Bullterrier: Größe, Wesen und Haltung

Bullterrier: Größe, Wesen und Haltung

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Standard nennt bewusst weder Größe noch Gewicht.
  • Eiförmiger Kopf und Downface als Rassemerkmale.
  • Mutig, verspielt und in der Regel sehr diszipliniert.
  • Erste Standardisierung 1850 durch James Hinks.

Wer nach der Größe eines Bullterriers sucht, findet im Rassestandard keine Zahl. Das hat einen Grund. Er steht dort ausdrücklich. Ich gehe die Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein kräftig gebauter britischer Terrier ohne festgelegte Größe, erkennbar am eiförmigen Kopf.

Der entscheidende Punkt

Substanz statt Zentimeter. Der Standard bewertet das Verhältnis, nicht das Maß.

Ein Standard ohne Maße

Der VDH formuliert es unmissverständlich: Der Standard sieht ganz bewusst weder Größen- noch Gewichtsangaben vor.

Wacher weißer Bullterrier steht im Profil auf einer Wiese
Der Standard nennt weder Größe noch Gewicht — nur den Eindruck von Substanz. Foto: Lilly M edited by Chalger / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das ist unter den anerkannten Rassen die große Ausnahme. Fast jeder andere Standard nennt eine Widerristhöhe, oft auf den halben Zentimeter genau.

Die Begründung liefert das Rasselexikon gleich mit. Ziel ist möglichst viel Substanz im Einklang mit Größe und Geschlecht. Bewertet wird also das Verhältnis von Masse zu Rahmen, nicht ein absoluter Wert. Mir gefällt dieser Ansatz, weil er einen einzelnen Hund an sich selbst misst statt an einer Tabelle. Was das für die Aufzucht bedeutet, steht in Welpen richtig füttern.

Merkmal Angabe
MerkmalWiderristhöhe Angabebewusst nicht im Standard
MerkmalGewicht Angabebewusst nicht im Standard
MerkmalBewertungsziel AngabeSubstanz im Einklang mit Größe und Geschlecht
MerkmalKopf Angabeeiförmig, mit Downface
MerkmalRute Angabekurz, tief angesetzt, horizontal getragen

Angaben nach dem VDH-Rasselexikon.

Der eiförmige Kopf und das Downface

Bull Terrier erkennt man sofort an ihrem eiförmigen Kopf und ihrem markanten Downface. Mit Downface sind die divergierenden Kopflinien gemeint — ein unverkennbares Rassemerkmal.

Der Körper ist kräftig gebaut, mit ausgeprägten Muskeln und harmonischen Proportionen. Die Hunde strahlen Aktivität aus und fallen durch ihren entschlossenen, durchdringlichen Augenausdruck auf.

Rüden haben laut VDH einen klar maskulinen Ausdruck, Hündinnen sind femininer. Die kurze Rute ist tief angesetzt und wird horizontal getragen. In der Bewegung sind Bull Terrier leichtfüßig und ausgesprochen flott.

Wesen: diszipliniert mit Eigensinn

Sie sind mutig und verspielt zugleich. Dazu kommt ein ausgeglichenes Wesen. In der Regel geben sie sich sehr diszipliniert.

Dann folgt die Einschränkung, die zur Rasse gehört. Ein gewisser Eigensinn ist ihr nicht abzusprechen. Für ihren Menschen tun die selbstbewussten Vierbeiner jedoch alles. Aus meiner Erfahrung ist genau diese Kombination der Grund, warum Bull Terrier bei ruhiger Führung angenehm und bei Druck schwierig werden. Grundlagen dazu in Erziehung des Hundes.

Die einst als weiße Kavaliere bekannte Rasse vereint laut VDH Disziplin und Verspieltheit — und hat durchaus einen Hang zu komödiantischen Einlagen.

Was ein Bullterrier im Alltag braucht

  • Frühe Sozialisation auf andere Hunde.
  • Welpenspielstunden und solide Junghundeausbildung.
  • Umgang von Ruhe, Liebe, Konsequenz und Geduld.
  • Gemeinsame Unternehmungen statt Alleinbeschäftigung.
  • Regelmäßiges Bürsten des kurzen Fells.

Zur Prägung: Sozialisierung von Welpen.

Was der VDH zur Sozialisation sagt

Bull Terrier sind heutzutage fast ausschließlich Familienhunde. Der Umgang mit Menschen liegt ihnen — das steht so im Rasselexikon.

Beim Umgang mit Artgenossen wird der VDH dagegen konkret. Um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten, empfehlen sich eine frühe Sozialisation auf andere Hunde, Welpenspielstunden und eine solide Junghundeausbildung.

Diese drei Punkte stehen nicht zufällig da. Ich lese sie als Hinweis darauf, dass Hundeverträglichkeit bei dieser Rasse Arbeit verlangt statt sich von selbst einzustellen. Wer das früh angeht, hat später einen unkomplizierten Hund. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Beschäftigung und Pflege

Eine Begleithundeprüfung nennt der VDH eine schöne Aufgabe für den kooperativen Briten. Darüber hinaus begeistern sich Bull Terrier für fast alles, was sie gemeinsam mit ihrem Menschen unternehmen können.

Aufgezählt werden ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen, Obedience, Agility und eine Ausbildung als Reitbegleithund. Das Wort „gemeinsam" trägt dabei das meiste Gewicht.

Wacher Bullterrier springt durch hohes Gras
In der Bewegung leichtfüßig und ausgesprochen flott. Foto: Goldmull / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Pflege bleibt einfach. Das kurze Fell wird regelmäßig gebürstet, mit einem Gumminoppen-Handschuh lassen sich lose Haare leicht entfernen. Meine langjährige Erfahrung mit kurzhaarigen Rassen bestätigt das — der Aufwand liegt woanders, nämlich in der Bewegung. Mehr zur Fellpflege in Fellpflege beim Hund.

Herkunft und Haltung

1850 erfolgte die erste Standardisierung des Bull-Terrier-Rassetyps durch James Hinks. Er setzte den eiförmigen Kopf in den Fokus — bis heute das Merkmal, an dem die Rasse erkannt wird.

Die Tierschutz-Hundeverordnung nennt in § 2 den gesetzlichen Rahmen: Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson, regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Der letzte Punkt deckt sich hier mit der ausdrücklichen Empfehlung des VDH.

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So sieht der Bullterrier aus

Beim Haar bleibt der FCI-Standard Nr. 11 knapp. Kurz, glatt und ebenmäßig soll es sein. Bei feinem Glanz fühlt es sich hart an. Im Winter kann eine weiche Unterwolle dazukommen.

Bei den Farben wird der Standard dagegen ausführlich. Weiß meint ein reinweißes Haarkleid. Hautpigmentierung und Flecken am Kopf sind dabei nicht zu bestrafen.

Bei farbigen Hunden muss die jeweilige Farbe vorherrschen. Als annehmbar gelten Schwarz, gestromt, rot, rehbraun und tricolor. Sind alle anderen Dinge gleich, bekommt der gestromte Hund den Vorzug.

Zwei Dinge mag der Standard gar nicht. Sprenkelung im weißen Haarkleid gilt als unerwünscht. Blau und leberbraun stehen dort sogar als höchst unerwünscht.

Kopf eines wachen Bullterriers im Profil
Der eiförmige Kopf mit dem Downface ist unverkennbar. Foto: Goldmull / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Am Kopf sitzen kleine, dünne Ohren dicht nebeneinander. Ein Bull Terrier soll sie steif aufrichten können, wenn sie gerade nach oben zeigen. Die Augen erscheinen schmal, dreieckig und schräg eingesetzt, dazu schwarz oder so dunkelbraun wie möglich. Blaue oder teilweise blaue Augen sind unerwünscht.

Der Hals ist sehr muskulös, lang und gebogen, ohne lose Kehlhaut. Die Haut liegt dicht an. Mir erklärt dieser Bau, warum ein Bull Terrier im Stand kompakter wirkt, als er tatsächlich misst.

Größe und Gewicht

Hier weicht der Bull Terrier von fast allen anderen Rassen ab. Der Standard schreibt wörtlich: Es gibt keine Größen- oder Gewichtsgrenze.

Der zweite Satz liefert den Maßstab. Auf jeden Fall muss der Eindruck von höchstmöglicher Substanz im Einklang zu Größe und Geschlecht vorhanden sein. Der Richter bewertet also ein Verhältnis, keinen Zentimeterwert.

Im geschichtlichen Abriss steht derselbe Gedanke noch einmal. Es gebe weder Gewicht- noch Größenbegrenzungen, heißt es dort. Erreicht werden soll der Eindruck maximaler Substanz für die Größe des Hundes. Dazu kommt ein Satz, den ich sehr mag: Der Hund soll immer ausgeglichen aussehen.

Eine Ausnahme gibt es doch, allerdings bei einer anderen Rasse. Für den Miniature Bull Terrier gilt derselbe Standard mit einer Größenbegrenzung. Welche Zahl dort steht, verrät der Bull-Terrier-Standard nicht.

Merkmal Was der FCI-Standard Nr. 11 sagt
MerkmalWiderristhöhe Rüde Was der FCI-Standard Nr. 11 sagtkeine Grenze angegeben
MerkmalWiderristhöhe Hündin Was der FCI-Standard Nr. 11 sagtkeine Grenze angegeben
MerkmalGewicht Was der FCI-Standard Nr. 11 sagtkeine Grenze angegeben
MerkmalMaßstab statt Maß Was der FCI-Standard Nr. 11 sagthöchstmögliche Substanz im Einklang zu Größe und Geschlecht
MerkmalFCI-Gruppe Was der FCI-Standard Nr. 11 sagtGruppe 3 Terrier, Sektion 3 Bullartige Terrier
MerkmalArbeitsprüfung Was der FCI-Standard Nr. 11 sagtohne

FCI-Standard Nr. 11 Bull Terrier, gültige Fassung vom 05.07.2011.

Wer trotzdem eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Züchter ein. Dort steht der einzelne Hund auf der Waage, nicht die Rasse. Beim Aufwuchs zählt ohnehin die Kurve statt eines Zielwerts, wie du in Welpen richtig füttern nachlesen kannst.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung nennt der Rassestandard nicht. Im Netz kursieren dazu viele Zahlen. Belegt sind sie selten, deshalb lasse ich sie hier weg.

Was der Standard hergibt, sind die Ausschlussgründe. Aggressive Hunde gelten als disqualifiziert, übermäßig ängstliche ebenso. Dasselbe gilt für Hunde mit deutlichen körperlichen Abweichungen oder mit Verhaltensstörungen.

Bei allen übrigen Fehlern zählt der Grad der Abweichung. Ausdrücklich verlangt der Standard, den Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes zu beachten. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.

Noch deutlicher wird § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist eine Zucht, bei der erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt, wenn sie untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.

Auch erblich bedingte Verhaltensstörungen, die mit Leiden verbunden sind, fallen unter dieses Verbot. Für dich als Käufer heißt das: Sieh dir den Hund in Bewegung an. Wer frei atmet, locker läuft und klar aus den Augen schaut, zeigt dir schon viel.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der erste Weg führt zu einem Züchter, der einem Zuchtverband angeschlossen ist. Papiere belegen Abstammung und Wurfkontrolle. Was sonst noch zum Kauf gehört, steht in Alles über den Hundekauf.

Fahr hin und sieh dir den Wurf an. Die Welpen sollen beim Muttertier sein. Ein Züchter, der dir das verweigert, hat einen Grund dafür — und der spricht selten für ihn.

Beim Abgabealter ist die Rechtslage eindeutig. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung.

Dieselbe Verordnung stellt eine zweite Bedingung. Welpen bis zu einem Alter von zwanzig Wochen brauchen mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson je Tag. Frag den Züchter ruhig, wie er das im Alltag löst.

Lass dir Impfungen und Entwurmungen im Heft zeigen. Frag nach den Elterntieren, nach ihrem Wesen und nach ihrer Gesundheit. Beim Bull Terrier gehört die Frage nach Kopf, Augen und Atmung dazu.

Ein guter Züchter fragt zurück. Er will wissen, wie du wohnst, wie viel Zeit du hast und wer tagsüber zu Hause ist. Wer keine einzige Frage stellt, verkauft nur.

Rasselisten sind Ländersache

Die Hundehaltung regeln in Deutschland die Bundesländer. Ein bundesweit einheitliches Gesetz dazu gibt es nicht.

Manche Länder arbeiten mit Rasselisten. Ob der Bullterrier bei dir darunterfällt, entscheidet allein die Regelung deines Bundeslandes. Auch ein Wesenstest oder ein Sachkundenachweis kann dazugehören.

Kläre das vor dem Kauf, nicht danach. Ordnungsamt oder Bürgeramt deiner Stadt geben dir verbindlich Auskunft. Ein Umzug über die Landesgrenze kann die Lage später komplett ändern.

Passt der Bullterrier zu dir?

Er passt zu Menschen mit Zeit am Tag. Der VDH beschreibt ihn heute als Familienhund, dem der Umgang mit Menschen liegt. Ein Hund, der stundenlang allein im Garten liegt, ist damit nicht gemeint.

Er passt zu Haltern, die ruhig bleiben. Ruhe, Liebe, Konsequenz und Geduld nennt der VDH als Grundton für den Umgang. Wer laut wird, kommt bei dieser Rasse nicht weiter.

Er passt zu Haushalten, die früh in Hundebegegnungen investieren. Sozialisation, Welpenspielstunden und Junghundeausbildung sind hier Pflichtprogramm. Wer das erste Jahr laufen lässt, holt die Lücke später mühsam nach.

Er passt nicht zu jemandem, der wenig Zeit hat. Er passt auch nicht in einen Haushalt, in dem niemand die Führung übernehmen mag. Ein selbstbewusster Hund mit Eigensinn füllt diese Lücke sonst selbst.

Über Kinder steht im Rasselexikon nichts Eigenes. Bei jedem kräftigen Hund gilt ohnehin dieselbe Regel: Kleinkind und Hund bleiben nie unbeaufsichtigt. Wie du die Basis dafür legst, steht in Erziehung des Hundes.

Fazit: Der Bullterrier ist die seltene Rasse, für die der Standard bewusst weder Größe noch Gewicht festlegt — bewertet wird die Substanz im Einklang mit Größe und Geschlecht. Erkennbar ist er am eiförmigen Kopf und am Downface. Sein Wesen gilt als mutig, verspielt, ausgeglichen und diszipliniert, mit einem gewissen Eigensinn. Für den Umgang mit Artgenossen empfiehlt der VDH ausdrücklich frühe Sozialisation, Welpenspielstunden und Junghundeausbildung.

Häufige Fragen zum Bullterrier

Wie groß wird ein Bullterrier?

Der Standard nennt bewusst keine Größenangabe. Entscheidend ist die Substanz.

Wie schwer wird er?

Auch dazu macht der Standard bewusst keine Angabe.

Warum fehlen diese Angaben?

Ziel ist möglichst viel Substanz im Einklang mit Größe und Geschlecht.

Wie ist sein Wesen?

Mutig und verspielt, ausgeglichen und in der Regel sehr diszipliniert.

Ist er eigensinnig?

Ein gewisser Eigensinn ist der Rasse nicht abzusprechen.

Worauf kommt es bei Artgenossen an?

Auf frühe Sozialisation, Welpenspielstunden und solide Junghundeausbildung.

Wie sollte der Umgang aussehen?

Von Ruhe, Liebe, Konsequenz und Geduld geprägt.

Was ist das Downface?

Die divergierenden Kopflinien — ein unverkennbares Rassemerkmal.

Wie wird die Rute getragen?

Kurz, tief angesetzt und horizontal.

Wie aufwendig ist die Pflege?

Gering. Das kurze Fell wird regelmäßig gebürstet.

Wer standardisierte die Rasse?

James Hinks, im Jahr 1850. Er setzte den eiförmigen Kopf in den Fokus.

Welche Beschäftigung passt?

Wanderungen, Obedience, Agility oder die Ausbildung als Reitbegleithund.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Haltungsvorschriften in deinem Bundesland gibt die zuständige Behörde Auskunft.