Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 28.08.2026 · Lesezeit: 9 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Halter von 16 Wochen alten Welpen nannten im Mittel 11,2 Stunden Schlaf je Tag.
- Die überall kursierenden 18 bis 20 Stunden sind nirgends belegt.
- Rund 7 Stunden entfallen auf die Nacht, gut 3 auf den Tag.
- Welpen bis 20 Wochen brauchen täglich vier Stunden Betreuung.
Welpenschlaf ist das Thema, bei dem im Netz die meisten Zahlen herumliegen und die wenigsten davon eine Quelle haben. Achtzehn Stunden, zwanzig Stunden, gelegentlich sogar zweiundzwanzig Stunden Schlafbedarf werden dort behauptet.
Ich habe deshalb nachgeschlagen, welche Schlafdauer tatsächlich einmal erhoben worden ist. Das Ergebnis passt nicht zu dem, was du sonst überall liest. Genau deshalb steht es in diesem Beitrag ganz vorn.
Die kurze Antwort
In der größten Erhebung dazu gaben Halter von 16 Wochen alten Welpen im Mittel 11,2 Stunden Schlaf je 24 Stunden an. Rund 7 Stunden davon nachts, im Median 3,5 Stunden über den Tag verteilt.
Der entscheidende Punkt
Wichtiger als die Gesamtzahl ist die Verteilung. Ein Welpe schläft in kurzen Abschnitten. Diese Abschnitte brauchen ringsherum Ruhe, ansonsten finden sie überhaupt nicht erst statt.
Was tatsächlich erhoben wurde
Die Grundlage ist eine britische Langzeitbeobachtung von Dogs Trust und dem Royal Veterinary College. Halter beantworteten Fragebögen, als ihre Hunde 16 Wochen und noch einmal, als sie zwölf Monate alt waren — die Auswertung dazu erschien 2020 in der Zeitschrift Animals.
Am Fragebogen zur 16. Lebenswoche beteiligten sich 2.332 Halter, am Fragebogen zum zwölften Lebensmonat 1.091. Das ist für dieses Thema eine ungewöhnlich große Zahl an Rückmeldungen.
Über 24 Stunden gerechnet nannten die Halter für ihre 16 Wochen alten Welpen im Mittel 11,2 Stunden Schlaf. Für dieselben Hunde mit zwölf Monaten waren es 10,8 Stunden.
Nachts lagen die Werte bei 7,0 Stunden im Alter von 16 Wochen und bei 7,3 Stunden mit zwölf Monaten. Tagsüber lag der mittlere Wert bei 3,5 Stunden, ein Jahr später bei 3,0 Stunden.
Eines schränken die Verfasserinnen selbst ausdrücklich ein. Niemand ist nachts wachgeblieben, um die tatsächliche Schlafdauer mitzuschreiben. Es handelt sich um Schätzungen der Halterinnen und Halter, nicht um Messungen im Schlaflabor.
Aus meiner Erfahrung heraus ändert das wenig an ihrer Brauchbarkeit. Halter beobachten ihre Welpen sehr genau. Für einen Alltagsvergleich reicht diese Genauigkeit vollkommen aus.

Angaben von Haltern aus der Auswertung von Kinsman und Kolleginnen, Animals 2020, abgerufen am 28.08.2026.
Warum trotzdem überall 18 bis 20 Stunden steht
Diese Spanne wandert seit Jahren von einer Ratgeberseite zur nächsten. Eine nachprüfbare Quelle steht dabei so gut wie nie.
Meine Vermutung: Dort wird Ruhezeit mit tatsächlichem Schlaf verwechselt. Ein Welpe, der döst, die Augen halb zu hat und auf jedes Geräusch reagiert, ruht. Er schläft aber nicht.
Für dich als Halter ist dieser Unterschied durchaus bedeutsam. Wer glaubt, sein Welpe müsse zwanzig Stunden schlafen, macht sich bei elf gemessenen Stunden völlig unnötige Sorgen.
Umgekehrt gilt dasselbe. Ein Welpe, der bei dir tatsächlich nur sechs Stunden zur Ruhe kommt, hat ein Problem, das durch eine beliebige Zahl aus dem Internet nicht kleiner wird.

Der Rhythmus zählt mehr als die Summe
Ein Welpe schläft grundsätzlich nicht am Stück. Er spielt zehn Minuten, kippt danach um, schläft vierzig Minuten und ist anschließend wieder vollständig da.
Diese Häppchen brauchen Bedingungen. Wo ständig jemand durchs Zimmer läuft, die Kinder rufen oder der Fernseher springt, kommt ein Welpe zwar zur Ruhe, aber nicht in den Tiefschlaf.
Der häufigste Anfängerfehler ist deshalb nicht zu wenig Beschäftigung, sondern schlicht zu viel Tagesprogramm. Besuch, Autofahrt, Welpenspielstunde und Stadtbummel an einem Tag sind für ein zehn Wochen altes Tier eine Menge.
Wie ein Tag mit Ruhezeiten aussieht, die tatsächlich funktionieren, steht in Tagesablauf für den 4 Monate alten Welpen.
Wo ein Welpe am liebsten schläft
Die Befragung liefert dazu eine Zahl, die manche Diskussion am Küchentisch beendet. Von den Hunden mit nächtlichem Zugang zu ihren Menschen suchten 86,7 Prozent ausdrücklich deren Nähe.
Der häufigste Schlafplatz im Alter von 16 Wochen war die Transportbox beziehungsweise ein Kennel, das galt für 49,1 Prozent der Tiere. Mit zwölf Monaten hatte das Hundebett die Box überholt.
Beides zusammen ergibt eine ziemlich praktische Empfehlung: Box im Schlafzimmer. Ob eine Box überhaupt sein muss, wird in Die erste Nacht mit dem Welpen auseinandergenommen.

Für den Platz selbst gibt der Deutsche Tierschutzbund eine klare Vorgabe. Er soll ungestört sowie zugfrei liegen, dazu soll der Hund jederzeit Zugang dazu haben.
Dazu kommt ein Satz, den viele überlesen. Ein Hund soll nicht längere Zeit auf kaltem Steinboden liegen müssen. Im Sommer legt sich mancher Welpe zwar freiwillig auf die Fliesen, aber ein Angebot mit Decke gehört trotzdem daneben.
Vier Stunden sind keine Empfehlung, sondern Pflicht
Ausreichender Schlaf ist die eine Hälfte, verlässliche Zuwendung die andere. Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt für Welpen bis zu einem Alter von zwanzig Wochen mindestens vier Stunden täglich Umgang mit einer Betreuungsperson.
Diese vier Stunden sind eine gesetzliche Untergrenze und ausdrücklich keine Zielmarke. Berufstätige Halter müssen diese vier Stunden trotzdem organisieren, notfalls über eine zweite Betreuungsperson.
Dieselbe Verordnung hält außerdem fest, dass Auslauf und Sozialkontakte der Rasse, dem Alter sowie dem Gesundheitszustand des Hundes anzupassen sind. Beim Welpen heißt das: kurze Einheiten, viele Pausen.
Meine langjährige Erfahrung mit Welpenbesitzern sagt, dass genau hier die ersten Wochen kippen. Wie sich das anfühlt, beschreibt Welpenblues.
Die Nacht: was normal ist und was nicht
In den ersten Wochen wacht dein Welpe nachts auf, weil er sich lösen muss. Das ist keine Erziehungsfrage, sondern eine Frage der Blasengröße.
Ein bis zwei Löserunden pro Nacht sind in den ersten Lebenswochen völlig üblich. Wichtig ist einzig, dass diese Runden langweilig bleiben: hinaus, lösen, hinein, keine Ansprache, kein helles Licht.
Wenn ein bereits stubenreiner Hund plötzlich wieder nachts muss, steckt oft etwas anderes dahinter. Die Gründe stehen in Hund muss nachts raus.
Zucken, Fiepen und Laufbewegungen im Schlaf gehören dagegen dazu. Wann es doch auffällig wird, erklärt Hund träumt laut.
Beim Tierarzt abklären lassen
- Dein Welpe ist plötzlich deutlich schläfriger als in den Tagen davor.
- Er lässt sich nur schwer wecken oder wirkt danach benommen.
- Er versteift sich im Schlaf und wacht dabei nicht auf.
- Er schläft viel und frisst gleichzeitig schlecht.
- Er hechelt nachts stark, ohne dass es warm ist.
Ein Welpe, der viel schläft, ist normal. Ein Welpe, dessen Schlafverhalten sich binnen weniger Tage stark ändert, gehört angeschaut.
Was du praktisch tun kannst
- Richte zwei feste Plätze ein, einen im Wohnzimmer und einen im Schlafzimmer.
- Halte in der ersten Zeit jeden Tag mindestens eine lange, reizarme Phase frei.
- Beende Spiel und Training aktiv, statt zu warten, bis der Welpe von selbst aufhört.
- Lass Kinder den schlafenden Welpen in Ruhe, das ist die wichtigste Hausregel.
- Füttere die letzte Mahlzeit früh genug vor der Nacht.
Der letzte Punkt hat mehr Wirkung, als viele denken. Wie du Menge und Rhythmus rechnest, steht in Welpen richtig füttern.
Mein Tipp: Schreib eine Woche lang auf, wann dein Welpe wirklich geschlafen hat. Fast alle Halter unterschätzen die Tagesphasen und überschätzen die Nacht — nach sieben Tagen siehst du dein echtes Muster statt einer Zahl aus dem Netz.
Fazit: Beim Welpenschlaf ist die berühmte Spanne von 18 bis 20 Stunden nirgends belegt. Was erhoben wurde, sind rund elf Stunden je Tag, verteilt auf eine ruhige Nacht und mehrere Häppchen dazwischen. Sorge für Ruhe drumherum, dann kommt der Rest von allein.
Häufige Fragen zum Welpenschlaf
Wie viele Stunden schläft ein Welpe am Tag?
Halter von 16 Wochen alten Welpen gaben im Mittel 11,2 Stunden je 24 Stunden an. Davon entfielen rund 7 Stunden auf die Nacht.
Stimmen die 18 bis 20 Stunden, die überall stehen?
Dafür habe ich keinen Beleg gefunden. Die einzige prüfbare Erhebung liegt deutlich darunter. Nimm die Zahl also mit Vorsicht.
Schlafen Welpen mehr als erwachsene Hunde?
Ja, aber der Abstand ist kleiner als gedacht. Mit 16 Wochen waren es 11,2 Stunden, mit zwölf Monaten 10,8 Stunden.
Wie verteilt sich der Schlaf über den Tag?
Mit 16 Wochen im Mittel 7 Stunden nachts und im Median 3,5 Stunden tagsüber. Der Tagesanteil sinkt mit dem Alter.
Wo schlafen die meisten Welpen?
Mit 16 Wochen am häufigsten in Box oder Kennel, das galt für 49,1 Prozent. Mit zwölf Monaten liegt das Hundebett vorn.
Will mein Welpe nachts bei mir sein?
Sehr wahrscheinlich. Von den Hunden mit nächtlichem Zugang zu Menschen suchten 86,7 Prozent ihre Nähe.
Mein Welpe schläft tagsüber kaum. Was tun?
Nimm Reize weg statt welche dazu. Ein überdrehter Welpe ist müde, findet aber nicht in den Schlaf. Ruhige Umgebung, feste Plätze, weniger Besuch.
Muss ich meinen Welpen zum Schlafen zwingen?
Nein. Du gestaltest die Umgebung, den Rest macht er selbst. Ein zugfreier, ungestörter Platz, zu dem er immer Zugang hat, reicht meistens.
Darf mein Welpe auf dem Fliesenboden liegen?
Kurz ja, länger nicht. Der Deutsche Tierschutzbund rät ausdrücklich davon ab, dass ein Hund längere Zeit auf kaltem Steinboden liegt.
Wie oft muss mein Welpe nachts raus?
In den ersten Wochen meistens ein- bis zweimal. Das nimmt ab, sobald er länger einhalten kann.
Mein Welpe zuckt und fiept im Schlaf. Ist das schlimm?
In aller Regel nicht. Auffällig wird es, wenn er sich dabei versteift, nicht aufwacht oder danach verwirrt wirkt.
Wie viel Zeit muss ich einem Welpen täglich widmen?
Bis zum Alter von 20 Wochen verlangt die Tierschutz-Hundeverordnung mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson pro Tag.
Quellen
- Kinsman u. a., Sleep Duration and Behaviours in Dogs up to 12 Months of Age, Animals 2020 (Dogs Trust / Royal Veterinary College)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Deutscher Tierschutzbund – Broschüre „Die Haltung von Hunden“
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Ändert sich das Schlafverhalten deines Welpen innerhalb weniger Tage deutlich, gehört das in die Praxis.
