Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 9 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Ungefähre Widerristhöhe 51 cm, für beide Geschlechter.
- Älteste der Gundog-Rassen.
- Freundlich, unbekümmert und gehorsam.
- Leberbraun-Weiß oder Schwarz-Weiß, auch mit Loh.
Der English Springer Spaniel jagte schon, bevor es Flinten gab. Sein Name beschreibt genau diese Arbeit. Ich gehe die Angaben durch.
Die kurze Antwort
Ein britischer Stöber- und Apportierhund von etwa 51 Zentimetern, freundlich und arbeitsfreudig.
Der entscheidende Punkt
Er ist ein Jagdhund mit Arbeitsprüfung, kein Begleithund mit Jagdvergangenheit.
Älter als die Flinte
Der VDH nennt die Rasse alten und reinen Ursprungs und bezeichnet sie als älteste der Gundog-Rassen. Ihr ursprünglicher Zweck lag im Finden und Aufjagen des Wildes.

Interessant sind die Jagdformen, für die sie gebraucht wurde. Genannt werden die Netzjagd, die Jagd mit dem Falken und die Jagd mit dem Greyhound. In allen drei Fällen bringt nicht der Schuss die Beute, sondern Netz, Vogel oder Windhund.
Heute lautet die Aufgabe anders. Er soll Wild finden, hoch machen und nach dem Schuss apportieren. Mir gefällt an dieser Rassegeschichte, dass sich die Kernfähigkeit — das Aufstöbern — über Jahrhunderte gehalten hat, während sich alles drum herum geändert hat.
Maße nach FCI-Standard Nr. 125, Wesen und Farben nach VDH.
Eine Größe für beide Geschlechter
Bei der Größe geht der FCI-Standard Nr. 125 sparsam vor. Er nennt eine ungefähre Höhe am Widerrist von 51 Zentimetern, in Klammern 20 Zoll. Das war es.
Anders als bei den meisten Rassen fehlt eine Unterscheidung zwischen Rüde und Hündin. Auch ein Gewicht steht nicht im Standard. Wer eine Zahl braucht, fragt den Züchter nach dem Gewicht der Elterntiere.

Das Wort „ungefähr" ist dabei kein Freibrief. Es steht im Standard, damit ein Hund nicht wegen eines Zentimeters durchfällt. Aus meiner Erfahrung liegen gut gezogene Springer nah an diesem Wert. Was sonst beim Züchterbesuch zählt, steht in Sozialisierung von Welpen.
Erscheinung: der rassigste Landspaniel
Der VDH beschreibt ihn als symmetrisch gebaut, kompakt, kräftig, fröhlich und lebhaft. Dann folgt eine Einordnung gegenüber den Verwandten.
Von allen britischen Landspaniels steht er am höchsten auf den Läufen und ist am rassigsten im Körperbau. Wer ihn neben einen Cocker oder einen Clumber stellt, sieht den Unterschied sofort.
Das Haarkleid ist dicht, glatt und wetterresistent, niemals grob. Mäßige Befederung sitzt an Behang, Vorderläufen, Körper und Hinterhand. Bei den Farben nennt der Standard Leberbraun-Weiß und Schwarz-Weiß, jeweils auch mit Loh-Abzeichen. Wie du die Befederung pflegst, steht in Fellpflege beim Hund.
Was ein English Springer Spaniel im Alltag braucht
- Nasenarbeit — Stöbern ist seine Kernfähigkeit.
- Gelegenheit zum Apportieren.
- Regelmäßiges Kämmen der Befederung.
- Auslauf im Freien und täglichen Umgang mit seinen Leuten.
- Einen Halter, der Arbeitsfreude als Bedarf versteht.
Zur Fütterung: Welpen richtig füttern.

Wesen: freundlich und unbekümmert
Beim Wesen bleibt der VDH bei drei Wörtern. Freundlich, unbekümmert, gehorsam. Danach folgt der Zusatz, dass Ängstlichkeit oder Aggressivität höchst unerwünscht sind.
Diese Knappheit hat einen Grund. Wo im Feld geprüft wird, zählt was der Hund leistet — nicht wie man ihn beschreibt. Ich rate deshalb dazu, bei der Welpensuche auf die Arbeitslinie zu achten. Ein Hund aus Leistungszucht bringt mehr Antrieb mit als einer aus Ausstellungslinien. Grundlagen zur Führung stehen in Erziehung des Hundes.
Gehorsam heißt hier nicht bequem. Es heißt, dass er im Feld auf Zeichen reagiert. Zu Hause bedeutet das trotzdem einen Hund, der Beschäftigung einfordert. Passende Ideen findest du unter Hundespielzeug.
Show- und Arbeitslinie
Ich werde regelmäßig gefragt, warum zwei Springer so unterschiedlich aussehen können. Der Grund liegt in der Zuchtrichtung. In Großbritannien und darüber hinaus haben sich zwei Typen entwickelt, die sich in Fellmenge, Kopfform und Antrieb unterscheiden.
Mir ist wichtig, dass beide Wege legitim sind. Entscheidend ist die Passung. Wer jagdlich führt, braucht Antrieb und Härte. Wer einen sportlichen Familienhund sucht, kommt mit der ruhigeren Variante besser zurecht.
Ich habe erlebt, dass genau diese Frage beim Züchtergespräch übersprungen wird. Sie gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
Haltung im Alltag
Die Tierschutz-Hundeverordnung nennt in § 2 den Rahmen: Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson, regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Bei einem Stöberhund ist das die Untergrenze.
Praktisch heißt das zwei Dinge. Erstens braucht er Suchaufgaben, nicht nur Strecke. Zwanzig Minuten Nasenarbeit erschöpfen ihn mehr als eine Stunde Trab. Zweitens braucht er Wasser, wenn möglich — er gehört zur Gruppe der Wasserhunde.
Meine langjährige Erfahrung mit Stöberhunden zeigt eine typische Belastung. Das Arbeiten in Dickung und unebenem Gelände fordert Muskulatur und Gelenke. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

So sieht der English Springer Spaniel aus
Über den Kopf steht im Standard mehr, als die meisten Rasseporträts hergeben. Der Schädel ist von mittlerer Länge, verhältnismäßig breit und leicht gerundet. Eine Furche zwischen den Augen läuft von der Stirn zum Hinterhauptbein, das nicht hervortreten darf.
Die Augen sind mandelförmig, von mittlerer Größe und dunkelhaselnussbraun. Helle Augen gelten als unerwünscht. Der Behang ist lappig, von guter Länge und Breite, in Augenhöhe angesetzt und schön befedert.
Die Rute sitzt niedrig und wird nie oberhalb der Rückenlinie getragen. Gut befedert, lebhaft bewegt. Beim Gangwerk erlaubt sich der Standard einen ungewöhnlichen Satz: Es sei von völlig eigener Art. Bei langsamer Gangart darf der Springer den rassetypischen Passgang zeigen.
Bei der Farbe bleibt die Liste kurz. Leberbraun-Weiß, Schwarz-Weiß oder jede dieser Farben mit Loh-Abzeichen. Daran trennt sich der English vom Welsh Springer Spaniel: Standard Nr. 126 lässt beim Welsh nur sattes Rot und Weiß zu. Ein rot-weißer Springer ist deshalb nie ein English Springer.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Im Netz kursieren dazu reichlich Zahlen, geprüft ist keine davon. Wer eine belastbare Angabe braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein.
Aussagekräftig ist die Fehlerliste. Jede Abweichung wird nach ihrem Grad bewertet. Maßstab ist der Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden — und ausdrücklich auf die Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
Disqualifiziert werden aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde. Dasselbe gilt für Hunde mit deutlichen körperlichen Abnormalitäten oder mit Verhaltensstörungen. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.
Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Aus meiner Erfahrung lohnt bei den langen Behängen außerdem der Blick hinein nach jedem Ausflug ins Dickicht.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Beim Welpenkauf fange ich mit der Linie an. Jagdlich geführt oder auf Ausstellung gezogen — diese Frage entscheidet mehr über den Alltag als jedes andere Merkmal.
Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Wie es mit den Welpen umgeht, sagt mehr als ein langes Gespräch am Telefon.
Das Abgabealter gibt das Gesetz vor. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Dieselbe Vorschrift verlangt bis zur zwanzigsten Lebenswoche täglich vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson.
Dazu gehören Ahnentafel, EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll. Preise nenne ich bewusst nicht. Was in den ersten Wochen zählt, steht in Sozialisierung von Welpen.
Passt der English Springer Spaniel zu dir?
Der Standard führt ihn als Stöber- und Apportierhund mit Arbeitsprüfung. Das ist die ehrlichste Auskunft über seinen Bedarf.
Er passt zu dir, wenn du ohnehin viel draußen bist. Nasenarbeit ist sein Kerngeschäft, nicht die Stunde am Feldweg. Freundlich, unbekümmert, gehorsam nennt ihn der Standard — das beschreibt einen umgänglichen Hund, keinen bequemen.
Er passt zu dir, wenn Kinder im Haus laut sein dürfen und trotzdem Ruhezeiten gelten. Ängstlichkeit und Aggressivität sind höchst unerwünscht. Erwarte also einen offenen, zugewandten Hund.
Er passt nicht zu dir, wenn der Rückruf nebenbei laufen soll. Ein Hund, der Wild hoch macht, folgt ihm auch. Und er passt schlecht in einen Haushalt, der zwölf Stunden am Tag leer steht. Ideen für den Kopf findest du unter Hundespielzeug.
Fazit: Der English Springer Spaniel misst laut Standard ungefähr 51 Zentimeter, für Rüden und Hündinnen gleichermaßen. Er stammt aus Großbritannien, gilt als älteste der Gundog-Rassen und arbeitete ursprünglich bei Netz-, Falken- und Greyhound-Jagd. Heute findet und apportiert er Wild. Sein Wesen gilt als freundlich, unbekümmert und gehorsam, Ängstlichkeit und Aggressivität sind höchst unerwünscht. Unter den britischen Landspaniels steht er am höchsten auf den Läufen.
Häufige Fragen zum English Springer Spaniel
Wie groß wird ein English Springer Spaniel?
Der Standard nennt eine ungefähre Widerristhöhe von 51 cm.
Gibt es einen Unterschied zwischen Rüde und Hündin?
Der Standard nennt nur einen Wert für beide Geschlechter.
Wie schwer wird er?
Ein Gewicht führt der Standard nicht auf.
Zu welcher Gruppe gehört er?
Zur FCI-Gruppe 8, Sektion Stöberhunde, mit Arbeitsprüfung.
Wie ist sein Wesen?
Freundlich, unbekümmert und gehorsam.
Ist Ängstlichkeit rassetypisch?
Nein. Ängstlichkeit und Aggressivität sind höchst unerwünscht.
Wie unterscheidet er sich von anderen Landspaniels?
Er steht am höchsten auf den Läufen und ist am rassigsten im Körperbau.
Wie ist sein Haarkleid?
Dicht, glatt und wetterresistent, niemals grob.
Welche Farben gibt es?
Leberbraun-Weiß und Schwarz-Weiß, jeweils auch mit Loh-Abzeichen.
Wofür wurde er ursprünglich eingesetzt?
Zum Finden und Aufjagen von Wild bei Netzjagd, Falkenjagd und Jagd mit dem Greyhound.
Was ist seine heutige Aufgabe?
Wild finden, hoch machen und nach dem Schuss apportieren.
Wie alt ist die Rasse?
Sie gilt als älteste der Gundog-Rassen.
Quellen
- VDH Rasselexikon – English Springer Spaniel
- FCI-Standard Nr. 125 – English Springer Spaniel (deutsche Fassung)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zur jagdlichen Führung informiert der zuständige Landesjagdverband.
