Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 9 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Eine FCI-Rasse „Altdeutscher Schäferhund" gibt es nicht.
- Gemeint sind meist langstockhaarige Deutsche Schäferhunde.
- Rüden messen 60 bis 65 cm und wiegen 30 bis 40 kg.
- Gezielte Zucht des Deutschen Schäferhunds seit 1899.
Der Begriff Altdeutscher Schäferhund taucht in Kleinanzeigen ständig auf. Wer ihn im Rasseregister sucht, findet nichts. Das ist kein Zufall. Es lohnt sich zu wissen, was tatsächlich dahintersteckt. Ich gehe die Daten des VDH zum Deutschen Schäferhund durch und ordne den Begriff ein.
Die kurze Antwort
Kein eigener Rassestandard. Gemeint sind in der Regel langstockhaarige Deutsche Schäferhunde oder Hunde aus alten Hütehundschlägen.
Beim Kauf beachten
Ohne anerkannten Standard gibt es auch keine verbindlichen Zuchtauflagen. Frag deshalb gezielt nach Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere.
Was der VDH tatsächlich führt
Das VDH-Rasselexikon kennt den Deutschen Schäferhund in zwei Haarvarianten: Stockhaar und Langstockhaar. Stockhaar bedeutet dichtes, gerades und harsches Haar, das eng anliegt. Langstockhaar ist länger und weicher und zeigt Fahnen an Ohren und Läufen.

Ein Eintrag namens Altdeutscher Schäferhund existiert dort nicht. Wer den Begriff benutzt, meint in aller Regel die langstockhaarige Variante oder Hunde aus alten Hütehundschlägen ohne Papiere.
Die Rasse selbst stammt von mittel- und süddeutschen Hütehundschlägen ab. Seit 1899 unterliegt sie einer gezielten Zucht durch den Verein für Deutsche Schäferhunde. Die FCI führt sie in Gruppe 1, Sektion 1, unter der Standardnummer 166.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Warum der Name trotzdem kursiert
Der Begriff transportiert ein Versprechen: ursprünglicher, gesünder, näher am alten Hütehund. Belegen lässt sich das nicht, weil kein Standard existiert, an dem man es messen könnte.

Aus meiner Erfahrung ist das der eigentliche Haken. Ohne anerkannten Standard gibt es keine verbindlichen Zuchtauflagen, keine Pflichtuntersuchungen und keine Kontrolle. Ich rate deshalb, bei jedem Angebot nach Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere zu fragen. Was bei großen Rassen dabei besonders zählt, steht in Hüftdysplasie beim Hund.
Umgekehrt heißt das nicht, dass solche Hunde schlechter wären. Ein langstockhaariger Deutscher Schäferhund aus sauberer Zucht ist ein regulärer Vertreter seiner Rasse. Entscheidend ist die Herkunft, nicht die Bezeichnung in der Anzeige. Ich sehe im Alltag beide Varianten gleichermaßen gesund und gleichermaßen anfällig, je nach Zucht.
Wesen und Einsatzgebiete
Der VDH nennt einen sicheren, selbstbewussten Hund. Dazu beschreibt er ihn als robust und unbefangen. Leisten kann dieser Hund viel.
Die Liste der Einsatzgebiete zeigt, was daraus folgt. Der Deutsche Schäferhund arbeitet als Sport-, Dienst-, Schutz-, Rettungs-, Therapie-, Blindenführ- und Hütehund. Kaum eine andere Rasse deckt eine solche Bandbreite ab. Das erklärt auch, warum sie seit über hundert Jahren im Dienst steht.

Ich sehe darin auch die häufigste Fehleinschätzung. Ein Hund, der so vielseitig einsetzbar ist, langweilt sich ohne Aufgabe besonders schnell. Wo du beim Aufbau ansetzt, steht in Hundeschule.
Bewegung, Pflege und Alltag
Vor der Bewegung lohnt ein Blick auf den Kopf. Diese Rasse arbeitet gern und lernt schnell, langweilt sich aber ebenso schnell. Zehn Minuten Fährtenarbeit im Garten wirken oft besser als eine zusätzliche halbe Stunde Gassi.
Zur Auslastung nennt der VDH ausgedehnte Spaziergänge, Radtouren oder Wanderungen. Wer den Hund regelmäßig bewegt, bekommt einen ausgeglichenen Hund — so formuliert es der Verband. Paragraf 2 der Tierschutz-Hundeverordnung ergänzt den rechtlichen Rahmen: Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, dazu mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson.
Ein Satz daraus passt genau hierher. Auslauf und Sozialkontakte sind der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Hundes anzupassen. Bei einem Gebrauchshund dieser Größe bedeutet das mehr als eine Feierabendrunde.
Vor dem Kauf klären
- Papiere und Zuchtverband erfragen, nicht nur den Namen der Linie.
- Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere zeigen lassen.
- Elterntiere selbst ansehen, auch im Bewegungsablauf.
- Bei „Altdeutsch" nachfragen, was konkret gemeint ist.
- Zeit für tägliche Auslastung ehrlich einplanen.
Zur Fütterung junger Hunde: Welpen richtig füttern.
Meine langjährige Erfahrung mit dieser Rasse zeigt zwei Alltagsthemen. Das erste ist das Fell: Beide Varianten haaren deutlich, im Fellwechsel täglich. Hilfe beim Pflegeaufwand gibt Hundefriseur.
Das zweite ist der Bewegungsapparat. Große Hunde mit viel Bewegung belasten Hüften und Knie. Was bei einer Verletzung ansteht, beschreibt Kreuzbandriss beim Hund.
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Größe und Gewicht
Für den Altdeutschen Schäferhund gibt es keinen Standard. Damit gibt es auch keine geprüften Maße. Belegbar sind allein die Werte aus dem FCI-Standard Nr. 166, also die des Deutschen Schäferhunds.
Dort stehen für Rüden 60 bis 65 Zentimeter Widerristhöhe bei 30 bis 40 Kilogramm. Hündinnen messen 55 bis 60 Zentimeter und wiegen 22 bis 32 Kilogramm. Die Rumpflänge übertrifft die Widerristhöhe um etwa 10 bis 17 Prozent.
Was sich belegen lässt und was nicht. Werte aus der deutschen Fassung vom 23. Dezember 2010.
Wer im Netz Zentimeter speziell zum Altdeutschen findet, sollte nach ihrer Grundlage fragen. Ausführlich stehen die belegten Werte in Schäferhund Gewicht.
Was der Standard zu Stockhaar und Langstockhaar sagt
Auf dem Titelblatt des Standards Nr. 166 stehen zwei Abbildungen untereinander. Bei der einen steht Stockhaar, bei der anderen Langstockhaar. Beide gehören zur selben Rasse und zur selben Nummer.
Im Text heißt es wörtlich, die Rasse werde in den Haarvarietäten Stockhaar und Langstockhaar gezüchtet, beide mit Unterwolle. Beim Stockhaar soll das Deckhaar möglichst dicht sein, gerade, harsch und fest anliegend. An der Rückseite der Keulen bildet es mäßige Hosen.
Beim Langstockhaar ist das Deckhaar lang und weich. Es liegt nicht fest an, Ohren und Läufe tragen Fahnen. Die Hosen fallen buschig aus, am Hals bildet das Haar nahezu eine Mähne.
Über die Zulassung entscheidet nicht die Länge, sondern die Unterwolle. Langstockhaar ohne Unterwolle steht unter den disqualifizierenden Fehlern. Ein langhaariger Hund ohne Unterwolle ebenso. Ein langhaariger Deutscher Schäferhund mit Unterwolle ist damit kein Sonderfall, sondern die zweite reguläre Haarvarietät der Rasse.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Wer eine Jahreszahl sucht, findet Schätzungen ohne Beleg. Belastbar ist die Liste der disqualifizierenden Fehler.
Sie beginnt beim Wesen. Wesensschwache, bissige und nervenschwache Hunde fallen heraus, aggressive und übermäßig ängstliche ebenfalls. Dazu kommen Missbildungen sowie entstellende Ohren- oder Rutenfehler.
Weiter geht es mit Zahnfehlern, mit Albinismus und mit der Haarfarbe Weiß, auch bei dunklen Augen und Nägeln. Über- oder Untergröße von mehr als einem Zentimeter schließt ebenfalls aus.
Für einen Hund ohne Standard greift nichts davon. Was für jede Zucht gilt, steht im Gesetz. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchtvorhaben, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen drohen.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Hier entscheidet die Frage nach der Herkunft alles. Frag, welchem Verband der Züchter angehört. Frag, ob die Elterntiere eine Ahnentafel haben und nach welchem Standard sie bewertet wurden.
Lass dir die Befunde zu Hüften und Ellenbogen beider Elterntiere zeigen. Ohne Zuchtordnung besteht dafür keine Pflicht, deshalb musst du selbst danach fragen.
Sieh dir das Muttertier bei den Welpen an, am besten in Bewegung. Frag nach Abgabealter, Impfung und Entwurmung. Über Preise schreibe ich hier nichts.
Passt der Altdeutsche Schäferhund zu dir?
Dahinter steckt die Frage nach dem Deutschen Schäferhund. Er passt zu Menschen mit festem Tagesablauf, die Führung ernst nehmen. Mehr zur Rasse steht in Deutscher Schäferhund.
Er passt zu Familien, die ihm Ruhephasen zugestehen. Er passt zu Haltern, die ihm täglich eine Aufgabe geben und den Fellwechsel beider Haarvarietäten einplanen.
Nicht zu ihm passen zehn Stunden allein. Ebenso wenig der Wunsch nach einem ruhigen Begleiter, der nebenher läuft. Wer wegen des Zusatzes in der Anzeige kauft, kauft am Hund vorbei.
Fazit: Eine Rasse namens Altdeutscher Schäferhund gibt es im Register nicht. Gemeint sind in der Regel langstockhaarige Deutsche Schäferhunde oder Hunde aus alten Hütehundschlägen. Der VDH führt den Deutschen Schäferhund mit 60 bis 65 Zentimetern bei Rüden und 55 bis 60 bei Hündinnen, in den Varianten Stockhaar und Langstockhaar. Sein Wesen beschreibt der Verband mit Sicherheit, Selbstbewusstsein, Robustheit und hohem Leistungsniveau. Wer kauft, achtet deshalb auf Herkunft und Gesundheitsdaten statt auf den Zusatz in der Anzeige.
Häufige Fragen zum Altdeutschen Schäferhund
Ist der Altdeutsche Schäferhund eine eigene Rasse?
Nein. Die FCI führt keine Rasse dieses Namens. Der VDH kennt den Deutschen Schäferhund in den Varianten Stockhaar und Langstockhaar.
Was ist dann gemeint?
Im Sprachgebrauch meist langstockhaarige Deutsche Schäferhunde oder Hunde aus alten Hütehundschlägen ohne Papiere.
Woher stammt der Deutsche Schäferhund?
Von mittel- und süddeutschen Hütehundschlägen. Seit 1899 wird er gezielt gezüchtet, betreut vom Verein für Deutsche Schäferhunde.
Altdeutscher Schäferhund: Wie groß wird er?
Rüden erreichen 60 bis 65 cm, Hündinnen 55 bis 60 cm Widerristhöhe.
Altdeutscher Schäferhund: Wie schwer wird er?
Rüden wiegen 30 bis 40 kg, Hündinnen 22 bis 32 kg.
Altdeutscher Schäferhund: Welche Haarvarianten gibt es?
Stockhaar mit dichtem, geradem und harschem Haar sowie Langstockhaar, das länger und weicher ist und Fahnen an Ohren und Läufen zeigt.
Altdeutscher Schäferhund: Welche Farben sind zulässig?
Schwarz mit rotbraunen bis hellgrauen Abzeichen, einfarbig Schwarz oder Grau mit dunklerer Wolkung und schwarzem Sattel.
Altdeutscher Schäferhund: Wie ist das Wesen?
Der VDH beschreibt ihn als sicher und selbstbewusst. Er gilt zudem als robust, unbefangen und sehr leistungsfähig.
Altdeutscher Schäferhund: Wofür wird er eingesetzt?
Als Sport-, Dienst-, Schutz-, Rettungs-, Therapie-, Blindenführ- und Hütehund.
Altdeutscher Schäferhund: Wie viel Bewegung braucht er?
Der VDH nennt ausgedehnte Spaziergänge, Radtouren oder Wanderungen sowie regelmäßige Bewegung für Ausgeglichenheit.
Altdeutscher Schäferhund: Was sagt das Gesetz dazu?
Die Hundeverordnung verlangt Auslauf im Freien und koppelt ihn ausdrücklich an die Rasse, das Alter und den Gesundheitszustand.
Altdeutscher Schäferhund: In welche FCI-Gruppe gehört er?
In Gruppe 1, die Hüte- und Treibhunde, Sektion 1. Die Standardnummer lautet 166.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Deutscher Schäferhund (Stockhaar)
- § 2 Tierschutz-Hundeverordnung – Anforderungen an das Halten
- FCI-Standard Nr. 166 – Deutscher Schäferhund, deutsche Fassung (PDF)
- § 11b Tierschutzgesetz – Verbot von Qualzucht
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Zuchtauflagen und Papieren berät der jeweilige Zuchtverband.
