Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Wirkstoff Oclacitinib, zugelassen seit 2013, nur für Hunde.
- Wirkt gegen Juckreiz — nicht gegen dessen Ursache.
- Wirkeintritt bei starkem Juckreiz innerhalb von 24 Stunden.
- Zwei Wochen zweimal täglich, danach einmal täglich.
Die kurze Antwort
Apoquel dämpft Juckreiz binnen 24 Stunden. Die Ursache behandelt es nicht.
🔴 Der entscheidende Punkt
Der Wirkstoff greift ins Immunsystem ein. Unter Dauergabe gehört der Hund kontrolliert.
Wenn ein Hund sich nachts blutig kratzt, ist die erste Frage nie die nach dem Mechanismus. Sie lautet: Wann hört das auf.
Apoquel ist das Mittel, das darauf am schnellsten antwortet. Und genau deshalb wird es oft missverstanden — als Heilung, die es nicht ist.

Aus meiner Erfahrung entscheidet sich der Behandlungserfolg nicht an der Tablette, sondern daran, ob parallel jemand nach der Ursache sucht.
Was drinsteckt
Der Wirkstoff heißt Oclacitinib. Er gehört zu den JAK-Hemmern — das sind Stoffe, die eine bestimmte Signalkette im Körper unterbrechen.
Diese Kette überträgt Botenstoffe, die Juckreiz und Entzündung auslösen. Wird sie blockiert, kommt das Signal nicht mehr im Gewebe an. Der Hund spürt weniger Juck.
Der Unterschied zu Kortison liegt im Ansatzpunkt. Kortison bremst die Bildung der Botenstoffe. Oclacitinib lässt sie entstehen und unterbricht ihre Übertragung.
EU-Arzneimittelregister, Stand 24. August 2026.
Wogegen es zugelassen ist
Zwei Anwendungsgebiete führt die Wirkstoffdatenbank der Universität Zürich auf: Juckreiz bei allergischen Hautentzündungen und die sichtbare Form der atopischen Dermatitis.
Atopische Dermatitis ist eine Allergie gegen Stoffe aus der Umgebung. Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelsporen. Der Hund reagiert darauf mit der Haut, nicht mit der Nase.

Sie ist damit etwas anderes als eine Futterallergie beim Hund, auch wenn beide zu demselben Kratzen führen.
Beide Gebiete haben eines gemeinsam: Es geht um das Symptom. Nicht um den Auslöser.
Wie schnell es wirkt
Bei Hunden mit moderatem bis starkem Juckreiz setzte die Wirkung innerhalb von 24 Stunden ein. Das ist der Grund, warum das Mittel in der Praxis so präsent ist.
Ein Hund, der seit Wochen nicht durchschläft, schläft in der ersten Nacht wieder. Für Halter ist das ein enormer Unterschied — und für die Haut auch, weil das Aufkratzen aufhört.
Genau hier liegt aber die Falle. Der Juckreiz verschwindet, die Ursache bleibt. Wer jetzt aufhört zu suchen, behandelt jahrelang ein Symptom. Woran man die Auslöser erkennt, steht in Juckreiz beim Hund.
Die Dosierung
Das Schema aus der Dosierungsübersicht der Universität Zürich ist zweistufig. Bis zu zwei Wochen lang zweimal täglich 0,4 bis 0,6 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. Danach dieselbe Menge, aber nur noch einmal täglich.
Die Tablette kann unabhängig von den Mahlzeiten gegeben werden. Das erleichtert den Alltag spürbar, weil kein Zeitfenster eingehalten werden muss.

Ich nenne hier bewusst keine Tablettenzahl. Die richtet sich nach dem Gewicht und nach der gewählten Stärke. Verbindlich ist allein, was in der Packungsbeilage steht.
Was du bei der Umstellung nach zwei Wochen beachtest
- Der Wechsel auf einmal täglich ist Teil des Schemas, kein Absetzen.
- Kehrt der Juckreiz danach zurück, gehört das in die Praxis — nicht in eine eigenmächtige Erhöhung.
- Die Menge je Kilogramm bleibt gleich, nur die Häufigkeit ändert sich.
- Notiere dir das Datum der Umstellung. Bei der Kontrolle wird danach gefragt.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Der Fehler passiert fast immer in Woche drei, wenn niemand mehr weiß, wann umgestellt wurde.
Was das Mittel mit dem Immunsystem macht
Oclacitinib greift in die Abwehr ein. Das ist keine Nebenwirkung, sondern das Wirkprinzip — dieselbe Signalkette steuert auch Teile der Immunantwort.
Daraus folgt zweierlei. Infektionen können leichter entstehen. Und bereits vorhandene Gewebeneubildungen können sich verschlechtern. Beides ist dokumentiert, beides ist Grund für regelmäßige Kontrolle.
Praktisch heißt das: Hautveränderungen unter Behandlung sind kein Nebenschauplatz. Eine bakterielle Hautentzündung wie bei Pyodermie bei Hunden gehört angesehen, nicht abgewartet.
Dasselbe gilt für die Ohren. Sie sind bei Allergikern oft der erste Ort, an dem es kippt — siehe Ohrenentzündung beim Hund.
Warum die Ursachensuche trotzdem nötig bleibt
Ich sehe zwei Muster. Im ersten bekommt der Hund die Tablette und wird beschwerdefrei. Danach fragt niemand weiter. Im zweiten läuft parallel eine Diagnostik.
Nur das zweite Muster führt irgendwann zu weniger Medikament. Denn wenn die Ursache eine Futterkomponente ist, lässt sie sich weglassen. Ist es ein Parasit, lässt er sich behandeln.
Bevor man von Allergie spricht, gehören die einfachen Dinge ausgeschlossen. Milben beim Hund und Flohbefall beim Hund erzeugen denselben Juckreiz und werden regelmäßig übersehen.
§ 2 des Tierschutzgesetzes verlangt vom Halter die erforderlichen Kenntnisse. Bei einem Dauermedikament heißt das: verstehen, was es tut — und was es nicht tut.
Was ich Haltern rate
Führe ein kurzes Protokoll. Datum, Dosis, Juckreiz auf einer Skala von null bis zehn. Drei Zeilen am Tag reichen.
In meiner Erfahrung ist das die einzige Grundlage, auf der sich später entscheiden lässt, ob die Dosis reduziert werden kann. Ohne Notizen bleibt es beim Gefühl.
Und achte auf die Haut zwischen den Zehen und am Bauch. Dort zeigt sich eine Verschlechterung früher als am Rücken. Was Schuppung sonst noch bedeuten kann, steht in Schuppen beim Hund.
Fazit: Apoquel enthält den Wirkstoff Oclacitinib und ist seit dem 12. September 2013 für Hunde zugelassen. Es dämpft Juckreiz bei allergischen Hautentzündungen und bei atopischer Dermatitis, indem es eine Signalkette unterbricht, über die Botenstoffe den Juckreiz auslösen. Bei moderatem bis starkem Juckreiz setzt die Wirkung innerhalb von 24 Stunden ein. Dosiert wird bis zu zwei Wochen zweimal täglich mit 0,4 bis 0,6 Milligramm je Kilogramm, danach einmal täglich, jeweils unabhängig von den Mahlzeiten. Erhältlich sind 3,6, 5,4 und 16 Milligramm als Film- und als Kautablette. Weil der Wirkstoff ins Immunsystem eingreift, gehören Infektionen und Gewebeveränderungen unter Behandlung regelmäßig kontrolliert. Die Ursache des Juckreizes bleibt davon unberührt und muss getrennt gesucht werden.
Häufige Fragen zu Apoquel
Was ist Apoquel?
Ein Tierarzneimittel gegen Juckreiz beim Hund. Der Wirkstoff heißt Oclacitinib.
Wie schnell wirkt Apoquel?
Bei Hunden mit moderatem bis starkem Juckreiz trat die Wirkung innerhalb von 24 Stunden ein.
Wie wird dosiert?
Bis zu zwei Wochen zweimal täglich 0,4 bis 0,6 Milligramm je Kilogramm, danach einmal täglich. Die verbindliche Angabe für deinen Hund steht in der Packungsbeilage.
Muss der Hund vorher fressen?
Nein. Die Tablette lässt sich unabhängig von den Mahlzeiten geben.
Welche Stärken gibt es?
3,6 Milligramm, 5,4 Milligramm und 16 Milligramm — jeweils als Filmtablette und als Kautablette.
Heilt Apoquel die Allergie?
Nein. Es dämpft den Juckreiz. Die Ursache bleibt und muss getrennt gesucht werden.
Was ist bei längerer Gabe wichtig?
Der Wirkstoff greift ins Immunsystem ein. Deshalb gehören Infektionen und Hautveränderungen unter Behandlung regelmäßig in die Praxis.
Seit wann ist Apoquel zugelassen?
Seit dem 12. September 2013. Zulassungsinhaber ist Zoetis Belgium.
Für welche Tiere gilt die Zulassung?
Nur für den Hund.
Bekomme ich es ohne Tierarzt?
Der Weg führt über die Tierarztpraxis. Sie stellt auch die Diagnose, auf die das Mittel passt.
Quellen
- EU-Arzneimittelregister (UPD) – Apoquel 16 mg Filmtablette
- CliniPharm, Universität Zürich – Oclacitinib, Anwendungsgebiete
- CliniPharm, Universität Zürich – Oclacitinib, Dosierungen
- Tierschutzgesetz § 2 – Pflichten des Tierhalters
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Dosierung und Anwendung für deinen Hund stehen in der Packungsbeilage und werden in der Tierarztpraxis festgelegt.
