Corgi: Wesen, Größe und Haltung

Corgi: Wesen, Größe und Haltung

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt zwei Corgi-Rassen — Pembroke und Cardigan.
  • Gewicht: Rüden 10–12 kg, Hündinnen 10–11 kg.
  • Treibhund für Großvieh, kein klassischer Hütehund.
  • Kurze Ruten sind angeboren, nicht kupiert.

Der Corgi ist durch die britische Königsfamilie bekannt geworden. Wer sich einen anschafft, sollte zwei Dinge vorher wissen. Ich gehe die VDH-Angaben durch und nenne beide.

Die kurze Antwort

Ein kurzbeiniger walisischer Treibhund von 10 bis 12 Kilogramm, keck, selbstbewusst und sehr eigenständig.

Der entscheidende Punkt

Der VDH schreibt es selbst: Ohne absolute Konsequenz herrscht ein Corgi im Haus.

Zwei Rassen, nicht eine

Der VDH macht gleich zu Beginn eine Unterscheidung, die oft untergeht. Es gibt zwei Corgi-Rassen, die sich nicht nur äußerlich unterscheiden, sondern ganz klar auch vom Wesen her: den Cardiganshire Welsh Corgi und den Welsh Corgi Pembroke.

Wacher Welsh Corgi steht aufmerksam auf einer Wiese
Tief gestellt und kräftig — der Kopf erinnert an den eines Fuchses.

Ihre Trennung ist jünger, als viele denken. Bis in die 1920er Jahre hinein wurden Cardigans und Pembrokes häufig miteinander verpaart. Bis 1925 liefen beide Schläge offiziell als „Corgie" im Kennel Club. Ein Jahr später entstand die englische Cardigan Welsh Corgi Association — auf die Anerkennung als eigene Rasse musste sie allerdings bis 1934 warten.

Wer heute „Corgi" sucht, meint fast immer den Pembroke. Aus meiner Erfahrung führt das zu Verwirrung bei Größen- und Wesensangaben, weil im Netz beide Rassen vermischt werden. Ein Blick in den Stammbaum klärt das in Sekunden. Wie du beim Kauf vorgehst, steht in Sozialisierung von Welpen.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalGewicht Rüde10 – 12 kg Hündin10 – 11 kg
MerkmalWiderristhöhe Rüdekeine Angabe beim VDH Hündinkeine Angabe beim VDH
MerkmalFell Rüdemittellang Hündinmittellang
MerkmalRute Rüdeangeboren kurz bevorzugt Hündinangeboren kurz bevorzugt
MerkmalHerkunft RüdeGrafschaft Pembroke, Wales HündinGrafschaft Pembroke, Wales

Angaben nach dem VDH-Rasselexikon zum Welsh Corgi Pembroke.

Treibhund, nicht Hütehund

Der Arbeitsschwerpunkt des Pembroke lag beim Großvieh. In Großbritannien setzte man ihn lange als vielseitigen Bauernhund ein. Nebenbei hielt er den Ratten- und Mäusebestand kurz und bewachte das Gelände.

Wacher Welsh Corgi läuft über eine Wiese
Die Vorderläufe greifen gut nach vorne aus.

Daraus folgt eine Unterscheidung, die für die Beschäftigung wichtig ist. Die Gene des Treib- und Hütehundes können durchschlagen. Der VDH hält Hütearbeit trotzdem für keine optimale Alternative — der Corgi scheint eher für selbstständiges Treiben geboren. Denselben Zug nennt der Verband beim Entlebucher und beim Appenzeller Sennenhund.

Meine langjährige Erfahrung mit Treibhunden bestätigt das im Alltag. Ein Corgi wartet nicht auf Anweisungen, er handelt. Bei Kindern zeigt sich das manchmal als Zwicken in die Fersen — genau die Bewegung, mit der Rinder getrieben werden. Wie du das umlenkst, steht in Erziehung des Hundes.

Entlastung bringt der Zuchtschwerpunkt der letzten Jahrzehnte. Er liegt auf Familienhund-Qualitäten, was die Haltung des einst auf unermüdlichen Arbeitseinsatz gezüchteten Hundes deutlich vereinfacht. Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 die Untergrenze: Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Wesen: keck, dreist, selbstbewusst

Der VDH beschreibt das Wesen ungewöhnlich offen. Manche bezeichnen den Corgi als ausgesprochen dreist und geschickt darin, seine Ziele durchzusetzen. Der Verband räumt ein, dass darin sicherlich etwas Wahrheit steckt.

Gleichzeitig überwiegen Freundlichkeit und angenehmes Wesen. Der selbstbewusste Vierbeiner kehrt sein Überlegenheitsgefühl allerdings gerne nach außen. Das kecke Wesen, die Unverwüstlichkeit und der eigensinnig verschrobene Charme machen die Rasse aus.

Kopf eines wachen Welsh Corgi im Freien
Mittelgroße, aufgerichtete und leicht abgerundete Ohren.

Was ein Corgi im Alltag braucht

  • Absolute Konsequenz — sonst übernimmt er die Regie.
  • Beschäftigung, die zu einem Treibhund passt.
  • Klare Regeln im Umgang mit Kindern.
  • Regelmäßiges Bürsten des mittellangen Fells.
  • Kontrolle des Gewichts wegen des langen Rückens.

Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Körperbau, Rute und Gewicht

Der Pembroke ist ein tief gestellter, kräftiger Hund, der sich durch Robustheit auszeichnet. Obwohl er relativ klein ist, vermittelt er Substanz und Zähigkeit. Sein Kopf mit den kräftigen Kiefern erinnert etwas an den eines Fuchses. Auf dem Kopf sitzen mittelgroße, aufgerichtete und leicht abgerundete Ohren.

Bei der Rute lohnt ein genauer Blick. Angeborene kurze Ruten werden bei dieser Rasse bevorzugt — sie sind also nicht kupiert. Wer beim Züchter eine kurze Rute sieht, sollte trotzdem nachfragen. Warum das rechtlich zählt, erklärt Kupierte Ohren und Ruten.

Ich achte bei tief gestellten Rassen besonders auf das Gewicht. Ein langer Rücken auf kurzen Beinen trägt jedes zusätzliche Kilo doppelt. Der VDH nennt 10 bis 12 Kilogramm für Rüden und 10 bis 11 für Hündinnen — das ist ein enger Rahmen. Wie sich Übergewicht aufbaut, erklärt Übergewicht beim Hund. Zur Unterstützung der Gelenke gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Fazit: Der Corgi ist keine einzelne Rasse, sondern zwei — Pembroke und Cardigan, seit 1934 getrennt geführt. Gemeint ist meist der Pembroke aus der walisischen Grafschaft gleichen Namens. Er wiegt 10 bis 12 Kilogramm, eine Widerristhöhe führt der VDH nicht auf. Sein Arbeitsschwerpunkt lag beim Großvieh, er ist Treibhund und kein klassischer Hütehund. Der wichtigste Satz für Halter steht beim VDH selbst: Ohne absolute Konsequenz herrscht ein Corgi im Haus.

Häufige Fragen zum Corgi

Wie viele Corgi-Rassen gibt es?

Zwei: den Welsh Corgi Pembroke und den Cardiganshire Welsh Corgi. Sie unterscheiden sich auch im Wesen.

Wie schwer wird ein Corgi?

Rüden wiegen 10 bis 12 kg, Hündinnen 10 bis 11 kg. Eine Widerristhöhe nennt der VDH nicht.

Woher stammt der Pembroke?

Aus der walisischen Grafschaft Pembroke. Dort war er lange ein vielseitiger Bauernhund.

Was war seine Aufgabe?

Das Treiben von Großvieh. Nebenbei hielt er Ratten und Mäuse kurz und bewachte das Gelände.

Ist er ein Hütehund?

Eher ein Treibhund. Der VDH sieht ihn für selbstständiges Treiben geboren, nicht für Hütedienste.

Wie schwer ist die Erziehung?

Sie verlangt absolute Konsequenz. Sonst herrscht laut VDH ein Corgi im Haus.

Ist er ein Familienhund?

Ja. Der Zuchtschwerpunkt liegt seit vielen Jahren auf Familienhund-Qualitäten.

Wie ist sein Charakter?

Keck und unverwüstlich, mit eigensinnig verschrobenem Charme. Manche nennen ihn dreist.

Werden die Ruten kupiert?

Nein. Bei dieser Rasse werden angeborene kurze Ruten bevorzugt. In Deutschland verbietet § 6 TierSchG das Kupieren, von eng begrenzten Ausnahmen abgesehen.

Wie sieht er aus?

Tief gestellt und kräftig, mit einem Kopf, der an den eines Fuchses erinnert.

Wie oft muss man ihn bürsten?

Regelmäßig. Das Haarkleid ist mittellang.

Seit wann sind es zwei Rassen?

Der Cardigan wurde erst 1934 als eigene Rasse anerkannt. Bis 1925 liefen beide als „Corgie".

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Rücken, Gewicht und Gelenken berät die Tierarztpraxis individuell.