Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 🔴 Kein Eintrag in der FCI-Nomenklatur, auch nicht provisorisch.
- Ohne Standard gibt es keine anerkannte Farbliste.
- Südafrikas einzige FCI-Rasse: der Rhodesian Ridgeback (146).
- Dessen Rüden messen 63 bis 69 cm bei 36,5 kg.
Blue klingt nach einer besonderen Zuchtlinie — tatsächlich führt die FCI die Rasse überhaupt nicht. Ich habe beide Verzeichnisse durchsucht und zeige, was das bedeutet.
Die kurze Antwort
Der Boerboel steht weder in der FCI-Gesamtnomenklatur noch auf der Liste der provisorisch anerkannten Rassen. Damit gibt es auch keinen offiziellen Farbstandard.
🔴 Der entscheidende Punkt
Eine Farbbezeichnung ohne Rassestandard sagt nichts über Größe, Gewicht oder Wesen des Hundes aus.
Was die Prüfung ergeben hat
Ich habe am 23. August 2026 die FCI-Rassennomenklatur in ihrer deutschen Fassung durchsucht — die Gesamtliste ebenso wie die Gruppenseite 2, in der die Molosser stehen. Eine Volltextsuche nach dem Namen blieb in beiden Fällen ohne Treffer.

Auch die Liste der provisorisch anerkannten Rassen führt ihn nicht. Sie umfasst zwanzig Einträge, darunter den Continental Bulldog, die Brasilianische Campeiro Bulldogge und den Transmontano-Hirtenhund.
Aus meiner Erfahrung ist das für Käufer die wichtigste Information. Ohne Standard existiert keine verbindliche Liste erlaubter Farben — und keine, aus der sich eine Blue-Varietät ableiten ließe. Wie das Ordnungssystem funktioniert, zeigt Hunderassen von A bis Z.
🔴 Was ein fehlender Standard praktisch bedeutet
Ein Rassestandard leistet drei Dinge. Er legt Maße fest. Er beschreibt das erwünschte Wesen. Und er nennt Fehler bis hin zu ausschließenden Merkmalen. Fehlt er, fällt jede dieser Orientierungen weg.
Bei Farbbezeichnungen wiegt das doppelt. Wo ein Standard existiert, steht dort meist genau, welche Farben zulässig sind — und welche nicht. Ohne Standard ist eine Farbbezeichnung eine Beschreibung des Verkäufers, keine Kategorie.
Ohne Rassestandard prüfen
- 🔴 Wie groß und wie schwer sind beide Elterntiere wirklich?
- Wie reagieren sie auf Fremde, Besuch und Alltagslärm?
- Welche Gesundheitsuntersuchungen liegen vor?
- Wo und wie wachsen die Welpen auf?
- Listet dein Bundesland Rassen dieser Art — und mit welchen Folgen?
Wie die Rechtslage bei großen Molossern aussieht, zeigt Argentinische Dogge.

Die eine südafrikanische FCI-Rasse
Zum Vergleich lohnt der Blick auf die Rasse, die Südafrika tatsächlich in der FCI stellt. Der FCI-Rassestandard Nr. 146 führt den Rhodesian Ridgeback in Gruppe 6, Sektion 3 Verwandte Rassen. Als Ursprung nennt er das südliche Afrika. Erstellt wurde der Standard von der Kennel Union des Südlichen Afrika und dem Simbabwe Kennel Club.
Bei der Verwendung ist der Text präzise. Der Rhodesian Ridgeback wird noch immer zur Jagd von Wild in vielen Teilen der Welt verwendet. Besonders geschätzt wird er aber als Wachhund und Familienmitglied.
Nach dem FCI-Rassestandard Nr. 146, deutsche Fassung vom 15.05.2025, geprüft am 23.08.2026.
Beim Wesen formuliert der Standard knapp und klar: würdevoll, intelligent, Fremden gegenüber zurückhaltend — aber ohne Anzeichen von Aggressivität oder Scheu. Genau solche Sätze fehlen bei jeder Rasse ohne Standard.
Was unabhängig davon gilt

§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung gilt für jeden Hund, ob mit Papieren oder ohne. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Alles angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.
Meine langjährige Erfahrung mit großen Wach- und Schutzhunden sagt: Bei diesen Hunden entscheidet die Führung mehr als die Abstammung. Ich plane Trainingsbegleitung von Anfang an ein — wie das aussieht, zeigt Hundeschule.
Und wenn du wissen willst, wie groß dein Hund tatsächlich ist, hilft Widerristhöhe beim Hund weiter. Ein weiteres Beispiel für einen Namen ohne FCI-Standard ist der Moskauer Wachhund.
Fazit: Der Boerboel ist von der FCI weder endgültig noch provisorisch anerkannt. Die Prüfung der deutschen FCI-Nomenklatur am 23. August 2026 ergab weder in der Gesamtliste noch auf der Gruppenseite 2 noch auf der Liste der zwanzig provisorisch anerkannten Rassen einen Eintrag. Damit existiert auch kein offizieller Farbstandard, aus dem sich eine Blue-Varietät ableiten ließe. Südafrika stellt in der FCI genau eine Rasse: den Rhodesian Ridgeback mit der Standardnummer 146 in Gruppe 6, Sektion 3 Verwandte Rassen. Erstellt wurde dieser Standard von der Kennel Union des Südlichen Afrika und dem Simbabwe Kennel Club. Erwünscht sind dort bei Rüden 63 bis 69 Zentimeter und 36,5 Kilogramm, bei Hündinnen 61 bis 66 Zentimeter und 32 Kilogramm. Das Wesen beschreibt der Standard als würdevoll, intelligent und Fremden gegenüber zurückhaltend, ohne Anzeichen von Aggressivität oder Scheu.
Häufige Fragen zum Boerboel
🔴 Ist der Boerboel FCI-anerkannt?
Nein. Weder die Gesamtnomenklatur noch die Liste der provisorisch anerkannten Rassen führt ihn, Stand 23. August 2026.
Was heißt das für die Farbe Blue?
Ohne Rassestandard gibt es keine verbindliche Farbliste — und damit auch keine offiziell anerkannte Blue-Varietät.
Gibt es den Boerboel dann gar nicht?
Doch. Es heißt nur, dass hinter dem Namen kein FCI-Standard und kein FCI-Zuchtbuch steht.
🔴 Welche südafrikanische Rasse führt die FCI?
Genau eine: den Rhodesian Ridgeback mit der Standardnummer 146, in Gruppe 6, Sektion 3 Verwandte Rassen.
Wer hat diesen Standard erstellt?
Die Kennel Union des Südlichen Afrika und der Simbabwe Kennel Club.
Wie groß wird ein Rhodesian Ridgeback?
Erwünscht sind bei Rüden 63 bis 69 Zentimeter, bei Hündinnen 61 bis 66.
Wie schwer?
Der Standard nennt 36,5 Kilogramm für Rüden und 32 für Hündinnen.
Wofür wird er eingesetzt?
Laut Standard noch immer zur Jagd auf Wild, besonders geschätzt aber als Wachhund und Familienmitglied.
🔴 Was sagt der Standard zum Wesen?
Würdevoll, intelligent, Fremden gegenüber zurückhaltend — aber ohne Anzeichen von Aggressivität oder Scheu.
Kann der Boerboel später anerkannt werden?
Rassen können provisorisch und dann endgültig anerkannt werden. Dann erscheinen sie in den Listen.
Worauf achte ich ohne Standard?
Auf die Elterntiere, ihr Verhalten, ihre Größe und die Aufzucht — nicht auf den Farbnamen in der Anzeige.
Was verlangt die Verordnung an Haltung?
Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Quellen
- FCI-Rassennomenklatur, deutsche Fassung
- FCI – Von der FCI provisorisch anerkannte Rassen
- FCI-Rassestandard Nr. 146 – Rhodesian Ridgeback, deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsauskunft. Welche Auflagen in deinem Bundesland gelten, erfährst du bei der zuständigen Ordnungsbehörde.
