Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 🔴 Kein Rassestandard — nur die Elternrassen sind beschrieben.
- Aussie: Gruppe 1 Hütehunde, 51 bis 58 cm bei Rüden.
- Labrador: Gruppe 8 Apportierhunde, ideal 56 bis 57 cm.
- Beide Elternrassen sind ausgesprochene Arbeitslinien.
Zwei sehr beliebte Arbeitsrassen in einem Hund — das klingt nach der perfekten Mischung. Ich schaue nach, was die beiden Standards tatsächlich verlangen. Und wo sie auseinanderlaufen.
Die kurze Antwort
Eine Kreuzung ohne Standard. Beide Elternrassen sind Arbeitshunde, kommen aber aus verschiedenen FCI-Gruppen: Hütehund trifft Apportierhund.
🔴 Der entscheidende Punkt
Zwei Arbeitsanlagen addieren sich nicht zu einem ruhigeren Hund. Sie addieren sich zu mehr Beschäftigungsbedarf.
Zwei Arbeitsrassen, zwei Gruppen
Der FCI-Standard Nr. 342 führt den Australischen Schäferhund als Farm- und Ranch-Hütehund in Gruppe 1, Sektion 1 Schäferhunde, ohne Arbeitsprüfung. Beim Wesen heißt es: ein intelligenter Arbeitshund mit ausgesprochenem Hüte- und Bewachungsinstinkt, fähig, mit Ausdauer den ganzen Tag zu arbeiten.

Der FCI-Standard Nr. 122 führt den Labrador Retriever als Apportierhund in Gruppe 8, Sektion 1, mit Arbeitsprüfung. Sein Wesen beschreibt der Standard als ausgeglichen und sehr aufgeweckt, mit vorzüglicher Nase und weichem Maul, dazu begeisternde Wasserfreudigkeit.
Nach den FCI-Rassestandards Nr. 342 und Nr. 122, geprüft am 23.08.2026.
Aus meiner Erfahrung unterschätzen Interessenten genau diese Kombination. Ein Hund, dessen beide Elternlinien für ganztägige Arbeit gezüchtet wurden, langweilt sich in einem ruhigen Haushalt schnell. Welche Gruppen es sonst gibt, zeigt Hunderassen von A bis Z.
🔴 Der Australier, der aus Amerika kommt
Der Name führt in die Irre. Der Standard hält ausdrücklich fest, dass sich die Rasse ausschließlich in den USA entwickelt hat. Den Namen bekam sie, weil baskische Schafhirten um 1800 bei ihrer Einwanderung von Australien nach Amerika solche Hunde mitgebracht haben sollen.
Populär wurde der Aussie laut Standard erst nach dem Zweiten Weltkrieg, parallel zur schnellen Entwicklung der Western-Reiterei. Rodeos, Pferderennen sowie Kino- und Fernsehberichte machten ihn bekannt.
Für den Mix ist das mehr als Anekdote: Die Rasse wurde nicht auf Aussehen selektiert, sondern auf Arbeitsleistung an Vieh. Ein ausgeprägter Hüte- und Bewachungsinstinkt gehört zum Zuchtziel. Ich sehe das im Alltag oft an Kindern und Joggern, die plötzlich zusammengetrieben werden sollen.

Was beim Fell zusammenkommt
Die beiden Haarkleider sind verschieden. Beim Aussie beschreibt der Standard mittlere Textur, gerade bis gewellt, wetterbeständig und von mittlerer Länge, mit Mähne und Halskrause sowie befederten Hosen. Die Dichte der Unterwolle ändert sich mit den klimatischen Bedingungen.
Beim Labrador heißt es dagegen: kurz, dicht, nicht wellig, ohne Befederung, ziemlich hart im Griff, mit wetterbeständiger Unterwolle. Beide bringen also Unterwolle mit — wie viel davon ein Mischling erbt, ist offen. Zur Grundpflege siehe Fellpflege beim Hund.
Auch bei den Farben liegen Welten dazwischen. Der Aussie-Standard nennt Bluemerle, Schwarz, Redmerle und Rot, jeweils mit oder ohne weiße Abzeichen. Der Labrador-Standard erlaubt nur einfarbig Schwarz, Gelb oder Leber- beziehungsweise Schokoladenbraun. Mir zeigt das, wie wenig der Name eines Mixes über sein Aussehen verrät.
Vor der Anschaffung ehrlich prüfen
- 🔴 Wie viele Stunden Beschäftigung schaffst du täglich?
- Hast du Erfahrung mit Hütehunden und ihrem Bewachungsverhalten?
- Wie reagieren die Elterntiere auf Besuch und Alltagslärm?
- Welche Farben und welches Fell haben die Elterntiere?
- Wer betreut den Hund, wenn du länger außer Haus bist?
Wie strukturiertes Training aussieht, zeigt Hundeschule.
Was der Alltag verlangt

§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung nennt das Mindestmaß. Dazu zählen ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers und mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson. Dazu kommt regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen, angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.
Meine langjährige Erfahrung mit Hütehundmischungen sagt: Kopfarbeit schlägt Kilometer. Ich baue deshalb Suchaufgaben und Impulskontrolle früh ein, statt die Ausdauer immer weiter zu trainieren. Warum Spiel dabei so viel leistet, steht in Hunde spielen.
Für Welpen nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche. Bei zwei Arbeitslinien im Stammbaum entscheidet diese Phase besonders viel. Und wie du die Größe des ausgewachsenen Hundes korrekt bestimmst, steht in Widerristhöhe beim Hund.
Fazit: Der Mix aus Australian Shepherd und Labrador ist keine Rasse, sondern eine Kreuzung ohne Standard. Der FCI-Standard Nr. 342 führt den Australischen Schäferhund als Farm- und Ranch-Hütehund in Gruppe 1, Sektion 1 Schäferhunde, ohne Arbeitsprüfung. Bevorzugt sind 51 bis 58 Zentimeter bei Rüden und 46 bis 53 bei Hündinnen. Sein Wesen nennt der Standard intelligent, mit ausgesprochenem Hüte- und Bewachungsinstinkt, ausdauernd, ausgeglichen und beim ersten Kontakt etwas reserviert. Der FCI-Standard Nr. 122 führt den Labrador Retriever als Apportierhund in Gruppe 8 mit Arbeitsprüfung. Ideal sind 56 bis 57 Zentimeter bei Rüden und 54 bis 56 bei Hündinnen. Sein Wesen nennt der Standard ausgeglichen und sehr aufgeweckt, mit vorzüglicher Nase und weichem Maul. Beide Elternrassen sind Arbeitslinien aus verschiedenen Gruppen.
Häufige Fragen zum Australian-Shepherd-Labrador-Mix
🔴 Ist der Aussiedor eine Rasse?
Nein. Es ist die Kreuzung aus Australian Shepherd und Labrador Retriever, für die es keinen Rassestandard gibt.
Wie groß werden die Elternrassen?
Der Aussie misst bevorzugt 51 bis 58 Zentimeter bei Rüden, der Labrador ideal 56 bis 57.
🔴 Aus welchen FCI-Gruppen kommen sie?
Der Aussie aus Gruppe 1 bei den Hütehunden, der Labrador aus Gruppe 8 bei den Apportierhunden.
Was heißt das für den Alltag?
Zwei verschiedene Arbeitsrichtungen treffen aufeinander: Hüten und Bewachen auf der einen Seite, Apportieren auf der anderen.
Kommt der Australian Shepherd aus Australien?
Nein. Der Standard hält fest, dass sich die Rasse ausschließlich in den USA entwickelt hat.
Welches Wesen nennt der Aussie-Standard?
Ein intelligenter Arbeitshund mit ausgesprochenem Hüte- und Bewachungsinstinkt, ausgeglichen und gutmütig, beim ersten Kontakt etwas reserviert.
Und der Labrador-Standard?
Ausgeglichen und sehr aufgeweckt, mit vorzüglicher Nase und weichem Maul, anpassungsfähig und hingebungsvoll.
🔴 Wird ein solcher Hund viel haaren?
Beide Elternrassen haben wetterbeständige Unterwolle. Wie stark der Mix haart, lässt sich vorher nicht sagen.
Wie unterscheidet sich das Fell?
Der Aussie hat mittellanges, gerades bis gewelltes Haar, der Labrador kurzes, dichtes und nicht welliges.
Welche Farben nennen die Standards?
Beim Aussie Bluemerle, Schwarz, Redmerle und Rot. Beim Labrador einfarbig Schwarz, Gelb oder Leber- beziehungsweise Schokoladenbraun.
Braucht eine der Rassen eine Arbeitsprüfung?
Der Labrador wird mit Arbeitsprüfung geführt, der Australian Shepherd ohne.
Was verlangt die Verordnung?
Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 342 – Australischer Schäferhund, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 122 – Labrador Retriever, deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Augen, Gelenken und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.
