American Toy Terrier: Die Rasse gibt es so nicht

American Toy Terrier: Die Rasse gibt es so nicht

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der American Toy Terrier ist keine FCI-Rasse.
  • Die Sektion Zwerg-Terrier hat drei Rassen.
  • Keine davon stammt aus den USA.
  • Die Entsprechung ist Standard Nr. 13.

Der Name verbindet zwei Dinge, die in der offiziellen Liste nicht zusammenkommen. Ein Blick in die Nomenklatur zeigt, welche Rassen es tatsächlich gibt.

Die kurze Antwort

Einen American Toy Terrier führt die FCI nicht. In der Sektion Zwerg-Terrier stehen drei andere Rassen.

Der entscheidende Punkt

Keiner der drei Zwerg-Terrier stammt aus den USA.

Was die Nomenklatur zeigt

Ich habe die deutsche FCI-Rassennomenklatur in Gruppe 3 durchgesehen. Die Terrier sind dort in vier Sektionen gegliedert.

Kleiner schwarz-loh gezeichneter Terrier steht wach auf kurzem Gras
Der English Toy Terrier wiegt 2,7 bis 3,6 Kilogramm.

Sektion 4 heißt Zwerg-Terrier und enthält genau drei Rassen. Keine davon trägt American im Namen. Die anderen drei Sektionen führen hochläufige, niederläufige und bullartige Terrier.

Rasse Nr. Ursprung
RasseAustralian Silky Terrier Nr.236 UrsprungAustralien
RasseEnglish Toy Terrier Nr.13 UrsprungGroßbritannien
RasseYorkshire Terrier Nr.86 UrsprungGroßbritannien

FCI-Nomenklatur Gruppe 3, Sektion 4, Stand 24.08.2026.

Aus den USA führt die FCI in Gruppe 3 nur eine einzige Rasse: den American Staffordshire Terrier mit der Nummer 286. Er steht allerdings in Sektion 3 bei den bullartigen Terriern und ist alles andere als ein Zwerg. Mehr dazu in Pitbull vs Staffordshire Bull Terrier.

Die nächste Entsprechung

Wer einen kleinen, kurzhaarigen Terrier sucht, landet beim FCI-Standard Nr. 13. Der English Toy Terrier stammt aus Großbritannien und steht ohne Arbeitsprüfung.

Das Erscheinungsbild fasst der Standard so: harmonisch, elegant und kompakt, geschmeidig und makellos gebaut.

Merkmal Angabe laut Standard 13
MerkmalIdealgewicht Angabe laut Standard 132,7 – 3,6 kg
MerkmalSchulterhöhe Angabe laut Standard 1325 – 30 cm
MerkmalHaar Angabe laut Standard 13dick, dicht anliegend, glänzend, kurz
MerkmalFarbe Angabe laut Standard 13schwarz und lohfarben
MerkmalOhrenform Angabe laut Standard 13wie eine Kerzenflamme
MerkmalOhren aufrecht ab Angabe laut Standard 139 Monaten

FCI-Standard Nr. 13, deutsche Fassung.

Kleiner langhaariger Terrier steht wach auf einer Wiese
Der Yorkshire Terrier ist der zweite britische Zwerg-Terrier.

Bei den Ohren gibt der Standard sogar eine Probe vor. Klappt man das Ohr nach vorn, soll es nicht bis zum Auge reichen. Angesetzt sind sie hoch am hinteren Teil des Schädels und stehen verhältnismäßig dicht beieinander.

Farbe und Zeichnung

Die Farbe ist eng definiert. Schwarz soll ebenholzfarben sein, das Loh dem satten Rot einer frischen Kastanie ähneln.

Wichtig ist der Übergang. Die Farben verlaufen nicht ineinander und vermischen sich nicht, sondern sind klar und deutlich voneinander abgegrenzt.

Dazu kommen zwei Details, die kaum eine andere Rasse so beschreibt. Auf jeder Zehe sitzt ein schwarzer Strich. Mittig auf jedem Vordermittelfuß sowie unter dem Kinn sitzt ein schwarzes Abzeichen, der sogenannte Daumenabdruck. Zur Systematik solcher Zeichnungen passt Hund schwarz braun.

Wesen eines Zwerg-Terriers

Kleiner seidenhaariger Terrier steht wach auf einem Weg
Der Australian Silky Terrier vervollständigt die Sektion.

Der Standard beschreibt einen Kleinhund mit typischen Terrier-Eigenschaften. Wachsam. Sein Auftreten macht deutlich, warum er sich früher beim Rattenbeißen auszeichnen konnte.

Ein Zusatz ist dabei wichtig: niemals übermäßig nervös. Klein heißt hier nicht zappelig, sondern selbstbewusst.

Ich sehe darin die eigentliche Stärke dieser Rasse. Sie ist handlich, aber kein Schoßhund. Ähnlich selbstbewusst treten die Rassen in Foxterrier Drahthaar auf.

Wer einen ruhigen Begleiter sucht, sollte das einkalkulieren. Ein Terrier bringt Meinung mit. Die zeigt er auch. Genau das macht ihn für viele Halter erst interessant.

Fragen bei einem unbekannten Rassenamen

  • Steht der Name in der FCI-Nomenklatur?
  • Welcher Verband stellt die Papiere aus?
  • Gibt es einen veröffentlichten Rassestandard?
  • Sind beide Elterntiere vor Ort zu sehen?
  • Welche Gesundheitsuntersuchungen liegen vor?

Meine langjährige Erfahrung sagt: Zwei Minuten in der Nomenklatur ersparen viel Ärger.

Was bei kleinen Hunden zählt

§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers. Dazu kommen mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Das zuständige Bundesministerium fasst die Anforderungen an die Hundehaltung zusammen. Diese Regeln gelten unabhängig von der Größe des Hundes. Ein Drei-Kilo-Terrier braucht ebenso Sozialkontakt und Auslauf wie ein Schäferhund, nur in anderem Umfang.

Aus meiner Erfahrung wird bei Kleinhunden die Kopfarbeit vergessen. Ein Terrier bleibt ein Terrier, auch bei drei Kilo. Passende Beschäftigung beschreibt Treibball für Hunde.

Mein Rat: Verstecke ein paar Leckerlis im Wohnzimmer und lass ihn suchen. Solche Spiele funktionieren auch auf kleinem Raum hervorragend. Zehn Minuten wirken hier oft mehr als eine lange Runde. Und der Hund kommt zufriedener zur Ruhe als nach reiner Bewegung.

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Mehr dazu steht in English Toy Terrier.

Größe und Gewicht

Für den Namen American Toy Terrier gibt es keine Standardzahlen, weil es keinen Standard gibt. Ich erfinde hier keine. Was im Netz an Zentimetern und Kilogramm kursiert, stammt aus Anzeigen, nicht aus einem Zuchtbuch.

Am 27. August 2026 habe ich zusätzlich beim American Kennel Club nachgesehen. Eine Rasseseite unter diesem Namen existiert dort nicht, der Abruf endet mit einem Fehler 404. Der AKC führt stattdessen den Toy Fox Terrier und hat dafür einen eigenen Standard veröffentlicht, genehmigt am 8. Juli 2003.

Belegbar sind damit die Zahlen von zwei anderen Rassen. Ich schreibe sie mit ihrer Rasse hin, damit nichts durcheinandergerät.

Rasse Widerristhöhe Gewicht Grundlage
RasseAmerican Toy Terrier Widerristhöhekein Standard, keine belegbare Zahl Gewichtkein Standard, keine belegbare Zahl Grundlageweder FCI noch AKC führen diesen Namen
RasseEnglish Toy Terrier Widerristhöhe25 – 30 cm (ideal) Gewicht2,7 – 3,6 kg (Idealgewicht) GrundlageFCI-Standard Nr. 13
RasseToy Fox Terrier Widerristhöheca. 21,6 – 29,2 cm (8½ – 11½ Zoll) Gewichtim Standard nicht angegeben GrundlageAKC-Standard, gültig seit 27.08.2003

Jede Zeile gibt ausschließlich die Zahlen ihrer eigenen Rasse wieder. Geprüft am 27.08.2026.

Beim Toy Fox Terrier zieht der AKC-Standard eine harte Grenze. Hunde unter 8½ Zoll oder über 11½ Zoll sind disqualifiziert. Ein Gewicht nennt dieser Text gar nicht, deshalb steht hier auch keins.

Für den English Toy Terrier gilt der FCI-Standard Nr. 13 mit einem Idealgewicht von 2,7 bis 3,6 Kilogramm und einer idealen Schulterhöhe von 25 bis 30 Zentimetern. Diese Zahlen gehören ausschließlich zu dieser Rasse. Wer sie auf einen Hund überträgt, der anders heißt, misst mit dem falschen Maßband.

Haltung, Auslastung und Erziehung

Die Einordnung sagt mehr über den Alltag, als viele erwarten. Der English Toy Terrier steht in Gruppe 3 bei den Terriern, Sektion 4, ohne Arbeitsprüfung. Als Verwendung nennt der Standard schlicht Terrier. Das ist keine Formalie, sondern eine Ansage.

Terrier wurden für selbständige Arbeit gezüchtet. Der Standard erinnert daran, dass sich diese Rasse früher beim Rattenbeißen auszeichnen konnte. Ein Hund mit dieser Vorgeschichte will suchen, prüfen und entscheiden dürfen.

Praktisch heißt das: Futterbeutel im Flur, Leckerlis unter Bechern, kleine Suchaufgaben im Garten. Trickarbeit funktioniert bei so einem Hund hervorragend. Zehn Minuten davon setzen mehr um als eine halbe Stunde am Straßenrand.

In der Erziehung zählt Konsequenz ohne Härte. Ein Zwerg-Terrier merkt sich jede Ausnahme und arbeitet danach damit. Wer Regeln nach Laune auslegt, bekommt einen Hund, der Regeln nach Laune befolgt.

Ruhe gehört ausdrücklich dazu. Der Standard fordert einen Hund, der niemals übermäßig nervös ist. Erreicht wird das nicht durch mehr Bewegung, sondern durch geübte Pausen. Ich baue Ruhezeiten deshalb genauso ein wie das Training.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung steht im FCI-Standard nicht. Ich trage hier keine Zahl nach, für die mir ein Beleg fehlt. Was der Text hergibt, sind die Ausschlussgründe.

Disqualifiziert sind aggressive Hunde, übermäßig ängstliche Hunde sowie Tiere mit deutlichen körperlichen Abweichungen oder Verhaltensstörungen. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden. Rüden müssen zwei normal entwickelte Hoden im Hodensack aufweisen.

Der Standard beschreibt außerdem feine Knochen als besonders erwünscht. Das ist ein Rassemerkmal, kein Freibrief. § 11b Tierschutzgesetz verbietet jede Zucht, deren Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden davontragen. Wo Feinheit in Zerbrechlichkeit kippt, endet der Spielraum.

Aus meiner Erfahrung sind bei sehr kleinen Hunden drei Dinge einen Blick wert. Das Gebiss, weil auf wenig Kiefer viele Zähne stehen. Die Kniegelenke, weil sie bei leichten Hunden schnell auffallen. Und das Gewicht, weil zweihundert Gramm zu viel hier prozentual viel bedeuten.

Frag den Züchter nach tierärztlichen Befunden der Elterntiere. Ein Foto ersetzt keinen Befund. Wer nichts vorlegen kann, hat auch nichts untersuchen lassen.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der erste Schritt kostet zwei Minuten. Schlag den Rassenamen in der FCI-Nomenklatur nach. Steht er nicht drin, weißt du vor dem ersten Telefonat, dass es weder Zuchtbuch noch Ahnentafel eines FCI-Verbands geben kann.

Besichtige den Wurf, bevor Geld fließt. Das Muttertier gehört dazu und muss sich zeigen lassen. § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung erlaubt die Trennung vom Muttertier erst im Alter von über acht Wochen. Früher geht es nur nach tierärztlichem Urteil.

Impfung, Entwurmung und Chipnummer gehören vor der Übergabe auf Papier. Kommt der Hund aus dem Ausland, klärst du Einfuhr und Impfstatus vorher mit dem zuständigen Veterinäramt.

Und noch ein Punkt, der bei erfundenen Rassenamen immer greift. Lass dir sagen, welche Rassen in der Verpaarung stecken. Wer darauf ausweichend antwortet, verkauft ein Wort, keinen Hund.

Passt ein Zwerg-Terrier zu dir?

Er passt zu Menschen, die einen kleinen Hund wollen, aber keinen bequemen. Der Standard beschreibt einen wachsamen Kleinhund mit typischen Terrier-Eigenschaften. Wachsam heißt: Er meldet. Das lässt sich lenken, nicht abschalten.

Er passt außerdem in Wohnungen, sofern die Kopfarbeit stimmt. Platz braucht er wenig. Beschäftigung braucht er täglich.

Die Gegenprobe fällt eindeutig aus. Wer einen ruhigen Begleiter für lange Bürotage sucht, liegt falsch. Wer sich einen Hund nach einem Namen aus dem Netz aussucht, ebenfalls. Und wer keine Lust auf Erziehungsarbeit hat, wird mit einem selbstbewussten Terrier nicht glücklich.

Mit Kindern klappt es, wenn sie den Hund in Ruhe lassen können. Drei Kilogramm sind schnell verletzt. Andere Hunde nimmt er, sofern er sie früh kennengelernt hat — sein Mut steht dabei manchmal in keinem Verhältnis zu seiner Größe.

Fazit: Einen American Toy Terrier führt die FCI nicht. In Gruppe 3, Sektion 4, Zwerg-Terrier, stehen genau drei Rassen: Australian Silky Terrier (236) aus Australien, English Toy Terrier (13) und Yorkshire Terrier (86) aus Großbritannien. Aus den USA ist in Gruppe 3 nur der American Staffordshire Terrier (286) vertreten. Der gehört in die Sektion der bullartigen Terrier. Die nächste Entsprechung für einen kleinen, kurzhaarigen Terrier ist der English Toy Terrier nach Standard Nr. 13 mit einem Idealgewicht von 2,7 bis 3,6 kg und einer Schulterhöhe von 25 bis 30 cm. Sein Haar ist kurz und glänzend, die Farbe schwarz und lohfarben mit klar abgegrenzten Übergängen. Die Ohren ähneln einer Kerzenflamme und müssen ab einem Alter von neun Monaten aufrecht getragen werden.

Häufige Fragen zu Zwerg-Terriern

Gibt es den American Toy Terrier bei der FCI?

Nein. Der Name steht in keiner der zehn Gruppen.

Welche US-Terrierrasse führt die FCI?

Genau eine: den American Staffordshire Terrier mit der Nummer 286.

Welche Zwerg-Terrier gibt es?

Drei: Australian Silky Terrier, English Toy Terrier und Yorkshire Terrier.

Kommt einer davon aus den USA?

Nein. Sie stammen aus Australien und Großbritannien.

Was ist die nächste Entsprechung?

Der English Toy Terrier mit der Standardnummer 13.

American Toy Terrier: Wie schwer wird er?

Das Idealgewicht liegt bei 2,7 bis 3,6 kg.

American Toy Terrier: Wie groß wird er?

Die ideale Schulterhöhe beträgt 25 bis 30 cm.

American Toy Terrier: Welche Farbe hat er?

Schwarz und lohfarben, mit klar abgegrenzten Übergängen.

American Toy Terrier: Wann müssen die Ohren stehen?

Ab einem Alter von neun Monaten.

American Toy Terrier: Wie beschreibt der Standard sein Wesen?

Als wachsamen Kleinhund mit typischen Terrier-Eigenschaften, niemals übermäßig nervös.

American Toy Terrier: Wird er mit Arbeitsprüfung geführt?

Nein. Sektion 4 der Terrier steht ohne Arbeitsprüfung.

American Toy Terrier: Worauf achte ich beim Kauf?

Ob der Rassename überhaupt in der Nomenklatur steht.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zu Rasse und Gesundheit hilft deine Tierarztpraxis weiter.