Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 55–58 cm und 35–38 kg, Hündinnen 52–55 cm und 30–34 kg.
- 🔴 Als Wach- und Schutzhund nennt ihn der Standard unübertrefflich.
- Ruhige Charaktergrundlage, in Erregung durchdringender Blick.
- Weiße Flecken nur bis 30 Prozent der Fläche.
Der Ca de Bou wird oft nur über seine Kampfhund-Vergangenheit erzählt. Der Rassestandard beschreibt etwas anderes. Ich gehe die VDH-Angaben durch und zeige, welcher Hund dahintersteckt.
Die kurze Antwort
Ein Molosser mittlerer Größe von den Balearen: bis 58 Zentimeter, bis 38 Kilogramm, ruhig und ausgesprochen wachsam.
🔴 Der entscheidende Punkt
Die Wachanlage ist Rassemerkmal, nicht Nebenwirkung. Wer sie nicht führen will, wählt die falsche Rasse.
Herkunft: von der iberischen Dogge zur Mallorca-Dogge
Der VDH führt die Rasse als Perro Dogo Mallorquin. Ihre Vorfahren sind die Doggen der Iberischen Halbinsel, die in spanischen Häfen als Wach- und Schutzhunde gegen Piraten gebraucht wurden.

Diese Dogge begleitete König Jakob den Ersten auf seinen Eroberungszügen und traf ungefähr um das Jahr 1230 auf den Balearen ein. Im 17. Jahrhundert gingen Menorca und weitere Gebiete durch den Frieden von Utrecht in englischen Besitz über. Die Engländer brachten eigene Kampf- und Wachhunde mit und kreuzten sie mit der iberischen Dogge.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Der Standard beschreibt einen typischen Molosser von etwas verlängerter Gestalt, kräftig und mächtig, von mittlerer Größe. Der Geschlechtsunterschied ist beim Schädel ausgesprochen — der Umfang beim Rüden ist größer als bei der Hündin.
🔴 Wesen: ruhig als Grundlage, wachsam als Anlage
Bei ruhiger Charaktergrundlage kann sich der Ca de Bou unter Umständen auch mutig und tapfer verhalten. Mit Menschen ist er umgänglich, seinem Halter treu und anhänglich. So fasst der Standard sein Wesen zusammen.

Der nächste Satz ist der entscheidende. Als Wach- und Schutzhund ist er unübertrefflich. In ruhiger Situation zeigt er sich vertrauensvoll und selbstsicher, in der Erregung wird sein Blick durchdringend.
Aus meiner Erfahrung liegt genau hier die Aufgabe des Halters. Ein Hund, der Zutritt regelt, braucht klare Zuständigkeiten statt Improvisation. Wo du die Grundlagen legst, steht in Hundeschule.
Die frühe Sozialisation entscheidet bei jedem Molosser über den späteren Alltag. Begegnungen mit Besuch, Kindern und fremden Hunden gehören in die ersten Monate, nicht ins zweite Jahr. Wie sich Anspannung an der Leine zeigt, beschreibt Hund zieht an der Leine.
Alltag und Recht
Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den Mindestrahmen. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.
Angepasst wird das an Rasse, Alter und Gesundheitszustand. Welpen bis zwanzig Wochen brauchen mindestens vier Stunden Umgang je Tag. Bei einem Molosser bedeutet das vor allem dosierte Bewegung in der Wachstumsphase, nicht maximale Strecke.

Was ein Ca de Bou im Alltag braucht
- Erfahrung mit Molossern, nicht nur mit großen Hunden.
- 🔴 Klare Zuständigkeiten am Grundstück und an der Tür.
- Frühe, ruhige Begegnungen mit Besuch und fremden Hunden.
- Gelenkschonende Bewegung im ersten Lebensjahr.
- Ein Blick in die Hundeverordnung des eigenen Bundeslandes vor dem Kauf.
Zum Magenrisiko schwerer Rassen: Magendrehung beim Hund.
Ich rate dazu, die Landesverordnung im Original zu lesen, bevor ein Welpe einzieht. Diese Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und ändern sich. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.
Fell, Farbe und Gesundheit
Das Haar ist kurz und beim Anfassen rau. Bei den Farben nennt der Standard eine klare Rangfolge: gestromt, falbfarben und schwarz, in genau dieser Reihenfolge erwünscht. Bei gestromten Hunden werden dunkle Farbtöne vorgezogen, bei falbfarbenen die intensiven.
Weiße Flecken sind an den Vorderpfoten, an der Brust und am Fang zulässig — bis zu maximal 30 Prozent der Fläche. Auch eine schwarze Maske ist erlaubt. Ich würde bei einem überwiegend weißen Hund nachfragen, ob die Papiere wirklich zur Rasse passen.
Meine langjährige Erfahrung mit Molossern zeigt, dass der Bewegungsapparat über die späteren Jahre entscheidet. Bei bis zu 38 Kilogramm tragen Hüften und Knie deutlich mehr als bei einem mittelgroßen Hund. Was dahintersteckt, erklärt Hüftdysplasie beim Hund.
Fazit: Der Ca de Bou heißt im Register Perro Dogo Mallorquin und stammt von den Balearen. Rüden messen 55 bis 58 Zentimeter bei 35 bis 38 Kilogramm, Hündinnen 52 bis 55 Zentimeter bei 30 bis 34 Kilogramm. Seine Charaktergrundlage ist ruhig, mit Menschen ist er umgänglich und seinem Halter treu. Als Wach- und Schutzhund nennt ihn der Standard unübertrefflich — genau deshalb braucht er einen erfahrenen Halter, der ihn früh sozialisiert und klar führt.
Häufige Fragen zum Ca de Bou
Wie heißt die Rasse offiziell?
Perro Dogo Mallorquin. Im deutschen Sprachraum sind Ca de Bou und Mallorca-Dogge gebräuchlicher.
Wie groß wird ein Ca de Bou?
Rüden messen 55 bis 58 cm, Hündinnen 52 bis 55 cm. Damit bleibt er ein Molosser mittlerer Größe.
Wie schwer wird er?
Rüden wiegen 35 bis 38 kg, Hündinnen 30 bis 34 kg.
🔴 Wie ist sein Wesen?
Ruhig als Grundlage. Mit Menschen ist er umgänglich, seinem Halter treu und anhänglich.
Taugt er als Wachhund?
Der Standard formuliert es deutlich: Als Wach- und Schutzhund ist er unübertrefflich.
Wie verhält er sich in Erregung?
In ruhiger Situation ist er vertrauensvoll und selbstsicher. In der Erregung wird sein Blick durchdringend.
Woran erkennt man Rüde und Hündin?
Am Schädel. Der Geschlechtsunterschied ist ausgesprochen, der Umfang beim Rüden deutlich größer.
Wie fühlt sich das Fell an?
Kurz und beim Anfassen rau. Mehr sagt der Standard dazu nicht.
Welche Farben sind erwünscht?
Gestromt, falbfarben und schwarz — in dieser Reihenfolge. Bei gestromten Hunden werden dunkle Töne bevorzugt.
Sind weiße Flecken erlaubt?
Ja, an Vorderpfoten, Brust und Fang bis zu maximal 30 Prozent der Fläche. Eine schwarze Maske ist ebenfalls zulässig.
Woher stammt die Rasse?
Von den Balearen. Die iberische Dogge kam um 1230 mit König Jakob dem Ersten dorthin.
In welche FCI-Gruppe gehört er?
In Gruppe 2, Sektion 2.1 der Molosser. Die Standardnummer lautet 249.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Perro Dogo Mallorquin (Mallorca-Dogge)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Die Hundeverordnungen der Bundesländer ändern sich — maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung.
