckt drin?
Zwei Milligramm Chlorhexidin je Gramm Paste.
Muss man nachspülen?
Nein. Ein vergleichbares Gel weist ausdrücklich darauf hin, das Maul nicht auszuspülen.
Gibt es Nebenwirkungen?
Selten speicheln Katzen. Bei langer Anwendung können sich die Zahnhälse bräunlich färben.
Lässt sich das entfernen?
Ja, mit dem Ultraschallgerät in der Praxis.
Wie kommt man an die hinteren Zähne?
Mit der Pipette, die sich auf die Tube schrauben lässt.
Ist es verschreibungspflichtig?
Nein, es wird nach Fachberatung ohne Rezept abgegeben.
Quellen
- Packungsbeilage Dentisept, Tierarzneimittelkompendium der Schweiz
- Tierarzneimittelkompendium der Schweiz – Dentisept Dental-Adhäsiv-Paste
- Produktekompendium der Universität Zürich – Bucogel Zahngel
- Produktekompendium der Universität Zürich – Hexarinse Spüllösung
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Vorhandener Zahnstein gehört in der Praxis entfernt.
