Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 🔴 Der offizielle Name ist Böhmisch Rauhbart.
- Das Fell hat drei Haarsorten.
- Rüden erreichen 60 bis 66 cm.
- Die Rasse wird mit Arbeitsprüfung geführt.
Ein rauhaariger Jagdhund mit Bart, der in Deutschland kaum jemandem begegnet. Dabei hat er eine der ungewöhnlichsten Fellstrukturen unter allen Vorstehhunden — mit drei klar getrennten Haarsorten, die im Standard einzeln vermessen sind.
Die kurze Antwort
Der Böhmisch Rauhbart heißt offiziell Cesky Fousek und trägt die FCI-Nummer 245.
🔴 Der entscheidende Punkt
Sein Haarkleid besteht aus drei Sorten mit unterschiedlicher Länge und Funktion.
Name und Einordnung
In der deutschen FCI-Rassennomenklatur steht die Rasse als CESKÝ FOUSEK mit der Nummer 245. In Klammern dahinter der deutsche Name: Böhmisch Rauhbart.

Der FCI-Standard Nr. 245 nennt als Ursprung die frühere Tschechoslowakei, heute die Tschechische Republik. Der gültige Standard wurde am 21. Mai 1963 veröffentlicht.
FCI-Standard Nr. 245, deutsche Fassung.
Aus meiner Erfahrung wird der Name oft falsch geschrieben. Böhmischer Rauhbart klingt richtiger, steht aber so nicht in der Nomenklatur. Wie oft der offizielle Name vom gebräuchlichen abweicht, zeigt Hunderasse mit W.
🔴 Drei Haarsorten, drei Aufgaben
Der Standard beschreibt das Haarkleid ungewöhnlich genau. Es besteht aus drei Sorten. Jede hat eine eigene Länge und eine eigene Aufgabe.
FCI-Standard Nr. 245, deutsche Fassung.
Die Unterwolle fällt im Sommer fast gänzlich aus. Die Grannen sind vor allem an Vorderbrust, Rückenlinie, Weichen und Schultern markant.

Genau diese Struktur macht die Rasse für Wasserarbeit tauglich. Ein ähnlich funktionales Haarkleid beschreibt Griffon Nivernais.
Farben und Kopf
Der Standard lässt drei Farbvarianten zu. Dunkelschimmel mit oder ohne braune Platten. Braun mit melierten Abzeichen an Vorderbrust und unteren Partien der Gliedmaßen. Oder Braun ohne jegliche weitere Abzeichen.
Die Nasenkuppe muss stets dunkelbraun sein. Der Kopf ist trocken, etwas schmal und lang, hoch auf dem Hals aufgesetzt.
Ich mag diese Formulierung im Standard: Die Augen sind mandelförmig, tief eingesetzt und von gutmütigem Ausdruck. Der Standard schreibt, sie offenbarten eine scharfsinnige Natur.
Wesen und Einsatz

Der Standard beschreibt einen mittelgroßen, edlen Vorstehhund, dessen Erscheinung von Ausdauer und Kraft zeugt. Allseitig verwendbar, weil er angeborene Eigenschaften für Feld-, Wasser- und Waldarbeit mitbringt.
Und dann folgt der Satz, der Halter interessiert. Trotz angeborener Raubzeugschärfe ist er leicht zu führen und seinem Meister sehr anhänglich.
Was diese Rasse braucht
- 🔴 Jagdliche Führung oder gleichwertigen Ersatz.
- Ausdauer statt kurzer Runden.
- Wasserarbeit oder ähnliche Aufgaben.
- Regelmäßige Fellkontrolle nach dem Revier.
- Klare Regeln von Anfang an.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Ein Vorstehhund mit Arbeitsprüfung im Standard ist kein Feierabendhund.
Eine Rasse, die fast verschwand
Vor dem Ersten Weltkrieg war der Cesky Fousek der am meisten geführte rauhhaarige Vorstehhund auf dem Gebiet der damaligen Tschechoslowakei.
Der Krieg und seine Folgen änderten das. Mitte der zwanziger Jahre stand die Rasse fast vor dem Aussterben. Die Regenerierung baute auf wenigen ursprünglichen Einzeltieren auf.
Ich finde diese Geschichte wichtig für die Einordnung. Wer heute einen Welpen sucht, sucht in einer kleinen Population. Mein Rat: Frag direkt beim tschechischen Zuchtverband nach anerkannten Würfen, statt auf Zufallsangebote zu warten. Ein ähnlicher Fall steht in Redbone Coonhound.
Haltung in Deutschland
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers. Dazu kommen mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.
Das zuständige Bundesministerium fasst die Anforderungen an die Hundehaltung zusammen. Mein Eindruck: Bei dieser Rasse entscheidet vor allem, ob die Arbeit stimmt.
Wer keine jagdliche Führung anbieten kann, sollte ehrlich prüfen, ob eine andere Rasse besser passt. Einen Überblick gibt Hunderassen von A bis Z.
Fazit: Der Böhmisch Rauhbart heißt offiziell Cesky Fousek und trägt die FCI-Standardnummer 245. Er steht in Gruppe 7, Sektion 1.3, bei den kontinentalen Vorstehhunden vom Typ Griffon und wird mit Arbeitsprüfung geführt. Rüden erreichen 60 bis 66 cm bei 28 bis 34 kg, Hündinnen 58 bis 62 cm bei 22 bis 28 kg. Sein Haarkleid besteht aus drei Sorten: Unterwolle von 1,5 cm, die im Sommer fast gänzlich ausfällt, Deckhaar von 3 bis 4 cm und Grannen von 5 bis 7 cm. Zulässig sind Dunkelschimmel mit oder ohne braune Platten sowie Braun mit oder ohne melierte Abzeichen. Die Nasenkuppe muss stets dunkelbraun sein. Der Standard beschreibt ihn als allseitig verwendbar für Feld-, Wasser- und Waldarbeit, trotz angeborener Raubzeugschärfe leicht zu führen und seinem Meister sehr anhänglich.
Häufige Fragen zum Böhmisch Rauhbart
🔴 Wie heißt die Rasse offiziell?
Cesky Fousek. Der deutsche Name in der FCI-Nomenklatur lautet Böhmisch Rauhbart.
Welche FCI-Nummer hat sie?
Die 245. Sie steht in Gruppe 7, Sektion 1.3, bei den Vorstehhunden vom Typ Griffon.
Woher stammt der Böhmisch Rauhbart?
Aus der früheren Tschechoslowakei. Heute ist das die Tschechische Republik.
🔴 Was ist das Besondere am Fell?
Es besteht aus drei Haarsorten: Unterwolle, Deckhaar und Grannen.
Wie lang sind die Haare?
Unterwolle 1,5 cm, Deckhaar 3 bis 4 cm, Grannen 5 bis 7 cm.
Was passiert im Sommer?
Die Unterwolle fällt laut Standard fast gänzlich aus.
Welche Farben sind erlaubt?
Dunkelschimmel mit oder ohne braune Platten sowie Braun mit oder ohne melierte Abzeichen.
Wie groß wird er?
Rüden 60 bis 66 cm bei 28 bis 34 kg, Hündinnen 58 bis 62 cm bei 22 bis 28 kg.
🔴 Wofür wird er eingesetzt?
Für Feld-, Wasser- und Waldarbeit. Der Standard nennt ihn allseitig verwendbar.
Ist er leicht zu führen?
Der Standard sagt ja — trotz angeborener Raubzeugschärfe.
Wird er mit Arbeitsprüfung geführt?
Ja. Die FCI führt die Rasse mit Arbeitsprüfung.
War die Rasse schon einmal fast weg?
Ja. Mitte der zwanziger Jahre stand sie fast vor dem Aussterben.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 245 – Cesky Fousek, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassennomenklatur, deutsche Fassung
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zu Rasse und Gesundheit hilft deine Tierarztpraxis weiter.
