Pexion für Hunde: Was Fachinfo und BVL sagen

Pexion für Hunde: Was Fachinfo und BVL sagen

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Zugelassen bei Geräuschphobie und bei idiopathischer Epilepsie.
  • Gegeben wird zweimal täglich im Abstand von etwa zwölf Stunden.
  • Sehr häufig: Ataxie, Erbrechen, mehr Appetit, Schläfrigkeit.
  • Ein Drittel der weltweiten Meldungen betraf mangelnde Wirksamkeit.

Bei Epilepsie zählt jede Information. Diese hier stammt aus der Fachinformation und aus einer Meldung des Bundesamts — nicht aus Erfahrungsberichten.

Die kurze Antwort

Ein Mittel mit zwei zugelassenen Einsatzgebieten: Geräuschangst und idiopathische Epilepsie. Gegeben wird zweimal täglich.

🔴 Der entscheidende Punkt

Bei symptomatischer Epilepsie ist es nicht zugelassen. Genau dort kam es laut BVL zu Meldungen über mangelnde Wirkung.

Die zwei Anwendungsgebiete

Die Fachinformation nennt beide Einsatzbereiche. Zum einen die Vorbeugung und Minderung von Angst und Furcht bei Hunden mit Geräuschphobie. Zum anderen die Reduktion der Häufigkeit generalisierter Anfälle bei idiopathischer Epilepsie.

Frau gibt ihrem wachen Hund in der Küche eine Tablette
Zweimal täglich im Abstand von etwa zwölf Stunden.

Der Unterschied zwischen beiden Epilepsieformen ist wichtig. Idiopathisch heißt: Man findet keine andere Ursache. Symptomatisch heißt: Eine Grunderkrankung löst die Anfälle aus. Dafür ist das Mittel nicht zugelassen.

Anwendung Angabe der Fachinformation
AnwendungGeräuschphobie Angabe der Fachinformation30 mg/kg zweimal täglich, Beginn zwei Tage vor dem Ereignis
Anwendungidiopathische Epilepsie Angabe der Fachinformation10 bis 30 mg/kg zweimal täglich, Anfangsdosis 10 mg/kg
AnwendungAbstand der Gaben Angabe der Fachinformationetwa zwölf Stunden
AnwendungBeurteilung der Wirkung Angabe der Fachinformationfrühestens nach einer Woche
AnwendungTherapiewechsel Angabe der Fachinformationschrittweise, nur unter tierärztlicher Aufsicht

Nach der Fachinformation, geprüft am 23.08.2026.

Nicht angewendet wird das Mittel bei schweren Leberfunktionsstörungen, deutlicher Niereninsuffizienz oder schweren Herzkreislaufstörungen. Wie sich eine Herzerkrankung bemerkbar macht, steht in Herzerkrankung beim Hund.

🔴 Was an Nebenwirkungen dokumentiert ist

Die Fachinformation listet die beobachteten Wirkungen in der Reihenfolge abnehmender Häufigkeit. Sehr häufig sind Ataxie, Erbrechen, gesteigerter Appetit und Schläfrigkeit.

Frau notiert zuhause etwas, ihr wacher Hund liegt daneben
Ein Anfallskalender ist das wertvollste Dokument beim nächsten Termin.

Häufig treten Hyperaktivität, Apathie, vermehrtes Trinken, Durchfall, Desorientierung, Fressunlust, vermehrter Speichelfluss und häufiger Harnabsatz auf. Als Einzelfallberichte genannt werden ein Vorfall des dritten Augenlids und verminderte Sehkraft.

Ich halte diese Liste für wichtiger als jede Erfahrung aus dem Forum. Sie zeigt, was zu erwarten ist — und was nicht.

Zur Ataxie gibt es eine wichtige Einordnung. Sie tritt vor allem beim Start mit der hohen Dosis gegen Geräuschangst auf und klingt in der Regel innerhalb eines Tages spontan ab. Auch eine Reduktion der Dosis kann sie lindern.

Zwei Punkte, die Halter kennen sollten

  • Gelegentlich wurde über Aggression berichtet, also bei 1 bis 10 von 1.000 Tieren.
  • Das kann an der Behandlung liegen — oder an der Epilepsie selbst.
  • Nach einem Anfall kann ein Hund ohnehin aggressiver reagieren.
  • Leichte Anstiege von Kreatinin, Harnstoff und Cholesterin sind möglich.
  • 🔴 Diese Werte blieben im Allgemeinen im normalen Bereich und ohne klinische Folgen.

Wie du Verhaltensänderungen einordnest, zeigt Stress beim Hund erkennen.

Warum das BVL 2014 reagiert hat

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlichte 2014 eine Fachmeldung zu diesem Präparat. Der Kernsatz: Ein Drittel aller weltweit gemeldeten Nebenwirkungsfälle betrifft eine mangelnde Wirksamkeit.

Tierärztin untersucht einen wachen Hund
Ob das Mittel passt, hängt an der Diagnose — nicht am Symptom.

Gemeldet wurden unverändertes Anfallsgeschehen, eine erhöhte Anfallshäufigkeit und die Umwandlung zu Cluster-Anfällen unter der Therapie. Auffällig war dabei das Anwendungsmuster.

Häufig kam das Mittel zusätzlich zu Phenobarbital zum Einsatz. Oder bei symptomatischer Epilepsie. Beides deckt die Zulassung nicht ab. Das Amt empfahl deshalb: erst gründlich abwägen, ausreichend diagnostizieren und die Halter sorgfältig aufklären.

Aus meiner Erfahrung ist das für Halter die wichtigste Information überhaupt. Wenn ein Mittel nicht wirkt, liegt es nicht zwangsläufig am Mittel. Manchmal steckt eine andere Diagnose dahinter. Was Diagnostik kostet, ordnet Tierarztkosten beim Hund ein.

Was im Alltag zählt

Mein Rat für die ersten Wochen: alles aufschreiben, nichts aus dem Gedächtnis rekonstruieren.

Der Wirkstoff wirkt sofort. Wegen der kurzen Halbwertszeit stellt sich außerdem rasch ein gleichmäßiger Blutspiegel ein. Trotzdem soll mindestens eine Woche abgewartet werden, bevor über eine ausreichende Reduktion der Anfälle geurteilt wird.

Die Fachinformation ist an dieser Stelle ehrlich: Einige Hunde werden anfallsfrei. Bei anderen sinkt die Häufigkeit. Und manche sprechen gar nicht an.

Meine langjährige Erfahrung mit Anfallspatienten sagt: Ein Anfallskalender ist unbezahlbar. Datum, Uhrzeit, Dauer, Verhalten davor und danach — mehr braucht die Praxis nicht, um zu entscheiden. Wie du Ruhephasen daneben gestaltest, zeigt Hundebett.

Und ein letzter Punkt: Ein Wechsel zwischen unterschiedlichen antiepileptischen Therapien soll schrittweise und nur unter tierärztlicher Aufsicht erfolgen. Eigenmächtiges Absetzen ist bei dieser Erkrankung gefährlich. Wie du Notfallzeichen erkennst, steht in Hund atmet schnell.

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Fazit: Das Präparat mit dem Wirkstoff Imepitoin ist für zwei Bereiche zugelassen — Geräuschphobie sowie die Reduktion generalisierter Anfälle bei idiopathischer Epilepsie. Gegeben wird zweimal täglich im Abstand von etwa zwölf Stunden, bei Epilepsie mit einer empfohlenen Anfangsdosis von 10 mg pro Kilogramm. Sehr häufig treten Ataxie, Erbrechen, gesteigerter Appetit und Schläfrigkeit auf. Gelegentlich wurde über Aggression berichtet. Das BVL meldete 2014, dass ein Drittel aller weltweit gemeldeten Nebenwirkungsfälle eine mangelnde Wirksamkeit betraf. Oft war das Mittel dabei außerhalb dessen eingesetzt worden, wofür es zugelassen ist. Über eine ausreichende Wirkung wird frühestens nach einer Woche geurteilt.

Häufige Fragen zum Wirkstoff Imepitoin

🔴 Wofür ist Pexion zugelassen?

Für zwei Bereiche: gegen Angst und Furcht bei Geräuschphobie und zur Reduktion generalisierter Anfälle bei idiopathischer Epilepsie.

Wirkt es bei jeder Epilepsie?

Nein. Die Zulassung umfasst nur die idiopathische Form, nicht die symptomatische.

Wie wird bei Epilepsie dosiert?

Zweimal täglich im Abstand von etwa zwölf Stunden, die empfohlene Anfangsdosis liegt bei 10 mg pro Kilogramm.

Und bei Geräuschangst?

Dort liegt die Dosis höher. Begonnen wird zwei Tage vor dem erwarteten Ereignis.

🔴 Welche Nebenwirkungen sind sehr häufig?

Ataxie, Erbrechen, gesteigerter Appetit und Schläfrigkeit.

Was ist häufig?

Hyperaktivität, Apathie, vermehrtes Trinken, Durchfall, Desorientierung, Fressunlust, vermehrter Speichelfluss und häufiger Harnabsatz.

Geht die Ataxie wieder weg?

In der Regel klingt sie innerhalb eines Tages spontan ab. Eine Dosisreduktion kann ebenfalls lindern.

Kann es aggressiv machen?

Gelegentlich wurde über Aggression berichtet. Auch die Epilepsie selbst kann nach einem Anfall Aggression auslösen.

🔴 Wie schnell weiß ich, ob es hilft?

Mindestens eine Woche abwarten, bevor über eine ausreichende Reduktion der Anfälle geurteilt wird.

Was hat das BVL gemeldet?

Ein Drittel aller weltweit gemeldeten Nebenwirkungsfälle betraf eine mangelnde Wirksamkeit.

Woran lag das?

Häufig wurde das Mittel als Zusatztherapie neben Phenobarbital oder bei symptomatischer Epilepsie eingesetzt — beides außerhalb der Zulassung.

Darf ich das Mittel absetzen?

Nicht eigenmächtig. Ein Wechsel zwischen antiepileptischen Therapien erfolgt schrittweise und nur unter tierärztlicher Aufsicht.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Verordnung. Das Präparat ist verschreibungspflichtig — Dosis, Dauer und ein möglicher Therapiewechsel gehören ausschließlich in die Tierarztpraxis.