Nova Scotia Duck Tolling Retriever: Größe und Wesen

Nova Scotia Duck Tolling Retriever: Größe und Wesen

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 48–51 cm und 20–23 kg, Hündinnen 45–48 cm und 17–20 kg.
  • Tolling heißt anlocken, nicht aufscheuchen.
  • Wasserabweisendes doppeltes Haarkleid für eisige Gewässer.
  • FCI-Gruppe: Apportierhunde, mit Arbeitsprüfung.

Ich kenne keine zweite Rasse, deren Name eine ganze Jagdtechnik beschreibt. Sie erklärt auch, warum der Toller so verspielt ist.

Die kurze Antwort

Der kleinste Retriever, 45 bis 51 Zentimeter, für kaltes Wasser gebaut und mit ungewöhnlicher Arbeitsweise.

Der entscheidende Punkt

Sein Job war Spielen am Ufer — diese Verspieltheit steckt bis heute in der Rasse.

Was Tolling bedeutet

Der VDH fasst die Aufgabe in einem Satz zusammen. Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever wurde zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in Neuschottland erzüchtet, um Wasserwild anzulocken oder zu ködern und es zu apportieren.

Wacher Nova Scotia Duck Tolling Retriever steht auf einer Wiese
Der kleinste der Retriever — 45 bis 51 Zentimeter. Foto: Naellenathan / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Anlocken statt aufscheuchen — das ist der Unterschied zu jedem anderen Retriever. Der Hund spielt am Ufer, apportiert geworfene Stöcke, springt hin und her. Enten kommen aus Neugier näher. Erst dann greift der Jäger ein.

Aus meiner Erfahrung erklärt das die Rasse besser als jede Wesensliste. Ein Hund, dessen ursprüngliche Arbeit aus Spielen bestand, bringt diese Freude mit ins Wohnzimmer. Wie du sie sinnvoll kanalisierst, steht in Hundespielzeug.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe ab 18 Monaten Rüde48–51 cm Hündin45–48 cm
MerkmalToleranz Rüde± 2,5 cm Hündin± 2,5 cm
MerkmalAnhaltsgewicht Rüde20–23 kg Hündin17–20 kg
MerkmalFell Rüdewasserabweisend, doppelt Hündinwasserabweisend, doppelt
MerkmalFCI-Sektion RüdeApportierhunde, mit Arbeitsprüfung HündinApportierhunde, mit Arbeitsprüfung

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Warum das Gewicht keine feste Zahl ist

Beim Gewicht formuliert der Standard anders als bei den meisten Rassen. Es solle im Verhältnis zur Größe und zur Knochenstärke stehen.

Erst danach folgen Zahlen — ausdrücklich als Anhaltsgewichte. Genannt sind 20 bis 23 Kilogramm für einen erwachsenen Rüden und 17 bis 20 Kilogramm für eine erwachsene Hündin.

Ich halte diese Reihenfolge für richtig. Ein leichtknochiger Hund am oberen Ende der Spanne wäre zu schwer, ein kräftiger am unteren zu dünn. Die Zahl allein sagt wenig. Zur Fütterung: Welpen richtig füttern.

Größe mit ausdrücklicher Toleranz

Auch bei der Größe ist der Standard genauer als üblich. Er nennt das Maß für Hunde von mehr als 18 Monaten — vorher gilt es nicht.

Rüden sollen dann 48 bis 51 Zentimeter messen, Hündinnen 45 bis 48. Dazu kommt der Zusatz, dass 2,5 Zentimeter mehr oder weniger als das Idealmaß statthaft sind.

Wacher Nova Scotia Duck Tolling Retriever läuft durchs Wasser
Gezüchtet, um aus eisigen Gewässern zu apportieren. Foto: Wikimedia Commons, Public domain

Damit ist er der kleinste unter allen Retrievern. Wer einen Golden oder Labrador gewohnt ist, unterschätzt seine Kompaktheit leicht.

Ein Fell für eisiges Wasser

Der Toller wurde gezüchtet, um aus eisigen Gewässern zu apportieren. Daraus leitet der Standard eine Pflicht ab: Er muss ein wasserabweisendes doppeltes Haarkleid haben.

Dieses ist mittellang und weich, mit einer noch weicheren, dichten Unterwolle. Auf dem Rücken darf es eine leichte Wellung aufweisen, ansonsten ist es glatt. Beim Winterfell finden sich manchmal lange, lockere Wellen im Kehlbereich.

Befederungen an Kehle, hinter den Ohren und an den Hinterseiten von Ober- und Unterschenkel sind weich, die Vorderläufe mäßig befedert. Meine langjährige Erfahrung mit Wasserhunden sagt: Dieses Fell braucht nach jedem Einsatz Aufmerksamkeit, sonst verfilzt die Unterwolle. Mehr dazu in Fellpflege beim Hund.

Was ein Toller im Alltag braucht

  • Zugang zu Wasser, so oft es geht.
  • Apportierarbeit mit wechselnden Aufgaben.
  • Regelmäßige Fellkontrolle nach dem Schwimmen.
  • Engen Anschluss an seine Menschen.
  • Kontakt zu Artgenossen, wie es § 2 TierSchHuV verlangt.

Zur Aufzucht: Sozialisierung von Welpen.

Arbeitsprüfung als Teil des Standards

Der VDH ordnet die Rasse in Sektion 1 der Apportierhunde ein, ausdrücklich mit Arbeitsprüfung. Dieser Zusatz ist kein Detail für Züchter allein.

Er bedeutet, dass die FCI diese Rasse zu den Arbeitsrassen zählt. Der Standard beschreibt ihre Arbeit selbst ausführlich, vom Spiel am Ufer bis zum Apportieren. Das hält die Anlagen lebendig — mit allen Folgen für den Halter.

Ein Hund aus einer Linie mit Arbeitsprüfung bringt Arbeitswillen mit. Wer nur einen Familienhund sucht, sollte das beim Züchtergespräch ansprechen. Grundlagen zur Führung stehen in Erziehung des Hundes.

Haltung und Gesundheit

Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.

Für einen Toller ist das die Untergrenze, nicht das Programm. Ein Hund mit dieser Arbeitsanlage braucht Aufgaben, die Kopf und Körper gleichzeitig fordern.

Weil er viel springt, wendet und aus dem Wasser klettert, achte ich besonders auf die Gelenke. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Farbe und Abzeichen: was der Standard erlaubt

Zur Bauart des Fells steht oben schon alles. Die Farbe fehlt bisher, dabei fällt sie am Toller zuerst auf. Erlaubt sind verschiedene Schattierungen von Rot oder Orange. Befederung und Rutenunterseite sind dabei heller als der Rest des Hundes.

Dazu kommen weiße Abzeichen. Der FCI-Standard Nr. 312 nennt vier Stellen, an denen gewöhnlich mindestens eine Markierung sitzt: Rutenspitze, Pfoten, Brust und eine Blesse. An den Pfoten darf das Weiß nicht höher als bis zum Vordermittelfuß reichen. Fehlt ein Abzeichen ganz, darf ein ansonsten hochwertiger Toller allein deswegen nicht schlechter bewertet werden.

Nase, Lefzen und Augenränder sollen fleischfarben sein, Ton in Ton mit dem Haarkleid. Schwarz ist ebenfalls erlaubt. Wer einen Wurf ansieht, findet deshalb Welpen mit heller und mit dunkler Nase. Beides entspricht dem Standard.

Kopf, Pfoten und Rute im Detail

Der Kopf ist gut gemeißelt und etwas keilförmig. An dieser Stelle wird Standard Nr. 312 ungewöhnlich konkret. Als gutes Maß für einen durchschnittlichen Rüden nennt er 14 Zentimeter Abstand zwischen den Ohren. Zum Ende des Nasenbeins hin verjüngt sich diese Breite auf etwa 4 Zentimeter.

Kopf eines wachen Nova Scotia Duck Tolling Retrievers
Befederungen an Kehle und hinter den Ohren sind weich. Foto: Wikimedia Commons, Public domain

Die Kopflänge gibt der Standard mit rund 23 Zentimetern an, von der Nase bis zum Hinterhauptbein. Wichtiger als jede dieser Zahlen ist ihm die Proportion zum Körper. Der Stopp ist mäßig, der Fang verjüngt sich in einer klaren Linie. Das Maul muss weich tragen, ein größerer Vogel soll unbeschädigt ankommen.

An den Vorderpfoten verlangt der Standard kräftige Schwimmhäute. Das ist bei Hunderassen keine Selbstverständlichkeit und passt genau zur Arbeit im Wasser. Die Rute ist breit am Ansatz, üppig und stark befedert. Sie reicht mindestens bis zum Sprunggelenk. Bei Aufmerksamkeit trägt der Toller sie hoch und gekrümmt, ohne den Körper zu berühren.

Wesen im Alltag

Der Standard nennt ihn sehr intelligent, sehr gelehrig und ausdauernd. Wörtlich heißt es weiter: Als starker und befähigter Schwimmer ist er ein talentierter und verlässlicher Apportierer zu Wasser und zu Land. Er sei jederzeit bereit, schwungvoll zu agieren, sobald auch nur das geringste Anzeichen zum Apportieren gegeben ist.

Sein ausgeprägter Apportiersinn und sein Spieltrieb sind die Grundlage seiner Lockfähigkeit. Beim Erscheinungsbild steht noch ein Satz, den Halter sofort wiedererkennen: Viele Toller zeigen einen etwas traurigen Ausdruck, bis sie an die Arbeit gehen. Dann wechselt ihr Aussehen zu intensiver Konzentration.

Praktisch heißt das dreierlei. Besuch begrüßt er, statt ihn zu bewachen. Der Rückruf klappt gut, solange du interessanter bleibst als die Ente im Teich. Alleinbleiben übst du besser früh, weil dieser Hund am liebsten mitmacht. Der Standard beschreibt ein Zuchtziel, nicht den Hund vor dir.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Wer dazu eine Zahl liest, liest keine Standardangabe. Aussagekräftig sind stattdessen die zuchtausschließenden Fehler. Davon führt Nr. 312 mehr auf als die meisten anderen Standards.

Aggressive Hunde gehören dazu und übermäßig ängstliche ebenso. Bei erwachsenen Hunden schließt jedes Anzeichen von Scheuheit aus. Weiter genannt sind ein fleckig depigmentierter Nasenschwamm sowie ein Rückbiss von mehr als drei Millimetern — die untere Zahnreihe steht dann zu weit hinten. Vorbiss und Kreuzbiss schließen ebenfalls aus.

Streng ist der Standard außerdem bei zwei Punkten, die Käufer selten kennen. Unzureichende Schwimmhäute zwischen den Zehen führen zum Ausschluss. Dasselbe gilt für Weiß an Schultern, um die Ohren, auf der Rückseite des Halses, über dem Rücken oder an den Flanken. Ein silbernes Haarkleid oder ein grauer Anflug im Haar zählt ebenfalls dazu.

Über den Standard hinaus gilt § 11b des Tierschutzgesetzes. Er verbietet Zuchtformen, bei denen die Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden zu erwarten haben. Aus meiner Erfahrung lautet die wichtigste Frage an einen Züchter deshalb schlicht: Welche Untersuchungen liegen für Vater und Mutter vor?

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der Toller ist in Deutschland selten. Wartezeiten sind normal. Genau deshalb landen Interessenten schnell bei Anzeigen ohne Verband. Frag zuerst nach dem Zuchtverein und nach der Ahnentafel. Beides kostet dich nichts und sagt viel.

Sieh dir den Wurf beim Züchter an, nicht auf einem Parkplatz. Das Muttertier gehört dazu, gemeinsam mit den Welpen und in der gewohnten Umgebung. § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung erlaubt die Trennung vom Muttertier erst im Alter von über acht Wochen. Wer früher abgibt, verstößt gegen die Verordnung.

Lass dir Impfpass und Entwurmungsnachweis zeigen. Frag nach den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und nach der Linie. Ein Toller aus einer Arbeitslinie bringt mehr Antrieb mit als einer aus einer Ausstellungslinie. Für einen ruhigen Haushalt zählt dieser Unterschied mehr als die Farbe.

Passt der Toller zu dir?

Der Toller passt zu aktiven Haushalten mit Wasser in der Nähe. Er ist klein genug für eine Wohnung und trotzdem ein ganzer Arbeitshund. Du brauchst täglich Zeit für Apportierspiele und für Nasenarbeit. Wer ohnehin gern draußen ist, bekommt einen begeisterten Partner.

Mit Kindern kommt er meist gut zurecht, wenn beide Seiten Regeln lernen. Mit anderen Hunden ebenfalls, sofern er es früh übt. Erfahrung mit Hunden hilft dir, ist aber keine Bedingung. Wichtiger ist die Bereitschaft, jeden Tag etwas mit ihm zu tun.

Nicht passen wird er zu Menschen, die abends nur eine kurze Runde schaffen. Auch lange Bürotage ohne Betreuung trägt er schlecht. Wer einen Hund für viele Ruhephasen sucht, sucht bei dieser Rasse falsch. Ein Toller ohne Aufgabe erfindet sich eine eigene.

Fazit: Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever misst ab 18 Monaten als Rüde 48 bis 51 Zentimeter, als Hündin 45 bis 48, jeweils mit einer Toleranz von 2,5 Zentimetern. Als Anhaltsgewichte nennt der VDH 20 bis 23 Kilogramm für Rüden und 17 bis 20 für Hündinnen — maßgeblich ist aber das Verhältnis zu Größe und Knochenstärke. Gezüchtet wurde er in Neuschottland, um Wasserwild anzulocken und zu apportieren. Sein wasserabweisendes doppeltes Haarkleid ist Pflicht, weil er aus eisigen Gewässern arbeiten sollte.

Häufige Fragen zum Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Wie groß wird ein Toller?

Rüden ab 18 Monaten 48 bis 51 cm, Hündinnen 45 bis 48 cm.

Gibt es eine Toleranz?

Ja, 2,5 cm mehr oder weniger als das Idealmaß sind statthaft.

Wie schwer wird er?

Anhaltsgewichte: Rüden 20 bis 23 kg, Hündinnen 17 bis 20 kg.

Wonach richtet sich das Gewicht?

Nach Größe und Knochenstärke — der VDH nennt bewusst nur Anhaltswerte.

Was bedeutet Tolling?

Anlocken. Er ködert Wasserwild heran, statt es aufzuscheuchen.

Woher stammt er?

Aus Neuschottland, gezüchtet zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Zu welcher FCI-Gruppe gehört er?

Zu den Apportier-, Stöber- und Wasserhunden. Sektion 1, mit Arbeitsprüfung.

Wie ist sein Fell aufgebaut?

Wasserabweisend und doppelt, mittellang und weich, darunter dichte Unterwolle, die noch weicher ist.

Darf das Fell gewellt sein?

Auf dem Rücken ist eine leichte Wellung erlaubt, sonst ist es glatt.

Was ist Befederung?

Längeres, weiches Haar an Kehle, hinter den Ohren und an den Schenkeln.

Braucht er Wasser?

Er wurde für die Arbeit in eisigen Gewässern gezüchtet — Wasser liegt ihm.

Was verlangt das Gesetz?

Auslauf im Freien, täglichen Umgang und Kontakt zu Artgenossen.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.