Havaneser: Größe, Wesen und Fellpflege

Havaneser: Größe, Wesen und Fellpflege

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Widerristhöhe 23–27 cm (Toleranz 21–29 cm), 3,5–6 kg.
  • Der Name ist ein Irrtum — die Rasse stammt aus dem Mittelmeerraum.
  • Kein merklicher Haarwechsel, dafür tägliches Kämmen.
  • Kopfhaar ab dem fünften Lebensmonat hochbinden.

Der Havaneser trägt den Namen einer Stadt, aus der er nicht stammt. Der FCI-Standard sagt das ausdrücklich. Ich gehe die Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein Zwerghund von 23 bis 27 Zentimetern und 3,5 bis 6 Kilogramm, fröhlich und sehr menschenbezogen.

Der entscheidende Punkt

Er haart kaum — dafür muss täglich gekämmt werden. Das ist keine Kür.

Ein Name aus einem Irrtum

Der FCI-Standard Nr. 250 verortet die Rasse in der westlichen Mittelmeergegend. Entwickelt hat sie sich entlang der spanischen und italienischen Meeresküste.

Wacher Havaneser steht aufmerksam im Freien
Rechteckiges Format, 23 bis 27 Zentimeter Widerristhöhe. Foto: HCeurope / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Nach Kuba kamen diese Hunde offenbar früh, gebracht von italienischen Überseekapitänen. Der Name entstand später und aus dem falschen Grund.

Der Standard formuliert es deutlich: Irrtümlicherweise hat die am häufigsten vorkommende Havanna-Farbe, also tabakfarben, dazu verleitet, Havanna als Ursprungsort anzunehmen. Und noch ein Satz gehört dazu — infolge unglücklicher Umstände sind alle alten Havaneser-Blutlinien in Kuba ausgestorben. Mir ist selten eine Rasse begegnet, deren Name gleich zweifach in die Irre führt.

Merkmal Angabe
MerkmalWiderristhöhe Angabe23 – 27 cm
MerkmalToleranz Angabe21 – 29 cm
MerkmalGewicht Angabe3,5 – 6 kg
MerkmalFCI-Gruppe Angabe9, Sektion 1 Bichons
MerkmalHaarwechsel Angabekein merklicher

Maße nach FCI-Standard Nr. 250, Gewicht nach VDH.

Wesen: fröhlich bis närrisch

Der FCI-Standard beschreibt ihn als speziell aufgeweckt und leicht zum alarmgebenden Hund zu erziehen. Dann folgen fünf Adjektive: liebevoll und fröhlich, anziehend, bezaubernd, spielerisch, sogar etwas närrisch.

Wacher Havaneser steht auf einer Wiese
Das Haarkleid ist weich und glatt, nur die Spitzen sind leicht gelockt. Foto: Wikimedia Commons, Public domain

Zu Kindern wird der Standard eindeutig. Er liebt sie und spielt unentwegt mit ihnen. Für einen Zwerghund ist diese Formulierung bemerkenswert klar.

Der VDH ergänzt: Seine Familie ist für ihn alles. Auf tägliches Kuscheln legt er ausdrücklich Wert. Er wacht aufmerksam, ist aber bei richtiger Erziehung und ausreichend Beschäftigung kein Kläffer. Aus meiner Erfahrung entscheidet genau dieser Halbsatz darüber, ob ein Havaneser als angenehm oder als laut erlebt wird. Grundlagen dazu in Erziehung des Hundes.

Was ein Havaneser im Alltag braucht

  • Tägliches Bürsten und Kämmen.
  • Ab dem fünften Monat das Kopfhaar hochbinden.
  • Familienanschluss — er ist ein ausgesprochener Kuschelhund.
  • Beschäftigung, sonst wird aus Wachsamkeit Kläffen.
  • Auslauf im Freien und Kontakt zu Artgenossen.

Zur Aufzucht: Welpen richtig füttern.

Kaum Haarwechsel, trotzdem viel Arbeit

Beim Fell nennt der VDH einen Zusammenhang, den viele falsch verstehen. Das füllige, weiche Haarkleid unterliegt keinem merklichen Haarwechsel — es fällt also kaum Haar in der Wohnung an.

Daraus folgt aber nicht weniger Arbeit, sondern mehr. Das Fell ist ausdrücklich pflegeintensiv. Es muss regelmäßig, am besten täglich, gebürstet und gekämmt werden.

Kopf eines wachen Havanesers
Große, mandelförmige Augen mit fröhlichem Ausdruck. Foto: Cerisement / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Dazu kommt ein Handgriff mit Termin. Ungefähr ab dem fünften Lebensmonat sollte das Kopfhaar hochgebunden werden, um die Augen freizuhalten. Meine langjährige Erfahrung mit langhaarigen Zwergrassen zeigt: Wer täglich fünf Minuten kämmt, spart sich die Schere. Mehr dazu in Fellpflege beim Hund.

Bewegung: mehr als man denkt

Humor, Klugheit und Ausgelassenheit gehören laut VDH zu den herausragenden Merkmalen. Havaneser pflegen eine enge Bindung zu ihren Menschen und sind unerschütterlich treu.

Trotz ihrer überschaubaren Größe schätzen sie auch längere Spaziergänge. Marathonstrecken sind jedoch kein Muss — das durchschnittliche Bewegungsbedürfnis passt sich den Möglichkeiten des Halters an. Auf dem Agilityplatz überzeugen die Kleinhunde in der Miniklasse. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Zwei Randnotizen aus dem Rasselexikon runden das Bild. Viele Havaneser lieben Wasser. Und manche haben ausgezeichnete Hütehundeigenschaften — was wenig bekannt ist. Ihre Lernfreude führt der VDH auf ihre frühere Karriere als Zirkushunde zurück.

Ein Zwerghund mit Hütehund-Erbe

Ich finde die Randnotiz mit den Hüteeigenschaften bemerkenswert. Sie erklärt, warum manche Havaneser im Alltag auffällig aufmerksam auf Bewegung reagieren — Kinder, Jogger, andere Hunde.

Wer das kennt, kann es einordnen. Wer es nicht kennt, hält es für Nervosität. Mir ist der Unterschied wichtig, weil daraus unterschiedliche Trainingsansätze folgen.

Praktisch heißt das: Beschäftigung mit Kopfarbeit statt bloßer Bewegung. Ein Havaneser, der Tricks lernen darf, muss weniger melden.

Körperbau, Farben und Haltung

Ein rechteckiges Format prägt den Körperbau. Die großen, dunklen Augen sind mandelförmig und haben einen fröhlichen Ausdruck. Das Haarkleid ist weich und glatt, nur die Spitzen sind leicht gelockt.

Bei den Farben ist Weiß selten. Häufiger sind Beige in allen Schattierungen, Braun, Grau und Anthrazit, dazu Weiß mit großen Abzeichen.

Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Bei einem so menschenbezogenen Hund ist der mittlere Punkt ohnehin gesetzt, der letzte wird bei Zwerghunden dagegen oft vergessen. Wie du das früh aufbaust, steht in Sozialisierung von Welpen.

Bei kleinen Rassen achte ich zusätzlich auf die Gelenke. Sprünge vom Sofa und von Treppen summieren sich über Jahre. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Größe und Gewicht

Der Standard nennt beim Havaneser nur ein einziges Maß. Es gilt für Rüden wie für Hündinnen. Die Widerristhöhe liegt bei 23 bis 27 Zentimetern, toleriert werden 21 bis 29 Zentimeter.

Ein Gewicht führt der FCI-Standard dagegen nicht auf. Die Spanne von 3,5 bis 6 Kilogramm stammt aus dem VDH-Rasselexikon. Mir ist diese Unterscheidung wichtig. Der Standard schweigt an dieser Stelle, der Zuchtverband nicht.

Angabe So steht es im Standard
AngabeWiderristhöhe So steht es im Standard23 bis 27 cm
AngabeToleranz So steht es im Standardvon 21 bis 29 cm
AngabeMaße Rüde und Hündin So steht es im Standardnicht getrennt aufgeführt
AngabeGewicht So steht es im Standardim FCI-Standard nicht angegeben — der VDH nennt 3,5 bis 6 kg
AngabeKörperlänge zu Widerristhöhe So steht es im Standard4:3
AngabeKopflänge zu Rumpflänge So steht es im Standard3:7
AngabeÜber- oder Untergröße So steht es im Standarddisqualifizierender Fehler
AngabeKlassifikation So steht es im StandardGruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen, ohne Arbeitsprüfung

FCI-Standard Nr. 250 (BICHON HAVANAIS), deutsche Fassung, veröffentlicht am 31. Oktober 2016.

Das Verhältnis 4:3 erklärt die Silhouette. Ein Havaneser ist deutlich länger als hoch. Genau das meint der VDH mit dem rechteckigen Format. Und die Toleranz von 21 bis 29 Zentimetern hat eine harte Kante: Über- oder Untergröße steht bei den disqualifizierenden Fehlern. Ein besonders winziger Havaneser ist damit kein Zuchtziel, sondern ein Ausschlussgrund.

Alle Farben, die der Standard zulässt

Beim Haarkleid wird der Standard genauer, als die meisten Ratgeber vermuten lassen. Das Deckhaar misst beim erwachsenen Hund 12 bis 18 Zentimeter. Es ist weich, glatt oder gewellt und darf lockige Strähnen bilden. Wolliges Unterhaar ist schwach entwickelt, oft fehlt es ganz.

Die Farbliste steht vollständig im Standard. Reinweiß ist selten. Zugelassen sind falbfarbene Hunde in verschiedenen Tönungen, eine leichte schwarze Wolkung ist dabei erlaubt. Dazu kommen Schwarz, Havannabraun, Tabakfarben und Rötlichbraun. Flecken in den erwähnten Farben sind zulässig. Brand-Markierungen sind in allen Schattierungen erlaubt.

Ein Satz im selben Abschnitt überrascht viele Halter. Jedes Zurechtmachen ist verboten. Dasselbe gilt für das Ausgleichen der Haarlänge mit der Schere sowie für jede Art von Trimmen. Erlaubt bleiben drei Ausnahmen: das Säubern der Haare an den Pfoten, ein leichtes Kürzen auf der Stirn, damit die Haare die Augen nicht bedecken, sowie ein leichtes Kürzen am Fang. Am Fang belässt man das Haar vorzugsweise in seiner natürlichen Länge.

Für den Ausstellungsring ist das eine harte Grenze. Im Alltag darf jeder seinen Hund scheren lassen. Nur ändert der Schnitt nichts an der Arbeit im Rest des Jahres. Das Haar wächst nach, die tägliche Bürste bleibt.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung nennt der FCI-Standard nicht. Ich schreibe deshalb keine hin. Aussagekräftig ist stattdessen die Liste der Fehler, die einen Hund von der Zucht ausschließen.

Zwei Punkte darin haben mit dem Aussehen nichts zu tun. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind disqualifiziert. Dasselbe gilt für Hunde mit deutlichen körperlichen Abnormalitäten oder mit Verhaltensstörungen.

Ein dritter Punkt betrifft die Augen. Der Standard disqualifiziert Entropium und Ektropium — damit sind ein nach innen und ein nach außen gerolltes Augenlid gemeint. Auch eine depigmentierte Umrandung eines oder beider Augen schließt aus. Bei einer Rasse, deren Kopfhaar in die Augen wächst, halte ich diesen Punkt für den wichtigsten der ganzen Liste.

Dazu kommen ein depigmentierter Nasenschwamm, Vorbiss und Rückbiss sowie Über- oder Untergröße. Beim Gebiss selbst bleibt der Standard milde. Erwünscht ist ein vollständiges Scherengebiss. Geduldet wird das Fehlen der ersten Prämolaren und der dritten Molaren. Wie du die Zähne im kleinen Kiefer im Blick behältst, steht in Zähne putzen beim Hund.

Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt für erblich bedingte Verhaltensstörungen, die mit Leiden verbunden sind. Der Standard endet mit derselben Linie. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der Havaneser ist eine anerkannte Rasse mit eigenem Zuchtverband unter dem Dach des VDH. Papiere sind deshalb keine Formsache. Aus der Ahnentafel liest du ab, welche Hunde hinter dem Wurf stehen.

Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Die Welpen leben im Haus, nicht in einer Box im Keller. Und der Züchter fragt mich mindestens so gründlich aus wie ich ihn.

Beim Abgabealter gibt das Gesetz die Grenze vor. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Dieselbe Vorschrift verlangt für Welpen bis zwanzig Wochen mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson am Tag.

Vor der Abgabe gehört ein kleiner Papierstapel dazu: Ahnentafel, EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll. Bei dieser Rasse schaue ich zusätzlich auf die Augen der Elterntiere. Preise nenne ich hier bewusst nicht, sie schwanken zu stark. Wie es nach dem Einzug weitergeht, steht in Sozialisierung von Welpen.

Passt der Havaneser zu dir?

Ein Hund von fünf Kilogramm passt in jede Wohnung. Sein Fell passt nicht in jeden Wochenplan. Diese zwei Sätze fassen die Rasse ziemlich genau zusammen.

Er passt zu dir, wenn viel Betrieb im Haus ist. Der Standard schreibt ausdrücklich, dass er Kinder liebt. Er meldet Besuch, bleibt dabei aber freundlich. Familien mit Grundschulkindern erlebe ich als seine beste Umgebung.

Er passt zu dir, wenn jemand meistens da ist. Ein so menschenbezogener Hund ist keiner für zehn Stunden Büro. Wer ihn unterfordert, bekommt genau den Kläffer, den der VDH mit guter Erziehung ausschließt.

Er passt nicht zu dir, wenn Fellpflege dich nervt. Fünf Minuten Kämmen am Tag sind das Minimum. Ab dem fünften Lebensmonat kommt das Hochbinden des Kopfhaars dazu. Und wer einen ruhigen Sofahund sucht, unterschätzt sein Tempo — Agility in der Miniklasse ist ihm ernst. Wie du ihn dabei führst, steht in Erziehung des Hundes.

Fazit: Der Havaneser misst 23 bis 27 Zentimeter bei einer Toleranz von 21 bis 29 und wiegt 3,5 bis 6 Kilogramm. Sein Name geht auf einen Irrtum zurück: Die Rasse stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum, nicht aus Havanna. Die alten kubanischen Blutlinien existieren längst nicht mehr. Sein Wesen beschreibt der Standard als aufgeweckt, liebevoll, fröhlich und ausgesprochen kinderlieb. Sein Fell haart kaum, verlangt aber tägliches Kämmen. Das Kopfhaar wird ab dem fünften Lebensmonat hochgebunden.

Häufige Fragen zum Havaneser

Wie groß wird ein Havaneser?

Die Widerristhöhe liegt bei 23 bis 27 cm, toleriert werden 21 bis 29 cm.

Wie schwer wird er?

Der VDH nennt 3,5 bis 6 Kilogramm. Der FCI-Standard führt kein Gewicht auf.

Kommt er wirklich aus Havanna?

Nein. Der Standard nennt die Annahme irrtümlich — die Rasse stammt aus dem Mittelmeerraum.

Wie kam er nach Kuba?

Vermutlich früh durch italienische Überseekapitäne.

Gibt es die alten kubanischen Linien noch?

Nein. Alle alten Havaneser-Blutlinien in Kuba sind ausgestorben.

Wie ist sein Wesen?

Aufgeweckt, liebevoll und fröhlich, spielerisch, sogar etwas närrisch.

Wie ist er zu Kindern?

Er liebt Kinder und spielt unentwegt mit ihnen.

Ist er ein Kläffer?

Bei richtiger Erziehung und ausreichend Beschäftigung nicht.

Wie aufwendig ist die Fellpflege?

Hoch. Am besten täglich bürsten und kämmen.

Ab wann muss das Kopfhaar hochgebunden werden?

Ungefähr ab dem fünften Lebensmonat, um die Augen freizuhalten.

Haart er stark?

Nein, das Haarkleid unterliegt keinem merklichen Haarwechsel.

Welcher Sport passt?

Agility in der Miniklasse. Viele Havaneser lieben außerdem Wasser.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.