Deutsch Langhaar: Größe, Wesen und Haltung

Deutsch Langhaar: Größe, Wesen und Haltung

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 60–70 cm, Hündinnen 58–66 cm, Idealmaß 63–66 bzw. 60–63 cm.
  • Geführt mit Arbeitsprüfung — ein Jagdgebrauchshund.
  • Fell am Rumpf 3 bis 5 cm, gut anliegend.
  • Ausgeglichen, ruhig und leicht zu führen.

Der Deutsch Langhaar landet selten in Familienhaushalten. Das hat einen Grund. Die FCI führt ihn mit Arbeitsprüfung. Ich gehe die VDH-Angaben durch und zeige, was dahintersteckt.

Die kurze Antwort

Ein großer deutscher Vorstehhund mit rund 30 Kilogramm Idealgewicht, ruhig im Wesen und leicht zu führen.

Der entscheidende Punkt

Mit Arbeitsprüfung heißt: Diese Rasse wird über die Jagd geführt, nicht über Spaziergänge.

Herkunft: vier Blutlinien in einem Hund

Der VDH beschreibt die Herkunft ungewöhnlich direkt. Im langhaarigen Jagdhund vereint sich das Blut der Vogel-, Habichts- und Wasserhunde sowie der Bracken. Daraus ergeben sich die Anlagen zu großer Vielseitigkeit.

Kopf eines wachen Deutsch Langhaar im Freien
Wellig überfallende Ohrbehaarung und anliegendes Haar prägen die Rasse.

Ab 1879 wurde Reinzucht betrieben und die wesentlichen Rassemerkmale festgelegt. 1897 stellte Freiherr von Schorlemer die ersten Rassekennzeichen für den Deutsch Langhaar auf. Damit lag der Grundstein für die heutige Zucht.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe (Idealmaß) Rüde63 – 66 cm Hündin60 – 63 cm
MerkmalIdealgewicht Rüde30 kg Hündin30 kg
MerkmalFell am Rumpf Rüde3 bis 5 cm, gut anliegend Hündin3 bis 5 cm, gut anliegend
MerkmalOhren Rüdewellig, überfallend behaart Hündinwellig, überfallend behaart
MerkmalFCI RüdeGruppe 7, Nr. 117, mit Arbeitsprüfung HündinGruppe 7, Nr. 117, mit Arbeitsprüfung

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Zum Körperbau wird der Standard deutlich. Kräftig, muskulös, tiefgestellt, mit flüssigen Linien. Bei kleineren Hunden muss viel Substanz verlangt werden, allzu massige und dabei schwerfällige Hunde sind ausdrücklich nicht erwünscht.

Wesen: ruhig geführt, nicht ruhig gestellt

Die Wesensbeschreibung des VDH ist kurz und eindeutig. Ausgeglichen, ruhig, gezügeltes Temperament, gutartig, leicht zu führen. Fünf Eigenschaften, mehr steht dort nicht. Diese Kürze ist bei den VDH-Porträts ungewöhnlich und sagt selbst schon etwas über die Rasse.

Frau geht draußen mit einem wachen Deutsch Langhaar
Ein Vorstehhund mit Arbeitsprüfung braucht Nasenarbeit, nicht nur Strecke.

Genau diese Knappheit führt in die Irre. Ein ruhiger, leicht zu führender Hund ist nicht automatisch anspruchslos. Er ist gut zu lenken — vorausgesetzt, es gibt eine Richtung, in die man ihn lenkt.

Aus meiner Erfahrung ist der Zusatz mit Arbeitsprüfung der wichtigste Satz auf der ganzen Seite. Er bedeutet, dass die Rasse über jagdliche Leistung geführt wird. Wer diese Aufgabe nicht bieten kann, braucht einen belastbaren Ersatz. Wo du damit anfängst, steht in Hundeschule.

Die Vielseitigkeit aus vier Blutlinien zeigt sich im Alltag als Nase, Wasserfreude und Ausdauer. Ohne Ventil sucht sich das seinen Weg. Wie sich das an der Leine äußert, beschreibt Hund zieht an der Leine.

Alltag: was das Gesetz und die Rasse verlangen

Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den Mindestrahmen. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Auslauf und Sozialkontakte sind der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand anzupassen. Bei einem Vorstehhund mit Arbeitsprüfung liegt die Latte deutlich über dem Durchschnitt. Welpen bis zwanzig Wochen brauchen mindestens vier Stunden Umgang je Tag.

Tierärztin untersucht einen wachen Deutsch Langhaar in der Praxis
Ohren und Zehenzwischenräume gehören nach jedem Feldgang kontrolliert.

Was ein Deutsch Langhaar im Alltag braucht

  • Jagdliche Führung oder einen ernsthaften Ersatz dafür.
  • Nasenarbeit statt reiner Laufstrecke.
  • Zugang zu Wasser — die Wasserhundanlagen sind vorhanden.
  • Kontrolle von Ohren und Zehenzwischenräumen nach dem Feld.
  • Ein Zuhause, das 30 Kilogramm Bewegungsdrang trägt.

Zur Bewegung im Winter: Winterspaziergänge mit dem Hund.

Ich rate dazu, die Frage der Führung vor dem Welpen zu klären. Wer keinen Jagdschein hat und auch keinen Hundesport plant, sollte diese Rasse nicht wählen. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.

Fell und Pflege

Auf die richtige Behaarung legt der Standard größten Wert: weder übermäßiger Haarwuchs noch allzu kurzes Haar. Am Rücken und seitlich am Rumpf ist das Haar 3 bis 5 Zentimeter lang und liegt gut an. An Halsunterseite, Brust und Bauch darf es länger sein.

Meine langjährige Erfahrung mit befederten Jagdhunden zeigt, wo die Arbeit anfällt. Die Federn an den Vorderläufen, die Hosen an den Hinterläufen und die Ohrbehaarung fangen alles auf, was auf dem Feld liegt. Der Standard verlangt unterhalb des Sprunggelenks deutlich kürzeres Haar, zu starke Befransung ist nicht erwünscht. Hilfe findest du unter Hundefriseur.

Die Zehenzwischenräume sind dicht und kurz behaart. Ich kontrolliere sie nach jedem Feldgang zuerst. Genau dort setzen sich Grannen fest, die sich in die Haut bohren und dann eine Behandlung nötig machen. Was gereizte Haut auslöst, beschreibt Juckreiz beim Hund.

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So sieht der Deutsch Langhaar aus

Die Farben zählt der FCI-Standard Nr. 117 einzeln auf. Sieben Varianten stehen dort, alle auf braunem Fundament. Schwarz kommt in keiner davon vor.

Am Anfang steht einfarbig Braun. Dann Braun mit weißen oder geschimmelten Abzeichen, besonders an Brust und Pfoten.

Es folgen drei Schimmelvarianten. Dunkelschimmel trägt größere oder kleinere dunkelbraune Platten, Hellschimmel dieselben Platten in hellbraun. Forellenschimmel zeigt viele kleine braune Flecken auf weißem Untergrund.

Als sechste Variante nennt der Standard Braun-Weiß, entweder rein oder mit ganz wenigen kleinen Flecken. Der Kopf ist bei all diesen Farben braun, oft mit Blässe, Schnippe oder Stern.

Der siebte Punkt ist der ungewöhnlichste. Vereinzelt kann gelber Brand auftreten, den der Standard als uraltes Brackenerbe bezeichnet. Damit taucht die Herkunft aus vier Blutlinien im Fell selbst wieder auf.

Am Kopf gilt eine einfache Regel: Fang und Schädel sind gleich lang. Der Nasenschwamm ist braun, leichte Schimmelabzeichen sind erlaubt. Die Augen sollen braun und möglichst dunkel sein.

Verlangt sind 42 Zähne in einem vollständigen Scherengebiss. Die Ohren sitzen nicht zu tief und sind leicht nach vorne gedreht. Die Schulter liegt etwas höher als die Kruppe.

Größe und Gewicht

Beim Stockmaß lohnt der Blick ins Original. Der Standard nennt für Rüden 60 bis 70 Zentimeter und für Hündinnen 58 bis 66 Zentimeter. Die häufig zitierten 63 bis 66 sind das Idealmaß, nicht die erlaubte Spanne.

Beim Gewicht bleibt es bei einem Satz: Das Gewicht liegt bei 30 Kilogramm. Eine Spanne gibt es nicht.

Angabe Was der Standard Nr. 117 dazu sagt
AngabeWiderristhöhe Rüden Was der Standard Nr. 117 dazu sagt60 bis 70 cm, Idealmaß 63 bis 66 cm
AngabeWiderristhöhe Hündinnen Was der Standard Nr. 117 dazu sagt58 bis 66 cm, Idealmaß 60 bis 63 cm
AngabeGewicht Was der Standard Nr. 117 dazu sagtliegt bei 30 kg
AngabeProportionen Was der Standard Nr. 117 dazu sagtFang und Schädel gleich lang, hinten nicht überbaut
AngabeSchulter zur Kruppe Was der Standard Nr. 117 dazu sagtSchulter etwas höher
AngabeEinordnung Was der Standard Nr. 117 dazu sagtGruppe 7, Sektion 1.2 Kontinentale Vorstehhunde Typ Spaniel, mit Arbeitsprüfung

FCI-Standard Nr. 117, deutsche Fassung, publiziert am 10.11.2011.

Zehn Zentimeter Spielraum bei Rüden sind viel. Ein Hund am unteren Rand und einer am oberen wirken nebeneinander wie zwei Rassen. Genau deshalb misst man vor dem Kauf von Box und Geschirr den eigenen Hund.

Der Standard warnt zugleich vor Masse. Bei kleineren Hunden verlangt er viel Substanz. Allzu massige und dabei schwerfällige Hunde sind ausdrücklich nicht erwünscht.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung steht im FCI-Standard nicht. Das gilt für jeden FCI-Standard. Wer irgendwo eine Jahreszahl liest, sollte nach der Quelle fragen.

Aufschluss geben die disqualifizierenden Fehler. Aggressive Hunde stehen dort, ebenso übermäßig ängstliche und solche mit deutlichen körperlichen Abnormitäten.

Zwei weitere Punkte sind bei einem Arbeitshund bemerkenswert. Mangelhafte Knochensubstanz schließt aus, ungenügende Bemuskelung ebenfalls. Beides zielt auf die Belastbarkeit im Gelände.

An den Augen nennt der Standard Ektropium und Entropium — also nach außen oder nach innen gerollte Lider. Ausdrücklich erfasst sind auch operativ korrigierte Lidfehler.

Unter den einfachen Fehlern stehen Senkrücken, Karpfenrücken und eine Tonnenbrust. Beim Auge das helle Habichtsauge, am Behang die Lederenden. An der Hinterhand Kuhhessigkeit und Faßbeinigkeit.

Beim Haar wird der Standard konkret. Krauses Haar gilt als Fehler, ebenso längere Barthaare und buschige Augenbrauen. Ein Deutsch Langhaar mit Bart ist damit kein besonderer Typ, sondern ein fehlerhafter.

Die rechtliche Grenze zieht § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist das Züchten, sobald züchterische Erkenntnisse erwarten lassen, dass die Nachkommen erblich bedingt leiden.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der Zusatz mit Arbeitsprüfung ist beim Welpenkauf die wichtigste Zeile. Frag nach den Prüfungen beider Elterntiere. Wer jagdlich führt, nennt sie von sich aus.

Ein Wurf mit Ahnentafel läuft über einen Zuchtverein im VDH. Lass dir die Papiere zeigen, bevor ihr über einen einzelnen Welpen sprecht.

Sieh dir das Muttertier bei den Welpen an, im selben Raum. Eine Hündin, die man dir nicht zeigt, ist ein Abbruchgrund.

Beim Fell hilft die eigene Hand. Verlangt sind schlichtes, festes, glattes oder leicht welliges Haar mit dichter Unterwolle. Krauses Haar gehört nicht dazu.

Prüf die Farbe gegen die sieben Varianten des Standards. Ein schwarzer Welpe passt in keine davon.

Das Abgabealter regelt § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.

Impfpass und Wurmkur-Protokoll gehören schriftlich dazu. Frag nach, wann zuletzt entwurmt wurde.

Passt der Deutsch Langhaar zu dir?

Die entscheidende Frage steht am Anfang. Kannst du diesem Hund eine Aufgabe geben, die seine Nase fordert?

Wer jagdlich führt, hat es leicht. Alle anderen brauchen einen gleichwertigen Ersatz aus Schleppe, Verlorensuche und Wasserarbeit. Eine lange Runde am Weg leistet das nicht.

Wasser ist bei dieser Rasse kein Extra. Die Wasserhundanlagen stecken in der Herkunft. Ein Revier ohne See oder Fluss macht die Auslastung deutlich schwerer.

Die Wohnungsgröße ist zweitrangig. Ein fester Schlafplatz und ein geregelter Tagesablauf zählen mehr als Quadratmeter. Dreißig Kilogramm Bewegungsdrang brauchen trotzdem Platz zum Ausstrecken.

Mit Kindern kommt er meist gut zurecht. Sein Wesen gilt als ausgeglichen, ruhig und gutartig. Ruhephasen muss die Familie ihm trotzdem zugestehen.

Bei langen Abwesenheiten passt die Rasse nicht. Für Welpen bis zwanzig Wochen verlangt die Tierschutz-Hundeverordnung mindestens vier Stunden Umgang je Tag.

Für Ersthundehalter halte ich ihn nur mit fester Anbindung an Jagd oder Hundesport für machbar. Leicht zu führen heißt nicht anspruchslos.

Fazit: Der Deutsch Langhaar ist ein deutscher Vorstehhund vom Typ Spaniel. Als Idealmaß nennt der Standard 63 bis 66 Zentimeter für Rüden und 60 bis 63 für Hündinnen, das Gewicht liegt bei 30 Kilogramm. Sein Wesen beschreibt der VDH als ausgeglichen, ruhig, gutartig und leicht zu führen. Entscheidend bleibt der Zusatz mit Arbeitsprüfung: Diese Rasse wird über jagdliche Leistung geführt. Das Fell braucht Kontrolle statt Schere, vor allem an Federn, Hosen und Zehen.

Häufige Fragen zum Deutsch Langhaar

Wie groß wird ein Deutsch Langhaar?

Der Standard erlaubt Rüden 60 bis 70 cm und Hündinnen 58 bis 66 cm. Das Idealmaß liegt bei 63 bis 66 beziehungsweise 60 bis 63 cm.

Deutsch Langhaar: Wie schwer wird er?

Das Idealgewicht liegt bei 30 kg. Der VDH nennt diese Zahl ausdrücklich als Ideal, nicht als Spanne.

Deutsch Langhaar: Ist er ein Familienhund?

Er ist ein Jagdgebrauchshund. Die FCI führt ihn mit Arbeitsprüfung — das bestimmt seinen Bedarf.

Deutsch Langhaar: Wie ist sein Wesen?

Ausgeglichen und ruhig, mit gezügeltem Temperament. Der VDH nennt ihn gutartig und leicht zu führen.

Deutsch Langhaar: Woher stammt die Rasse?

Im langhaarigen Jagdhund vereint sich das Blut von Vogel-, Habichts- und Wasserhunden sowie Bracken.

Seit wann gibt es die Reinzucht?

Ab 1879. Freiherr von Schorlemer stellte 1897 die ersten Rassekennzeichen auf.

Deutsch Langhaar: Wie lang ist das Fell?

Am Rücken und seitlich am Rumpf misst es 3 bis 5 cm und liegt gut an. An Halsunterseite, Brust und Bauch darf es länger sein.

Was ist bei der Behaarung wichtig?

Weder übermäßiger Haarwuchs noch allzu kurzes Haar. Der Standard legt darauf ausdrücklich größten Wert.

Wie sehen Ohren und Rute aus?

Die Ohrbehaarung ist wellig und überfallend, die Rute trägt eine gute Fahne bis zur Spitze.

Was gilt als Fehler beim Fell?

Zu starke Befransung unterhalb des Sprunggelenks und eine Schopfbildung am Oberkopf.

Deutsch Langhaar: Wie viel Auslauf schreibt das Gesetz vor?

Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichend Auslauf im Freien, angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.

Deutsch Langhaar: In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 7, Sektion 1.2 der kontinentalen Vorstehhunde vom Typ Spaniel. Die Standardnummer lautet 117.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Belastung, Haut und Ohren berät die Tierarztpraxis individuell.