Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 53–56 cm, Hündinnen 51–53 cm.
- Ohne Aufgabe entstehen unerwünschte Verhaltensweisen.
- Zwei- bis dreimal wöchentlich bürsten, nie schneiden.
- Er bellt gern — das gehört zum Hütehund.
Der Bearded Collie sieht aus wie ein Kuscheltier und arbeitet wie ein Hütehund. Genau dieser Widerspruch überrascht viele Halter. Ich gehe die VDH-Angaben durch und zeige, was ein Beardie täglich braucht.
Die kurze Antwort
Ein schottischer Hütehund von 51 bis 56 Zentimetern, überschäumend temperamentvoll und gutmütig zugleich.
Der entscheidende Punkt
Er muss eingesetzt werden. Ohne Aufgabe sucht er sich selbst eine — und die gefällt selten.
Herkunft: Farmhund aus Schottland
Der VDH nennt Schottland als Heimat. Dort ist der Bearded Collie seit langem als Arbeitshund auf Farmen bekannt. Bereits 1897 war er auf Hundeschauen zu sehen.

Danach wuchs die Popularität, bis der Erste Weltkrieg diese Entwicklung unterbrach. In den 1930er Jahren tauchten die Hunde wieder auf Ausstellungen auf. Der lange Bart im Gesicht gab der Rasse ihren Namen. Bearded Collie heißt schlicht bärtiger Collie.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Beim Fell nennt der Standard weiche, pelzige Unterwolle und glattes, hartes Deckhaar. Die Farben reichen von Schiefergrau über Rötlich-Falbfarben, Schwarz und Blau bis zu allen Schattierungen von Grau, Braun und Sandfarben, mit oder ohne weiße Abzeichen.
Wesen: überschäumend und gutmütig
Beardies haben ein geradezu überschäumendes Temperament. Sie sind lebhaft, unternehmungslustig und hoch aktiv. Der VDH schreibt dazu einen ehrlichen Satz: Das stellt gewisse Ansprüche an die Besitzer.
Gleichzeitig macht die liebevolle Gutmütigkeit den wuscheligen Schotten zu einem liebenswerten Familienmitglied. Beide Seiten gehören zusammen — der Hund ist umgänglich, aber niemals ruhig. Wer sich einen gemütlichen Begleiter vorstellt, wird die ersten Jahre als anstrengend erleben.
Aus meiner Erfahrung ist die Erziehung bei dieser Rasse der einfachere Teil. Der Beardie besitzt den angeborenen Wunsch, seinem Menschen zu gefallen. Motivieren lässt er sich deshalb spielend leicht, am besten mit leisen, freundlichen Tönen. Wo du das aufbaust, steht in Hundeschule.
An Konsequenz darf es trotzdem nicht mangeln. Sonst übernimmt der Vierbeiner selbst die Regie — bei einem Hütehund heißt das, dass er beginnt, seine Menschen zu organisieren. Wie sich das äußert, beschreibt Hund zieht an der Leine.
Auslastung: Hüten oder ein echter Ersatz
In seiner Heimat obliegt dem Beardie das Hüten der Schafherde. Fehlt diese Möglichkeit, muss eine andere Form der Auslastung her. Der VDH nennt Agility, Dog Dance, Treibball, Schlittenziehen und die Arbeit als Therapiehund.

Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den gesetzlichen Rahmen. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Angepasst wird das an Rasse, Alter und Gesundheitszustand. Bei einem hoch aktiven Hütehund liegt die Latte entsprechend hoch.
Was ein Bearded Collie im Alltag braucht
- Eine feste Aufgabe, nicht nur Spaziergänge.
- Kopfarbeit — Langeweile erzeugt genau die Probleme, die niemand will.
- Toleranz für Stimme: Er bellt, das gehört zur Rasse.
- Zwei- bis dreimal wöchentlich gründliches Bürsten.
- Klare Regeln, sonst organisiert er die Familie selbst.
Zur Beschäftigung im Alltag: Hundespielzeug.
Ich rate dazu, die Auslastung vor dem Einzug festzulegen. Ein Hütehund im Homeoffice ohne Plan wird nicht ruhiger, sondern erfinderischer. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.
Pflege und Gesundheit
Das doppellagige Fell braucht zwei- bis dreimal wöchentlich eine gründliche Bürste. Schneiden muss man es ausdrücklich nicht. Ich sehe darin einen der häufigsten Pflegefehler. Wer den Beardie schert, nimmt ihm die Isolierschicht, die im Sommer gegen Hitze und im Winter gegen Kälte arbeitet. Nachwachsen kann sie, ihre Struktur verändert sich dabei aber oft dauerhaft.

Meine langjährige Erfahrung mit langhaarigen Hütehunden zeigt, dass der Bart die eigentliche Arbeit macht. Er nimmt Futter, Wasser und Schmutz auf und will regelmäßig gereinigt werden. Wer sich unsicher fühlt, findet Hilfe unter Hundefriseur.
Weil der Standard kein Gewicht nennt, ist die Rippenprobe der bessere Maßstab als die Waage. Ein aktiver Hütehund sollte schlank bleiben, ohne dabei Substanz zu verlieren. Wie sich Übergewicht entwickelt, erklärt Übergewicht beim Hund.
Unabhängig von der Rasse gilt: Haut und Fell brauchen B-Vitamine. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe.

Größe und Gewicht
Beim Maß wird der FCI-Standard Nr. 271 konkret. Als ideale Widerristhöhe nennt er für Rüden 53 bis 56 Zentimeter, für Hündinnen 51 bis 53. Ein Gewicht steht nirgends im Text.
Dazu kommt ein Satz, den ich bei Hütehunden selten so klar lese. Vor der Größe sollen Gesamtqualität und Proportionen vorrangig gewürdigt werden. Übertriebene Abweichungen von der Idealgröße will der Standard trotzdem nicht gefördert sehen.
Die Proportion beziffert er sogar. Vom Brustbein bis zum Sitzbeinhöcker gemessen ist ein Beardie etwa im Verhältnis fünf zu vier länger als hoch. Hündinnen dürfen geringfügig länger ausfallen.
FCI-Standard Nr. 271 Bearded Collie, deutsche Fassung, publiziert am 03.11.2014.
Wer eine Kilogrammzahl braucht, holt sie in der Tierarztpraxis. Dort steht der einzelne Hund auf der Waage. Eine Rassezahl gibt es schlicht nicht.
Fell und Farben nach dem Standard
Das Haarkleid ist doppelt aufgebaut. Unten liegt weiche, pelzige und dichte Unterwolle. Darüber sitzt glattes, hartes und zottiges Deckhaar, weder wollig noch lockig. Eine leichte Wellung bleibt erlaubt.
Beim Bart wird der Text richtig anschaulich. An den Wangen, an den Unterlippen und unter dem Kinn nimmt das Fell zur Brust hin an Länge zu. Genau daraus entsteht der Bart, der der Rasse ihren Namen gab.
Bei den Farben ist die Liste lang. Erlaubt sind Schiefergrau, rötlich falbfarben, Schwarz, Blau und alle Schattierungen von Grau, Braun und Sandfarben. Merle schließt der Standard ausdrücklich aus.
Weiß darf dazukommen, allerdings nur an festgelegten Stellen. Genannt sind Fang, Blesse auf dem Schädel, Rutenspitze, Brust, Läufe und Pfoten. Oberhalb des Sprunggelenks gehört an die Außenseite der Hinterläufe kein Weiß.
Ein Satz betrifft die Pflege unmittelbar. Das Haarkleid darf in keiner Weise getrimmt werden. Damit ist die Schere im Ausstellungsring nicht bloß überflüssig. Sie ist untersagt.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Such zuerst einen Züchter, der einem Zuchtverband angehört. Die Papiere belegen Abstammung und Wurfkontrolle. Frag nach dem Verein und nach dem Zuchtbuch.
Fahr zum Wurf und sieh dir die Hündin an. Die Welpen gehören zu ihr, nicht in eine Box nebenan. Wie die Mutter auf Besuch reagiert, verrät dir mehr über die Linie als jede Beschreibung.
Beim Abgabealter ist die Rechtslage eindeutig. Erst nach der achten Lebenswoche darf ein Welpe vom Muttertier weg. Bis zur zwanzigsten Woche verlangt die Tierschutz-Hundeverordnung täglich mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson.
Der Standard liefert dir außerdem harte Ausschlussgründe. Aggressive Hunde gelten als disqualifiziert, übermäßig ängstliche ebenso. Dasselbe trifft auf deutliche körperliche Abweichungen und auf Verhaltensstörungen zu.
Dieselbe Linie zieht § 11b des Tierschutzgesetzes. Untersagt ist eine Zucht, bei der erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder umgestaltet sind. Beim Beardie passt dazu ein Satz aus dem Rassestandard: Die Augenbrauen dürfen nicht so lang sein, dass sie die Augen verdecken.
Lass dir Impfungen und Entwurmungen im Heft zeigen. Frag nach den Elterntieren und nach ihren Untersuchungen. Ein guter Züchter fragt zurück, statt nur über den Preis zu reden.
Passt der Bearded Collie zu dir?
Er passt zu Menschen mit einem festen Plan für den Tag. Ohne Aufgabe drohen Langeweile und unerwünschtes Verhalten. Diesen Zusammenhang benennt der VDH ausdrücklich.
Er passt zu Haushalten, die Stimme aushalten. Ein Beardie lässt gern seine Stimme erklingen. Wer sehr hellhörig wohnt, sollte das vorher zu Ende denken.
Er passt zu Familien mit Kindern. Die liebevolle Gutmütigkeit macht ihn zum liebenswerten Familienmitglied. Für den Alltag gilt trotzdem die alte Regel: Kleinkind und Hund bleiben nie unbeaufsichtigt.
Er passt zu Leuten, die zwei- bis dreimal die Woche Zeit für die Bürste haben. Wer das schleifen lässt, bekommt Filz. Der lässt sich am Ende nur noch herausschneiden.
Er passt nicht zu jemandem, der einen ruhigen Begleiter sucht. Er passt auch nicht dorthin, wo er acht Stunden am Tag allein bleibt. Ein hoch aktiver Hütehund füllt diese Zeit selbst — meist anders als gewünscht.
Fazit: Der Bearded Collie stammt aus Schottland und arbeitet dort bis heute an der Schafherde. Rüden messen 53 bis 56 Zentimeter, Hündinnen 51 bis 53. Ein Gewicht führt der Standard nicht. Sein Temperament nennt der VDH überschäumend, seine Gutmütigkeit macht ihn zum Familienhund. Er will gefallen und ist leicht zu motivieren, braucht aber Konsequenz. Entscheidend bleibt die Aufgabe: Ohne Einsatz drohen Langeweile und unerwünschtes Verhalten.
Häufige Fragen zum Bearded Collie
Wie groß wird ein Bearded Collie?
Rüden messen 53 bis 56 cm, Hündinnen 51 bis 53 cm. Damit bleibt die Rasse im mittleren Bereich.
Bearded Collie: Wie schwer wird er?
Der VDH nennt kein Gewicht. Wer eine feste Zahl liest, liest die Angabe eines Anbieters.
Bearded Collie: Woher kommt der Name?
Vom langen Bart im Gesicht. Bearded Collie heißt übersetzt bärtiger Collie.
Bearded Collie: Woher stammt die Rasse?
Aus Schottland. Dort ist sie seit langem als Arbeitshund auf Farmen bekannt.
Bearded Collie: Wie ist sein Temperament?
Überschäumend. Der VDH beschreibt ihn als lebhaft, unternehmungslustig und hoch aktiv.
Bearded Collie: Ist er ein Familienhund?
Ja. Seine liebevolle Gutmütigkeit macht ihn zu einem liebenswerten Familienmitglied.
Bearded Collie: Bellt er viel?
Er lässt gerne seine Stimme erklingen. Das gehört zur Arbeit am Schaf und bleibt auch ohne Herde erhalten.
Bearded Collie: Wie lastet man ihn aus?
Über Hütearbeit oder einen Ersatz dafür: Agility, Dog Dance, Treibball, Schlittenziehen oder Therapiehundearbeit.
Was passiert ohne Auslastung?
Langeweile — und damit unerwünschte Verhaltensweisen. Der VDH benennt diesen Zusammenhang ausdrücklich.
Bearded Collie: Wie erzieht man ihn?
Mit leisen, freundlichen Tönen. Er will gefallen und ist leicht zu motivieren, braucht aber Konsequenz.
Bearded Collie: Wie oft muss man ihn bürsten?
Zwei- bis dreimal wöchentlich gründlich. Schneiden muss man das doppellagige Fell nicht.
Bearded Collie: In welche FCI-Gruppe gehört er?
In Gruppe 1, Sektion 1 der Schäferhunde. Die Standardnummer lautet 271.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Bearded Collie
- FCI-Standard Nr. 271 – Bearded Collie (deutsche Fassung, publiziert am 03.11.2014)
- Tierschutzgesetz § 11b – Verbot des Züchtens mit Qualzuchtmerkmalen
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
Weiterlesen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Haut, Fell und Belastung berät die Tierarztpraxis individuell.
