Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 47–51 cm, Hündinnen 44–47 cm.
- Zwei Seelen: ruhig im Haus, rasend schnell im Gelände.
- Sehr sauber — Whippets riechen nicht.
- Jede Farbe und Farbmischung ist erlaubt — außer Merle.
Der Whippet vereint zwei Hunde in einem Körper. Der VDH beschreibt das mit einem Bild, das ich so selten gelesen habe.
Die kurze Antwort
Ein englischer Windhund von 44 bis 51 Zentimetern, im Haus ruhig und im Gelände pfeilschnell.
Der entscheidende Punkt
Er braucht kurze, schnelle Läufe statt langer Strecken. Danach schläft er stundenlang.
Zwei Seelen in einer Brust
Der VDH nennt den Charakter des Whippet großartig und beschreibt zwei Seelen in seiner Brust.

Die eine gehört dem anschmiegsamen, immer engen Kontakt zum Menschen suchenden, ruhigen Familien- und Wohnungshund. Die andere dem temperamentvollen, fröhlichen, wetterfesten Sporthund.
Dieser Sporthund kann laut Rasselexikon schon mal einen Puff vertragen. Im freien Gelände, auf der Rennbahn oder beim Coursing streckt, dreht und wendet er sich wie ein geölter Blitz. Aus meiner Erfahrung überrascht viele Halter, wie vollständig ein Whippet zwischen diesen beiden Modi umschaltet. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Gebaut für Geschwindigkeit
Der Standard beschreibt eine ausgewogene Kombination von Muskelkraft und Stärke, mit Eleganz und Grazie der Umrisslinien. Für Geschwindigkeit und Leistung gebaut.

Ein Satz schränkt das ein. Ich halte ihn für den wichtigsten der ganzen Beschreibung: Jede Form der Übertreibung muss vermieden werden. Ein Whippet soll also nicht extrem dünn und nicht extrem muskulös sein.
Auf der Rennbahn zeigt sich, wofür dieser Körper gemacht ist. Whippets haben ein gutes Gruppenverhalten und sind dort ehrgeizige Kämpfer. Beides zusammen — verträglich und ehrgeizig — macht ihn für den Rennsport besonders geeignet.
Was ein Whippet im Alltag braucht
- Kurze, schnelle Läufe auf gesichertem Gelände.
- Nähe zu seinem Menschen — er will immer dabei sein.
- Weiche Liegeflächen, er hat kaum Fettpolster.
- Wärme bei Kälte, sein Haar ist kurz.
- Auslauf im Freien und Kontakt zu Artgenossen.
Zur Aufzucht: Welpen richtig füttern.
Ein Hund für die Wohnung
Beim Thema Wohnen wird der VDH ungewöhnlich praktisch. Der Whippet ist ein Hund, der immer dabei sein möchte. Seine mittlere Größe sichert ihm in einer modernen Kleinwohnung oder im Auto immer noch ein Plätzchen.
Dazu kommt seine Anhänglichkeit. Er ist sehr liebebedürftig und kommt unaufgefordert zu seinem Besitzer, unübersehbar ein Streicheln fordernd. Ich finde diese Formulierung treffend — ein Whippet wartet nicht darauf, beachtet zu werden. Wie du Nähe und Alleinbleiben in Balance bringst, steht in Sozialisierung von Welpen.

Beim Wesen ergänzt das Rasselexikon: Er ist intelligent, aufmerksam und will seinem Menschen alles recht machen. Das erleichtert die Erziehung erheblich. Grundlagen dazu in Erziehung des Hundes.
Sauber und geruchlos
Eine Angabe im Rasselexikon wird in Rasseprofilen selten so deutlich gemacht. Whippets sind sehr saubere Hunde und riechen nicht.
Durch sein kurzes Haar ist der Whippet außerdem sehr pflegeleicht. Ein Noppenhandschuh oder ein Wildlederlappen genügen, um abgestorbenes Haar zu entfernen. Meine langjährige Erfahrung mit kurzhaarigen Windhunden bestätigt beides. Mehr zur Pflege in Fellpflege beim Hund.
Der VDH nennt ihn im ursprünglichen Sinne einen anspruchslosen Hund, den man aber auch sehr verwöhnen kann. Bei den Farben gibt es fast keine Einschränkung: jede Farbe oder Farbmischung ist zulässig, ausgenommen Merle.
Ein Name, der etwas anderes bedeutete
Sein Stammland ist England, 1891 wurde dort das Zuchtbuch für die Rasse eröffnet. Über die Entstehungsphase in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es laut VDH so gut wie keine Aufzeichnungen.
Der Grund ist eine damals andere Einteilung. Man unterschied nicht nach zwei verschiedenen Rassen, sondern sprach einfach von kleinen und großen Windhundschlägen.
Die Begriffe Whippet, Whippert und Whappert lassen sich schon im 16. Jahrhundert nachweisen. Damals bezeichneten sie allerdings nicht den kleinen glatthaarigen Windhund, sondern ganz allgemein kleine kläffende Wachhunde. Mir zeigt das, wie vorsichtig man mit alten Namensbelegen umgehen sollte.
Haltung in Deutschland
Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Bei einem so anhänglichen Hund erfüllt sich der mittlere Punkt fast von selbst.
Zwei praktische Punkte kommen in Deutschland dazu. Ein Hund mit kurzem Haar und wenig Fettpolster friert im Winter — ein Mantel gehört zur Ausrüstung. Und er braucht weiche Liegeflächen, weil die Knochen kaum gepolstert sind.
Beim Sprint aus dem Stand belasten Windhunde Muskulatur und Gelenke stark. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

So sieht der Whippet aus
Bei den Farben lässt der FCI-Standard Nr. 162 fast alles zu. Erlaubt ist jede Farbe oder Farbmischung. Eine einzige Ausnahme steht dort: Merle ist ausgeschlossen.
Das Haar beschreibt der Standard in drei Wörtern. Fein, kurz, anliegend. Mehr Fell hat ein Whippet nicht. Wer mit ihm im Januar rausgeht, merkt das nach wenigen Minuten.
Der Kopf ist lang und trocken. Der Oberkopf verläuft flach und verjüngt sich zum Fang hin. Zwischen den Augen bleibt er ziemlich breit. Der Stopp fällt leicht aus. Die Augen sind oval und strahlend, der Ausdruck sehr aufmerksam.
Die Ohren nennt der Standard rosenförmig, klein und feinledrig. Beim Nasenschwamm gibt es Ausnahmen nach Farbe. Blaue Hunde dürfen eine bläuliche Nase tragen. Cremefarbene und andere verdünnte Farbschläge dürfen leberfarben sein. Bei weißen Hunden oder Schecken erlaubt der Standard sogar eine Schmetterlingsnase, also eine gefleckte.
Die obere Linie zeigt einen anmutigen Bogen über der Lende. Bucklig darf sie nicht wirken. Der Bauch ist deutlich aufgezogen, die Brust sehr tief. Die Rute bleibt lang und unbefiedert. In der Bewegung biegt sie sich fein nach oben. Über den Rücken erhoben gehört sie nicht.
Größe und Gewicht
Für Rüden nennt Standard Nr. 162 eine ideale Schulterhöhe von 47 bis 51 Zentimetern. Hündinnen liegen bei 44 bis 47. Eine Toleranz nach oben oder unten führt der Text nicht auf.
Ein Gewicht steht nirgends im Standard. Das ist kein Rechercheloch, sondern der Befund. Jede Kilozahl aus dem Netz stammt von einem Anbieter und nicht aus dem Regelwerk. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein.
Gemessen wird am Widerrist. Das ist der höchste Punkt zwischen Hals und Schulterblättern. Aus meiner Erfahrung schätzen Halter ihren Whippet zu groß ein, weil sie bis zum Kopf messen.
Angaben nach dem FCI-Standard Nr. 162, gültiger offizieller Standard vom 04.09.2019.
Die Zeile zur Verwendung ist die interessanteste. Dort steht neben der Sicht auch die Fährte. Ein Whippet arbeitet also nicht ausschließlich mit den Augen. Für die Beschäftigung heißt das: Suchspiele passen besser zu ihm, als sein Ruf vermuten lässt.
Whippet oder Greyhound?
Beide stammen aus Großbritannien. Beide stehen in Gruppe 10, Sektion 3. Getrennt werden sie über die Größe. Standard Nr. 158 nennt für den Greyhound 71 bis 76 Zentimeter bei Rüden. Der Whippet bleibt mit 47 bis 51 rund 25 Zentimeter darunter.
Auch bei den Farben gehen die beiden Standards auseinander. Für den Greyhound sind sieben Farben aufgezählt, jede davon auch mit Weiß. Beim Whippet ist jede Farbe erlaubt, nur Merle nicht. Ein dritter Punkt trennt sie im Alltag: Der Greyhound gilt im Standard als Rennhund, der Whippet als Jäger auf Fährte oder Sicht.
Wesen im Alltag
Zum Wesen wird der Standard knapp. Wörtlich heißt es dort: Ein idealer Begleiter. In hohem Maße anpassungsfähig in häuslicher und sportlicher Umgebung. Freundlich, anhänglich, ausgeglichen.
Diese vier Zeilen beschreiben das Zuchtziel. Sie beschreiben nicht den einzelnen Hund vor dir. Ein Whippet aus schlechter Aufzucht kann unsicher sein, obwohl im Standard ausgeglichen steht.
Praktisch bedeutet Anpassungsfähigkeit dreierlei. Besuch begrüßt ein Whippet meist freundlich statt misstrauisch. Kinder verträgt er gut, solange sie ihn im Schlaf in Ruhe lassen. Der Wechsel zwischen Sofa und Rennbahn gelingt ihm ohne lange Umgewöhnung.
Beim Rückruf endet die Anpassungsfähigkeit. Als Ursprung nennt Standard Nr. 162 die Jagd auf Fährte oder Sicht. Sobald etwas Kleines wegläuft, arbeitet dieser Instinkt gegen jedes Signal. Ich plane deshalb gesichertes Gelände ein, statt auf Gehorsam zu setzen.
Zum Alleinbleiben passt der Befund weniger gut. Ein Hund, den der Standard anhänglich nennt, hängt tatsächlich an seinen Leuten. Acht Stunden allein sind für ihn nichts.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung führt der Rassestandard nicht auf. Dafür listet er die Fehler, die einen Hund von der Zucht ausschließen. Diese Liste sagt mehr über die Rasse aus als jede Zahl aus zweiter Hand.
Zwei Punkte stehen dort. Aggressive Hunde sind disqualifiziert, übermäßig ängstliche ebenso. Dazu kommen Tiere mit deutlichen körperlichen Auffälligkeiten oder mit Störungen im Verhalten. Der Standard endet mit einem klaren Satz: Zur Zucht gehören ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde.
Ein zweiter Satz zieht die Grenze schon beim Bau. Jede Form der Übertreibung muss vermieden werden. Ein extrem dünner Whippet ist damit ebenso wenig rassetypisch wie ein extrem muskulöser.
In dieselbe Richtung zielt § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist die Zucht, wenn den Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden drohen. Wer bei einem Windhund Extreme sucht, arbeitet gegen beide Regelwerke.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Whippets sind in Deutschland gut vertreten. Trotzdem landet man bei der Suche schnell bei Anzeigen ohne Verein dahinter. Ich rate zum Weg über einen Zuchtverein im VDH. Dort gehören Ahnentafel, Wurfabnahme und die Zuchtzulassung beider Elterntiere zum Verfahren.
Beim Besuch schaue ich zuerst auf das Muttertier. Sie soll beim Wurf sein und sich anfassen lassen. Die Welpen bleiben mindestens acht Wochen bei ihr. Wer früher abgibt, spart sich Arbeit auf Kosten des Hundes.
Am Abgabetag liegen Impfpass, Entwurmungsnachweis und Mikrochipnummer vor. Ich lasse mir außerdem zeigen, wo die Welpen aufwachsen. Ein Wurf mitten im Haushalt bringt mehr Alltagsreize mit als ein sauberer Zwinger im Garten.
Eine Frage ist beim Whippet speziell. Lass dir die Farben beider Elterntiere zeigen und frag nach Merle im Stammbaum. Diese Zeichnung schließt der Standard aus. Preise nenne ich bewusst nicht, entscheidend ist der Eindruck vor Ort. Eine Checkliste dafür steht in Alles über den Hundekauf.
Passt der Whippet zu dir?
Er passt zu Menschen, die Nähe mögen. Ein Whippet sucht Körperkontakt und liegt am liebsten neben seinem Menschen. Eine Wohnung reicht ihm völlig, solange er täglich raus kommt.
Für den ersten eigenen Hund ist er brauchbar. Der Standard nennt ihn anpassungsfähig, das Rasselexikon intelligent und lernwillig. Beides erleichtert den Einstieg. Nur beim Jagdverhalten hilft keine Erziehungserfahrung.
Mit Kindern klappt der Alltag, wenn die Ruhezeiten stehen. Ein Whippet schläft viel. Wird er dabei ständig gestört, wird er dünnhäutig. Andere Hunde verträgt er meist gut, sein Gruppenverhalten gilt beim VDH als Stärke.
Gegen ihn spricht ein Alltag ohne sichere Auslauffläche. Wer nur an der Leine durch die Stadt läuft, lastet diesen Hund nicht aus. Auch lange Kälte im Freien wird schwierig. Kurzes Haar und wenig Fettpolster sind für einen deutschen Winter keine gute Ausstattung.
Fazit: Rüden erreichen 47 bis 51 Zentimeter, Hündinnen 44 bis 47, ein Gewicht nennt der VDH nicht. Der Whippet vereint zwei Seelen — den ruhigen, anschmiegsamen Wohnungshund und den temperamentvollen Sporthund, der auf der Rennbahn ehrgeizig kämpft. Er gilt als sehr sauber und geruchlos, seine Pflege beschränkt sich auf einen Noppenhandschuh. Jede Farbe ist erlaubt, außer Merle. Sein Zuchtbuch wurde 1891 in England eröffnet.
Häufige Fragen zum Whippet
Wie groß wird ein Whippet?
Rüden 47 bis 51 cm, Hündinnen 44 bis 47 cm.
Wie schwer wird er?
Ein Gewicht führt der VDH nicht auf.
Wie ist sein Wesen?
Zwei Seelen: ruhiger Wohnungshund und temperamentvoller Sporthund.
Passt er in eine Wohnung?
Ja. Seine mittlere Größe sichert ihm auch in einer Kleinwohnung ein Plätzchen.
Ist er anhänglich?
Sehr. Er kommt unaufgefordert und fordert unübersehbar ein Streicheln.
Riecht er streng?
Nein. Der VDH nennt Whippets sehr sauber, sie riechen nicht.
Wie aufwendig ist die Pflege?
Sehr gering. Ein Noppenhandschuh oder Wildlederlappen genügt.
Wie verträgt er sich mit anderen Hunden?
Gut. Whippets haben ein gutes Gruppenverhalten.
Welcher Sport passt?
Rennbahn und Coursing. Dort ist er ein ehrgeiziger Kämpfer.
Welche Farben sind erlaubt?
Jede Farbe oder Farbmischung, außer Merle.
Woher stammt er?
Aus England. 1891 wurde dort das Zuchtbuch eröffnet.
Wie alt ist der Name?
Belegt seit dem 16. Jahrhundert — damals aber für kleine kläffende Wachhunde.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 162 – Whippet (PDF, deutsche Fassung)
- VDH Rasselexikon – Whippet
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Tierschutzgesetz § 11b – Verbot des Züchtens mit Qualzuchtmerkmalen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
