Ca de Bou (Mallorca-Dogge): Größe und Wesen

Ca de Bou (Mallorca-Dogge): Größe und Wesen

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 55–58 cm und 35–38 kg, Hündinnen 52–55 cm und 30–34 kg.
  • Als Wach- und Schutzhund nennt ihn der Standard unübertrefflich.
  • Ruhige Charaktergrundlage, in Erregung durchdringender Blick.
  • Weiße Flecken nur bis 30 Prozent der Fläche.

Der Ca de Bou wird oft nur über seine Kampfhund-Vergangenheit erzählt. Der Rassestandard beschreibt etwas anderes. Ich gehe die VDH-Angaben durch und zeige, welcher Hund dahintersteckt.

Die kurze Antwort

Ein Molosser mittlerer Größe von den Balearen: bis 58 Zentimeter, bis 38 Kilogramm, ruhig und ausgesprochen wachsam.

Der entscheidende Punkt

Die Wachanlage ist Rassemerkmal, nicht Nebenwirkung. Wer sie nicht führen will, wählt die falsche Rasse.

Herkunft: von der iberischen Dogge zur Mallorca-Dogge

Der VDH führt die Rasse als Perro Dogo Mallorquin. Ihre Vorfahren sind die Doggen der Iberischen Halbinsel, die in spanischen Häfen als Wach- und Schutzhunde gegen Piraten gebraucht wurden.

Kopf eines wachen Ca de Bou im Freien
Der kräftige Schädel prägt das Bild der Mallorca-Dogge. Foto: SabCDB / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Diese Dogge begleitete König Jakob den Ersten auf seinen Eroberungszügen und traf ungefähr um das Jahr 1230 auf den Balearen ein. Im 17. Jahrhundert gingen Menorca und weitere Gebiete durch den Frieden von Utrecht in englischen Besitz über. Die Engländer brachten eigene Kampf- und Wachhunde mit und kreuzten sie mit der iberischen Dogge.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde55 – 58 cm Hündin52 – 55 cm
MerkmalGewicht Rüde35 – 38 kg Hündin30 – 34 kg
MerkmalFell Rüdekurz, beim Anfassen rau Hündinkurz, beim Anfassen rau
MerkmalSchädel Rüdedeutlich größerer Umfang Hündinschlanker
MerkmalFCI RüdeGruppe 2, Nr. 249 HündinGruppe 2, Nr. 249

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Der Standard beschreibt einen typischen Molosser von etwas verlängerter Gestalt, kräftig und mächtig, von mittlerer Größe. Der Geschlechtsunterschied ist beim Schädel ausgesprochen — der Umfang beim Rüden ist größer als bei der Hündin.

Wesen: ruhig als Grundlage, wachsam als Anlage

Bei ruhiger Charaktergrundlage kann sich der Ca de Bou unter Umständen auch mutig und tapfer verhalten. Mit Menschen ist er umgänglich, seinem Halter treu und anhänglich. So fasst der Standard sein Wesen zusammen.

Frau steht draußen neben einem wachen Ca de Bou
Ein Wachhund dieser Klasse braucht klare Zuständigkeiten.

Der nächste Satz ist der entscheidende. Als Wach- und Schutzhund ist er unübertrefflich. In ruhiger Situation zeigt er sich vertrauensvoll und selbstsicher, in der Erregung wird sein Blick durchdringend.

Aus meiner Erfahrung liegt genau hier die Aufgabe des Halters. Ein Hund, der Zutritt regelt, braucht klare Zuständigkeiten statt Improvisation. Wo du die Grundlagen legst, steht in Hundeschule.

Die frühe Sozialisation entscheidet bei jedem Molosser über den späteren Alltag. Begegnungen mit Besuch, Kindern und fremden Hunden gehören in die ersten Monate, nicht ins zweite Jahr. Wie sich Anspannung an der Leine zeigt, beschreibt Hund zieht an der Leine.

Alltag und Recht

Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den Mindestrahmen. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Angepasst wird das an Rasse, Alter und Gesundheitszustand. Welpen bis zwanzig Wochen brauchen mindestens vier Stunden Umgang je Tag. Bei einem Molosser bedeutet das vor allem dosierte Bewegung in der Wachstumsphase, nicht maximale Strecke.

Tierärztin untersucht einen wachen Ca de Bou in der Praxis
Gelenke und Gewicht gehören bei Molossern regelmäßig kontrolliert.

Was ein Ca de Bou im Alltag braucht

  • Erfahrung mit Molossern, nicht nur mit großen Hunden.
  • Klare Zuständigkeiten am Grundstück und an der Tür.
  • Frühe, ruhige Begegnungen mit Besuch und fremden Hunden.
  • Gelenkschonende Bewegung im ersten Lebensjahr.
  • Ein Blick in die Hundeverordnung des eigenen Bundeslandes vor dem Kauf.

Zum Magenrisiko schwerer Rassen: Magendrehung beim Hund.

Ich rate dazu, die Landesverordnung im Original zu lesen, bevor ein Welpe einzieht. Diese Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und ändern sich. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.

Fell, Farbe und Gesundheit

Das Haar ist kurz und beim Anfassen rau. Bei den Farben nennt der Standard eine klare Rangfolge: gestromt, falbfarben und schwarz, in genau dieser Reihenfolge erwünscht. Bei gestromten Hunden werden dunkle Farbtöne vorgezogen, bei falbfarbenen die intensiven.

Weiße Flecken sind an den Vorderpfoten, an der Brust und am Fang zulässig — bis zu maximal 30 Prozent der Fläche. Auch eine schwarze Maske ist erlaubt. Ich würde bei einem überwiegend weißen Hund nachfragen, ob die Papiere wirklich zur Rasse passen.

Meine langjährige Erfahrung mit Molossern zeigt, dass der Bewegungsapparat über die späteren Jahre entscheidet. Bei bis zu 38 Kilogramm tragen Hüften und Knie deutlich mehr als bei einem mittelgroßen Hund. Was dahintersteckt, erklärt Hüftdysplasie beim Hund.

Bei einem gereizten Magen setze ich zuerst auf einen Schleimbildner: Ulmenrinde, etwa im Lucky Pets Magenpulver, legt sich als Film über die Schleimhaut.

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Größe und Gewicht

Der Ca de Bou ist kein Riese. Er ist ein Molosser mittlerer Größe. Genau das macht ihn im Alltag handhabbar. Alle folgenden Zahlen stehen im FCI-Standard Nr. 249, dessen deutsche Fassung vom 20. Mai 1997 datiert.

Rüden messen 55 bis 58 Zentimeter, Hündinnen 52 bis 55. Rüden wiegen 35 bis 38 Kilogramm, Hündinnen 30 bis 34. Der Standard geht aber weiter als die meisten und beschreibt einen mittleren Hund mit acht Maßen.

Maß Wert
MaßGewicht Wert36 kg
MaßWiderristhöhe Wert56 cm
MaßHöhe an der Kruppe Wert58 cm
MaßBrustumfang Wert78 cm
MaßKopfumfang Wert59,5 cm
MaßHinterhaupt bis Rutenansatz Wert73 cm
MaßHinterhaupt bis Fangende Wert22 cm
MaßFang bis zum Stop Wert8 cm

Maße für einen mittleren Hund, wörtlich aus dem FCI-Standard Nr. 249, deutsche Fassung vom 20.05.1997.

Diese Tabelle erklärt eine Eigenheit der Rasse. Die Kruppe liegt ungefähr ein bis zwei Zentimeter höher als der Widerrist. Ein Hund, bei dem es umgekehrt ist, hat laut Standard einen schweren Fehler.

Auch der Kopf lässt sich nachrechnen. Der Fang ist ein Drittel so lang wie der Schädel. Beim Rüden ist der Schädelumfang sogar größer als der Brustumfang, gemessen am Widerrist. Daher wirkt dieser Hund vorne so massig.

Aus meiner Sicht täuscht die Gewichtsangabe viele Interessenten. 38 Kilogramm klingen nach mittelgroßem Hund. Diese Masse sitzt hier aber auf 56 Zentimetern Höhe und auf 78 Zentimetern Brustumfang. An der Leine fühlt sich das anders an.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung nennt der FCI-Standard nicht. Ich erfinde deshalb keine. Aussagekräftig ist etwas anderes: die Liste der Fehler, die einen Ca de Bou von der Zucht ausschließen.

Diese Merkmale schließen einen Ca de Bou von der Zucht aus

  • Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde.
  • Deutliche körperliche Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen.
  • Rückbiss, also ein zu weit zurückliegender Unterkiefer.
  • Helle oder gelbe Augen.
  • Kupierte Ohren oder eine kupierte Rute — in Deutschland nach § 6 TierSchG ohnehin verboten.
  • Weiß auf mehr als 30 Prozent der Körperfläche.
  • Flecken in irgendeiner anderen Farbe.

Wörtlich aus dem FCI-Standard Nr. 249.

Bei den schweren Fehlern steht ein Punkt, der viele überrascht. Ein Scherengebiss gilt bei dieser Rasse als schwerer Fehler. Der Ca de Bou soll leicht vorbeißen, höchstens aber einen Zentimeter weit.

Ein Zangengebiss zählt ebenfalls dazu, genau wie das Fehlen von zwei Prämolaren. Als Käufer musst du das nicht beurteilen können. Der Züchter muss es. Frag ihn, wie er den Biss seiner Zuchttiere bewertet.

Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet jede Zucht, bei der den Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt für umgestaltete Körperteile, die Schmerzen oder Leiden verursachen.

Bei kurzköpfigen Molossern ist das keine Formsache, sondern eine Frage der Luft. Der Standard verlangt ein Verhältnis von eins zu drei zwischen Fang und Schädel. Ein Hund mit spürbar kürzerem Fang entspricht ihm nicht mehr.

Am Ende steht im Standard eine Zuchtregel: Verwendet werden sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde. Meine langjährige Erfahrung mit schweren Rassen sagt mir, dass Röntgenbefunde der Elterntiere zu Hüfte und Ellenbogen dazugehören.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Welpen aus deutscher Verbandszucht sind bei dieser Rasse selten. Umso mehr Anzeigen stehen im Netz, die ohne Papiere auskommen. Ich kaufe nur dort, wo ein Mitgliedsverein des VDH den Wurf eingetragen hat.

Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung. Ein früherer Termin ist kein Entgegenkommen, sondern ein Rechtsbruch.

Sieh dir die Hündin zusammen mit dem Wurf im Zuhause des Züchters an. Achte darauf, wie sie auf dich reagiert. Frag nach Impfpass, Entwurmung und Chipnummer. Erst wenn die Ahnentafel vorliegt, sprechen wir über Geld.

Bei einer Rasse mit Wachauftrag zählt das Wesen der Elterntiere doppelt. Aggression und übertriebene Ängstlichkeit schließen laut Standard von der Zucht aus. Frag den Züchter, wie er beides bei seinen Hunden prüft.

Preise nenne ich hier bewusst nicht. Erkundige dich stattdessen vor dem Kauf bei deinem Bundesland, ob für diese Rasse Auflagen gelten. Die Landesverordnungen unterscheiden sich stark.

Passt der Ca de Bou zu dir?

Diese Rasse passt zu Haltern, die schon einen Molosser geführt haben. Gemeint ist nicht einfach ein großer Hund. Gemeint ist einer mit Wachauftrag. Den Unterschied merkst du in dem Moment, in dem es an der Tür klingelt.

Er passt auf ein eingezäuntes Grundstück. Er passt zu Menschen, die Besuch vorher ankündigen lassen. Er passt zu jemandem, der täglich Zeit für ruhige Übungen hat. Lange Laufrunden allein reichen bei ihm nicht.

Er passt nicht in einen Haushalt mit ständigem Durchgangsverkehr. Er passt nicht zu Haltern, die Konflikte lieber aussitzen. Und er passt nicht zu einer Familie, die ihren ersten Hund sucht.

Mit den eigenen Kindern kommt er gut zurecht, sofern er früh dazukommt. Fremde Kinder auf dem Grundstück sind eine andere Lage. Auch andere Hunde gehen gut, wenn die Begegnungen früh und ruhig ablaufen.

Am besten aufgehoben sehe ich ihn bei Haltern, die Führung als Alltagsaufgabe verstehen. Wer das kann, bekommt einen ruhigen und treuen Hund. Wer es nicht kann, bekommt ein Problem von 38 Kilogramm.

Fazit: Der Ca de Bou heißt im Register Perro Dogo Mallorquin und stammt von den Balearen. Rüden messen 55 bis 58 Zentimeter bei 35 bis 38 Kilogramm, Hündinnen 52 bis 55 Zentimeter bei 30 bis 34 Kilogramm. Seine Charaktergrundlage ist ruhig, mit Menschen ist er umgänglich und seinem Halter treu. Als Wach- und Schutzhund nennt ihn der Standard unübertrefflich — genau deshalb braucht er einen erfahrenen Halter, der ihn früh sozialisiert und klar führt.

Häufige Fragen zum Ca de Bou

Mallorca-Dogge: Wie heißt die Rasse offiziell?

Perro Dogo Mallorquin. Im deutschen Sprachraum sind Ca de Bou und Mallorca-Dogge gebräuchlicher.

Wie groß wird ein Ca de Bou?

Rüden messen 55 bis 58 cm, Hündinnen 52 bis 55 cm. Damit bleibt er ein Molosser mittlerer Größe.

Mallorca-Dogge: Wie schwer wird er?

Rüden wiegen 35 bis 38 kg, Hündinnen 30 bis 34 kg.

Mallorca-Dogge: Wie ist sein Wesen?

Ruhig als Grundlage. Mit Menschen ist er umgänglich, seinem Halter treu und anhänglich.

Mallorca-Dogge: Taugt er als Wachhund?

Der Standard formuliert es deutlich: Als Wach- und Schutzhund ist er unübertrefflich.

Wie verhält er sich in Erregung?

In ruhiger Situation ist er vertrauensvoll und selbstsicher. In der Erregung wird sein Blick durchdringend.

Woran erkennt man Rüde und Hündin?

Am Schädel. Der Geschlechtsunterschied ist ausgesprochen, der Umfang beim Rüden deutlich größer.

Mallorca-Dogge: Wie fühlt sich das Fell an?

Kurz und beim Anfassen rau. Mehr sagt der Standard dazu nicht.

Mallorca-Dogge: Welche Farben sind erwünscht?

Gestromt, falbfarben und schwarz — in dieser Reihenfolge. Bei gestromten Hunden werden dunkle Töne bevorzugt.

Sind weiße Flecken erlaubt?

Ja, an Vorderpfoten, Brust und Fang bis zu maximal 30 Prozent der Fläche. Eine schwarze Maske ist ebenfalls zulässig.

Mallorca-Dogge: Woher stammt die Rasse?

Von den Balearen. Die iberische Dogge kam um 1230 mit König Jakob dem Ersten dorthin.

Mallorca-Dogge: In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 2, Sektion 2.1 der Molosser. Die Standardnummer lautet 249.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Die Hundeverordnungen der Bundesländer ändern sich — maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung.