Landseer: Größe, Wesen und Wasserarbeit

Landseer: Größe, Wesen und Wasserarbeit

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 8 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 72–80 cm, Hündinnen 67–72 cm.
  • Schwimmhäute zwischen den Zehen.
  • Eigene Rasse — höhere Läufe als der Neufundländer.
  • Benannt nach einem Maler.

Ich finde beim Landseer zwei Angaben, die man selten liest. Eine betrifft seine Pfoten, die andere seinen Namen.

Die kurze Antwort

Ein Riese von 67 bis 80 Zentimetern, selbstbewusst und ausgeglichen, mit Schwimmhäuten und Rettungsanlage.

Der entscheidende Punkt

Er ist keine Farbvariante des Neufundländers, sondern eine eigenständige Rasse.

Schwimmhäute zwischen den Zehen

Der VDH nennt es beiläufig: Landseer lieben das Wasser und sind ausgezeichnete Schwimmer.

Wacher schwarzweißer Landseer steht aufmerksam im Wald
Harmonischer Körperbau, der Stärke vermittelt. Foto: Elevage des Pandas Des Terres Rouges / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Dann folgt die anatomische Erklärung. Dass ihre Zehen durch Schwimmhäute miteinander verbunden sind, sei eine Eigenart der Rasse und überaus hilfreich bei der Rettungsarbeit.

Aus meiner Erfahrung unterschätzen viele Halter, was daraus folgt. Ein Hund mit dieser Ausstattung will ins Wasser — nicht gelegentlich, sondern regelmäßig. Landseer leisten laut VDH Großes, wenn es um die Rettung Ertrinkender geht. Zur Aufzucht: Welpen richtig füttern.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde72–80 cm Hündin67–72 cm
MerkmalHinweis RüdeSchulterhöhe darf schwanken HündinSchulterhöhe darf schwanken
MerkmalGewicht Rüdenicht im Rasselexikon Hündinnicht im Rasselexikon
MerkmalZehen Rüdedurch Schwimmhäute verbunden Hündindurch Schwimmhäute verbunden
MerkmalLäufe Rüdehöher als beim Neufundländer Hündinhöher als beim Neufundländer

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Warum er kein Neufundländer ist

Diese Verwechslung ist verbreitet. Sie hat historische Gründe. 1870 wurde das erste Zuchtbuch geöffnet, weiß-schwarze Hunde waren dabei in der Überzahl.

Damals gab es noch keine Trennung von Landseer und Neufundländer. Schwarze Hunde standen lange oben in der Gunst der Engländer, wodurch sich die Zahl der weiß-schwarzen Landseer immer weiter reduzierte.

Wacher schwarzweißer Landseer liegt auf einer Wiese
Bei engem Familienanschluss ein umgänglicher und ausgeglichener Partner. Foto: Stefan Bellini / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Kynologen aus Deutschland und der Schweiz steuerten dagegen. Um 1900 setzten sie die letzten noch in England lebenden Rassevertreter zum Aufbau einer kontinental-europäischen Reinzucht ein. Daher der offizielle Zusatz: Landseer, Europäisch-Kontinentaler Typ.

Der sichtbare Unterschied

Ein Merkmal trennt beide Rassen im Erscheinungsbild. Die Läufe des Landseers sind höher als die des Neufundländers.

Diese Eigenschaft fällt vor allem bei Rüden ins Auge, schreibt der VDH. Insgesamt strahlen Landseer viel Kraft aus, ihr Körperbau ist harmonisch und vermittelt Stärke.

Die starke Rute ist sehr dicht und buschig behaart. Sie reicht höchstens bis etwas unter das Sprunggelenk. Wer beide Rassen nebeneinander sieht, erkennt den Unterschied im Gesamtbild sofort: Der Landseer wirkt hochbeiniger und sportlicher, der Neufundländer massiger und tiefer gestellt.

Wesen: selbstbewusst und ausgeglichen

Landseer sind ausgesprochen selbstbewusste Hunde, die sich bei aller Lebhaftigkeit durch ein ausgeglichenes Wesen auszeichnen.

Kopf eines wachen Landseers
Selbstbewusst und ausgeglichen zugleich. Foto: Landseer Lucky Giants / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

In den richtigen Händen entfalten die großen, kräftigen Hunde ihre guten Eigenschaften. Dabei sind sie stets wachsam und beschützen ihre Familie furchtlos.

Lebt ein Landseer bei nur einem Menschen, ist er diesem ein anhänglicher Partner und zeichnet sich durch unerschütterliche Treue aus. Meine langjährige Erfahrung mit Riesenrassen sagt: Diese Bindung ist Chance und Verpflichtung zugleich. Grundlagen in Erziehung des Hundes.

Was ein Landseer im Alltag braucht

  • Regelmäßigen Zugang zu Wasser.
  • Frühe Sozialisierung auf Umweltreize.
  • Enges Zusammenleben statt Zwingerhaltung.
  • Regelmäßiges Kämmen gegen Verfilzung.
  • Kontakt zu Artgenossen, wie es § 2 TierSchHuV verlangt.

Zur Aufzucht: Sozialisierung von Welpen.

Erziehung und Sozialisierung

Eine frühe Sozialisierung ist wichtig für die großen, starken Hunde, betont der VDH gleich zu Beginn. Der Hund sollte möglichst früh auf Umweltreize sozialisiert werden.

Ein enges Zusammenleben mit seinen Zweibeinern ist wichtig für die Ausgeglichenheit des Landseers. Bei engem Familienanschluss sind es sehr umgängliche und ausgeglichene Partner.

Für die Erziehung nennt das Rasselexikon eine klare Linie: liebevoll, mit Geduld und Konsequenz als Taktgeber. Ich sehe das bei einem Hund von 80 Zentimetern nicht als Stilfrage, sondern als Sicherheitsfrage.

Benannt nach einem Maler

Von Neufundland aus gelangte der Landseer nach England, wo schließlich auch die gezielte Zucht erfolgte. Seinen Namen verdankt er aber niemandem aus der Kynologie.

Er geht auf den Maler Sir Edwin Landseer zurück, der im 19. Jahrhundert für seine Tiergemälde gefeiert wurde.

Der Anlass war praktisch. Als der schwarze Neufundländer stärker in Mode kam, benannte man die weiß-schwarzen Newfoundland Dogs um. Sie hießen fortan Landseer, weil die meisten sie von den Gemälden des Tiermalers her kannten.

Pflege, Haltung und Gesundheit

Das attraktive Haarkleid bedarf regelmäßiger Pflege mit Kamm und Bürste, weil es ansonsten verfilzt. Mehr dazu in Fellpflege beim Hund.

Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.

Bei einer Riesenrasse achte ich vom Welpenalter an auf die Gelenke. Schwimmen entlastet sie, Treppen und schnelles Wachstum belasten sie. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Fazit: Der Landseer misst als Rüde 72 bis 80 Zentimeter, als Hündin 67 bis 72, wobei die Schulterhöhe schwanken darf. Sein Wesen gilt als ausgesprochen selbstbewusst und trotz Lebhaftigkeit ausgeglichen, dabei wachsam und furchtlos schützend. Zwei Besonderheiten prägen ihn: Seine Zehen sind durch Schwimmhäute verbunden, was ihn zum Rettungshund im Wasser macht. Seine Läufe sind höher als die des Neufundländers. Seinen Namen verdankt er dem Maler Sir Edwin Landseer.

Häufige Fragen zum Landseer

Wie groß wird ein Landseer?

Rüden 72 bis 80 cm, Hündinnen 67 bis 72 cm — die Schulterhöhe darf schwanken.

Wie schwer wird er?

Ein Gewicht führt der VDH nicht auf.

Hat er Schwimmhäute?

Ja. Seine Zehen sind durch Schwimmhäute verbunden — eine Eigenart der Rasse.

Wofür sind sie gut?

Für die Rettungsarbeit im Wasser.

Ist er ein Neufundländer?

Nein, eine eigene Rasse. Seine Läufe sind höher als die des Neufundländers.

Wie ist sein Wesen?

Ausgesprochen selbstbewusst und trotz Lebhaftigkeit ausgeglichen.

Ist er wachsam?

Ja. Er beschützt seine Familie furchtlos.

Wie erzieht man ihn?

Liebevoll, mit Geduld und Konsequenz.

Wie wichtig ist Sozialisierung?

Sehr. Er sollte möglichst früh auf Umweltreize sozialisiert werden.

Wie aufwendig ist die Fellpflege?

Regelmäßig mit Kamm und Bürste — sonst verfilzt das Haar.

Woher kommt der Name?

Vom Maler Sir Edwin Landseer, der im 19. Jahrhundert Tiergemälde schuf.

Seit wann gibt es ein Zuchtbuch?

Seit 1870 — damals noch gemeinsam mit dem Neufundländer.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.