Chinese Red Dog: was hinter dem Namen steckt

Chinese Red Dog: was hinter dem Namen steckt

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 28.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Im FCI-Rassenverzeichnis steht kein Chinese Red Dog, auch nicht provisorisch.
  • Gemeint sind meist der Chongqing Dog oder der Laizhou Hong — beide ohne Standard.
  • Rot mit Standard gibt es: Der Chow Chow (Nr. 205) führt rot als Farbe.
  • Ein Welpe aus einem Drittland darf erst ab 15 Wochen einreisen.

Der Chinese Red Dog taucht in Kleinanzeigen mit erstaunlich genauen Angaben auf. Größe, Gewicht, Lebenserwartung, alles auf den Zentimeter. Ich habe nachgesehen, woher diese Zahlen stammen könnten. Die Antwort ist unbequem: aus keinem Rassestandard, denn den gibt es beim Weltverband nicht.

Die kurze Antwort

„Chinese Red Dog“ ist kein Rassename. Im Rassenverzeichnis der FCI steht er nicht. Der Begriff sammelt mehrere rote Hunde aus China unter einem Marketingwort.

Was das beim Kauf bedeutet

Kein Standard heißt: keine verbindliche Größe, kein Gewicht, keine zuchtausschließenden Fehler und keine Ahnentafel über einen FCI-Verband. Du prüfst die Elterntiere selbst.

Was ich im Register nachgesehen habe

Am 28. August 2026 bin ich die FCI-Rassennomenklatur beim Buchstaben C Zeile für Zeile durchgegangen. 44 Rassen stehen dort.

Genau ein Eintrag trägt „Chinese“ im Namen: der Chinese Crested Dog, Standard Nr. 288. Ein Chinese Red Dog fehlt. Ein Chongqing Dog ebenfalls.

Danach habe ich das komplette Namensregister durchsucht. Unter „red“ finden sich der Airedale Terrier, der Irish Red Setter und der Irish Red and White Setter. Kein roter Hund aus China.

Wacher brauner Hund steht aufmerksam im Gras
Wacher brauner Hund steht aufmerksam im Gras Foto: sally9258 / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Diese Seiten führen auch provisorisch anerkannte Rassen mit. Der Continental Bulldog unter Nr. 369 steht dort, obwohl er erst vorläufig aufgenommen ist. Die Lücke ist also keine Formsache.

Ein Detail macht es deutlicher. Die China Kennel Union in Peking ist Vollmitglied der FCI. Selbst mit einem eigenen Verband im Weltverband taucht dieser Name nirgends auf.

Welcher Hund tatsächlich gemeint ist

Hinter dem Begriff stecken je nach Anbieter mehrere verschiedene Hunde. Zwei davon haben keinen Standard, die übrigen schon.

Der erste ist der Chongqing Dog aus der gleichnamigen Metropole im Südwesten Chinas. Der zweite ist der Laizhou Hong aus der Provinz Shandong — was über ihn gesichert ist, steht im Porträt Laizhou Hong.

Der dritte ist ein rot gefärbter Shar Pei. Diesen Hund führt die FCI unter Nr. 309, mit Ursprungsland China.

Gemeinter Hund Herkunft Im FCI-Register Was daraus folgt
Gemeinter HundChongqing Dog HerkunftChongqing, China Im FCI-Registernein Was daraus folgtkeine geprüfte Größe, kein Gewicht
Gemeinter HundLaizhou Hong HerkunftLaizhou, Provinz Shandong Im FCI-Registernein Was daraus folgtkeine geprüfte Größe, kein Gewicht
Gemeinter HundShar Pei, rot HerkunftChina Im FCI-Registerja, Standard Nr. 309 Was daraus folgtWiderristhöhe 44 bis 51 cm
Gemeinter HundChow Chow, rot HerkunftChina, Patronat Großbritannien Im FCI-Registerja, Standard Nr. 205 Was daraus folgtRüden 48 bis 56 cm

Eigene Abfrage der FCI-Rassennomenklatur und der deutschsprachigen Standards, abgerufen am 28. August 2026.

Wer also einen roten Hund aus China sucht, steht nicht vor einer Sackgasse. Er steht vor zwei sehr unterschiedlichen Wegen.

Der rote Chinese mit Standard heißt Chow Chow

Aus meiner Erfahrung suchen die meisten gar keinen exotischen Namen. Sie suchen einen kräftigen Hund mit rotem Fell aus China. Genau den gibt es mit Papieren.

Der Standard Nr. 205 nennt für den Chow Chow einfarbig schwarz, rot, blau, rehfarben, creme oder weiß. Rot steht dort ausdrücklich. Für Rüden gibt er 48 bis 56 Zentimeter Widerristhöhe an, für Hündinnen 46 bis 51 Zentimeter.

Als Wesen beschreibt sein Papier einen ruhigen Hund, sehr wachsam, eigenwillig, treu, jedoch zurückhaltend. Als Verwendung nennt es Wach- und Begleithund. Wie sich das im Alltag anfühlt, steht im Porträt Chow Chow.

Beim Shar Pei ist die Farbregel noch weiter gefasst. Außer Weiß sind alle einheitlichen Farben zulässig. Sein Haar misst laut Standard 1 bis 2,5 Zentimeter.

Rasse Standard FCI-Gruppe Maß laut Standard Verwendung
RasseChow Chow StandardNr. 205 FCI-GruppeGruppe 5, Sektion 5 Maß laut StandardRüden 48–56 cm, Hündinnen 46–51 cm VerwendungWach- und Begleithund
RasseShar Pei StandardNr. 309 FCI-GruppeGruppe 2, Sektion 2.1 Maß laut Standard44–51 cm VerwendungJagd- und Wachhund
RasseDo-Khyi StandardNr. 230 FCI-GruppeGruppe 2, Sektion 2.2 Maß laut StandardRüden mindestens 66 cm VerwendungBegleit-, Wach- und Schutzhund
RasseChinesischer Schopfhund StandardNr. 288 FCI-GruppeGruppe 9, Sektion 4 Maß laut StandardRüden 28–33 cm, Hündinnen 23–30 cm VerwendungGesellschaftshund
RasseShih Tzu StandardNr. 208 FCI-GruppeGruppe 9, Sektion 5 Maß laut Standardbis 27 cm, 4,5–8 kg VerwendungBegleithund
RasseMops StandardNr. 253 FCI-GruppeGruppe 9, Sektion 11 Maß laut StandardIdealgewicht 6,3–8,1 kg VerwendungGesellschaftshund
RassePekingese StandardNr. 207 FCI-GruppeGruppe 9, Sektion 8 Maß laut Standardim Standard ohne Maßangabe VerwendungGesellschaftshund

Angaben wörtlich aus den deutschsprachigen FCI-Standards, abgerufen am 28. August 2026. Do-Khyi und Shih Tzu führt die Nomenklatur unter Tibet (China).

Was ohne Rassestandard fehlt

Ein Standard ist mehr als eine hübsche Beschreibung. Er ist das Werkzeug, mit dem ein Zuchtverband arbeitet.

Diese vier Dinge liefert ein Standard, hier fehlen sie

  • Eine verbindliche Widerristhöhe und, wo vorhanden, ein Gewicht.
  • Die zuchtausschließenden Fehler, an denen Züchter sich messen lassen müssen.
  • Die Einordnung in Gruppe und Sektion, aus der die ursprüngliche Aufgabe hervorgeht.
  • Eine Ahnentafel über einen Verein, der zu einem FCI-Mitgliedsverband gehört.

Der letzte Punkt wiegt praktisch am schwersten. Ohne Zuchtbuch prüft niemand, welcher Rüde welche Hündin deckt.

Deshalb steht in diesem Beitrag keine Widerristhöhe für den Chinese Red Dog. Kein Gewicht. Keine Lebenserwartung.

Meine langjährige Erfahrung sagt mir: Eine erfundene Zahl richtet mehr Schaden an als eine ehrliche Lücke. Wer einen Hund kauft, braucht belastbare Angaben. Keine hübschen.

Falten am Kopf: wo der Tierschutz eine Grenze zieht

Viele Anzeigen zeigen faltige rote Welpen. Falten sehen niedlich aus. Sie können aber die Augen einengen. Dann wird aus einem Merkmal ein Leiden.

Der Shar-Pei-Standard geht diesen Weg selbst. Er schließt Hunde von der Zucht aus, bei denen Hautfalten oder Haare die normale Funktion der Augen beeinträchtigen. Auch Entropium und Ektropium stehen dort — das sind ein einwärts und ein auswärts gerolltes Augenlid.

Wacher Hund sitzt aufmerksam auf einem Felsen
Wacher Hund sitzt aufmerksam auf einem Felsen Foto: Maurizio Ceol / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Rechtlich greift § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist das Züchten, wenn Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt, wenn diese untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.

Der Chow-Chow-Standard formuliert eine verwandte Grenze. Der Hund soll nicht so viel Haar tragen, dass es ihn behindert oder bei Hitze leiden lässt.

Bei einem Hund ohne Standard fehlt genau diese eingebaute Bremse. Umso genauer schaust du dir die Augen der Elterntiere an.

Kauf und Einfuhr: die Punkte, die wirklich zählen

China liegt außerhalb der EU. Für einen Hund von dort gelten die strengeren Regeln für Drittländer. Der Deutsche Tierschutzbund nennt als Grundausstattung Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis. Bei Drittländern kommt oft eine Blutuntersuchung auf Tollwut-Antikörper dazu.

Beim Alter wird es konkret. ESCCAP Deutschland rechnet es vor: Gegen Tollwut lässt sich ein Welpe frühestens mit 12 Wochen impfen, der Schutz beginnt frühestens 21 Tage später. Vor 15 Wochen darf er also gar nicht einreisen.

Wer dir einen acht Wochen alten Welpen aus Fernost anbietet, verkauft dir einen Rechtsbruch. Diese Rechnung ist der schnellste Test, den du machen kannst.

Dazu kommt die Papierlage. Für einen eingeführten Hund gehören ein Heimtierausweis und ein Gesundheitszeugnis aus dem Herkunftsland dazu. Wer gewerblich mit Hunden handelt, braucht seit August 2014 eine Erlaubnis der Behörde.

Mein Tipp: Frag vor jeder Einfuhr beim zuständigen Veterinäramt nach den aktuellen Auflagen. Die Anforderungen hängen vom Herkunftsland ab und ändern sich. Über Preise schreibe ich hier bewusst nichts.

Und dann ist da der Blick auf die Elterntiere. Größe, Bewegung, Verhalten bei Besuch. Ohne Standard sind sie deine einzige verlässliche Auskunft über den Welpen.

Ankommen in Deutschland

Ein Hund aus dem Ausland wechselt auf einen Schlag Klima, Futter und Bezugsperson. Der Magen meldet sich dabei oft als Erster.

Ich stelle Futter deshalb langsam um, über mindestens eine Woche. Begleitend passt das Lucky Pets Magenpulver aus Möhrenmehl, Rotulme, Wermut, Enzianwurzel und Tausendgüldenkraut, dazu Natrolith-Phonolith und Bentonit. Die Dosierung liegt bei einem halben Teelöffel je 10 Kilogramm Körpergewicht.

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Was dein Hund tatsächlich braucht, klärt die Tierarztpraxis. Bei einem frisch importierten Hund gehört dort ohnehin ein Termin in die erste Woche.

Wacher kleiner Hund wird auf dem Behandlungstisch abgehört
Wacher kleiner Hund wird auf dem Behandlungstisch abgehört Foto: Nenad Stojkovic / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Passt so ein Hund zu dir?

Ein wachsamer Hund aus einer Wachlinie ist keine Entscheidung nebenbei. Er braucht Platz, klare Regeln und Menschen, die viel zu Hause sind.

Er passt nicht zu dir, wenn du deinen ersten Hund suchst. Er passt auch nicht, wenn ständig fremde Menschen durch dein Grundstück laufen.

Er passt nicht zu dir, wenn dir die Herkunft egal ist. Bei einem Hund ohne internationales Zuchtbuch entscheidet die Sorgfalt des Züchters über alles.

Und wenn dich vor allem das rote Fell reizt? Dann sieh dir den Chow Chow an. Gleiche Farbe, echte Papiere, geprüfte Maße.

Fazit: Der Chinese Red Dog steht nicht im Rassenverzeichnis der FCI, weder unter dem Buchstaben C noch unter den provisorisch anerkannten Rassen. Deshalb gibt es zu ihm keine geprüfte Widerristhöhe, kein geprüftes Gewicht und keine Lebenserwartung aus belastbarer Quelle. Wer einen roten Hund aus China mit Standard sucht, findet den Chow Chow unter Nr. 205 mit 48 bis 56 Zentimetern bei Rüden. Und wer trotzdem importieren will, rechnet zuerst nach: vor 15 Wochen darf kein Welpe aus einem Drittland einreisen.

Häufige Fragen zum Chinese Red Dog

Gibt es den Chinese Red Dog als Rasse?

Nicht im Verzeichnis der FCI. Der Name ist ein Sammelbegriff aus Anzeigen, kein Rassename mit Standard.

Welcher Hund ist damit meistens gemeint?

Meist der Chongqing Dog oder der Laizhou Hong. Beide führt die FCI nicht. Manchmal meinen Anbieter auch einen roten Shar Pei.

Welcher rote Hund aus China hat einen Standard?

Der Chow Chow. Standard Nr. 205 nennt rot ausdrücklich als eine der zugelassenen Farben.

Wie groß wird ein Chinese Red Dog?

Dazu gibt es keine geprüfte Zahl. Ohne Rassestandard fehlt die Grundlage für eine verbindliche Angabe.

Warum steht hier keine Lebenserwartung?

Weil kein Rassestandard eine nennt und ich für diesen Hund keine belastbare Quelle gefunden habe.

Bekomme ich eine Ahnentafel dazu?

Keine über einen FCI-Mitgliedsverband. Die China Kennel Union ist zwar Vollmitglied der FCI, im Rassenverzeichnis steht dieser Name trotzdem nicht.

Welche Papiere muss ein Züchter zeigen?

Bei einem Hund aus dem Ausland den EU-Heimtierausweis samt Gesundheitszeugnis. Gewerbliche Anbieter brauchen zusätzlich die Erlaubnis des Veterinäramts.

Ab welchem Alter darf ein Welpe einreisen?

Nicht unter 15 Wochen. Die Tollwutimpfung ist erst ab 12 Wochen möglich, ihr Schutz beginnt frühestens 21 Tage danach.

Was gilt bei der Einfuhr aus China?

China zählt nicht zur EU. Für Drittländer kommen weitere Auflagen dazu, oft eine Blutuntersuchung auf Tollwut-Antikörper.

Sind Falten am Kopf ein Problem?

Sie können eines werden. Der Shar-Pei-Standard schließt Hunde von der Zucht aus, deren Falten die Augen beeinträchtigen.

Ist so ein Hund ein Listenhund?

Die Rasselisten sind Ländersache und ändern sich. Frag vor dem Kauf beim Ordnungsamt deines Wohnorts nach.

Worauf achte ich beim Kauf am meisten?

Auf die Elterntiere vor Ort. Ohne Standard und ohne Zuchtbuch sind sie deine einzige belastbare Auskunft.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Fragen zu Augen, Hautfalten, Impfschutz und Futterumstellung eines importierten Hundes gehören in eine Tierarztpraxis.