Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 9 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 2 bis 4 Gramm je Kilogramm des erwarteten Endgewichts pro Tag.
- Das schnelle Wachstum endet nach etwa fünf Monaten.
- Langsames Wachstum ist dem schnellen vorzuziehen.
- Einmal pro Woche wiegen reicht völlig aus.
Die ideale Gewichtszunahme für Welpen lässt sich beziffern, allerdings anders, als es in den meisten Ratgebern steht. Sie hängt nicht am heutigen Gewicht deines Welpen, sondern an dem Gewicht, das er als erwachsener Hund einmal haben wird. Diese eine Verschiebung erklärt, warum so viele Tabellen im Netz nicht zusammenpassen.
Die kurze Antwort
In den ersten fünf Monaten nimmt ein Welpe im Schnitt 2 bis 4 Gramm je Kilogramm seines erwarteten Endgewichts pro Tag zu. Bei einem künftigen 30-Kilo-Hund sind das rund 60 bis 120 Gramm täglich. Nach dem sechsten Monat flacht die Kurve deutlich ab.
Was wichtiger ist als die Zahl
Die Richtung. Eine Kurve, die Woche für Woche leicht steigt, ist das Ziel. Ein Sprung nach oben ist kein Erfolg, sondern ein Hinweis auf zu viel Futter.
Die Zahl, die wirklich belegt ist
Im MSD Veterinary Manual steht für die ersten fünf Lebensmonate eine Zunahme von durchschnittlich 2 bis 4 Gramm je Kilogramm des erwarteten Endgewichts pro Tag. Das Wachstum ist in dieser Zeit schnell.
Danach ändert sich das Tempo. Nach dem sechsten Monat beginnt die Kurve abzuflachen. Bei kleinen und mittleren Rassen sind Wachstum und Skelettreife oft mit acht bis zwölf Monaten abgeschlossen, bei großen und sehr großen Rassen erst mit zehn bis sechzehn.
Genau deshalb taugt eine Grammtabelle nach Lebenswochen nichts. Ein Yorkshire Terrier und ein Bernhardiner sind in Woche zehn beide Welpen, ihre Zielgerade liegt aber ein halbes Jahr auseinander.

Gerechnet mit 2 bis 4 g je Kilogramm Endgewicht und Tag nach dem MSD Veterinary Manual, gültig für die ersten fünf Monate.
Das erwartete Endgewicht bekommst du von der Züchterin oder aus dem Rassestandard. Bei Mischlingen hilft das Gewicht der Elterntiere weiter. Wie du sauber wiegst, steht in Hundewaagen.
Warum schnell wachsen kein Ziel ist
Viele Halter freuen sich über einen kräftigen Welpen. Aus meiner Erfahrung heraus ist genau diese Freude der teuerste Irrtum der ersten Lebensmonate.
Zu viel Futter beschleunigt das Wachstum, was ausdrücklich unerwünscht ist. Ein beschleunigtes Wachstum verträgt sich schlecht mit einer geordneten Skelettentwicklung und begünstigt später Übergewicht.
Ein langsames Wachstum ist dem schnellen also vorzuziehen. Genau so steht es im tierärztlichen Standardwerk. Es widerspricht damit fast allem, was am Gartenzaun erzählt wird.
Der Zusammenhang zu den Gelenken ist der Grund. Wie sich Fehlentwicklungen an Hüfte und Ellenbogen bemerkbar machen, steht in Hüftdysplasie beim Hund sowie in Ellenbogendysplasie.
Mein Tipp: Ich halte junge Hunde großer Rassen im ersten Jahr bewusst schlank, also Rippen fühlbar und Taille sichtbar. Meine langjährige Erfahrung sagt mir, dass diese Entscheidung ein paar besorgte Nachbarblicke kostet und später viel Ärger erspart.
Die Angst, den Hund zu bremsen
„Wenn ich knapper füttere, bleibt er klein." Diesen Einwand höre ich fast immer, wenn ich zu einer schlanken Aufzucht rate.
Er ist untersucht worden. Große Welpen, die 50 bis 70 Prozent der freien Futtermenge ihrer Wurfgeschwister bekamen, wurden am Ende genauso hoch, genauso lang und hatten dieselbe Knochen- und Muskelmasse. Verändert hat sich allein der Körperfettanteil.
Die Endgröße steht in den Genen. Über das Futter regelst du nur, wie schnell dein Hund dort ankommt und wie viel Fett er dabei mitnimmt.

Ein Welpe, der ein vollwertiges Wachstumsfutter in passenden Portionen zwei- bis dreimal täglich bekommt, lässt sich kaum kleinhalten. Die Mengen dazu stehen in Welpen richtig füttern.
Wiegen und fühlen
Einmal pro Woche wiegen reicht. Nimm immer denselben Wochentag, immer vor der ersten Mahlzeit. Trag die Zahl in eine Notiz ein, sonst erinnerst du dich in vier Wochen an gar nichts.
Kleine Hunde stellst du auf eine Küchenwaage. Bei größeren Welpen steigst du selbst auf die Personenwaage, einmal mit dem Hund auf dem Arm und einmal ohne ihn.
Die Waage allein reicht allerdings nicht aus. Zwischen den Wiegeterminen entscheidest du mit der bloßen Hand darüber, ob die Futterration stimmt.
- Rippen: unter einer dünnen Schicht deutlich zu fühlen, nicht zu sehen.
- Taille: von oben betrachtet eine erkennbare Einbuchtung hinter den Rippen.
- Bauchlinie: von der Seite läuft sie nach hinten aufwärts.
- Wirbelsäule und Hüfthöcker: fühlbar, aber nicht spitz hervorstehend.
Passen diese vier Punkte, stimmt die Menge. § 8 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt vom Halter nicht mehr und nicht weniger: artgemäßes Futter in ausreichender Menge und Qualität.
Wenn die Kurve nicht stimmt
Zwei Abweichungen kommen im Alltag regelmäßig vor. Entweder legt der Welpe kaum zu oder sein Gewicht schießt nach oben. Beide Richtungen haben ihre typischen Ursachen.
Bleibt die Zunahme aus, denke zuerst an Würmer, an einen Infekt oder an eine schlicht zu klein bemessene Ration. Wie oft entwurmt wird, steht in Wurmkur beim Hund.
Schießt das Gewicht dagegen nach oben, liegt es fast immer an Leckerlis. Sie gehören vollständig in die Tagesration. Was daraus sonst wird, steht in Übergewicht beim Hund.

Damit gehe ich in die Praxis statt weiter abzuwarten
- Die Kurve bleibt zwei Wochen flach oder fällt.
- Dein Welpe frisst gut und nimmt trotzdem nicht zu.
- Der Bauch ist aufgetrieben, die Rippen stehen hervor.
- Der Kot bleibt über Tage weich oder wechselt ständig.
- Dein Welpe wirkt matt und spielt weniger als vorher.
Diese Zeichen sind selten ein Notfall, aber auch nichts fürs nächste Quartal. Ein Termin in dieser Woche und eine Kotprobe von drei Tagen reichen meistens.
Mahlzeiten und Futterwechsel
Die Broschüre „Die Haltung von Hunden“ des Deutschen Tierschutzbunds nennt nach dem Absetzen vier Mahlzeiten am Tag. Mit zunehmendem Alter werden zunächst drei daraus, ab einem Dreivierteljahr reichen zwei.
Das Standardwerk rechnet ähnlich. Zwischen Absetzen und sechstem Monat sind drei Mahlzeiten üblich, zwischen dem sechsten und zwölften Monat zwei.
Wichtig ist der Zeitpunkt des Wechsels auf Adultfutter. Ein Welpe braucht sein Wachstumsfutter, bis das Skelett fertig ist, nicht nur bis er optisch nicht mehr größer wird. Wie du sauber umstellst, steht in Futterumstellung beim Hund.
Manche Halter fragen mich in dieser Phase nach einer Ergänzung. Unser Vitamin B-Komplex ist ein Ergänzungsfuttermittel in einer 70-Gramm-Dose mit rund 140 Tabletten. Darin stecken inaktivierte Bierhefe, Calciumcarbonat und getrockneter Apfeltrester. Je Kilogramm sind unter anderem 4 Gramm Vitamin B1, 8 Gramm Vitamin B2 und 5 Gramm Vitamin B6 enthalten. Gegeben wird eine Tablette je zehn Kilogramm Körpergewicht zum normalen Futter. Bei einem wachsenden Hund bespreche ich die Gabe vorher in der Tierarztpraxis, denn ein vollwertiges Welpenfutter deckt den Bedarf bereits ab.

Fazit: Die belegte Spanne liegt in den ersten fünf Monaten bei 2 bis 4 Gramm je Kilogramm des erwarteten Endgewichts pro Tag. Danach flacht die Kurve ab, bei großen Rassen zieht sich die Skelettreife bis in den sechzehnten Monat. Langsam ist dabei besser als schnell, weil zu viel Futter das Wachstum beschleunigt und dem Knochenbau schadet. Wiege einmal pro Woche, fühl zwischendurch die Rippen und rechne Leckerlis mit. Mehr braucht es im ersten Jahr nicht.
Häufige Fragen zur Gewichtszunahme bei Welpen
Wie viel soll ein Welpe pro Tag zunehmen?
Rechne mit 2 bis 4 Gramm je Kilogramm seines erwarteten Endgewichts. Ein Welpe, der einmal 30 Kilo wiegen wird, legt damit rund 60 bis 120 Gramm am Tag zu.
Warum rechnet man mit dem Endgewicht?
Weil sonst jede Rasse dieselbe Kurve hätte. Ein Chihuahua und eine Dogge starten ähnlich schwer, kommen aber bei völlig unterschiedlichen Endgewichten heraus.
Wie oft soll ich meinen Welpen wiegen?
Einmal pro Woche, immer am selben Wochentag und vor der Fütterung. Tägliches Wiegen zeigt nur Schwankungen und keine Entwicklung.
Wann ist ein Welpe ausgewachsen?
Bei kleinen und mittleren Rassen sind Wachstum und Skelettreife oft mit acht bis zwölf Monaten abgeschlossen. Bei großen und sehr großen Rassen dauert es zehn bis sechzehn Monate.
Ist schnelles Wachstum ein gutes Zeichen?
Nein, eher das Gegenteil. Zu viel Futter beschleunigt das Wachstum, was sich mit einer geordneten Skelettentwicklung schlecht verträgt.
Bremse ich meinen Hund aus, wenn ich knapper füttere?
In der Endgröße nicht. Große Welpen, die 50 bis 70 Prozent der freien Futtermenge ihrer Wurfgeschwister bekamen, wurden genauso groß und lang. Verändert hat sich nur der Körperfettanteil.
Wie erkenne ich ohne Waage, ob die Menge stimmt?
Über die Hand. Die Rippen sind unter einer dünnen Schicht zu fühlen, von oben ist eine Taille zu sehen, von der Seite läuft die Bauchlinie nach hinten aufwärts.
Gewichtszunahme bei Welpen: Wie oft am Tag füttere ich?
Nach dem Absetzen sind vier Mahlzeiten üblich. Zwischen Absetzen und sechstem Monat werden meist drei daraus, danach bis zum Jahresende zwei.
Mein Welpe nimmt kaum zu. Was steckt dahinter?
Häufig sind Würmer, ein Infekt oder eine schlicht zu kleine Ration. Bleibt die Kurve über zwei Wochen flach, gehört das in die Tierarztpraxis.
Mein Welpe wirkt rund. Ist das noch Welpenspeck?
Wenn du die Rippen nicht mehr fühlst, ist es keiner. Stark übergewichtige Haustiere leben rund 20 Prozent kürzer, deshalb lohnt sich das frühe Gegensteuern.
Gewichtszunahme bei Welpen: Zählen Leckerlis mit?
Ja, sogar vollständig. Kauartikel und Trainingsbrocken gehören in die Tagesration hinein, andernfalls rechnest du dauerhaft zu niedrig.
Wann darf ich auf Adultfutter umstellen?
Erst wenn das Skelett fertig ist, nicht schon, wenn der Hund optisch nicht mehr wächst. Bei großen Rassen kann das ein gutes Jahr dauern.
Quellen
- MSD Veterinary Manual – Feeding Practices in Small Animals
- Deutscher Tierschutzbund – Broschüre „Die Haltung von Hunden“
- Tierschutz-Hundeverordnung § 8 – Fütterung und Pflege
Weiterlesen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Nimmt dein Welpe über zwei Wochen nicht zu oder verliert er Gewicht, gehört er in die Tierarztpraxis.
