Hund braun schwarz: Zwei Farben, eine Rasse

Hund braun schwarz: Zwei Farben, eine Rasse

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Braun steht oft gleichrangig neben Schwarz.
  • Der Labrador kommt in drei Farben vor.
  • Beim Pudel ist Beige nicht zugelassen.
  • Die Nasenfarbe folgt der Grundfarbe.

Braun oder schwarz — bei vielen Rassen ist das keine Frage der Seltenheit. Die Standards führen beide Farben nebeneinander, mit klaren Regeln für jede.

Die kurze Antwort

Bei Labrador, Pudel, Dobermann und Dackel sind Braun und Schwarz gleichwertige Varianten derselben Rasse.

🔴 Der entscheidende Punkt

Braun ist nicht automatisch selten oder wertvoller. Es steht so im Standard wie Schwarz.

Der Labrador: drei Farben, ein Standard

Der FCI-Standard Nr. 122 nennt die Farben in einem Satz. Einfarbig schwarz, gelb oder leber- beziehungsweise schokoladenbraun.

Schokoladenbrauner Labrador Retriever steht wach auf einer Wiese
Beim Labrador steht Braun im selben Satz wie Schwarz.

Für jede Farbe gibt es eine Spanne. Gelb reicht von hellcreme bis fuchsrot. Leberfarben und schokoladenbraun reichen von hell bis dunkel.

Weiß ist eng begrenzt. Zulässig ist ein kleiner Fleck auf der Brust und auf der Hinterseite des Vordermittelfußes. Mehr nicht.

Merkmal Angabe laut Standard 122
MerkmalFarben Angabe laut Standard 122schwarz, gelb, leber-/schokoladenbraun
MerkmalSpanne Gelb Angabe laut Standard 122hellcreme bis fuchsrot
MerkmalSpanne Braun Angabe laut Standard 122hell bis dunkel
MerkmalWeiß erlaubt Angabe laut Standard 122kleiner Fleck an Brust und Vordermittelfuß
MerkmalWiderristhöhe Rüden Angabe laut Standard 12256 – 57 cm
MerkmalWiderristhöhe Hündinnen Angabe laut Standard 12254 – 56 cm

FCI-Standard Nr. 122, deutsche Fassung.

Aus meiner Erfahrung halten viele den schokoladenbraunen Labrador für eine Sonderzüchtung. Er steht im selben Satz wie Schwarz. Wo Farbe dagegen wirklich zum Verkaufsargument wird, zeigt Blue Line Hund.

🔴 Der Pudel: klare Grenzen

Der FCI-Standard Nr. 172 in der Fassung vom Dezember 2024 ist bei Farben besonders streng. Einfarbig zugelassen sind Schwarz, Weiß und Braun.

Für Braun steht eine eigene Beschreibung. Es soll satt, ziemlich dunkel, gleichmäßig und tiefgründig sein. Bei schwarzem oder braunem Haarkleid sind weiße Abzeichen ausgeschlossen.

Brauner Großpudel mit gelocktem Fell steht wach auf einer Wiese
Braun soll beim Pudel satt und gleichmäßig sein.

Und dann kommt eine klare Absage. Beige und seine helleren Abstufungen sind nicht zugelassen. Grau muss gleichmäßig sein, weder rußig noch zu weiß.

Die Rasse steht in Gruppe 9, Sektion 2, ohne Arbeitsprüfung. Beim Haarkleid unterscheidet der Standard zwei Typen: den Wollpudel mit gelocktem Haar und den Schnürenpudel, dessen Schnüre mindestens 20 cm lang sein sollen.

Wo Braun eine zweite Varietät ist

Bei zwei weiteren Rassen ist Braun ausdrücklich die zweite Grundfarbe. Der Dobermann wird laut Standard Nr. 143 in zwei Farbvarietäten gezüchtet: schwarz oder braun, jeweils mit rostrotem, scharf abgegrenztem Brand.

Beim Dachshund nach Standard Nr. 148 gilt dasselbe Prinzip. Zweifarbige sind tiefschwarz oder braun. Die Details zur Zeichnung stehen in Hund schwarz braun.

Interessant ist die Folgeregel. Nase, Krallen und Ballen sind bei schwarzer Grundfarbe schwarz und bei brauner Grundfarbe braun. Die Pigmentierung folgt also der Fellfarbe.

Schwarzer Labrador Retriever steht wach neben einem Weg
Schwarz und Braun sind zwei Varianten derselben Rasse.

Ich finde das eine der elegantesten Regeln in den Standards. Sie verhindert Kombinationen, die nur zufällig entstehen. Wie streng Standards sonst formulieren, zeigt Griffon Nivernais.

Woran du eine standardgerechte Färbung erkennst

  • 🔴 Die Farbe ist satt und gleichmäßig, nicht ausgeblichen.
  • Weiß tritt nur dort auf, wo der Standard es erlaubt.
  • Nase und Ballen passen zur Grundfarbe.
  • Die Übergänge sind sauber abgegrenzt.
  • Es gibt keine Fantasiebezeichnung im Angebot.

Meine langjährige Erfahrung sagt: Ein Farbname, der im Standard nicht vorkommt, ist meistens Marketing.

Was das Recht dazu sagt

Farbe allein ist kein Zuchtziel. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet das Züchten, wenn erblich bedingt Körperteile oder Organe fehlen, untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.

Das Gesetz geht weiter. Die zuständige Behörde kann das Unfruchtbarmachen anordnen. Das Ministerium darf per Rechtsverordnung das Züchten mit bestimmten Rassen und Linien verbieten.

Das zuständige Bundesministerium nennt zusätzlich ein Ausstellungsverbot für Hunde mit Qualzuchtmerkmalen. Es gilt für alle Veranstaltungen mit Beurteilung, Prüfung oder Vergleich.

Mein Eindruck nach vielen Standards: Je genauer eine Farbe beschrieben ist, desto schwerer lässt sich damit Geld machen. Genau darin liegt der Sinn dieser Vorgaben. Ich sehe das bei jeder Modefarbe aufs Neue bestätigt.

Wie oft kommt Braun vor

Belastbare Zahlen zur Häufigkeit einzelner Farben veröffentlicht die FCI nicht. Was sich sagen lässt: Braun ist bei den genannten Rassen im Standard vorgesehen und damit regulär zu erwarten.

Mein Rat ist deshalb, die Frage anders zu stellen. Nicht wie selten ist die Farbe, sondern steht sie im Standard. Einen Überblick über die Rassen gibt Hunderassen von A bis Z.

Und wenn ein Angebot mit Seltenheit wirbt, lohnt der Blick ins Original. Ein Beispiel für eine erfundene Kategorie steht in Tamaskan Black.

Fazit: Braun und Schwarz stehen bei mehreren Rassen gleichrangig nebeneinander. Der FCI-Standard Nr. 122 nennt für den Labrador Retriever einfarbig schwarz, gelb oder leber- beziehungsweise schokoladenbraun. Gelb reicht dabei von hellcreme bis fuchsrot, Braun von hell bis dunkel. Ein kleiner weißer Fleck ist nur an Brust und Vordermittelfuß zulässig. Der FCI-Standard Nr. 172 lässt beim Pudel einfarbig Schwarz, Weiß und Braun zu. Für Braun verlangt er satt, ziemlich dunkel, gleichmäßig und tiefgründig. Weiße Abzeichen sind bei schwarzem oder braunem Haarkleid ausgeschlossen, Beige und dessen hellere Abstufungen ebenfalls. Der Dobermann wird nach Standard Nr. 143 in zwei Farbvarietäten gezüchtet, der Dachshund nach Standard Nr. 148 zweifarbig tiefschwarz oder braun, wobei Nase, Krallen und Ballen der Grundfarbe folgen.

Häufige Fragen zu braunen und schwarzen Hunden

🔴 Ist Braun bei Hunden eine seltene Farbe?

Nein. Bei mehreren Rassen steht sie gleichrangig neben Schwarz im Standard.

Welche Farben hat der Labrador?

Einfarbig schwarz, gelb oder leber- beziehungsweise schokoladenbraun.

Wie dunkel darf ein brauner Labrador sein?

Der Standard nennt hell bis dunkel. Beides ist zulässig.

Darf ein Labrador Weiß haben?

Nur einen kleinen Fleck auf der Brust und auf der Hinterseite des Vordermittelfußes.

🔴 Welche Farben führt der Pudel?

Einfarbig schwarz, weiß oder braun. Dazu grau, falb und apricot.

Wie soll das Braun beim Pudel aussehen?

Satt, ziemlich dunkel, gleichmäßig und tiefgründig.

Sind weiße Abzeichen erlaubt?

Bei schwarzem oder braunem Haarkleid nicht.

Was ist beim Pudel nicht zugelassen?

Beige und seine helleren Abstufungen.

Gibt es den Dobermann in Braun?

Ja. Der Standard nennt zwei Varietäten: schwarz oder braun, jeweils mit rostrotem Brand.

🔴 Warum ist die Nasenfarbe wichtig?

Beim Dackel folgt sie der Grundfarbe: schwarz bei Schwarz, braun bei Braun.

Wie groß wird ein Labrador?

Rüden erreichen ideal 56 bis 57 cm, Hündinnen 54 bis 56 cm.

Welche Pudelgrößen gibt es?

Großpudel über 45 bis 60 cm, Kleinpudel über 35 bis 45 cm, Zwergpudel über 28 bis 35 cm.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zu Rasse und Gesundheit hilft deine Tierarztpraxis weiter.