Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 80–90 cm, Hündinnen 72–84 cm.
- Hohe Reizschwelle als ausdrückliches Wesensmerkmal.
- Druck und Zwang führen laut VDH nicht zum Ziel.
- Drei Farbvarietäten, darunter die Tigerdogge.
Ich halte bei einem Hund von 90 Zentimetern ein Wesensmerkmal für wichtiger als alle anderen. Der VDH nennt es beiläufig am Ende eines Absatzes.
Die kurze Antwort
Ein Riese von 72 bis 90 Zentimetern, freundlich und anhänglich, mit ausdrücklich hoher Reizschwelle.
Der entscheidende Punkt
Erziehung über Ruhe und Konsequenz — Druck erreicht bei dieser Rasse nichts.
Die hohe Reizschwelle
Der VDH zählt zunächst die üblichen Eigenschaften auf: ein freundliches, liebevolles Wesen, große Anhänglichkeit gegenüber ihren Menschen, eine gewisse Zurückhaltung gegenüber unbekannten Personen.

Dann kommt hinzu: Sie ist selbstsicher, sie schreckt nicht zurück, sie lässt sich leicht führen. Am Ende steht die Einordnung: Allesamt beste Voraussetzungen für einen unkomplizierten Familien- und Begleithund, der sich zudem durch eine hohe Reizschwelle auszeichnet.
Aus meiner Erfahrung ist genau das der Punkt, den Interessenten unterschätzen. Ein Hund dieser Größe, der schnell reagiert, wäre im Alltag kaum zu führen. Die hohe Reizschwelle macht die Dogge alltagstauglich. Wie du sie von klein auf stabilisierst, steht in Sozialisierung von Welpen.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Erziehung: Ruhe schlägt Druck
Beim Thema Erziehung wird das Rasselexikon ungewöhnlich deutlich. Bei der Erziehung des XXL-Hundes sei Fingerspitzengefühl gefragt.
Der nächste Satz lässt keinen Spielraum: Mit Druck und Zwang erreicht man bei einer Deutschen Dogge sicherlich nicht das erwünschte Ziel.

Was stattdessen hilft, benennt der VDH konkret — Ruhe, liebevolle Konsequenz und die Gabe, Erziehungsziele zum gemeinsamen Projekt zu machen. Meine langjährige Erfahrung mit großen Rassen deckt sich damit. Mehr dazu in Erziehung des Hundes.
Was eine Dogge im Alltag braucht
- Engen Kontakt zur Bezugsperson — sie ist sehr sensibel.
- Kurze Trennungen statt langer Alleinzeit.
- Ruhige Führung ohne Härte.
- Regelmäßige Kontrolle von Augen und Ohren.
- Kontakt zu Artgenossen, wie es § 2 TierSchHuV verlangt.
Zur Aufzucht: Welpen richtig füttern.
Bindung und Sensibilität
Der enge Kontakt zur Bezugsperson ist laut VDH sehr wichtig für die Deutsche Dogge. Sie sei ein sensibler Begleiter, der überaus einfühlsam auf die Stimmungen seines Menschen reagiert.
Daraus folgt eine praktische Einschränkung. Trennungen versetzen den anhänglichen Hunderiesen in eine eher betrübte Laune.
Ich rate deshalb ab, wenn jemand acht Stunden außer Haus ist. Das ist keine Frage der Erziehung, sondern der Veranlagung.
Körperbau und Farben

Größe, Kraft, Stolz und Eleganz vereine die Deutsche Dogge, schreibt der VDH. Dazu komme ein harmonisch proportionierter Körperbau. Rüden wirken geradezu quadratisch, Hündinnen dürfen insgesamt etwas länger sein.
Die Rute ist hoch und breit angesetzt und reicht bis zu den Sprunggelenken. Im Ruhezustand hängt sie mit natürlichem Schwung herab, bei Erregung wird sie leicht säbelartig getragen. Das Gangwerk beschreibt der Standard als harmonisch, geschmeidig, raumgreifend und leicht federnd.
Bei den Farben gibt es drei Varietäten. Die erste ist Gelb und Gestromt. Zur zweiten gehören die gefleckten Doggen — schwarz-weiß oder schwarz-grau, im Volksmund Tigerdoggen — zusammen mit den rein schwarzen. Die dritte ist Blau. Das sehr kurze, dichte Haarkleid liegt glatt an und hat einen schönen Glanz.
Deutsche Dogge oder Great Dane
Doggenartige Hunde sind seit langer Zeit bekannt. Die Entwicklung führt von den Jagd- und Kampfhunden der Assyrer über die Hatzrüden des Mittelalters bis zu den Doggen, die Mitte des 19. Jahrhunderts gezielt in Deutschland gezüchtet wurden.
Schwarz-weiß gefleckte Doggen entstanden in Baden-Württemberg, wo die zweifarbigen Riesen als Ulmer Dogge bekannt wurden. In Norddeutschland standen blaue und gelbe Doggen hoch in der Gunst der Züchter und hießen mitunter Dänische Doggen.
Daraus wurde ein langer Streit. Dänemark beantragte wiederholt bei der FCI, als Herkunftsland anerkannt zu werden — vergeblich. Seit 1880 ist die Bezeichnung Deutsche Dogge offiziell festgelegt. Im angelsächsischen Raum und in Frankreich hält sich dennoch der Name Great Dane, den der Naturalist Buffon im 18. Jahrhundert wählte.
Haltung, Pflege und Gesundheit
Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Die Fellpflege nennt der VDH einfach. Augen und Ohren bedürfen jedoch regelmäßiger Kontrolle. Mehr dazu in Fellpflege beim Hund.
Bei einer Riesenrasse achte ich vom ersten Tag an auf die Gelenke. Das Wachstum verläuft schnell, das Körpergewicht steigt früh. Treppen und glatte Böden summieren sich über Jahre. Was dabei passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

Größe und Gewicht
Beim Maß formuliert der FCI-Standard Nr. 235 anders, als es die meisten Steckbriefe wiedergeben. Er nennt keine Spanne. Er nennt eine Mindestgröße.
Für Rüden steht dort wörtlich: „Mindestgröße 80 cm, 90 cm sollten nicht überschritten werden." Für Hündinnen: „Mindestgröße 72 cm, 84 cm sollten nicht überschritten werden."
Der Unterschied ist keine Wortklauberei. Unter Mindestgröße führt der Standard als disqualifizierenden Fehler auf. Über der oberen Zahl steht kein Ausschluss, sondern eine Empfehlung. Eine Dogge mit 92 Zentimetern bleibt eine Dogge.
FCI-Standard Nr. 235, deutsche Fassung vom 02.10.2024, gültiger Standard vom 21.08.2024.
Ein Gewicht taucht im ganzen Text nirgends auf. Bei einer Riesenrasse ist diese Lücke unbequem, weil hier jedes Kilo auf die Gelenke geht. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder in der Tierarztpraxis.
Eine Zahl ersetzt ohnehin den Blick nicht. Unter leichtem Druck müssen die Rippen fühlbar bleiben, von oben muss die Taille zu sehen sein. Bei einem wachsenden Junghund zählt zusätzlich das Tempo der Zunahme.
Zur Statur sagt der Standard noch einen Satz, der oft untergeht. Die Dogge soll nicht grobschlächtig wirken. Sie soll aber auch nicht zu elegant sein. Genau zwischen diesen beiden Fehlern liegt das Zuchtziel.
Wesen im Alltag
Den Charakter fasst der Standard in drei Sätzen. Der erste lautet: „Freundlich, liebevoll und anhänglich gegenüber ihren Besitzern, Fremden gegenüber darf sie zurückhaltend sein."
Der zweite ist eine Forderung, kein Befund. Verlangt wird ein selbstsicherer, unerschrockener, leichtführiger, gelehriger Begleit- und Familienhund mit einer hohen Reizschwelle.
Der dritte Satz steht für sich allein. „Sozialverträgliches Verhalten ist von größter Bedeutung." Bei 80 Zentimetern Schulterhöhe ist das keine Höflichkeitsformel.
Für Besuch heißt Zurückhaltung übrigens nicht Abwehr. Sie sieht sich Fremde erst an, bevor sie sich entscheidet. Wer sie in dieser Sekunde bedrängt, macht aus Zurückhaltung Unsicherheit.
Beim Rückruf hilft die Leichtführigkeit. Beim Alleinbleiben hilft sie nicht. Und ein Hund dieser Größe wirft im Vorbeigehen ein Kleinkind um, ohne es überhaupt zu merken.
Ein Standard beschreibt allerdings das Zuchtziel, nicht den einzelnen Hund. Eine schlecht sozialisierte Dogge erfüllt keinen dieser drei Sätze.
Gesundheit: was der Standard von der Zucht ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Für diese Rasse liegt mir auch sonst keine geprüfte Zahl vor. Also steht hier keine.
Was der Text liefert, ist eine ungewöhnlich lange Liste disqualifizierender Fehler. Bei einer Riesenrasse ist sie aufschlussreicher als jeder Steckbrief. Ich gehe die Punkte durch, die im Alltag zählen.
Beim Wesen stehen zwei Ausschlüsse. Angstbeißen gehört dazu, eine niedrige Reizschwelle ebenfalls. Aggressive Hunde schließt der Standard aus, übermäßig ängstliche genauso.
Am Auge nennt er Ektropium, Entropium und Makroblepharon. Das heißt: nach außen gerolltes Lid, nach innen gerolltes Lid, zu große Lidspalte. Alle drei reizen die Hornhaut dauerhaft.
Blinde oder taube Doggen sind ebenfalls ausgeschlossen. Dasselbe gilt für Hunde unter Mindestgröße. Bei den gefleckten Doggen trifft es weiße Hunde ohne jedes Schwarz, die der Standard Albinos nennt.
Ausgeschlossen ist auch die sogenannte Porzellandogge. Sie zeigt auf weißem Grund vorwiegend blaue, gelbe gestromte oder graue Flecken. Wer so einen Welpen als seltene Farbe angeboten bekommt, sieht keine Besonderheit.
Dahinter steht § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist eine Zucht, wenn erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind. Entscheidend ist die Folge: Schmerzen, Leiden oder Schäden bei den Nachkommen.
Bei einer Rasse, die über Größe definiert ist, wiegt dieser Paragraf schwer. Wer Doggen jenseits der 90 Zentimeter als Zuchtziel bewirbt, arbeitet gegen den Standard. Am Ende bündelt ein Satz alles: Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Frag als Erstes nach dem Zuchtverband. Den Standard betreut seit 1888 der Deutsche Doggen Club. Ein Wurf mit Papieren steht unter Zuchtaufsicht, ein Wurf ohne Papiere unter keiner.
Dann fahr hin und sieh dir das Muttertier an. Wie sie auf einen Fremden im Haus reagiert, zeigt dir die Reizschwelle in der Praxis. Bei dieser Größe ist das die wichtigste Beobachtung des ganzen Besuchs.
Lass dir Befunde zeigen, statt sie dir erzählen zu lassen. Herz, Augen und Gelenke der Elterntiere gehören dokumentiert, schriftlich und mit Datum.
Sieh dir außerdem den Boden an, auf dem die Welpen laufen. Für schwere Junghunde sind glatte Fliesen ungeeignet. Wer das nicht abgestellt hat, hat den Rest vermutlich auch nicht bedacht.
Erst im Alter von über acht Wochen darf ein Welpe vom Muttertier getrennt werden. § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung sagt das ausdrücklich. Ahnentafel, Impfpass, Wurmkur mit Datum, Chipnummer und Kaufvertrag gehören auf den Tisch.
Preise nenne ich hier nicht. Sie sagen nichts über die Zuchtlinie aus. Teuer und ungeprüft gibt es genauso wie günstig und ungeprüft.
Passt die Deutsche Dogge zu dir?
Sie passt zu Menschen, die Ruhe ausstrahlen können. Wer laut wird, sobald etwas nicht klappt, wird dieser Rasse nicht gerecht.
Der Platz im Wohnzimmer ist dabei zweitrangig. Es zählt der Platz im Auto, im Treppenhaus und beim Tierarzt. In jeden Kombi passt eine Dogge nicht.
Rechne die laufenden Kosten ehrlich durch. Futter, Medikamente und Narkosen richten sich nach dem Körpergewicht. Bei einem Hund dieser Größe steht dort ein anderer Betrag als bei einem Beagle.
Mit Kindern geht es oft erstaunlich gut, weil die hohe Reizschwelle vieles abfedert. Aufsicht ersetzt sie trotzdem nicht. Ein Rutenschlag auf Augenhöhe tut weh, auch ohne jede Absicht.
Sie passt nicht zu jemandem, der acht Stunden am Tag außer Haus ist. Wer einen Hund zum Beeindrucken sucht, liegt ebenfalls falsch. In einen Haushalt, in dem täglich laut gestritten wird, gehört sie am allerwenigsten.
Fazit: Die Deutsche Dogge misst als Rüde 80 bis 90 Zentimeter, als Hündin 72 bis 84. Ein Gewicht nennt der VDH nicht. Ihr Wesen gilt als freundlich, liebevoll und sehr anhänglich, mit Zurückhaltung gegenüber Fremden und ausdrücklich hoher Reizschwelle. Erziehen lässt sie sich über Ruhe und liebevolle Konsequenz, nicht über Druck. Es gibt drei Farbvarietäten. Die Bezeichnung Deutsche Dogge steht seit 1880 fest.
Häufige Fragen zur Deutschen Dogge
Wie groß wird eine Deutsche Dogge?
Standard Nr. 235 nennt Mindestgrößen: 80 cm bei Rüden, 72 cm bei Hündinnen. 90 beziehungsweise 84 cm sollten nicht überschritten werden.
Wie schwer wird sie?
Ein Gewicht führt weder das VDH-Rasselexikon noch der FCI-Standard Nr. 235 auf.
Wie ist ihr Wesen?
Freundlich, liebevoll, sehr anhänglich und mit hoher Reizschwelle.
Wie reagiert sie auf Fremde?
Mit einer gewissen Zurückhaltung gegenüber unbekannten Personen.
Wie erzieht man sie?
Mit Ruhe und liebevoller Konsequenz. Druck und Zwang führen nicht zum Ziel.
Kann sie allein bleiben?
Schlecht. Trennungen versetzen sie in eine betrübte Laune.
Welche Farben gibt es?
Drei Varietäten: erstens Gelb und Gestromt, zweitens Gefleckt und Schwarz, drittens Blau.
Was ist eine Tigerdogge?
Die gefleckte Farbvarietät, früher auch Ulmer Dogge genannt.
Wie aufwendig ist die Pflege?
Das kurze Fell ist einfach. Augen und Ohren brauchen regelmäßige Kontrolle.
Warum heißt sie im Englischen Great Dane?
Der Name stammt von Buffon. Dänemark wurde von der FCI nie als Ursprungsland anerkannt.
Seit wann heißt sie offiziell Deutsche Dogge?
Seit 1880.
Zu welcher FCI-Gruppe gehört sie?
Zu den Pinschern und Schnauzern, Sektion molossoide, doggenartige Hunde.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Deutsche Dogge
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- FCI-Rassestandard Nr. 235 – Deutsche Dogge, deutsche Fassung (PDF)
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
