Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Der Standard kennt vier Farbgruppen.
- Alle anderen Farben sind unerwünscht.
- Einfarbige dürfen nur einen Brustfleck haben.
- Das Haar ist glatt und seidig, nie lockig.
Kaum eine Rasse zeigt so viele Fellfarben wie der English Cocker Spaniel. Der Standard listet sie in vier Gruppen — und zieht am Ende einen klaren Schlussstrich.
Die kurze Antwort
Der Standard nennt einfarbige, zweifarbige, dreifarbige und Schimmelvarianten. Alles andere gilt als unerwünscht.
Der entscheidende Punkt
Bei einfarbigen Hunden ist außer einem kleinen Brustfleck kein Weiß erlaubt.
Die vier Farbgruppen
Der FCI-Standard Nr. 5 in der Fassung von 2012 gliedert die Farben klar. Vier Gruppen, jede mit eigener Liste.

FCI-Standard Nr. 5, deutsche Fassung.
Zwei Zusätze sind wichtig. Bei den einfarbigen Varianten ist außer einem kleinen Fleck an der Brust kein Weiß erlaubt. Die zweifarbigen dürfen mit oder ohne Tüpfelung auftreten.
Und dann folgt der Schlusssatz. Jegliche andere Farben oder Abzeichen, die von den angegebenen abweichen, sind unerwünscht. Ähnlich streng geht der Pudelstandard vor, siehe Hund braun schwarz.
Warum die Liste abschließend ist
Aus meiner Erfahrung wird dieser letzte Satz beim Welpenkauf gern übersehen. Er bedeutet: Eine Farbe, die nicht in der Liste steht, ist kein besonderes Merkmal, sondern ein Fehler.
Das betrifft vor allem Angebote, die mit ungewöhnlichen Farbnamen werben. Wer sich unsicher ist, gleicht sie einfach mit den vier Gruppen ab.
Wichtig dabei: Eine unerwünschte Farbe macht den Hund nicht krank. Sie schließt ihn von der Zucht aus und wirkt sich im Ausstellungsring aus. Wo Farbe dagegen zum Geschäftsmodell wird, zeigt Blue Line Hund.

Für den Alltag als Familienhund spielt die Farbe ohnehin keine Rolle. Wichtiger ist, was die Linie an Temperament mitbringt.
In der deutschen FCI-Rassennomenklatur steht die Rasse in Gruppe 8, Sektion 2, bei den Stöberhunden. Sie wird mit Arbeitsprüfung geführt.
Das Haar und seine Pflege
Der Standard beschreibt das Haar als glatt und von seidiger Beschaffenheit. Niemals drahtig oder wellig, nicht zu reichlich und niemals lockig.
Gebäude, Vorderläufe und Hinterläufe über dem Sprunggelenk sind gut befedert. Genau diese Befederung ist der Pflegepunkt.
Was ich bei der Fellpflege beachte
- Behang und Befederung regelmäßig durchgehen.
- Nach dem Spaziergang auf Kletten prüfen.
- Ohren nach dem Baden trocknen.
- Verfilzungen früh lösen, nicht ausschneiden.
- Bei starkem Bewuchs kürzere Runden planen.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Die langen Behänge sammeln alles ein, was im Unterholz wächst.

Mein Eindruck nach vielen Gesprächen: Der Pflegeaufwand wird bei dieser Rasse unterschätzt. Wer das einplant, hat wenig Ärger. Wie funktional Fell sonst gebaut sein kann, zeigt Böhmisch Rauhbart.
Zwei Typen einer Rasse
Der Standard macht eine bemerkenswerte Beobachtung. Wie bei einigen anderen Jagdhunderassen gibt es auch beim Cocker einen Unterschied zwischen Jagd- und Ausstellungshunden.
Der Ausstellungs-Cocker ist demnach ein kräftigeres und schwereres Exemplar. Für die Wahl eines Welpen ist das ein wichtiger Hinweis.
Ich frage deshalb immer nach der Linie. Ein jagdlich gezogener Cocker bringt mehr Tempo und mehr Nase mit, ein Ausstellungshund oft mehr Ruhe.
Beides sind gute Hunde. Sie passen nur zu unterschiedlichen Haushalten.
Historisch geht die Rasse auf den Cocking Spaniel zurück, benannt nach dem Aufstöbern von Waldschnepfen. Kurz nach der Gründung des Kennel Clubs im Jahr 1873 wurde sie vom Field- und Springer Spaniel getrennt. Ähnliche Trennungen beschreibt Hunderasse mit W.
Wesen und Haltung
Beim Wesen wird der Standard fast poetisch. Fröhliches Wesen mit unermüdlichem Rutenspiel, eine typische eifrige Bewegung beim Folgen einer Spur, unerschrocken in unwegsamem Dickicht.
Dazu kommt: sanft und anhänglich, jedoch voller Leben und Überschwang. Rüden messen 39 bis 41 cm, Hündinnen 38 bis 39 cm, bei etwa 13 bis 14,5 kg.
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers. Das zuständige Bundesministerium fasst die Anforderungen an die Hundehaltung zusammen. Für einen Stöberhund heißt das: Nasenarbeit einplanen.
Ein Cocker, der nur an der Leine spazieren geht, ist unterfordert. Zwanzig Minuten Suchspiel wirken oft mehr als eine Stunde Wegstrecke.
Und wer jagdlich geführte Linien wählt, sollte das Thema Rückruf sehr ernst nehmen. Ein Hund, der Dickicht liebt, verschwindet darin auch.
Einen Überblick über passende Beschäftigung gibt Treibball für Hunde.
Unabhängig von der Rasse gilt: Haut und Fell brauchen B-Vitamine. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe.

Die Farbliste im Wortlaut
Die Tabelle oben fasst zusammen. Hier steht die Liste Farbe für Farbe, wie der Standard sie schreibt. Streng genommen kennt er zwei Obergruppen: Einfarbig und Mehrfarbig. Die Mehrfarbigen zerfallen in Zweifarbig, Dreifarbig und Schimmel.
FCI-Standard Nr. 5 (ENGLISH COCKER SPANIEL), deutsche Fassung vom 23. November 2012.
Zusammen sind das achtzehn Farbschläge: sechs einfarbige, vier zweifarbige, zwei dreifarbige und sechs Schimmelvarianten.
Zu weißen Abzeichen steht dort genau ein Satz. Er gilt nur für einfarbige Hunde: Bei diesen Farben ist kein Weiß außer ein kleiner Fleck an der Brust erlaubt. Den mehrfarbigen Gruppen setzt der Standard keine solche Grenze. Ein schwarzer Cocker mit weißen Pfoten ist deshalb kein zweifarbiger Hund. Er ist ein einfarbiger mit zu viel Weiß.
Der zweite Zusatz betrifft nur die Zweifarbigen: All diese Farben können mit oder ohne Tüpfelung sein. Gemeint ist eine feine Sprenkelung im weißen Anteil.
English Cocker oder American Cocker?
Wer nach Cocker-Farben sucht, meint fast immer den English Cocker Spaniel. Eine zweite Rasse trägt aber fast denselben Namen. Die FCI führt sie getrennt unter der Standardnummer 167.
Der American Cocker Spaniel stammt aus den USA. Beide Rassen stehen in Gruppe 8, Sektion 2. Der English Cocker wird mit Arbeitsprüfung geführt, der American Cocker ohne. Er ist außerdem kleiner: Standard Nr. 167 nennt als ideale Widerristhöhe 38,10 Zentimeter beim Rüden und 35,56 Zentimeter bei der Hündin. Abweichen darf sie um 1,27 Zentimeter.
Bei den Farben trennt Nr. 167 in drei Abteilungen: Schwarze, dann ASCOB für andere Einfarbige außer Schwarze vom hellsten Creme bis zum dunkelsten Rot, dazu die Mehrfarbigen. Dort muss eine der Farben Weiß sein.
Der wichtigste Unterschied steckt in der Härte der Regel. Beim English Cocker sind abweichende Farben unerwünscht. Beim American Cocker disqualifizieren sie. Weiß außerhalb von Brust und Hals schließt dort aus, ebenso Loh-Abzeichen über zehn Prozent. Die Liste in diesem Artikel gilt also für den English Cocker.
Größe und Gewicht
Bei Höhe und Gewicht wird Standard Nr. 5 auffällig vorsichtig: Er schreibt ausdrücklich von ungefähren Werten. Rüden messen ungefähr 39 bis 41 Zentimeter, Hündinnen 38 bis 39. Das ungefähre Gewicht liegt bei 13 bis 14,5 Kilogramm.
FCI-Standard Nr. 5 (ENGLISH COCKER SPANIEL), deutsche Fassung vom 23. November 2012.
Die Proportion erklärt die kompakte Silhouette: Ein Cocker ist ungefähr so hoch wie lang. Dazu passt das knappe Gesamtbild — fröhlich, robust, sportlich, gut ausgewogen, kompakt. Eine Lebenserwartung nennt der Standard nirgends. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband ein.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Die Liste der disqualifizierenden Fehler ist kurz. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind ausgeschlossen. Dasselbe gilt für Hunde mit deutlichen körperlichen Abnormalitäten oder mit Verhaltensstörungen.
Interessanter finde ich den Maßstab davor. Jede Abweichung zählt nach ihrem Grad. Bewertet wird der Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden — ausdrücklich auch der auf die Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
Ein Detail aus dem Kopfkapitel gehört hierher: Der Behang ist lappig, in Augenhöhe angesetzt, das Leder dünn und bis zur Nasenspitze reichend. Aus meiner Erfahrung lohnt der Blick hinein nach jedem Ausflug ins Dickicht.
Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Der Standard endet mit derselben Linie: Zur Zucht sollen nur funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Beim Welpenkauf fange ich bei dieser Rasse mit der Farbe an. Steht sie nicht in der Liste oben, frage ich nach — ein Züchter muss das erklären können. Die zweite Frage gilt der Linie: jagdlich geführt oder auf Ausstellung gezogen.
Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein.
Beim Abgabealter gibt das Gesetz die Grenze vor. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Dieselbe Vorschrift verlangt bis zur zwanzigsten Lebenswoche täglich vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson.
Dazu gehören Ahnentafel, EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll. Preise nenne ich bewusst nicht. Wie es nach dem Einzug weitergeht, steht in Sozialisierung von Welpen.
Passt der Cocker Spaniel zu dir?
Der Standard führt den Cocker als Stöberhund mit Arbeitsprüfung. Das ist keine Formalie, sondern die ehrlichste Antwort auf die Frage nach seinem Beschäftigungsbedarf.
Er passt zu dir, wenn du gern draußen bist. Nasenarbeit ist sein Kerngeschäft. Zwanzig Minuten Suchspiel wiegen schwerer als eine Stunde Gehweg. Sanft und anhänglich nennt ihn der Standard, dazu voller Leben und Überschwang.
Er passt zu dir, wenn du Fellzeit einplanst. Behang und Befederung sammeln alles ein, was im Unterholz wächst. Passende Beschäftigung zeigt Treibball für Hunde.
Er passt nicht zu dir, wenn der Rückruf dir egal ist. Ein Hund, den der Standard als unerschrocken in unwegsamem Dickicht beschreibt, verschwindet darin auch. Ein unterforderter Cocker sucht sich seine Aufgaben selbst.
Fazit: Der FCI-Standard Nr. 5 für den English Cocker Spaniel gliedert die Farben in vier Gruppen. Einfarbig sind schwarz, rot, gold, leber, schwarz mit loh und braun mit loh zugelassen, wobei außer einem kleinen Fleck an der Brust kein Weiß erlaubt ist. Zweifarbig sind schwarz-weiß, orange-weiß, braun-weiß und lemon-weiß möglich, jeweils mit oder ohne Tüpfelung. Dreifarbig nennt der Standard schwarz-weiß mit loh und braun-weiß mit loh. Bei den Schimmelvarianten stehen blau-, orange-, lemon- und braunschimmel sowie blau- und braunschimmel mit loh. Jegliche andere Farbe oder Abzeichen gilt als unerwünscht. Das Haar ist glatt und seidig, niemals drahtig, wellig oder lockig. Rüden messen 39 bis 41 cm, Hündinnen 38 bis 39 cm bei etwa 13 bis 14,5 kg.
Häufige Fragen zu Cocker-Spaniel-Farben
Wie viele Farbgruppen kennt der Standard?
Vier: einfarbig, zweifarbig, dreifarbig und Schimmel.
Welche einfarbigen Varianten gibt es?
Schwarz, rot, gold, leber, schwarz mit loh und braun mit loh.
Darf ein einfarbiger Cocker Weiß haben?
Nur einen kleinen Fleck an der Brust.
Welche zweifarbigen Varianten gibt es?
Schwarz-weiß, orange-weiß, braun-weiß und lemon-weiß.
Was ist Tüpfelung?
Eine feine Sprenkelung. Die zweifarbigen Varianten dürfen sie haben oder auch nicht.
Was gilt für alle anderen Farben?
Sie sind laut Standard unerwünscht.
Welche Schimmelvarianten nennt der Standard?
Blau-, orange-, lemon- und braunschimmel, dazu blau- und braunschimmel jeweils mit loh.
Wie sieht das Haar aus?
Glatt und seidig, niemals drahtig, wellig oder lockig.
Wie groß wird ein Cocker Spaniel?
Rüden 39 bis 41 cm, Hündinnen 38 bis 39 cm, bei etwa 13 bis 14,5 kg.
Cocker Spaniel Farben: Woher kommt der Name?
Vom Aufstöbern von Waldschnepfen. Ursprünglich hieß er Cocking Spaniel.
Gibt es zwei Typen?
Ja. Der Ausstellungs-Cocker ist laut Standard kräftiger und schwerer als der jagdlich geführte.
Cocker Spaniel Farben: Wird die Rasse mit Arbeitsprüfung geführt?
Ja. Sie steht in Gruppe 8, Sektion 2, mit Arbeitsprüfung.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 5 – English Cocker Spaniel, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassennomenklatur, deutsche Fassung
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zu Haut und Fell hilft deine Tierarztpraxis weiter.
