Alaskan Malamute: Größe, Wesen und Haltung

Alaskan Malamute: Größe, Wesen und Haltung

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden ca. 63,5 cm und 38 kg, Hündinnen ca. 58,5 cm und 34 kg.
  • Der VDH nennt ihn ausdrücklich keinen Anfängerhund.
  • Ausdauersportler, kein Sprinter — und kein Wachhund.
  • Hohe Jagdmotivation, deshalb fast überall an der Leine.

Der Alaskan Malamute wird ständig mit dem Husky verwechselt. Beide ziehen einen Schlitten, damit endet die Gemeinsamkeit aber schon. Ich gehe die Angaben des VDH durch und zeige, was dieser Hund im deutschen Alltag wirklich fordert.

Die kurze Antwort

Ein arktischer Zughund mit rund 38 Kilogramm, hoher Jagdmotivation und eigenem Kopf. Kraftvoll statt schnell.

Der entscheidende Punkt

Die Rasse arbeitet auf Ausdauer. Eine Runde um den Block ersetzt keine Aufgabe, die Kraft und Kondition fordert.

Herkunft: Zugtier und Jagdhelfer der Inuit

Der VDH nennt den Alaskan Malamute eine der ältesten Schlittenhund-Rassen der Arktis. Die Vorfahren stammen aus Sibirien. Mit den Einwanderungswellen gelangten Hunde vom nordischen Schlittenhundtyp nach Alaska.

Kopf eines wachen Alaskan Malamute im Freien
Raues Deckhaar, dichte Unterwolle und der aufgeschlossene Blick prägen die Rasse.

Dort züchteten Inuit daraus den Hund von den Mahlemiuten. Er zog Lasten und half bei der Jagd. Wer diese Doppelrolle kennt, versteht sofort, warum heute beides in dem Hund steckt: der Wille zu ziehen und der Wille, einer Fährte zu folgen.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüdeca. 63,5 cm Hündinca. 58,5 cm
MerkmalGewicht Rüdeca. 38 kg Hündinca. 34 kg
MerkmalFell Rüderaues Deckhaar, dichte Unterwolle Hündinraues Deckhaar, dichte Unterwolle
MerkmalRute Rüdegut behaart, über dem Rücken Hündingut behaart, über dem Rücken
MerkmalFCI RüdeGruppe 5, Nr. 243 HündinGruppe 5, Nr. 243

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Die Farbpalette fällt breit aus. Der VDH führt Grau-Weiß, Silber, Sable, Alaskan Seal, Weiß, Blau, Schwarz-Weiß und Braun. Das mächtige Gebäude mit dem tiefen Brustkorb erklärt, warum dieser Hund über Stunden gleichmäßig arbeiten kann.

Wesen: freundlich, aber mit eigenem Kopf

Selbständig, eigenwillig, arbeitsfreudig — so fasst der VDH das Wesen zusammen. Der Hund braucht täglich eine Herausforderung. Hinter der gelassenen Ausstrahlung steckt eine Persönlichkeit, die sich nicht so schnell umstimmen lässt.

Frau geht draußen mit einem wachen Alaskan Malamute an der Leine
Die hohe Jagdmotivation macht die Leine fast überall unumgänglich.

Fremden begegnet er mit freundlicher Gleichgültigkeit. Genau deshalb taugt er weder als Wachhund noch als Schutzhund. Wer einen bellenden Aufpasser sucht, sucht die falsche Rasse.

Aus meiner Erfahrung scheitert die Erziehung immer an derselben Stelle. Wer Gehorsam erzwingen will, verliert. Wer sich den Schlittenhund zum Freund macht, gewinnt Entscheidungen, die der Hund von sich aus mitträgt. Wo du das üben kannst, steht in Hundeschule.

Ein Punkt wird unterschätzt: die jagdliche Motivation. Sie ist hoch und macht die Leine fast überall unumgänglich. Wer trotzdem an der Freilaufidee festhält, riskiert genau die Situation, die in Hund zieht an der Leine beschrieben ist.

Alltag: was das Gesetz verlangt

Die Tierschutz-Hundeverordnung regelt in § 2 den Rahmen für jeden Hund. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Entscheidend ist der Zusatz im selben Paragrafen. Auslauf und Sozialkontakte sind der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand anzupassen. Bei einem Zughund aus der Arktis bedeutet das eine ganz andere Latte als bei einem kleinen Begleithund. Für Welpen bis zwanzig Wochen schreibt die Verordnung mindestens vier Stunden Umgang je Tag vor.

Tierärztin untersucht einen wachen Alaskan Malamute in der Praxis
Bei knapp 40 Kilogramm gehören Hüften und Knie regelmäßig kontrolliert.

Was ein Malamute im Alltag braucht

  • Eine Aufgabe, die Kraft und Ausdauer fordert — Zugarbeit, lange Touren.
  • Leine als Standard, Freilauf nur in gesichertem Gelände.
  • Kühle Rückzugsorte im Sommer, das Fell ist für Frost gebaut.
  • Junge Hunde nicht über Distanz oder Zuglast auslasten.
  • Klare Absprachen in der Familie, sonst sucht er sich seine eigenen Regeln.

Zum Wärmerisiko dickfelliger Rassen: Hitzschlag beim Hund.

Ich rate dazu, den Sommer vorher ernsthaft durchzudenken. Ein Hund mit rauem Deckhaar und dichter Unterwolle kommt mit Frost besser zurecht als mit dreißig Grad. Wie du Überhitzung früh erkennst, steht im verlinkten Ratgeber. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, beschreibt Welpen richtig füttern.

Pflege, Gesundheit und Kosten

Die Fellpflege bleibt überschaubar. Regelmäßiges Bürsten reicht, im Fellwechsel kommt die Bürste deutlich häufiger zum Einsatz. Ich halte den Aufwand für machbar, solange der Fellwechsel eingeplant ist. Wer sich das nicht zutraut, findet Hilfe unter Hundefriseur.

Meine langjährige Erfahrung mit großen Zughunden zeigt: der Bewegungsapparat entscheidet über die späteren Jahre. Bei 38 Kilogramm tragen Hüften und Knie deutlich mehr als bei einem mittelgroßen Hund. Was dahintersteckt, erklärt Hüftdysplasie beim Hund.

Der zweite Punkt betrifft die Fütterung. Ein tiefbrüstiger Hund dieser Größe gehört nach dem Fressen zur Ruhe, nicht auf die Wiese. Warum das wichtig ist, steht in Magendrehung beim Hund.

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So sieht der Alaskan Malamute aus

Das Deckhaar ist dick und rauh, laut FCI-Standard Nr. 243 keinesfalls lang und weich. Darunter liegt eine dichte Unterwolle von zweieinhalb bis fünf Zentimetern, ölig und wollig. An den Körperseiten bleibt das Haar kurz bis mittellang. Um Hals und Schultern, über der Kruppe und an der buschigen Rute wächst es deutlich länger.

Im Sommer tragen Malamutes gewöhnlich kürzeres Haar. Getrimmt wird nur an den Pfoten, damit deren Konturen sauber bleiben. Ansonsten gehört der Hund im natürlichen Haarkleid in den Ring.

Bei der Farbe reicht die Spanne von Hellgrau bis Schwarz, dazu kommt Sable mit einem Stich ins Rote. Reinweiß ist die einzige erlaubte Einheitsfarbe. Sonst trägt der Hund eine Mantelzeichnung. Weiß bleibt an Unterkörper, Läufen, Pfoten und im Gesicht vorherrschend. Eine Kappe über dem Kopf ist typisch.

Größe und Gewicht

Zuerst räumt der Standard eine natürliche Bandbreite in der Größe ein. Danach nennt er kein Idealmaß, sondern eine Arbeitsgröße.

Angabe Wert laut Standard Nr. 243
AngabeErwünschte Größe zum Lastenziehen, Rüden Wert laut Standard Nr. 24363,5 cm bei 38 kg
AngabeErwünschte Größe zum Lastenziehen, Hündinnen Wert laut Standard Nr. 24358,5 cm bei 34 kg
AngabeSpielraum Wert laut Standard Nr. 243ausdrücklich eine natürliche Bandbreite
AngabeRangfolge Wert laut Standard Nr. 243Typ, Proportionen und Bewegung stehen über der Größe
AngabeDisqualifizierender Fehler Wert laut Standard Nr. 243blaue Augen
AngabeFCI-Einordnung Wert laut Standard Nr. 243Gruppe 5, Sektion 1, ohne Arbeitsprüfung

Werte wörtlich aus dem FCI-Standard Nr. 243, deutsche Fassung vom 9. März 2023.

So deutlich steht diese Bindung ans Ziehen bei kaum einer anderen Rasse. Beim Richten hat die Fähigkeit, schwere Lasten zu ziehen, höchste Priorität.

Haltung, Auslastung und Erziehung

Unter Verwendung steht ein Wort: Schlittenhund. Ein Hund, dessen Maße nach der Zuglast bemessen sind, braucht Widerstand statt Tempo.

Lange Wege am Zuggeschirr passen, Wanderungen mit Gepäck ebenso. Ballspiele mit vielen Stopps passen nicht. Suchspiele ergänzen die Strecke, weil sie viel Konzentration kosten und wenig Gelenk.

In der Erziehung zählt Berechenbarkeit. Ein Hund mit eigenem Kopf prüft Regeln, die schwanken. Kurze klare Einheiten wirken besser als lange Sitzungen.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Kurz und deutlich ist dafür die Liste der disqualifizierenden Fehler. Aggressive Hunde stehen dort, übermäßig ängstliche ebenfalls, dazu Hunde mit deutlichen körperlichen Abweichungen oder Verhaltensstörungen.

Ein Punkt trennt die Rasse vom Husky. Blaue Augen disqualifizieren beim Malamute. Beim Husky erlaubt sein eigener Standard sie ausdrücklich, sogar zusammen mit einem braunen Auge am selben Hund.

Zur Zucht sollen laut Standard ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes zieht die gesetzliche Grenze und verbietet Zuchtvorhaben, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Leiden oder Schäden drohen.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Ein Wurf aus geordneter Zucht bringt eine Ahnentafel mit. Frag nach Widerristhöhe und Gewicht beider Elterntiere. Ein Rüde von 55 Kilogramm hat mit der Arbeitsgröße des Standards nichts mehr zu tun.

Sieh dir das Muttertier bei den Welpen an, in Bewegung. Frag nach Abgabealter, Impfung und Entwurmung.

Passt der Alaskan Malamute zu dir?

Er passt zu Menschen, die bei jedem Wetter draußen sind. Ein Hund von 38 Kilogramm mit hoher Jagdmotivation reißt beim Anziehen jeden mit.

Mit Kindern geht das gut, solange ein Erwachsener die Leine hält. Bei Katzen und Kleintieren wird es eng. Zu Ersthundehaltern passt er nicht, das schreibt der VDH selbst.

Zu langen Bürotagen passt er ebenfalls nicht. Für einen rudelorientierten Zughund sind acht Stunden allein kein normaler Tag.

Fazit: Der Alaskan Malamute stammt von sibirischen Schlittenhunden ab, die über Alaska zu den Inuit kamen. Rüden messen rund 63,5 Zentimeter bei etwa 38 Kilogramm, Hündinnen 58,5 Zentimeter bei 34 Kilogramm. Er arbeitet auf Ausdauer statt auf Tempo. Als Wachhund oder Schutzhund taugt er nicht. Fremden begegnet er freundlich gleichgültig, seiner Nase folgt er dagegen konsequent. Der VDH nennt ihn ausdrücklich keinen Anfängerhund — wer ihn hält, braucht Zeit, Gelände und Geduld.

Häufige Fragen zum Alaskan Malamute

Alaskan Malamute: Wie groß wird ein Alaskan Malamute?

Der FCI-Standard Nr. 243 nennt als erwünschte Größe zum Lastenziehen 63,5 cm bei Rüden und 58,5 cm bei Hündinnen. Damit gehört die Rasse klar zu den großen Hunden.

Alaskan Malamute: Wie schwer wird er?

Rüden wiegen etwa 38 kg, Hündinnen etwa 34 kg. Der tiefe Brustkorb und das mächtige Gebäude erklären dieses Gewicht.

Ist der Malamute dasselbe wie ein Husky?

Nein. Beide zieht der Schlitten, aber der Malamute ist schwerer gebaut und arbeitet auf Ausdauer, nicht auf Tempo.

Alaskan Malamute: Taugt er als Wachhund?

Nein. Der VDH schließt sowohl den Einsatz als Wachhund als auch den als Schutzhund aus.

Wie begegnet er Fremden?

Mit freundlicher Gleichgültigkeit. Er bellt sie nicht an, er interessiert sich schlicht wenig für sie.

Alaskan Malamute: Ist er ein Anfängerhund?

Nein. Kraft und Persönlichkeit dieser Rasse überfordern Einsteiger, das schreibt der VDH ausdrücklich.

Alaskan Malamute: Kann er ohne Leine laufen?

Meistens nicht. Die jagdliche Motivation ist hoch, deshalb bleibt die Leine fast überall unumgänglich.

Alaskan Malamute: Wie aufwendig ist die Fellpflege?

Relativ einfach. Regelmäßiges Bürsten genügt, im Fellwechsel greift man deutlich häufiger zur Bürste.

Alaskan Malamute: Welche Farben gibt es?

Grau-Weiß, Silber, Sable, Alaskan Seal, Weiß, Blau, Schwarz-Weiß und Braun.

Alaskan Malamute: Woher stammt die Rasse?

Ihre Vorfahren kamen aus Sibirien nach Alaska. Die Inuit züchteten daraus den Hund von den Mahlemiuten.

Wofür wurde er gebraucht?

Nomadisierende Jäger und Fischer setzten ihn als Zugtier und als Jagdhelfer ein.

Alaskan Malamute: In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 5, Sektion 1 der nordischen Schlittenhunde. Die Standardnummer lautet 243.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Belastung und Wachstum großer Rassen berät die Tierarztpraxis individuell.