Shiba Inu: Größe, Wesen und Farben

Shiba Inu: Größe, Wesen und Farben

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 39,5 cm, Hündinnen 36,5 cm, Toleranz ±1,5 cm.
  • Alle Farben müssen Urajiro aufweisen.
  • Treu, scharfsinnig und sehr aufgeweckt.
  • Ursprünglich Jagdhund für Vögel und Kleinwild.

Beim Shiba Inu entscheidet ein Merkmal über die Standardtreue, das viele gar nicht kennen. Ich gehe die Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein japanischer Spitz vom Urtyp, Rüden 39,5 und Hündinnen 36,5 Zentimeter, kräftig und wendig.

Der entscheidende Punkt

Ohne Urajiro entspricht kein Shiba dem Standard — unabhängig von der Grundfarbe.

Urajiro: die Bedingung über allen Farben

Der FCI-Standard Nr. 257 nennt fünf Farben: Rot, schwarzloh, sesam, schwarz-sesam und rot-sesam. Danach folgt ein Satz, der für alle fünf gilt.

Wacher Shiba Inu steht aufmerksam auf einer Wiese
Wohlproportioniert, sehr muskulös und von gutem Knochenbau. Foto: Maja Dumat / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Alle angeführten Farben müssen Urajiro aufweisen. Damit ist weißliches Haar seitlich am Fang und an den Backen gemeint, das sich über weitere Körperpartien fortsetzt.

Diese Vorgabe ist keine Farbvariante, sondern eine Bedingung. Ein Shiba ohne Urajiro entspricht dem Standard nicht, egal wie schön seine Grundfarbe ist. Mir ist bei kaum einer anderen Rasse ein Merkmal begegnet, das derart quer über alle zugelassenen Farben gelegt wird.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde39,5 cm Hündin36,5 cm
MerkmalToleranz Rüde± 1,5 cm Hündin± 1,5 cm
MerkmalProportion Höhe : Länge Rüde10 : 11 Hündin10 : 11
MerkmalFCI-Gruppe Rüde5, Sektion 5 asiatische Spitze Hündin5, Sektion 5 asiatische Spitze
MerkmalUrajiro Rüdebei allen Farben Pflicht Hündinbei allen Farben Pflicht

Maße nach FCI-Standard Nr. 257, deutsche Fassung.

Was die Farbnamen bedeuten

Der Standard definiert die Sesam-Töne selbst, statt sie vorauszusetzen. Sesam bedeutet insgesamt eine gute Mischung von schwarzen, roten und weißen Haaren.

Wacher Shiba Inu läuft über einen Weg
Die Bewegung nennt der Standard lebhaft, frei und schön. Foto: whity / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Schwarz-sesam heißt: mehr schwarze als weiße Haare. Rot-sesam bedeutet eine rote Grundfarbe, gemischt mit schwarzen Haaren.

Diese Definitionen sind praktisch, weil die Begriffe im Handel oft unsauber verwendet werden. Wer sie kennt, kann eine Anzeige richtig einordnen. Was beim Züchterbesuch sonst zählt, steht in Sozialisierung von Welpen.

Eine Zahl statt einer Spanne

Bei der Größe geht der Standard denselben Weg wie beim Sheltie. Statt einer Spanne nennt er einen Wert: Rüden 39,5 Zentimeter, Hündinnen 36,5.

Toleriert wird eine Abweichung von plus oder minus 1,5 Zentimetern. Ein Gewicht führt der Standard gar nicht auf.

Dazu kommt eine Proportionsangabe. Das Verhältnis von Widerristhöhe zur Körperlänge beträgt 10:11 — der Shiba ist also nur geringfügig länger als hoch. Aus meiner Erfahrung ist genau diese Kompaktheit das, was ihn im Gelände so wendig macht. Zur Fütterung siehe Welpen richtig füttern.

Kopf eines wachen Shiba Inu
Urajiro: weißliches Haar seitlich am Fang und an den Backen. Foto: Wantiin / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Was ein Shiba Inu im Alltag braucht

  • Gesichertes Gelände — er ist ein Jagdhund für Kleinwild.
  • Einen Halter, der Eigenständigkeit aushält.
  • Gründliches Bürsten im Fellwechsel wegen der dichten Unterwolle.
  • Auslauf im Freien und täglichen Umgang mit seinen Leuten.
  • Frühen Kontakt zu Menschen und Artgenossen.

Grundlagen: Erziehung des Hundes.

Ein Name, der Größe bedeutet

Der Shiba ist laut Standard eine uralte ursprüngliche japanische Rasse. Das Wort Shiba weist auf etwas Kleines hin, auf einen kleinen Hund.

Sein natürlicher Lebensraum war die bergige Gegend am japanischen Meer. Dort wurde er für die Jagd auf kleines Wild und Vögel verwendet. Je nach Ursprungsort bestanden kleine Unterschiede zwischen den Schlägen.

Eine Zäsur kam zwischen 1868 und 1912. Als englische Jagdhunde wie Setter und Pointer nach Japan kamen, wurde die sportliche Jagd zum bevorzugten Zeitvertreib — und es folgten Kreuzungen. Der heutige Standard geht auf die spätere Rückbesinnung auf den ursprünglichen Typ zurück.

Ein Urtyp mit eigenem Kopf

Der Standard nennt den Shiba scharfsinnig — nicht gehorsam, nicht führig. Ich halte diese Wortwahl für aufschlussreich. Ein Hund vom Urtyp trifft eigene Entscheidungen. Genau das war bei der Jagd im Bergland erwünscht.

Für den Alltag folgt daraus zweierlei. Erstens braucht der Rückruf mehr Aufbau als bei einem Hütehund. Zweitens funktioniert Zwang schlecht: Wer Druck aufbaut, bekommt Widerstand statt Kooperation.

Mir sind Halter begegnet, die das als Sturheit beschreiben. Ich sehe es anders. Ein Shiba fragt bei jedem Signal, ob es sich für ihn lohnt — wer die Antwort attraktiv macht, wird zuverlässig gehört.

Körperbau und Haarkleid

Der Standard beschreibt einen wohlproportionierten kleinen Hund, sehr muskulös und von gutem Knochenbau. Die Konstitution nennt er kräftig, die Bewegung lebhaft, frei und schön.

Am Kopf ist die Stirn breit, der Stopp deutlich mit einer leicht ausgeprägten Furche. Der Nasenschwamm ist schwarz, die Zähne kräftig mit Scherengebiss.

Das Haar ist doppelt aufgebaut. Das Deckhaar ist hart und gerade, die Unterwolle weich und dicht. An der Rute wird das Haar etwas länger und steht ab. Meine langjährige Erfahrung mit doppelt behaarten Spitzen zeigt: Im Fellwechsel fällt sehr viel Unterwolle an, dazwischen ist der Aufwand gering. Mehr dazu in Fellpflege beim Hund.

Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Bei einem Jagdhund für Kleinwild gehört gesichertes Gelände zur Grundausstattung. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Bei einem wendigen, muskulösen Hund achte ich außerdem auf die Gelenke. Sprünge im Gelände summieren sich über Jahre. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Wesen im Alltag

Das Wesen fasst der Standard in drei Wörtern: „Treu, scharfsinnig, sehr aufgeweckt." Mehr steht dort nicht. Beschrieben ist damit ein Zuchtziel, nicht dein Hund auf dem Sofa.

Treu bedeutet beim Shiba etwas anderes als beim Retriever. Er bindet sich eng an seine Familie, klebt aber nicht am Bein. Besuch begrüßt er kurz und geht dann wieder seiner Wege. Fremde muss er nicht mögen.

Aufgeweckt zeigt sich im Tempo. Ein Shiba merkt sofort, wenn du nach der Leine greifst. Er merkt genauso schnell, wenn du unsicher wirkst. Mit Kindern klappt der Alltag gut, solange die Kinder ihn auch mal in Ruhe lassen.

Zwei Wesenszüge führt der Standard ausdrücklich unter den Fehlern auf: Ängstlichkeit und aggressives Verhalten. Übermäßig ängstliche Hunde schließt er sogar von der Zucht aus. Aus meiner Erfahrung fällt Angst beim Shiba selten vom Himmel — meist fehlten in den ersten Lebenswochen die Reize.

Beim Alleinbleiben hilft seine Eigenständigkeit. Ein Hund, der sich selbst beschäftigen kann, dreht in der leeren Wohnung seltener durch. Geübt wird es trotzdem, am besten ab dem Einzugstag in kleinen Schritten.

Haltung, Auslastung und Erziehung

Zwei Aufgaben nennt der Standard: Jagdhund für Vögel und Kleinwild, dazu Begleithund. Eingeordnet ist der Shiba in Gruppe 5, Sektion 5 der asiatischen Spitze, geführt ohne Arbeitsprüfung.

Ohne Arbeitsprüfung heißt nicht ohne Arbeit. Ein Hund, der Vögel und Kleinwild aufspürt, arbeitet mit Nase und Augen. Genau dort setze ich an: Futterbeutel im hohen Gras, Schleppspuren im Wald, Suchspiele hinter der Wohnungstür.

Sein Gangwerk nennt der Standard leichtfüßig und flink. Lange gleichförmige Runden an der Leine langweilen ihn. Wechselndes Gelände fordert ihn mehr als jeder zusätzliche Kilometer auf dem Feldweg.

Beim Freilauf bleibe ich vorsichtig. Die jagdliche Anlage steckt in der Rasse, ein tragfähiger Rückruf braucht Monate. Eine Schleppleine über die ersten zwei Jahre ist kein Misstrauen — sie ist der Grund dafür, dass er überhaupt rennen darf.

Erzogen wird über Absprachen statt über Ansagen. Ich belohne früh und großzügig, arbeite mit kurzen Einheiten und höre auf, bevor er aussteigt. Wer stattdessen wiederholt, bis der Hund gehorcht, hat ihn nach drei Durchgängen verloren.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung führt der FCI-Standard nicht auf. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder in der Tierarztpraxis ein. Was der Standard hergibt, ist seine Fehlerliste — und die sagt über die Zucht mehr aus als jede gerundete Jahreszahl.

Als Fehler gelten mangelndes Geschlechtsgepräge, leichter Vor- und Rückbiss, eine Vielzahl fehlender Zähne, Ängstlichkeit sowie gescheckte Farbe. Von der Zucht ausgeschlossen sind aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde.

Dazu kommen Tiere mit deutlichen körperlichen Abnormalitäten, mit starkem Vor- und Rückbiss, mit nicht aufrecht getragenen Ohren sowie mit hängender oder kurzer Rute. Verwendet werden sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde.

In dieselbe Richtung zielt das deutsche Recht. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet die Zucht, wenn den Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden drohen. Beim Shiba fällt auf, wie viel Wert der Standard auf normale Formen legt: gerader Nasenrücken, kräftige Zähne, dicke elastische Ballen.

Vorsorge fängt vor dem Kauf an. Ich frage nach Befunden beider Elterntiere, nach der Zahl der bisherigen Würfe und nach dem Alter der Hündin. Wer darauf keine Antwort hat, züchtet nicht — er vermehrt.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Shiba-Welpen sind gefragt. Genau deshalb landen viele Käufer bei Anzeigen ohne Verein dahinter. Ich rate zum Weg über einen Zuchtverein im VDH — dort gehören Ahnentafel, Wurfabnahme und Zuchtzulassung der Elterntiere zum Verfahren.

Beim Besuch schaue ich zuerst auf das Muttertier. Sie soll beim Wurf liegen, zutraulich wirken und sich anfassen lassen. Getrennt werden darf ein Welpe nach § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung erst mit über acht Wochen. Impfpass, Entwurmung und Mikrochip liegen am Abgabetag vor.

Beim Shiba prüfe ich zusätzlich drei Dinge. Stehen die Ohren aufrecht? Zeigt der Welpe an Fang, Backen, Kehle und Bauch das weißliche Urajiro? Trägt er die Rute eingerollt oder in Sichelhaltung?

Ein Wort zu den Farbnamen in Anzeigen. „Cream" oder „weiß" steht in keinem der fünf zugelassenen Töne. Solche Hunde sind keine schlechteren Hunde, entsprechen aber dem Standard nicht — und ein Züchter sollte das von sich aus sagen.

Preise nenne ich bewusst nicht. Entscheidend ist der Eindruck vor Ort: Wie leben die erwachsenen Hunde, wie viele Fragen stellt der Züchter dir? Eine Checkliste dafür steht in Alles über den Hundekauf.

Passt der Shiba Inu zu dir?

Platz braucht er wenig. Mit rund 40 Zentimetern Widerristhöhe kommt er in einer Wohnung gut zurecht, solange er täglich hinaus darf. Treppen, Fahrstuhl und enge Flure stören ihn nicht.

Er passt zu Menschen, die Eigenständigkeit schätzen. Wer einen Hund sucht, der jedem Signal sofort folgt, sucht die falsche Rasse. Wer sich Kooperation gern verdient, bekommt einen aufmerksamen Begleiter mit trockenem Humor.

Für den ersten eigenen Hund sehe ich ihn nur bedingt. Sein Eigensinn verlangt Geduld, die jagdliche Anlage verlangt Übung im Freilauf. Beides zusammen überfordert Anfänger schnell.

Gegen ihn spricht ein voller Terminkalender. Er hängt an seinen Leuten und bleibt ungern stundenlang allein. Auch der Fellwechsel gehört zur ehrlichen Rechnung: Zweimal im Jahr fällt die weiche Unterwolle in Mengen an, die Neulinge überraschen.

Mit anderen Hunden klappt es, wenn er sie früh kennenlernt. Katzen und Kleintiere bleiben dagegen ein Thema, weil er auf Kleinwild gezüchtet wurde. Wer beides unter einem Dach plant, sollte das dem Züchter vorher sagen.

Fazit: Rüden erreichen 39,5 Zentimeter, Hündinnen 36,5, jeweils mit 1,5 Zentimetern Toleranz. Ein Gewicht nennt der Standard nicht. Der Shiba ist eine uralte japanische Rasse, sein Name weist auf einen kleinen Hund hin. Gejagt wurde mit ihm auf Vögel und Kleinwild in der bergigen Gegend am japanischen Meer. Sein Wesen gilt als treu, scharfsinnig und sehr aufgeweckt. Zugelassen sind fünf Farben — und alle müssen Urajiro aufweisen.

Häufige Fragen zum Shiba Inu

Wie groß wird ein Shiba Inu?

Rüden 39,5 cm, Hündinnen 36,5 cm, jeweils mit 1,5 cm Toleranz.

Wie schwer wird er?

Ein Gewicht führt der FCI-Standard nicht auf.

Was bedeutet der Name?

Das Wort Shiba weist auf etwas Kleines hin, auf einen kleinen Hund.

Wie ist sein Wesen?

Treu, scharfsinnig und sehr aufgeweckt.

Wofür wurde er gezüchtet?

Als Jagdhund für Vögel und Kleinwild, dazu als Begleithund.

Wo lebte er ursprünglich?

In der bergigen Gegend am japanischen Meer.

Welche Farben sind zugelassen?

Rot, schwarzloh, sesam, schwarz-sesam und rot-sesam.

Was ist Urajiro?

Weißliches Haar seitlich am Fang und an den Backen. Alle Farben müssen es aufweisen.

Was heißt sesam genau?

Insgesamt eine gute Mischung aus schwarzen, roten und weißen Haaren.

Wie ist sein Haarkleid aufgebaut?

Hartes, gerades Deckhaar über weicher, dichter Unterwolle.

Wie sind seine Proportionen?

Widerristhöhe zu Körperlänge verhält sich wie 10:11.

Zu welcher Gruppe gehört er?

Zur FCI-Gruppe 5, Sektion 5 asiatische Spitze.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.