Welsh Springer Spaniel: Größe und Haarkleid

Welsh Springer Spaniel: Größe und Haarkleid

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 9 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden etwa 48 cm, Hündinnen etwa 46 cm.
  • Lockiges Haarkleid ist höchst unerwünscht.
  • Seit mindestens 400 Jahren in Großbritannien.
  • Anerkannt erst 1902 — gegen erheblichen Widerstand.

Der Welsh Springer Spaniel wird oft mit seinen Verwandten verwechselt. Ein Blick aufs Haar reicht zur Unterscheidung. Ich gehe die Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein walisischer Stöberhund von 46 bis 48 Zentimetern mit seidigem, glattem Haar in Rot und Weiß.

Der entscheidende Punkt

Sein Haar ist glatt und seidig. Locken entsprechen nicht dem Standard.

400 Jahre alt, seit 1902 anerkannt

Der VDH ordnet die Rasse in eine Gruppe von neun Spanielrassen ein. Sie ist alten Ursprungs und wahrscheinlich die älteste der in Großbritannien, vornehmlich in Wales, gezüchteten Spanielrassen.

Wacher Welsh Springer Spaniel läuft über eine Wiese
Rüden erreichen etwa 48 Zentimeter Widerristhöhe. Foto: Lokal_Profil / Wikimedia Commons, CC BY 2.5

Unstrittig ist laut Rasselexikon, dass dieser Schlag Spaniel in Großbritannien seit mindestens 400 Jahren existiert. Zwischen Existenz und Anerkennung liegen allerdings Jahrhunderte.

Erst 1902 erkannte das Kennel Club Committee den Welsh als eigene Rasse an. Der VDH nennt dabei einen Umstand, der selten so offen benannt wird: Es geschah trotz erheblichen Widerstandes der Züchter anderer Spanielrassen. Mir zeigt das, wie umkämpft Rassegrenzen damals waren.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüdeca. 48 cm Hündinca. 46 cm
MerkmalFCI-Gruppe RüdeApportier-, Stöber- und Wasserhunde HündinApportier-, Stöber- und Wasserhunde
MerkmalHaar Rüdeglatt oder anliegend, seidig Hündinglatt oder anliegend, seidig
MerkmalBefederung Läufe Rüdemäßig Hündinmäßig
MerkmalAnerkennung Rüde1902 Hündin1902

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Das Haar entscheidet

Beim Haarkleid wird das Rasselexikon ungewöhnlich streng. Es soll glatt oder anliegend sein, von seidiger Beschaffenheit und dicht. Niemals drahtig oder wellig.

Wacher Welsh Springer Spaniel läuft am Wasser entlang
Ein Stöberhund sucht selbstständig und bringt zurück. Foto: Sagaciousphil / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Dann folgt ein Satz ohne Spielraum. Ein lockiges Haarkleid ist höchst unerwünscht. Wer einen gelockten Spaniel dieser Größe vor sich hat, sieht keinen Welsh nach Standard.

Die Befederung ist genau verteilt. Vorder- und Hinterläufe sind über den Vorderfußwurzel- oder Sprunggelenken mäßig befedert. Behang und Rute tragen nur leichte Befederung. Aus meiner Erfahrung ist genau diese Zurückhaltung der Grund, warum der Welsh im Gelände weniger sammelt als stärker befederte Spaniels. Zur Pflege siehe Fellpflege beim Hund.

Was ein Welsh Springer Spaniel im Alltag braucht

  • Nasenarbeit — er gehört zu den Stöberhunden.
  • Gelegenheit zum Apportieren.
  • Zugang zu Wasser, wenn möglich.
  • Regelmäßiges Kämmen der Befederung.
  • Auslauf im Freien und täglichen Umgang mit seinen Leuten.

Zur Aufzucht: Welpen richtig füttern.

Neun Spanielrassen — und wie er sich abhebt

Die Spanielfamilie ist groß. Neun Rassen zählt der VDH, vom Cocker über den English Springer bis zum Clumber, Field und Sussex. Wer sie nebeneinander sieht, erkennt schnell, dass „Spaniel" keine Beschreibung ist, sondern eine Sammelbezeichnung.

Kopf eines wachen Welsh Springer Spaniels
Der Behang trägt nur leichte Befederung. Foto: Pleple2000 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Beim Welsh helfen zwei Merkmale beim Einordnen. Das erste ist die Größe: Mit rund 48 Zentimetern liegt er zwischen Cocker und English Springer. Das zweite ist das Haar, das glatt und seidig sein muss.

Ich rate deshalb dazu, vor der Entscheidung mehrere Rassen dieser Gruppe live zu sehen. Auf Fotos gleichen sie sich stärker, als sie es in Wirklichkeit tun. Das gilt für den Körperbau ebenso wie für den Antrieb.

Was das Rasselexikon nicht sagt

Zum Wesen schweigt das Rasselexikon bei dieser Rasse. Es nennt Größe, Haarkleid, Farbe und Geschichte, aber keine Charakterbeschreibung. Der FCI-Standard Nr. 126 liefert sie dagegen sehr wohl — dazu weiter unten mehr.

Was sich sagen lässt, ergibt sich aus der Einordnung. Der Welsh gehört zu den Apportier-, Stöber- und Wasserhunden. Diese Gruppe umfasst Hunde, die selbstständig suchen und bringen. Wie du diese Anlage lenkst, steht in Erziehung des Hundes.

Ich rate deshalb dazu, beim Züchter gezielt nach dem Wesen der Elterntiere zu fragen. Bei einer Rasse ohne Wesensbeschreibung im Rasselexikon ist die Linie aussagekräftiger als die Rassezugehörigkeit. Was in der Prägephase zählt, steht in Sozialisierung von Welpen.

Größe und Haltung

Bei den Maßen bleibt der VDH knapp. Rüden erreichen etwa 48 Zentimeter, Hündinnen etwa 46. Ein Gewicht steht nicht dabei. Das Wort „ca." macht deutlich, dass es sich um Richtwerte handelt.

Die Tierschutz-Hundeverordnung regelt in § 2 den gesetzlichen Rahmen: Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson, regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Bei einem Stöberhund ist das die Untergrenze, nicht das Programm.

Meine langjährige Erfahrung mit Spaniels zeigt zwei Punkte. Erstens erschöpft Suchen mehr als Laufen. Zwanzig Minuten Nasenarbeit ersetzen eine lange Runde. Zweitens brauchen die Ohren Aufmerksamkeit. Hängende Behänge trocknen schlecht, gerade nach der Arbeit im Wasser. Ich kontrolliere sie deshalb nach jedem nassen Einsatz kurz. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Bei einem Hund, der im Gelände arbeitet, achte ich außerdem auf die Gelenke. Ein Stöberhund läuft nicht geradeaus, sondern schlägt Haken, springt über Gräben und arbeitet stundenlang in unebenem Boden. Diese Belastung summiert sich über die Jahre und zeigt sich oft erst, wenn der Hund älter wird. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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So sieht der Welsh Springer Spaniel aus

Bei der Farbe wird der FCI-Standard Nr. 126 so knapp wie kaum ein anderer Spanielstandard. Nur sattes Rot und Weiß. Kein Leberbraun, kein Schwarz, keine Loh-Abzeichen.

Zum Vergleich: Der English Springer Spaniel trägt nach Standard Nr. 125 Leberbraun-Weiß oder Schwarz-Weiß, jeweils auch mit Loh. Wer beide Rassen auseinanderhalten will, schaut deshalb zuerst auf die Farbe. Ein rot-weißer Springer ist ein Welsh.

Am Kopf sitzt ein Merkmal, das kaum ein anderer Standard so beschreibt. Die Ohren sind verhältnismäßig klein, mäßig tief angesetzt und laufen allmählich in eine Spitze aus — ähnlich einem Weinblatt. Der Nasenschwamm darf fleischfarben bis dunkel sein.

Die Augen sind haselnussfarben oder dunkel, von mittlerer Größe, weder hervorstehend noch tiefliegend. Im Gesamtbild nennt der Standard ihn symmetrisch, kompakt und ausdrücklich nicht hochläufig. Gebaut ist er für Ausdauer und harte Arbeit.

Wesen im Alltag

Beim Wesen wird der Standard doch fündig. Er beschreibt eine sehr alte, eigenständige Rasse reinen Ursprungs: kräftig, fröhlich und sehr lebhaft. Freundliches Wesen, keine Aggressivität oder Nervosität zeigend.

Praktisch heißt „sehr lebhaft" vor allem eines. Der Hund fährt schnell hoch und braucht Übung darin, wieder herunterzukommen. Ruhe ist bei dieser Rasse ein Trainingsziel, kein Startzustand.

Für Besuch ist das eine gute Nachricht. Ein Hund, der weder Aggressivität noch Nervosität zeigen soll, begrüßt Fremde freundlich. Der Standard beschreibt allerdings das Zuchtziel, nicht den einzelnen Hund. Was in der Prägephase passiert, wiegt schwerer als jede Rassebeschreibung.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung steht im Standard nicht. Ein Gewicht führt er ebenfalls nicht auf. Beides kursiert im Netz trotzdem als feste Zahl.

Was er hergibt, sind die zuchtausschließenden Fehler. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind ausgeschlossen, ebenso Hunde mit deutlichen körperlichen Abnormalitäten oder mit Verhaltensstörungen.

Dazu kommt der Schlusssatz: Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen. § 11b des Tierschutzgesetzes zieht die Grenze noch schärfer. Er verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Beim Züchterbesuch stelle ich zwei Fragen zuerst. Die eine gilt dem Wesen der Elterntiere, die andere ihrer Gesundheit. Beides sagt mehr über den Welpen als der Stammbaum.

Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Ein guter Züchter zeigt es, ohne dass man danach fragen muss.

Das Abgabealter regelt das Gesetz. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Bis zur zwanzigsten Lebenswoche verlangt dieselbe Vorschrift täglich vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson.

Dazu gehören Ahnentafel, EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll. Preise nenne ich bewusst nicht.

Passt der Welsh Springer Spaniel zu dir?

Er passt zu dir, wenn Suchen zum Alltag gehört. Der Standard führt ihn als Stöberhund mit Arbeitsprüfung. Das ist keine Formalie, sondern eine Ansage.

Er passt zu dir, wenn dich Wetter kaltlässt. Sein Haar liegt dicht und seidig an, gebaut ist er für Ausdauer und harte Arbeit. Nasses Unterholz stört ihn nicht, dich vielleicht schon.

Er passt nicht zu dir, wenn tagsüber niemand da ist. Kräftig, fröhlich und sehr lebhaft heißt auch: Dieser Hund langweilt sich laut. Ruhe kommt bei ihm über Training, nicht über das Alter. Grundlagen dazu stehen in Erziehung des Hundes.

Fazit: Rüden erreichen etwa 48 Zentimeter, Hündinnen etwa 46, ein Gewicht nennt der VDH nicht. Die Rasse existiert in Großbritannien seit mindestens 400 Jahren und gilt als wahrscheinlich älteste dort gezüchtete Spanielrasse. Anerkannt wurde sie erst 1902, gegen erheblichen Widerstand anderer Spanielzüchter. Ihr Haar ist glatt oder anliegend, seidig und dicht — lockiges Haar ist höchst unerwünscht.

Häufige Fragen zum Welsh Springer Spaniel

Wie groß wird ein Welsh Springer Spaniel?

Rüden etwa 48 cm, Hündinnen etwa 46 cm.

Wie schwer wird er?

Ein Gewicht führt weder der VDH noch der FCI-Standard auf.

Zu welcher Gruppe gehört er?

Zu den Apportier-, Stöber- und Wasserhunden.

Darf sein Haar lockig sein?

Nein. Ein lockiges Haarkleid ist höchst unerwünscht.

Wie fühlt sich sein Haar an?

Seidig. Es ist glatt oder anliegend und dicht, niemals drahtig oder wellig.

Wo sitzt die Befederung?

Mäßig an Vorder- und Hinterläufen, leicht an Behang und Rute.

Wie viele Spanielrassen gibt es?

Neun. Der Welsh Springer Spaniel ist eine davon.

Wie alt ist die Rasse?

Sie existiert in Großbritannien seit mindestens 400 Jahren.

Woher stammt sie?

Aus Großbritannien, vornehmlich aus Wales.

Seit wann ist sie anerkannt?

Seit 1902, durch das Kennel Club Committee.

Gab es Widerstand gegen die Anerkennung?

Ja, erheblichen — von Züchtern anderer Spanielrassen.

Ist er der älteste britische Spaniel?

Wahrscheinlich. So formuliert es der VDH.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.