Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 8 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Der FCI-Standard verlangt beim Labrador Deckhaar plus Unterwolle.
- Zwei Schichten bedeuten zwangsläufig mehr Haare im Haushalt.
- Bürsten holt die losen Haare heraus, Scheren schadet.
- Plötzlich viel mehr Haare können ein medizinisches Zeichen sein.
Dass ein Labrador haart, ist keine Schwäche der Rasse. Es steht so in ihrem Rassestandard, ziemlich wörtlich sogar.
Trotzdem lesen sich viele Ratgeber, als ließe sich das abstellen. Ich habe die kursierenden Erklärungen nachgeprüft. Einige davon halten keiner Nachfrage stand.
Die kurze Antwort
Der Labrador trägt ein doppeltes Haarkleid. Kurzes hartes Deckhaar liegt über einer dichten Unterwolle. Beide Schichten erneuern sich, deshalb liegen Haare herum.
Wann du hinschauen solltest
Normales Haaren macht keine kahlen Stellen. Entstehen sie, kommen Juckreiz, Schuppen oder Trägheit dazu, gehört der Hund in die Praxis.
Was im Rassestandard über das Fell steht
Kurz, dicht, nicht wellig und ohne Befederung: So beschreibt der FCI-Standard Nr. 122 das Haar des Labradors. Es fühlt sich ziemlich hart an.
Darunter sitzt eine wetterbeständige Unterwolle. Genau dieser Satz erklärt den Rest.
Denn Unterwolle ist weich, fein und wächst dicht. Sie fällt beim Wechsel in Büscheln aus, nicht Haar für Haar.
Selbst die Rute trägt laut Standard rundherum kurzes, dickes, dichtes Fell. Auch dort kommt Haar herunter.
Zur Herkunft schreibt derselbe Standard, der Labrador sei ein vorzüglicher Wasserhund mit wasserabweisendem Haar. Das Fell hat also eine Aufgabe.
Aus meiner Erfahrung heraus hilft dieser Blick am meisten. Wer weiß, wofür das Fell gebaut ist, hört auf, dagegen anzukämpfen — mehr zur Rasse steht in Labrador Retriever.

Warum zwei Schichten mehr Arbeit bedeuten
Ein Hund mit einfachem Haarkleid verliert Haare gleichmäßig. Bei doppeltem Haar kommen zwei Erneuerungen zusammen.
Das Deckhaar schützt gegen Nässe und Schmutz. Die Unterwolle isoliert gegen Kälte und Hitze.
Beide wachsen nicht im selben Takt. Deshalb wirkt ein Labrador manchmal stumpf, obwohl mit ihm nichts ist.
Zweimal im Jahr fällt besonders viel an, im Frühjahr und im Herbst. Eine belastbare Wochenzahl dafür steht in keiner meiner Quellen. Also erfinde ich keine.
Dazwischen haart er weiter, nur weniger auffällig. Wer im Juli denkt, jetzt sei Ruhe, findet trotzdem Haare am Hosenbein.
Was gegen die Haare wirklich hilft
Die kürzeste Antwort ist unspektakulär. Bürsten, regelmäßig, mit dem richtigen Werkzeug.
- Im Fellwechsel täglich fünf Minuten statt einmal die Woche eine halbe Stunde.
- Ein Unterwollstriegel holt die feine Schicht heraus, eine weiche Bürste nur das Deckhaar.
- Draußen bürsten spart dir das Aufsammeln.
- Nach dem Schwimmen erst trocknen lassen, dann bürsten.
- Baden nur, wenn er wirklich schmutzig ist.
Meine langjährige Erfahrung mit Doppelhaar-Hunden sagt mir: Fünf Minuten täglich schlagen jede Wundermethode. Welche Bürste zu welchem Fell passt, steht in Fellpflege beim Hund.
Für den Rest gibt es keine Zauberei, sondern Routine. Die Haare, die trotzdem liegen bleiben, bekommst du mit den Griffen aus Hund haart in den Griff.

Mein Tipp: Bürste immer an derselben Stelle im Tagesablauf, etwa nach der Abendrunde. Ein fester Platz im Ablauf hält länger durch als ein guter Vorsatz.
Fünf Sätze, die ich aus diesem Beitrag gestrichen habe
- „Die Talgdrüsen des Labradors produzieren mehr Sekret als bei anderen Rassen." Dafür gibt es keine Quelle.
- „Schwimmen führt zu verstärktem Haarausfall." Ebenfalls unbelegt.
- „Langeweile kann übermäßiges Haaren auslösen." Steht in keiner Fachquelle.
- „Shampoos, die speziell für Labradore entwickelt wurden." Diese Kategorie existiert nicht.
- „Ein Ergänzungsmittel reduziert den Haarverlust im Fellwechsel." So etwas darf ich nicht versprechen.
Wann verstärktes Haaren ein Befund ist
Normales Haaren hinterlässt keine kahlen Stellen. Das Fell wird dünner, es verschwindet nicht.
Anders sieht es bei einer Schilddrüsenunterfunktion aus. Das MSD Veterinary Manual nennt Trockenheit, vermehrtes Haaren und verzögertes Nachwachsen als frühe Hautzeichen.
Später kommen dünne oder kahle Stellen dazu, meist auf beiden Körperseiten gleich. Bauch, Flanken, Rückseite der Oberschenkel, Rutenoberseite, Hals und Nasenrücken sind typisch.
Etwa zwei von drei betroffenen Hunden zeigen dieses Muster. Juckreiz gehört dabei ausdrücklich nicht dazu.
Auffällig sind auch die Zeichen daneben: Trägheit, schnelle Erschöpfung, Zunahme ohne mehr Appetit. Manche Hunde suchen ständig warme Plätze.
Der Verdacht lässt sich mit einer Blutprobe klären. Wie das abläuft, steht in Schilddrüsenunterfunktion beim Hund.
Parasiten und Allergien sehen anders aus
Milben machen kein gleichmäßiges Haaren. ESCCAP Deutschland beschreibt bei Haarbalgmilben trockene schuppige, teils haarlose Stellen an Schnauze, Augenlidern, Stirn und Ohren.
Grabmilben lösen die Räude aus. Sie ist hochansteckend und führt zu heftigem Juckreiz mit krustigen Belägen.
Pelzmilben leben im Fell und sind bis zu einem halben Millimeter groß. Als weißliche Pünktchen sind sie mit bloßem Auge zu erkennen, dazu kommen Schuppen und Juckreiz.
Allergien wiederum beginnen fast immer mit Kratzen. Der Haarverlust kommt danach, weil der Hund sich das Fell selbst herausarbeitet — die Arten unterscheidet Milben beim Hund.

Einordnung nach den Beschreibungen von ESCCAP Deutschland und dem MSD Veterinary Manual, abgerufen am 27.08.2026.
Fütterung: was ehrlich dazu zu sagen ist
Ein Fell wächst aus dem, was der Hund frisst. Ein Alleinfutter deckt den Bedarf ab, wenn es vollständig zusammengesetzt ist.
Mehr Öl macht das Fell kurzfristig glänzender. Weniger Haare bedeutet das nicht.
Wer die Ration ergänzen möchte, findet mit inaktivierter Bierhefe, Apfeltrester und den B-Vitaminen den Lucky Pets Vitamin B-Komplex, eine Tablette am Tag je 10 kg Körpergewicht. Ein Ergänzungsfuttermittel bleibt eine Ergänzung.

Fazit: Ein Labrador haart, weil sein Standard zwei Haarschichten verlangt. Dagegen hilft die Bürste, nicht das Wundermittel. Ändert sich das Bild plötzlich, ist es kein Fellwechsel mehr.
Häufige Fragen zum Haaren beim Labrador
Warum haart ein Labrador so viel?
Weil er zwei Haarschichten trägt. Der FCI-Standard verlangt kurzes dichtes Deckhaar über einer wetterbeständigen Unterwolle.
Wann haart ein Labrador am stärksten?
Im Frühjahr und im Herbst. Dazwischen fallen das ganze Jahr über Haare an, nur weniger.
Labrador haart: Wie oft soll ich bürsten?
Im Fellwechsel täglich, sonst zwei- bis dreimal die Woche. Wichtiger als die Bürste ist die Regelmäßigkeit.
Darf ich meinen Labrador scheren?
Nein. Sein Haar ist laut Standard kurz und dicht, es schützt gegen Wetter. Scheren nimmt diesen Schutz.
Hilft häufiges Baden gegen die Haare?
Nein. Zu häufiges Baden greift den Fettfilm der Haut an. Bürsten holt mehr lose Haare heraus.
Haaren schwarze Labradore weniger als gelbe?
Der Standard beschreibt für alle drei Farbschläge dasselbe Haarkleid. Helle Haare fallen auf dunklen Böden nur mehr auf.
Haart ein Labrador nach dem Schwimmen mehr?
Dafür gibt es keine Quelle. Der Standard nennt ihn ausdrücklich einen Wasserhund mit wasserabweisendem Haar.
Ab wann ist Haarausfall ein Fall für die Praxis?
Wenn kahle Stellen entstehen, die Haut sich verändert oder dein Hund dazu juckt, matt wirkt oder zunimmt.
Welche Krankheit steckt am häufigsten dahinter?
Eine Schilddrüsenunterfunktion. Das MSD Veterinary Manual nennt vermehrtes Haaren als frühes Hautzeichen.
Können Milben Haarverlust auslösen?
Ja. ESCCAP beschreibt bei Haarbalgmilben trockene schuppige, teils haarlose Stellen an Schnauze, Lidern und Ohren.
Hilft ein Nahrungsergänzungsmittel gegen das Haaren?
Für so eine Wirkung gibt es keinen Beleg. Ein Ergänzungsfuttermittel ergänzt die Ration, mehr verspreche ich dir nicht.
Wie lange dauert ein Fellwechsel?
Eine belastbare Zahl dazu steht in keiner meiner Quellen. Bei meinen Hunden waren es je nach Wetter einige Wochen.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 122 – Labrador Retriever (deutsche Fassung)
- MSD Veterinary Manual – Hypothyroidism in Animals
- ESCCAP Deutschland – Milben beim Hund
Weiterlesen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Kahle Stellen, Krusten oder anhaltender Juckreiz gehören in die Praxis.
