Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 70–90 cm, Hündinnen 65–80 cm.
- Die Zucht hat sich vom Modetyp zum Berghund zurückbewegt.
- Ausgeglichen, selbstsicher, verlässlich und wachsam.
- Zwei Varietäten: Kurzhaar und Langhaar.
Beim Bernhardiner hat sich das Zuchtziel in den letzten Jahrzehnten verschoben. Der VDH benennt das offen. Ich gehe die Angaben durch.
Die kurze Antwort
Ein Schweizer Riese von 65 bis 90 Zentimetern, sanft im Wesen und anspruchsvoll im Platzbedarf.
Der entscheidende Punkt
Die Erziehung entscheidet sich beim Junghund — später sind 90 Zentimeter schwer zu korrigieren.
Zurück zum Berghund
Der VDH formuliert eine Selbstkorrektur, wie man sie in Rasseprofilen selten liest. Der St. Bernhardshund litt zeitweise unter modebedingten Trends.

Heute legen die Zuchtvereine Wert auf eine funktionale Zucht, die den Phänotyp des Berghundes zum Vorbild hat. Nicht das Extrem, sondern der Arbeitshund aus den Alpen ist damit wieder das Ziel.
Mir ist diese Angabe wichtig, weil sie beim Züchterbesuch eine konkrete Frage ermöglicht: Wie sieht die Zuchtlinie aus, funktional oder auf Masse? Was du sonst beobachten solltest, steht in Sozialisierung von Welpen.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Wesen: Stärke und Sanftheit
Der Bernhardiner vereint Stärke und Sanftheit. Sein freundliches Wesen macht ihn zu einem guten Familienhund, der aufgrund seiner Größe jedoch ein spezielles Anforderungsprofil mitbringt.

Im Detail beschreibt der VDH ihn als ausgeglichen und selbstsicher. Aufgrund ihrer angeborenen Anhänglichkeit brauchen Bernhardiner engen Kontakt zur Familie. Verlässlichkeit und Wachsamkeit kommen dazu.
Im Umgang mit Kindern sind sie robust und geduldig. Das Rasselexikon setzt allerdings sofort eine Grenze: Das sollte kein Freischein für einen sorglosen Umgang mit dem Hunderiesen sein. Aus meiner Erfahrung ist dieser Zusatz berechtigt — ein geduldiger Hund von achtzig Kilogramm bleibt ein Hund von achtzig Kilogramm. Grundlagen dazu in Erziehung des Hundes.
Was ein Bernhardiner im Alltag braucht
- Verantwortungsvolle Erziehung schon als Junghund.
- Ein Haus mit Garten — er braucht Platz.
- Engen Kontakt zur Familie.
- Beim Langhaar häufigeres Bürsten als beim Kurzhaar.
- Auslauf im Freien und Kontakt zu Artgenossen.
Zur Aufzucht: Welpen richtig füttern.
Warum der Junghund entscheidet
Ein Satz im Rasselexikon fasst das ganze Anforderungsprofil zusammen. Junghunde sind recht lebhaft und sollten verantwortungsvoll erzogen werden.
Die Begründung folgt direkt: damit die unbändige Kraft des ausgewachsenen Bernhardiners auch leicht zu managen ist. Was im ersten Jahr versäumt wird, lässt sich später nur schwer nachholen.

Ich sehe darin den wichtigsten Unterschied zu kleineren Rassen. Bei einem Zehn-Kilo-Hund kann man Erziehungslücken körperlich ausgleichen. Bei einem Hund, der bis zu 90 Zentimeter Widerristhöhe erreicht, geht das nicht. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.
Eine Größenspanne von zwanzig Zentimetern
Bei den Maßen arbeitet der VDH mit Mindest- und Höchstwerten. Rüden messen mindestens 70 und höchstens 90 Zentimeter, Hündinnen mindestens 65 und höchstens 80.
Diese Spanne von zwanzig Zentimetern ist beachtlich. Zwei standardgerechte Rüden können sich in der Schulterhöhe um eine ganze Handbreit unterscheiden.
Ein Hund, der bis zu 90 Zentimeter erreicht, flößt allein beim Anblick Respekt ein. Zumal der Bernhardiner kein schmaler, sondern ein stattlicher, gut bemuskelter Hund ist — eine durch und durch imposante Erscheinung.
Kurzhaar oder Langhaar
Es gibt zwei Varietäten des St. Bernhardshundes: Kurzhaar, auch Stockhaar genannt, sowie Langhaar. Beide strahlen laut VDH Erhabenheit aus.
Gemeinsam ist ihnen ein harmonischer, strammer Körperbau mit beeindruckendem Kopf und aufmerksamem Gesichtsausdruck. Der Unterschied liegt allein im Haar.
Für die Pflege heißt das: Langhaarige Bernhardiner müssen häufiger gebürstet werden als kurzhaarige. Während des Fellwechsels fallen bei beiden Varietäten große Mengen an losen Haaren an. Meine langjährige Erfahrung mit Riesenrassen zeigt, dass genau diese Wochen den Unterschied machen. Mehr dazu in Fellpflege beim Hund.
Was Riesenwuchs im Alltag heißt
Ich rate Interessenten, vor dem Kauf drei Dinge durchzurechnen. Das erste ist der Platz: Ein liegender Bernhardiner belegt eine Fläche, die kein Bild vermittelt.
Das zweite sind die Kosten. Futter, Tierarzt und Medikamente richten sich nach dem Körpergewicht. Bei einem Hund dieser Größe liegt jede Position um ein Vielfaches über der eines mittelgroßen Hundes.
Das dritte ist die Lebenserwartung. Riesenrassen werden im Schnitt deutlich weniger alt als kleine Hunde. Mir ist wichtig, dass Käufer das vorher wissen und nicht erst später erfahren.
Herkunft und Haltung
Das Hospiz vom Großen St. Bernhard spielt eine zentrale Rolle in der Rassegeschichte. Für die moderne Zucht steht laut VDH Heinrich Schumacher im Fokus.
Beim Umfeld wird das Rasselexikon konkret. Ein Haus mit Garten ist sicherlich das ideale Umfeld für den großen Hund, der nun einmal einen gewissen Platz in Anspruch nimmt. Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 zusätzlich Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Bei einer Riesenrasse achte ich vom ersten Tag an besonders auf die Gelenke. Das Wachstum dauert lange, das Endgewicht ist hoch. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

Fazit: Rüden messen mindestens 70 und höchstens 90 Zentimeter, Hündinnen 65 bis 80. Ein Gewicht nennt der VDH nicht. Nach einer Phase modebedingter Trends setzen die Zuchtvereine heute auf funktionale Zucht mit dem Berghund als Vorbild. Das Wesen gilt als ausgeglichen, selbstsicher, verlässlich und wachsam, gegenüber Kindern robust und geduldig. Entscheidend ist die Erziehung des Junghundes, damit die spätere Kraft managebar bleibt.
Häufige Fragen zum Bernhardiner
Wie groß wird ein Bernhardiner?
Rüden mindestens 70 und höchstens 90 cm, Hündinnen 65 bis 80 cm.
Wie schwer wird er?
Ein Gewicht führt der VDH nicht auf.
Wie heißt die Rasse offiziell?
St. Bernhardshund. Bernhardiner ist der geläufige Name.
Wie ist sein Wesen?
Ausgeglichen und selbstsicher, verlässlich und wachsam.
Braucht er Familienanschluss?
Ja. Seine angeborene Anhänglichkeit verlangt engen Kontakt zur Familie.
Wie ist er zu Kindern?
Robust und geduldig — was kein Freibrief für sorglosen Umgang ist.
Was hat sich in der Zucht geändert?
Nach modebedingten Trends setzen die Zuchtvereine heute auf funktionale Zucht.
Welches Vorbild hat diese Zucht?
Der Phänotyp des Berghundes.
Worauf kommt es beim Junghund an?
Auf verantwortungsvolle Erziehung, damit die spätere Kraft managebar bleibt.
Welches Umfeld passt?
Ein Haus mit Garten. Er nimmt nun einmal einen gewissen Platz in Anspruch.
Welche Varietäten gibt es?
Kurzhaar (Stockhaar) und Langhaar.
Wie viel haart er?
Im Fellwechsel fallen bei beiden Varietäten große Mengen an losen Haaren an.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Bernhardiner
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
